Theater an der Gumpendorfer Straße
Das Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) war ein Theater in Wien-Mariahilf. Es bestand zwischen 13. Jänner 2006 und 1. Juli 2025 als eine der sogenannten „Mittelbühnen“ Wiens.
Das TAG entwickelte Theaterabende, die von großen Vorlagen oder dramatischen Stoffen ausgehen, die neu interpretiert und ins Heute „überschrieben“ werden. Für diesen Prozess – vom leeren Blatt Papier bis zur Premiere – arbeitete man mit Theatermachern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammen.
Das TAG verfügte über ein Schauspielensemble, einen variablen Bühnen- und Zuschauerraum für 47 bis zu 212 Personen und zeigte pro Saison (Anfang Oktober bis Ende Juni) drei bis fünf Eigenproduktionen, ergänzt um zwei bis drei Gastproduktionen und seine Improvisationstheater-Schiene.
Mit der Übergabe an eine neue Intendanz am 1. Juli 2025 wurde es geschlossen und soll nach einer Renovierung des Gebäudes, im Herbst 2026 unter dem Namen TEATA in der Gumpendorfer neu eröffnet werden.<ref>Neues TEATA am alten TAG-Standort - Bühne. Abgerufen am 13. November 2025.</ref>
Geschichte
Im November 2004 wurde von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) eine Wiener Theaterreform initiiert, bei der von einer Fachjury unter der Leitung von Dietmar N. Schmidt das Konzept der Gruppen-Kooperative HIGHTHEA (urtheater, Theater KINETIS, L.U.S.Theater) aus 117 Einreichungen für eine vierjährige Förderung ausgewählt wurde.<ref>Presse-Service: Archivmeldung: Ergebnisse der Wiener Theaterreform präsentiert. 19. November 2004, abgerufen am 13. November 2025.</ref>
HIGHTHEA bekam von der Stadt Wien das Haus der Theater Gruppe 80, das gerade keine Leitung hatte. Die Kooperative übernahm unter dem neuen Namen TAG am 1. Juli 2005 die Leitung des Theaters und seines Trägervereins mit dem Anspruch, das heterogene ästhetische und inhaltliche Angebot der drei Gründungsgruppen unter einem Dach zu vereinen. Der umfassende Umbau, der u. a. die Fassade, das obere Foyer und die Künstlergarderoben und sanitären Anlagen betrifft, wurde von der Stadt Wien mit einer zweckgewidmeten Förderung finanziert. Das Leitungsteam bestand ursprünglich aus sieben Personen. Das TAG wird seither vom Kulturamt der Stadt Wien gefördert. Das Staatssekretariat für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt beendete mit Mitte 2005 seine langjährige Förderung des Standorts.
Am 13. Jänner 2006 fand die Wiedereröffnung des TAG statt. So präsentiert sich die Leitung des TAG – nach dem Schrittweisen Rückzug des Theater Kinetis – als eine Gruppe bestehend aus den Gründungsmitgliedern Margit Mezgolich, Gernot Plass, Georg Schubert, Isabelle Uhl und Ferdinand Urbach.
Mit der Saison 2009/10 zeichnete Margit Mezgolich erstmals alleinig künstlerisch verantwortlich und lud das Wiener Publikum sowie Theatermacher aus dem gesamten deutschen Sprachraum (Projekt „Werktage“) zu einem Spiel mit Perspektiven: Zukunftsperspektiven, neue Perspektiven auf alte Stoffe, Geschichten aus wechselnder Perspektive erzählt. Das Projekt „Werktage“ wurde als zentrales Element des Spielplans auch in den folgenden Saisonen fortgesetzt (10/11: „Lüge / Scheinwelten“, 11/12: „Sei mein Held!“).
Das Theater wird seit der Saison 2013/14 von einem seiner Gründer, Gernot Plass, künstlerisch geleitet und konnte sich in den letzten Jahren deutlich in der Wiener Theaterlandschaft positionieren und mit seinen Produktionen Erfolge bei Publikum und Presse feiern. Unter anderem war es viermal für den Nestroy-Theaterpreis für die „Beste Off-Produktion“ nominiert (2012, 2013, 2014, 2016) nominiert und 2014 auch der Gewinner der Kategorie.
Das TAG wird seit 2014 als gemeinnützige GmbH im Eigentum des Theaterverein Wien geführt. Der damals zuständige Stadtrat Mailath-Pokorny hatte die Geschäftsführung bis zum Jahr 2021 verlängert. Im Februar 2020 wurden die Verträge von Gernot Plass als künstlerischer und Ferdinand Urbach als kaufmännischer Geschäftsführer bis Mitte 2025 verlängert.
Für die Spielzeit 2025/26 wurde Sara Ostertag zur künstlerischen Leiterin des Theaters bestellt, das unter ihrer Leitung unter dem TEATA in der Gumpendorfer neu aufgestellt wurde.<ref>TAG: Sara Ostertag wird künstlerische Leiterin. In: diepresse.com. 5. Juni 2024, abgerufen am 5. Juni 2024.</ref> Der letzte Spieltag für das TAG war der 6. April 2025<ref>das TAG – Geschichte. 15. April 2025, abgerufen am 13. November 2025.</ref>, danach fand ein Flohmarkt statt, bei dem sämtliches Mobiliar, Kostüme, Requisiten oder Alltagsgegenstände verkauft wurden.<ref name="ORF, 25.04.2025">TAG-Theater lädt zu Abschiedsflohmarkt, abgerufen am 25. April 2025</ref>
Auszeichnungen
- 2012 Nominierung Hamlet sein von Gernot Plass: Nestroy-Theaterpreis für die „Beste Off-Produktion“<ref>Verein Wiener Theaterpreis | info@nestroypreis at | www.nestroypreis.at: NESTROYPREIS Der Wiener Theaterpreis - Beste Off-Produktion - Hamlet sein. Abgerufen am 13. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2013 Nominierung Moorland von Gernot Plass: Nestroy-Theaterpreis für die „Beste Off-Produktion“<ref>Verein Wiener Theaterpreis | info@nestroypreis at | www.nestroypreis.at: NESTROYPREIS Der Wiener Theaterpreis - Beste Off-Produktion - „Moorland“. Abgerufen am 13. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2014 Gewinner Der diskrete Charme der smarten Menschen von Ed. Hauswirth: Nestroy-Theaterpreis für die „Beste Off-Produktion“<ref>TAG - Theater an der Gumpendorfer Straße. In: nestroypreis.at. 2014, abgerufen am 5. Juni 2024.</ref><ref>Nestroy-Preise an Diehl, Heesters und Brandauer. In: wien.orf.at. 10. November 2014, abgerufen am 5. Juni 2024.</ref>
- 2016 Nominierung Bluad, Roz und Wossa von Christian Suchy: Nestroy-Theaterpreis für die „Beste Off-Produktion“<ref>Verein Wiener Theaterpreis | info@nestroypreis at | www.nestroypreis.at: NESTROYPREIS Der Wiener Theaterpreis - Beste Off-Produktion - „Bluad, Roz und Wossa“ - Nominierung | NESTROY-Preis 2016. Abgerufen am 13. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2022 Gewinner Ein bescheidenerer Vorschlag, Inszenierung Thomas Toppler (gemeinsam mit dem Herminentheater): Nestroy-Theaterpreis für die „Beste Off-Produktion“<ref>Verein Wiener Theaterpreis | info@nestroypreis at | www.nestroypreis.at: NESTROYPREIS Der Wiener Theaterpreis - Beste Off-Produktion - Ein bescheidenerer Vorschlag - Preisträger | NESTROY-Preis 2022. Abgerufen am 13. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Team und Ensemble
Jens Claßen, Michaela Kaspar, Raphael Nicholas, Lisa Schrammel, Georg Schubert<ref>Das TAGEnsemble, auf dastag.at</ref>
Gäste
2017/18
Alexander Braunshör, Emese Fáy, Sven Kaschte, Julian Loidl, Nancy Mensah-Offei, Johanna Orsini-Rosenberg, Julia Schranz, Paul Skrepek, Petra Strasser, Elisabeth Veit, u. a.
2023/24
Ambra Berger, Peter Bocek, Florian Carove, Julia Edtmeier, Emese Fáy, Emanuel Fellmer, David Fuchs, Andreas Gaida, Ida Golda, Markus Hamele, Stefan Lasko, Johanna Orsini, Martina Spitzer, Anja Štruc, Kristóf Szimán und Thomas Toppler.<ref>Schauspiel-Gäste2023/24, auf dastag.at</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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Ehemalige Theater in Wien
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Gruppe 80 / Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) |
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Wiener Bürgertheater |
Wiener Stadttheater
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Koordinaten: 48° 11′ 44″ N, 16° 21′ 5″ O
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