Topramezon
Topramezon ist ein Wirkstoff im Pflanzenschutz und eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Benzoylpyrazole.
Gewinnung und Darstellung
Topramezone kann durch eine mehrstufige Reaktion gewonnen werden. Diese beginnt mit der Kondensation von 2,6-Dinitrotoluol mit Butylnitrit anschließender Chlorierung des Oxims mit N-Chlorsuccinimid zu einem N-Hydroxyimidoylchlorid, sowie Cyclisierung mit Ethylen. Anschließend wird die Nitrogruppe durch Wasserstoff mit Platin als Katalysator zur Aminogruppe reduziert und diese durch Reaktion mit tert-Butylnitrit und Dimethyldisulfid durch einen Thioether substituiert. Der aromatische Ring wird bromiert und der Thioether mit Wasserstoffperoxid zum Sulfon oxidiert. Im letzten Schritt erfolgt der Aufbau der Ketogruppe durch katalytische Carbonylierung mit Kohlenmonoxid unter Katalyse mit Bis(triphenylphosphin)palladium(II)-chlorid in Gegenwart von 5-Hydroxy-1-methylpyrazol.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Eigenschaften
Topramezon ist ein weißer geruchloser Feststoff,<ref name="Sigma" /><ref name="HSDB" /> der löslich in Wasser ist. Der Wirkstoff ist mit 218 Tagen Halbwertszeit im Boden persistent. Dadurch besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Topramezon ins Grundwasser gelangen kann.<ref name="PPDB" />
Verwendung
Topramezon wird als Herbizid verwendet.<ref name="PPDB">Vorlage:PPDB</ref> Es wird im Nachauflauf bei Mais verwendet und wirkt gegen breitblättrige Unkräuter und Gräser.<ref name="EPA">EPA: Pesticide Fact Sheet – Topramezone (PDF; 33 kB), 10. August 2005.</ref> Die Wirkung beruht auf der Hemmung des Enzyms 4-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (4-HPPD) in sensitiven Pflanzen, wodurch die Biosynthese von Plastochinonen und indirekt von Carotinoiden unterbunden wird. Dadurch werden die Synthese und Funktion der Chloroplasten gestört und es kommt zum oxidativen Abbau von Chlorophyll.<ref>Topramezone – ein neuer Herbizidwirkstoff zur hochselektiven Hirse- und Unkrautbekämpfung in Mais (PDF; 150 kB), Journal of Plant Diseases and Protection, Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz, Sonderheft, 1023–1031 (2006).</ref>
Zulassung
Ein Antrag auf Aufnahme der Verbindung in den Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG wurde im Mai 2003 durch BASF eingereicht. Eine vorläufige Zulassung endete am 30. April 2015. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.<ref name="PSM">Vorlage:PSM-Verz</ref>
Einzelnachweise
<references />