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Tschechoslowakische Krone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:20 Tschech Kronen.jpg
Banknote zu 20 Kronen, Ausgabe von 1988 mit dem Bild von Johann Amos Comenius.

Die Tschechoslowakische Krone (auf Tschechisch und Slowakisch koruna československá bzw. koruna česko-slovenská) war bis zum 31. Dezember 1992 die offizielle Währung der Tschechoslowakei und noch bis zum 7. Februar 1993 die Währung Tschechiens und der Slowakei. Der Umtauschkurs zur DDR-Mark lag fix bei 1:3,2.

Nachfolger und Vorgänger

Die Währungseinheiten in Österreich-Ungarn bis 1918 (abgekürzt K), sowie ab 1993 in der Slowakei und in Tschechien wurden beziehungsweise werden ebenfalls als „Krone“ bezeichnet. Auch die Währung der Ersten Slowakischen Republik (1939–1945) und die Währung des Protektorats Böhmen und Mähren trugen diesen Namen (abgekürzt Ks bzw. K).

Kleinere Einheiten

Eine tschechoslowakische Krone entsprach jeweils 100 Hellern (Slowakisch: halier, Tschechisch: haléř; Plural: halierov bzw. haléřů) und als Kurzbezeichnung wird in der Slowakei ein „hal“, in Tschechien ein „h“ geschrieben.

Schreibung

Die Abkürzung der Währung lautete Kčs (bis zum 31. Oktober 1945 ), der offizielle ISO 4217-Code lautete CSK. CSK kommt von česko-slovenská koruna und CZK steht für die Tschechische Krone.

Wie im deutschsprachigen Raum werden in der tschechischen und slowakischen Sprache Währungskürzel hinter den Nennwert geschrieben (zum Beispiel: 100 000 Kčs / 100 000 Sk / 100 000 SKK / 100 hal).

Geschichte

Datei:CS 500 Korun Kč 1929.jpg
500-Kronen-Banknote (1929), entworfen von Alfons Mucha
Datei:Panna.png
Die „Jungfrau“ / „Baumpflanzerin“ auf der 1-Kronen-Münze wurde 35 Jahre lang geprägt

Die Krone wurde am 11. September 1892 in Österreich-Ungarn als die Erste auf Gold basierende Währung in diesem Gebiet eingeführt (Österreichische Krone). Nach der Entstehung der Tschechoslowakei 1918 musste schnell ein neues Währungssystem geschaffen werden, das sich von den inflationsbehafteten Währungen der anderen neu entstandenen Länder unterschied. Vorerst galten jedoch auf dem Territorium des jungen Staates die Banknoten und Münzen der österreichisch-ungarischen Bank noch weiter.

„Die Vorbereitung zur Währungstrennung wurden ganz im geheimen getroffen und auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 25. Februar 1919 Slg. Ges. u. Bdg. Nr. 84 wurde die Abstempelung sämtlicher umlaufender Banknoten der österreichisch-ungarischen Bank am 19. März 1919 verfügt. Durch die Abstempelung … waren (sie) Geld der Tschechoslowakei geworden und das Finanzministerium zog diese Noten allmählich ein und tauschte sie gegen tschechoslowakische Staatsnoten um.“ (Zitat nach Quelle Walter Simon)

Es fand so eine Währungsreform statt, mit der die Tschechoslowakische Krone geschaffen wurde (Československá koruna, Kč/später Kčs). Die ersten Banknoten kamen noch im gleichen Jahr in Umlauf, 1922 folgten dann die ersten eigenen Münzen, die die bis dahin noch geltenden vormaligen österreichisch-ungarischen unedlen Nominale ablösten. Die alten Gold- und Silberkronen waren seit dem Krieg praktisch schon lange aus dem Umlauf verschwunden.

Die Kronenwährung unterlag im weiteren Verlauf noch mehreren Reformen und Veränderungen. So wurde z. B. die Goldpartät durch Gesetz vom 7. November 1929 auf 44,85 mg pro 1 Kč im kommerziellen Handel festgelegt („Goldkernwährung“). In der Zeit von 1923 bis etwa 1929 war die Krone relativ wertstabil, sie schwankte durchschnittlich zwischen 15,36 bis 16,37 Schweizer Franken pro 100 Kronen. Der Wechselkurs gegenüber der Reichsmark betrug 1932 (vgl. Liste der Wechselkurse (Goldstandard))<ref>Von A-Z: Das Konversationslexikon; Berlin 1932, Sp. 417ff</ref> 0,85.

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise (1929), welche die Tschechoslowakei besonders hart traf, setzte ein dramatischer Währungsverfall der Krone ein. Die größten Einbrüche erlebte das Land im Frühjahr 1933, in anderen europäischen Ländern wurde da bereits die Talsohle durchschritten. Der Index der Industrieproduktion sank unter 60 Prozent des Niveaus vor der Krise. Selbst 1937 waren die Folgen noch zu spüren. Die Krone wurde bis 1938 zweimal deutlich abgewertet, was die Tür zu den Weltmärkten etwas öffnete.<ref>Weltwirtschaftskrise der 30er – die Tschechoslowakei traf es besonders hart Radio Praha International vom 17. Oktober 2009, abgerufen am 22. Mai 2020.</ref>

Im Frühjahr 1938 wurde nach offiziellem Kurs 1 Reichsmark mit 11,45 Kronen bewertet, was einem Preis von 8,75 Pfennig für 1 Krone entsprach.<ref>Hans Baumgarten (Schriftleiter): Der Deutsche Volkswirt. Band 13. Teil 1. Verlag Deutscher Volkswirt Berlin, 1938, S. 5.</ref> Ab Dezember 1938 gab es für 1 Reichsmark 10 Kronen.<ref>Völkischer Beobachter vom 21. Dezember 1938 HWWA, abgerufen am 30. August 2020.</ref> Nach der Zerschlagung der Rest-Tschechei blieb im Gebiet des Protektorats Böhmen und Mähren die Tschechoslowakische Krone neben der Reichsmark sowie der Krone des Protektorats Böhmen und Mähren als Währung und gesetzliches Zahlungsmittel bestehen. Bis Mai 1945 wurde der Wechselkurs zwischen Reichsmark und Kronen stabil bei 1:10 gehalten.<ref>Monika Glettler, L̕ubomír Lipták, Alena Míšková: Geteilt, besetzt, beherrscht. Die Tschechoslowakei 1938–1945. Reichsgau Sudetenland, Protektorat Böhmen und Mähren, Slowakei. Klartext Verlag, 2004, S. 72.</ref>

Eine einschneidende Reform fand im Jahr 1953 statt. Zu dieser Zeit hatte die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei mit dem Problem des doppelten Warenmarktes zu kämpfen: auf der einen Seite gab es einen Markt mit festgesetzten Preisen für Grundnahrungsmittel – ein Überbleibsel aus dem Nachkriegs-Quotensystem, auf der anderen Seite einen freien Markt, wo Güter bis zu 8-mal teurer waren, dafür aber auch von besserer Qualität. Es wurde entschieden, die Währungsreform am 1. Juni 1953 durchzuführen und neue Banknoten, welche in der UdSSR gedruckt worden waren, zu verteilen. Die Reform wurde in einem sehr kurzen Zeitraum vorbereitet und sollte bis zur letzten Minute geheim gehalten werden, dennoch kamen Informationen über eine bevorstehende Reform an die Öffentlichkeit und es kam zu Panikreaktionen in der Bevölkerung. In der Nacht vor der Einführung hielt der tschechoslowakische Präsident Antonín Zápotocký eine Rundfunkansprache, in der er jede Möglichkeit einer Währungsreform dementierte und versuchte, die Bevölkerung zu beruhigen, obwohl ihm bewusst war, dass er die Nation belog. Am nächsten Tag durften Leute (die das Glück hatten, nicht in die Kategorie „kapitalistisches Element“ zu fallen) Geld im Wert bis zu 300 neuen Kronen (im Verhältnis 5 alte Kronen zu 1 neuen Krone) und den Rest zu einem Kurs von 50:1 umtauschen. Alle Versicherungsaktien, Staatsanleihen und andere Wertpapiere wurden für wertlos erklärt. Die wirtschaftliche Situation vieler Leute verschlechterte sich dramatisch; es kam vielerorts zu Unruhen und Demonstrationen, zum Beispiel in Pilsen, wo 472 Menschen verhaftet wurden.

Im Zuge der zum 1. Januar 1993 erfolgten Trennung in zwei separate Staaten – Tschechien sowie Slowakei – beschlossen die Parlamente beider neuer Staaten Anfang Februar 1993 die entsprechenden Gesetze über die Währungstrennung, und am 8. Februar 1993 teilte sich die tschechoslowakische Krone infolge der Auflösung der tschechoslowakischen Föderation in zwei unabhängige Währungen auf – die Slowakische Krone und die Tschechische Krone. Anfangs wurden jedoch weiterhin die Geldscheine der Tschechoslowakischen Krone benutzt, die seit dem 2. August 1993 durch zuerst aufgeklebte und dann aufgedruckte Marken differenziert wurden.<ref>PDF bei www.thecurrencycollector.com</ref> Seit dem Beitritt der Slowakei zur Eurozone am 1. Januar 2009 ist die Slowakische Krone Geschichte.

Münzen

Es wurden 1-, 2-, 3-, 5-, 10-, 20-, 25- und 50-Heller-Stücke geprägt, sowie 1-, 2-, 3-, 5- und 10-Kronen-Stücke. Ferner wurden auch Gedenkmünzen aus Silber zu 20, 25, 50, 100 und 500 Kronen geprägt.<ref>Florian Schön: Münzkatalog Tschechien und Tschechoslowakei, 2015</ref>

Banknoten ab 1953

Name Wert Banknote vorne Banknote hinten Größe Gültigkeit Ausgabe ab
Eine tschechoslowakische Krone 1 Kčs 101 × 51 mm 01.06.1953 – 31.05.1960 1953
Drei tschechoslowakische Kronen 3 Kčs 110 × 56 mm 01.06.1953 – 31.12.1972 1953
Drei tschechoslowakische Kronen 3 Kčs Datei:3 крон ЧССР.jpeg Datei:3р крон ЧССР.jpeg 113 × 56 mm 01.12.1961 – 31.12.1972 1961
Fünf tschechoslowakische Kronen 5 Kčs 120 × 61 mm 01.06.1953 – 31.12.1972 1953
Fünf tschechoslowakische Kronen 5 Kčs Datei:5р крон ЧССР.jpg Datei:5 крон ЧССР.jpg 123 × 60 mm 01.12.1961 – 31.12.1972 1961
Zehn tschechoslowakische Kronen 10 Kčs 129 × 65 mm 01.06.1953 – 31.12.1963 1953
Zehn tschechoslowakische Kronen 10 Kčs Datei:10 крон ЧССР.jpg Datei:10р крон ЧССР.jpg 133 × 65 mm 01.02.1961 – 30.06.1988 1960
Zehn tschechoslowakische Kronen 10 Kčs Datei:10 Kčs 1986 obverse.jpg Datei:10 Kčs 1986 reverse.jpg 132 × 67 mm 01.07.1986 – 31.07.1993 1986
Zwanzig tschechoslowakische Kronen 20 Kčs Datei:20 крон ЧССР.jpg Datei:20р крон ЧССР.jpg 132 × 58 mm 01.04.1971 – 30.06.1991 1970
Zwanzig tschechoslowakische Kronen 20 Kčs Datei:20 Kčs 1988 obverse.jpg Datei:20 Kčs 1988 reverse.jpg 137 × 67 mm 01.10.1988 – 31.07.1993 1988
Fünfundzwanzig tschechoslowakische Kronen 25 Kčs Datei:25 крон ЧССР.jpg Datei:25р крон ЧССР.jpg 140 × 69 mm 02.05.1962 – 31.12.1972 1961
Fünfzig tschechoslowakische Kronen 50 Kčs Datei:50 крон ЧССР.jpg Datei:50р крон ЧССР.jpg 150 × 74 mm 01.04.1965 – 30.06.1991 1964
Fünfzig tschechoslowakische Kronen 50 Kčs Datei:50 Kčs 1987 obverse.jpg Datei:50 Kčs 1987 reverse.jpg 142 × 67 mm 01.10.1987 – 31.07.1993 1987
Hundert tschechoslowakische Kronen 100 Kčs Datei:100 крон ЧССР.jpg Datei:100р крон ЧССР.jpg 164 × 80 mm 01.12.1962 – 07.02.1993 1961
Hundert tschechoslowakische Kronen 100 Kčs Datei:100 Kčs 1989 obverse.jpg Datei:100 Kčs 1989 reverse.jpg 147 × 67 mm 01.10.1989 – 31.12.1990 1989
Fünfhundert tschechoslowakische Kronen 500 Kčs Datei:500 крон ЧССР.jpg Datei:500р крон ЧССР.jpg 157 × 67 mm 01.11.1973 – 07.02.1993 1973
Tausend tschechoslowakische Kronen 1000 Kčs Datei:1000 Kčs 1985 obverse.jpg Datei:1000 Kčs 1985 reverse.jpg 157 × 67 mm 01.10.1985 – 07.02.1993 1985

Quellen

  • Walter Simon: Die Finanzwirtschaft in der Tschechoslowakischen Republik, Deutscher Verein für gemeinnütziger Kenntnisse in Prag, Juli–September 1930, Nr. 617–19.
  • Günter Graichen: Die Geldzeichen der Tschechoslowakei, transpress Verlag für Verkehrswesen Berlin 1983, 1. Auflage.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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