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U-Bahnhof Schloßstraße

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Datei:Berlin - U-Bahnhof Schloßstraße - Linie U9 (6660555563).jpg
Nördlicher Bahnhofseingang unter der Joachim-Tiburtius-Brücke (2012)
Datei:Berlin-Steglitz-U-Bahnhof-Schlossstrasse-Bahnsteig.jpg
Bahnsteig im Jahr 2026
Datei:U-Bahnhof Schloßstraße.jpg
Oberer Bahnsteig (vor der Sanierung, 2011)
Datei:Berlin-Steglitz-U-Bahnhof-Schlossstrasse-Gleis-U10.jpg
Gleis der nicht realisierten U10
Datei:Berlin-Steglitz-U-Bahnhof-Schlossstrasse-Zugang.jpg
Zugang über das ehem. Wertheim-Gebäude
Datei:Berlin-Steglitz-U-Bahnhof-Schlossstrasse-Zwischengeschoss.jpg
Zwischengeschoss
Datei:Berlin-Steglitz-U-Bahnhof-Schlossstrasse-Hintergleiswand-Uebergangsdesign.jpg
Übergangsdesign der Hintergleiswand (nach 2011)
Datei:Berlin-Steglitz-U-Bahnhof-Schlossstrasse-Zwischengeschoss-Architekturdetail.jpg
Architekturdetail auf der Verteilerebene

Der U-Bahnhof Schloßstraße ist ein U-Bahnhof der Linie U9 der Berliner U-Bahn im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Ortsteil Steglitz. Die zwischen 1971 und 1973 gebaute Station liegt unterhalb der Schloßstraße zwischen Schildhornstraße und Zimmermannstraße. In unmittelbarer Nähe befinden sich der Restaurantturm Bierpinsel, das Einkaufszentrum Boulevard Berlin sowie die Rosenkranz-Basilika. Der Bahnhof wurde am 30. September 1974 eröffnet.

Historie und Bauwerk

Der Bahnhof wurde als Umsteigebahnhof zwischen der Linie U9 und der geplanten Linie U10 konzipiert und aufgrund beengter Platzverhältnisse mit zwei übereinanderliegenden Mittelbahnsteigen gebaut. Am oberen Bahnsteig sollten die Bahnen in nördliche, am unteren Bahnsteig in südliche Richtung abfahren und ein richtungsgebundenes Umsteigen am selben Bahnsteig ermöglichen. Da die U10 nicht realisiert wurde, werden jeweils nur die östlichen Bahnsteigseiten des Bahnhofs von der U9 genutzt. Die für die U9 nach Lankwitz vorbereiteten westlichen Gleiströge waren, ähnlich dem Bahnhof Jungfernheide, mit Zäunen vom Fahrgastverkehr getrennt, die inzwischen durch eine Mauer ersetzt wurden. In den Trögen lagen über 40 Jahre stromschienlose Gleise ohne Anschluss an das BVG-Netz. Sie wurden erst 2022 mit Stromschienen ausgerüstet.

Der Bahnhof wurde vom Architektenbüro Schüler & Witte gestaltet, das auch den Bierpinsel sowie das ICC entworfen hatte. Er verfügt über drei Ebenen – eine Verteilerebene sowie zwei Bahnsteigebenen –, die untereinander jeweils durch Treppen und Rolltreppen miteinander verbunden sind. Die Gestaltung ist typisch für die 1970er Jahre: In den Bahnsteighallen finden sich blaue, gelbe und orange-rote Wandelemente. Die Decken sind überwiegend in Sichtbeton ausgeführt; die Verteilerebene sowie die Treppenschächte sind in dunklem blau-grün gehalten bzw. gefliest.

Der U-Bahnhof ist über zwei Zugänge am Nord- und Südende über jeweils mehrere Treppenanlagen auf beiden Seiten der Schloßstraße erreichbar. Zudem ist die Verteilerebene im Norden auch direkt an den Boulevard Berlin und das Geschäftshaus Schloßstraße 110 angeschlossen.

Im Jahr 2013 war geplant, den U-Bahnhof ab Ende 2014 bis 2017 von Grund auf zu sanieren und zu modernisieren. Dabei sollte der untere Bahnsteig geschlossen werden, sodass die Züge künftig in beiden Richtungen am oberen Bahnsteig halten würden.<ref>Stefan Jacobs: BVG baut in Berlin-Steglitz. U9 wird mehrere Monate lang gesperrt. In: Der Tagesspiegel, 30. Juni 2013.</ref> Für den Umbau waren laut BVG-Wirtschaftsplan 13,8 Millionen Euro vorgesehen,<ref>BVG-Aufsichtsrat lobt sehr gutes operatives Ergebnis. Berliner Verkehrsbetriebe, 24. April 2013, abgerufen am 25. April 2013.</ref> die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr plante mit Kosten von 11,9 Millionen Euro.<ref>Grundsanierung der Bahnhöfe der U-Bahnlinie 9. Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner (PIRATEN), Drucksache 17/13192. Abgeordnetenhaus Berlin, 6. Februar 2014, abgerufen am 18. März 2014: „Frage 3: Wie hoch sind die Kosten für den Umbau des U-Bahnhofs Schloßstraße veranschlagt? Antwort zu 3.: Für den Umbau sind insgesamt 11,9 Mio. € geplant.“</ref> Inzwischen ist ein solcher Umbau der Bahnanlagen nicht mehr vorgesehen.<ref>U-Bahnhof Schlossstraße – nur Sanierung, aber kein Umbau. In: Der Tagesspiegel. 21. Februar 2015, abgerufen am 22. Februar 2015.</ref>

Die Sanierung begann mit Beginn der Sommerferien 2016 am 20. Juli 2016, wofür die Strecke mehrfach zwischen Walther-Schreiber-Platz und Rathaus Steglitz gesperrt werden musste.

Der U-Bahnhof wurde Anfang 2017 zusammen mit dem ehemaligen Turmrestaurant Bierpinsel und der Joachim-Tiburtius-Brücke als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Begründet wurde dies mit dem als zeittypisch geltenden leicht futuristischen Charakter.<ref>Der Bierpinsel wird zum Denkmal. In: Der Tagesspiegel. 17. Januar 2017, abgerufen am 31. Januar 2017.</ref>

Am 17. Januar 2020 ging ein Aufzug in Betrieb, der die beiden übereinanderliegenden Bahnsteige mit der nördlichen Schalterhalle verbindet. Hierfür wurden rund 1,3 Millionen Euro investiert. Für den barrierefreien Zugang zum U-Bahnhof ist der Einbau eines weiteren Aufzugs erforderlich, der von der Schalterhalle zur Straßenoberfläche führt. Dies war bis Ende 2022 geplant.<ref>Kurzmeldungen – U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 4, 2020, S. 75.</ref>

Am 2. Januar 2021 geriet ein Kabelstrang in einem technischen Betriebsraum in Brand. Es waren insgesamt 110 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Ab dem 25. Januar 2021 konnte der Bahnhof wieder angefahren werden.<ref>110 Feuerwehrleute im Einsatz Großbrand in Berliner U-Bahnhof Schloßstraße gelöscht. In: Der Tagesspiegel. 2. Januar 2021, abgerufen am 26. Januar 2021.</ref>

Knapp fünf Jahre später, am 28. November 2025, brannte es abermals in einem technischen Betriebsraum. Die Schloßstraße wurde im Bereich des U-Bahnhofs für mehrere Stunden komplett gesperrt; Personen kamen nicht zu Schaden.<ref>Nach Brand am U-Bahnhof Schloßstraße: Störungen auf der U9 werden noch mehrere Tage andauern. In: Berliner Morgenpost. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.</ref> Infolge des Brands verkehrte die U-Bahn auf dem südlichen Ast der U9 zunächst nur bis Bundesplatz,<ref>U9 bleibt nach Brand noch wochenlang unterbrochen rbb24.de vom 1. Dezember 2025, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> ab 5. Januar 2026 mit eingeschränktem Pendelverkehr bis Walther-Schreiber-Platz<ref>Ab Montag verlängerter U9-Linienbetrieb in Richtung Steglitz, rbb-24.de vom 4. Januar 2026, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> und erreichte ab dem 25. Januar 2026 wieder Rathaus Steglitz, ohne jedoch am Bahnhof Schloßstraße zu halten.<ref>U9 fährt ab Montag wieder bis Rathaus Steglitz, rbb-24.de vom 25. Januar 2026, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> Seit dem 2. März 2026 wurde auch der Bahnhof Schloßstraße wieder voll bedient.<ref>U9 fährt seit Montag wieder durch, rbb-24.de vom 2. März 2026, abgerufen am 3. März 2026. Tatsächlich fuhr die U9 schon seit dem 25. Januar wieder bis Rathaus Steglitz durch. Im Text des Artikels wird deutlich, dass der wiederhergestellte Halt im Bahnhof Schloßstraße gemeint ist.</ref>

Anbindung

Linie Verlauf
Datei:Berlin U9.svg Osloer Straße – Nauener Platz – Leopoldplatz – Amrumer Straße – Westhafen – Birkenstraße – Turmstraße – Hansaplatz – Zoologischer Garten – Kurfürstendamm – Spichernstraße – Güntzelstraße – Berliner Straße – Bundesplatz – Friedrich-Wilhelm-Platz – Walther-Schreiber-Platz – Schloßstraße – Rathaus Steglitz

Am U-Bahnhof bestehen Umsteigemöglichkeiten von der Linie U9 zu mehreren Omnibuslinien der BVG.

Drehort

Wie andere Bauten von Schüler & Witte fungiert der Bahnhof aufgrund seiner Fassadengestaltung hin und wieder als Drehort, beispielsweise bei Tiger Girl (2017).

Literatur

  • Lukas Foljanty: Der Verkehrsknoten Steglitz – Bierpinsel • U-Bahnhof Schloßstraße • Joachim-Tiburtius-Brücke – Das Erstlingswerk von Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte. Universitätsverlag der Technischen Universität Berlin, ISR Graue Reihe Heft 30. Berlin 2011. ISBN 978-3-7983-2282-0. (Volltext)
  • Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins U-Bahnhöfe. Die ersten hundert Jahre, be.bra verlag. Berlin, 2. korr. und erw. Auflage 1996, S. 244. ISBN 3-930863-16-2.

Weblinks

Commons: U-Bahnhof Schloßstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 27′ 39,2″ N, 13° 19′ 29,6″ O

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