Tributylamin
Tributylamin ist eine chemische Verbindung die vor allem als Lösungsmittel bei Synthesen eingesetzt wird. Es gehört zur Stoffklasse der Amine, genauer der tertiären Amine.
Gewinnung und Darstellung
Tributylamin kann durch Alkylierung von Ammoniak mit Butan-1-ol oder Butylhalogeniden hergestellt werden.<ref name="RömppOnline">Vorlage:RömppOnline</ref>
Eigenschaften
Tributylamin ist eine farblose, hygroskopische Flüssigkeit mit ammoniakartigem Geruch.<ref name="GESTIS" /> Sie ist eine Base, ist jedoch auf Grund der relativ größeren Butylgruppen sterisch stärker gehindert als das häufiger verwendete Triethylamin.<ref name="Stanley R. Sandler, Wolf Karo">Vorlage:Literatur</ref>
Sicherheitstechnische Kenngrößen
Tributylamin bildet bei höherer Temperatur entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt zwischen 63 °C und 66 °C.<ref name="GESTIS" /> Der Explosionsbereich liegt zwischen 0,7 Vol.‑% (54 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 6,0 Vol.‑% (464 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS" /><ref name="RömppOnline" /> Die Zündtemperatur beträgt 195 °C.<ref name="GESTIS" /> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T4.
Verwendung
Tributylamin wird unter anderem verwendet als:
- Zwischenprodukt zur Herstellung von anderen chemischen Verbindungen wie z. B. zur Herstellung von Tributylmethylammoniumchlorid (TBMAC, (C4H9)3CH3NCl, CAS-Nummer: Vorlage:CASRN), Tributylbenzylammoniumchlorid (BTBAC, C19H34ClN, CAS-Nummer: Vorlage:CASRN) und weiterer Tetrabutylammoniumsalze<ref name="RömppOnline" />
- Lösungsmittel und Hilfsstoff zur Isolierung und Reinigung von Arzneistoffen<ref name="RömppOnline" />
- Katalysator (Protonenakzeptor) für organische Synthesen und für Polymerisationen (z. B. für Phenolharze und Polyurethane)<ref name="RömppOnline" />
- Korrosionsinhibitor in Hydraulikflüssigkeiten<ref name="RömppOnline" />
Literatur
Einzelnachweise
<references />