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Thomas Röhler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Thomas Röhler Vorlage:SportPicto

Thomas Röhler 2017 European Team Championships (cropped).jpg
Thomas Röhler (2017)

Nation DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Geburtstag 30. September 1991 (34 Jahre)
Geburtsort JenaDeutschland
Größe 191 cm
Gewicht 92 kg
Beruf Bachelor (Sport- und Wirtschaft)
Karriere
Disziplin Speerwurf
Bestleistung 93,90 m (2017)
Verein Leichtathletik Club Jena
Trainer vorm. Harro Schwuchow, Burkhard Looks,
1. Trainer: Wolfgang Lecht, Waltraud Strotzer
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
U23-Europameisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Deutsche Meisterschaften 5 × Goldmedaille 4 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
 Olympische Spiele
Gold Rio de Janeiro 2016 90,30 m
 Europameisterschaften
Gold Berlin 2018 89,47 m
 U23-Europameisterschaften
Bronze Tampere 2013 81,74 m
 Deutsche Meisterschaften
Gold BO-Wattenscheid 2012 78,58 m
Gold Ulm 2013 83,56 m
Gold Ulm 2014 84,28 m
Gold Nürnberg 2015 84,73 m
Gold Kassel 2016 86,81 m
Silber Erfurt 2017 85,24 m
Silber Nürnberg 2018 88,09 m
Bronze Berlin 2019 82,70 m
Silber Braunschweig 2024 76,84 m
Silber Dresden 2025 78,74 m
letzte Änderung: 3. August 2025

Thomas Röhler (* 30. September 1991 in Jena) ist ein deutscher Leichtathlet, der sich auf den Speerwurf spezialisiert hat. Er ist Olympiasieger 2016 und Europameister 2018.

Berufsweg

Röhler besuchte das Sportgymnasium in seiner Heimatstadt Jena und legte 2011 das Abitur ab. Er nahm ein Sport- und Wirtschaftsstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf und erlangte darin 2016 einen Bachelorabschluss.<ref>Anne Armbrecht: Der Speer und er. FAZ.net, 30. Juni 2016, abgerufen am 21. August 2016.</ref>

Sportliche Karriere

Thomas Röhler kam über eine AG in der Grundschule zum Sport und trat dann einem Leichtathletikverein bei.<ref>DLV Team-Broschüre: Leichtathletik Team-EM Gateshead/Großbritannien 22.–23. Juni 2013, S. 43.</ref> 1998 begann er mit Sprung und Mehrkampf und wechselte Ende 2009 zum Speerwurf. Erster Speerwurftrainer des Thüringers war Burkhard Looks. Von Oktober 2013 bis zu dessen Tod am 26. Mai 2025<ref>Olympiasieger trauert um Trainer. In: sport1.de. 30. Mai 2025, abgerufen am 31. Mai 2025.</ref> arbeitete er mit Trainer Harro Schwuchow in Jena. 2010 wurde Thomas Röhler in das Nationalteam des Bundestrainers Boris Henry aufgenommen. Teilnahmen bei den U20-Weltmeisterschaften 2010, den U23-Europameisterschaften 2011 und den Europameisterschaften 2012 in Helsinki beweisen die Leistungsentwicklung der ersten Jahre der Wurfkarriere.<ref>Moncton 2009 U20 WM. Artikel Ostthüringer Zeitung.</ref><ref>Bericht des Sportgymnasium Jena. Website des GutsMuths Sportgymnasium Jena.</ref> In den Jahren 2012 bis 2015 wurde er jeweils Deutscher Meister im Speerwurf.

Im Jahr 2014 wurde Röhler Gesamtsieger der Diamond League. In Kuortane erzielte er am 8. August 2015 mit 89,27 m eine persönliche Bestleistung.<ref>Silke Morrissey: Thomas Röhler haut 89,27 Meter raus. In: leichtathletik.de. 8. August 2015, abgerufen am 8. August 2015.</ref> Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Peking wurde er mit 87,41 m Vierter; zur Bronzemedaille fehlten nur 23 cm. Seine Bestleistung verbesserte er am 9. Juni 2016 in Oslo auf 89,30 m und am 29. Juni 2016 beim Meeting in Turku auf 91,28 m. Bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam konnte er diese Leistung nicht bestätigen und belegte mit 80,78 m den fünften Rang.

Am 20. August 2016 gewann er mit einem Wurf über 90,30 m die Goldmedaille im Speerwurf bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.<ref>Thomas Röhler holt Speerwurf-Gold. In: rio.sportschau.de. NDR, abgerufen am 21. August 2016.</ref>

2017 erzielte Röhler am 5. Mai beim Diamond-League-Meeting in Doha eine Weite von 93,90 m und übertraf damit den bisherigen deutschen Rekord von Raymond Hecht (92,60 m) aus dem Jahr 1995 um mehr als einen Meter.<ref name=reitze1>Jan-Henner Reitze: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />9:15,70 min! 93,90 m! Deutsche Rekorde für Krause und Röhler (Memento vom 14. August 2017 im Internet Archive), Diamond League, auf: leichtathletik.de, vom 5. Mai 2017, abgerufen am 5. Mai 2017</ref> Der Wurf war der weltweit weiteste Speerwurf seit 1997 und machte Röhler zum zweitbesten Werfer in der Geschichte des 1986 eingeführten neuen Speers, nur übertroffen von Jan Železný aus Tschechien (Weltrekord: 98,48 m).<ref>Javelin Throw men – All time best. In: iaaf.org, abgerufen am 12. Juli 2017.</ref> Am 11. Juli des Jahres verlor Röhler den deutschen Rekord bereits wieder, als Johannes Vetter in Luzern eine Weite von 94,44 m erzielte und Röhler auf Rang drei der ewigen Bestenliste verdrängte.<ref name=reitze2>Jan-Henner Reitze: 94,44 Meter! Rekord und sensationelle Serie von Johannes Vetter, auf: leichtathletik.de, vom 11. Juli 2017, abgerufen am 12. Juli 2017</ref>

Bei der Team-Europameisterschaft 2017 im nordfranzösischen Lille errang Röhler mit der deutschen Mannschaft den Titel; in seiner Disziplin belegte er den dritten Platz. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London verfehlte er wie bereits 2015 knapp das Podium und belegte mit 88,26 m den vierten Platz.

Am 9. August 2018 wurde Röhler in Berlin mit 89,47 m Europameister. Beim Continentalcup in Ostrava belegte er mit der europäischen Mannschaft den zweiten Platz, wozu er durch einen Sieg im Einzel beitrug.

Datei:2019-09-01 ISTAF 2019 Javelin throw (Martin Rulsch) 109.jpg
Röhler beim ISTAF Berlin 2019

2019 kam Röhler mit 82,70 m bei den Deutschen Meisterschaften auf den Bronzerang und schied bei den Weltmeisterschaften in Doha mit 79,23 m in der Qualifikation aus.

2020 verzichtete er auf die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften; nach eigenen Angaben beruhte diese Entscheidung „auf dem Mix aus familiärem Fokus und sicherer Planung für das Jahr 2021“.<ref>Thomas Röhler verzichtet auf DM-Start in Braunschweig. In: leichtathletik.de, 26. Juli 2020, abgerufen am 26. Juli 2020#</ref>

In den Jahren danach hatte er immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen.<ref>„Es geht nur Schritt für Schritt“: Speerwerfer Röhler peilt Olympia 2024 in Paris an. In: kicker.de, 30. Juni 2023.</ref> In den Jahren 2024 und 2025 belegte er bei den Deutschen Meisterschaften hinter Julian Weber Platz zwei.

Verbandsfunktionen

Während der Weltmeisterschaften 2017 wurde Thomas Röhler in die IAAF-Athleten-Kommission gewählt, der er von 2018 bis 2022 angehörte.<ref>Thomas Röhler in IAAF-Athleten-Kommission gewählt. leichtathletik.de, 14. August 2017, abgerufen am 14. August 2017.</ref> Er war der erste deutsche Athlet, der in diese Kommission gewählt wurde.<ref>Silke Bernhart: Thomas Röhler: „Wir müssen mehr denn je an einem Strang ziehen“. DLV, 15. November 2018, abgerufen am 19. März 2018.</ref>

Vereinszugehörigkeiten

Röhler startet für den Leichtathletik Club Jena. Sein erster Verein war der TuS Jena.<ref>EM 2016 Amsterdam Team-Broschüre des DLV, S. 44</ref>

Privates

Im Juli 2020 wurden Röhler und seine Verlobte Lucia Schauerhammer Eltern eines Sohnes.<ref>Thomas Röhler ist Vater. In: leichtathletik.de. 14. Juli 2020, abgerufen am 20. Juli 2020.</ref>

Auszeichnungen

Erfolge und Leistungsentwicklung

Jahr Bestweite Ort Platzierungen
2019 82,70 m Berlin (GER) 3. Platz Deutsche Meisterschaften
2018 89,47 m Berlin (GER) Goldmedaille Europameisterschaften
91,78 m Doha (QAT) 1. Platz IAAF Diamond League Meeting
2017 93,90 m Doha (QAT) 1. Platz IAAF Diamond League Meeting (ehemaliger deutscher Rekord)
2016 90,30 m Rio de Janeiro (BRA) Goldmedaille Olympische Spiele
91,28 m Turku (FIN) 1. Platz Paavo Nurmi Games
89,30 m Oslo (NOR) 1. Platz IAAF Diamond League Meeting
2015 89,27 m Kuortane (FIN) 1. Platz Kuortane Games
84,73 m Nürnberg (GER) 1. Platz Deutsche Meisterschaften
87,41 m Peking (CHN) 4. Platz Weltmeisterschaften
2014 87,63 m Zürich (SUI) 1. Platz Weltklasse Zürich
86,99 m Glasgow (GBR) 1. Platz Sainsbury’s GrandPrix
81,17 m Leiria (POR) 2. Platz Winterwurf-Europacup
84,28 m Ulm (GER) 1. Platz Deutsche Meisterschaften
2013 83,95 m Dessau-Roßlau (GER) 3. Platz
81,87 m Castellon (ESP) 2. Platz Winterwurf-Europacup
83,26 m Ancona (ITA) 1. Platz Länderkampf/Winterwurf U23
83,56 m Ulm (GER) 1. Platz Deutsche Meisterschaften
83,31 m Gateshead (GBR) 2. Platz Team-Europameisterschaft
81,74 m Tampere (FIN) 3. Platz U23-Europameisterschaften
2012 80,79 m St.Wendel (GER) 3. Platz World Class Meeting
78,58 m BO-Wattenscheid (GER) 1. Platz Deutsche Meisterschaften
77,53 m Kandel (GER) 1. Platz Deutsche Meisterschaften U23
78,89 m Helsinki (FIN) 13. Platz Europameisterschaften
2011 78,20 m Ostrava (CZE) 7. Platz U23-Europameisterschaften
74,66 m Bremen (GER) 3. Platz U23-Meisterschaften
2010 76,37 m Ulm (GER) 2. Platz Deutsche Leichtathletik-Jugendmeisterschaften
69,93 m Moncton (CAN) 9. Platz U20-Weltmeisterschaften
2009 61,26 m Halle (GER)

Sonstiges

Röhler kritisierte in der Vergangenheit die in vielen Fällen schlechte Bezahlung deutscher Leichtathletiktrainer. Auch sein Trainer Harro Schwuchow sei bis zu Röhlers internationalen Erfolgen davon betroffen gewesen.<ref>Ralf Jarkowski: »Lieber an die Supermarktkasse«. In Neues Deutschland vom 13. Februar 2019, S. 16.</ref>

Literatur

  • Karl-Heinz Keldungs: Thomas Röhler In: ders.: Die deutsche Leichtathletik in 100 Porträts von Hanns Braun bis Malaika Mihambo. Arete Verlag Christian Becker, Hildesheim 2022, ISBN 978-3-96423-081-2, S. 134f.

Weblinks

Commons: Thomas Röhler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Vorlage:Klappleiste/Anfang 1908: SchwedenSchweden Eric Lemming (Mittelgriff) & Eric Lemming (freier Stil) | 1912: SchwedenSchweden Eric Lemming (Mittelgriff) & Juho Saaristo (beidhändig) | 1920: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Jonni Myyrä | 1924: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Jonni Myyrä | 1928: SchwedenSchweden Erik Lundqvist | 1932: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Matti Järvinen | 1936: Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Gerhard Stöck | 1948: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Tapio Rautavaara | 1952: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Cy Young | 1956: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Egil Danielsen | 1960: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Wiktor Zybulenko | 1964: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Pauli Nevala | 1968: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Jānis Lūsis | 1972: Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Klaus Wolfermann | 1976: Ungarn 1957Datei:Civil Ensign of Hungary.svg Miklós Németh | 1980: SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Dainis Kūla | 1984: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Arto Härkönen | 1988: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Tapio Korjus | 1992: TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Jan Železný | 1996: TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Jan Železný | 2000: TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Jan Železný | 2004: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Andreas Thorkildsen | 2008: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Andreas Thorkildsen | 2012: Trinidad und TobagoDatei:Flag of Trinidad and Tobago.svg Keshorn Walcott | 2016: DeutschlandDeutschland Thomas Röhler | 2020: IndienDatei:Flag of India.svg Neeraj Chopra | 2024: PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Arshad Nadeem

Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1934: Matti Järvinen | 1938: Matti Järvinen | 1946: Lennart Atterwall | 1950: Toivo Hyytiäinen | 1954: Janusz Sidło | 1958: Janusz Sidło | 1962: Jānis Lūsis | 1966: Jānis Lūsis | 1969: Jānis Lūsis | 1971: Jānis Lūsis | 1974: Hannu Siitonen | 1978: Michael Wessing | 1982: Uwe Hohn | 1986: Klaus Tafelmeier | 1990: Steve Backley | 1994: Steve Backley | 1998: Steve Backley | 2002: Steve Backley | 2006: Andreas Thorkildsen | 2010: Andreas Thorkildsen | 2012: Vítězslav Veselý | 2014: Antti Ruuskanen | 2016: Zigismunds Sirmais | 2018: Thomas Röhler | 2022: Julian Weber | 2024: Jakub Vadlejch Vorlage:Klappleiste/Ende

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