Theater Missile Defense
Theater Missile Defense (TMD) (Deutsch etwa: „regionale Raketenabwehr“)<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>Britisches English: Theatre Missile Defence</ref> bezeichnet ein militärisches Raketenabwehrkonzept zur regionalen Abwehr ballistischer Raketen.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Dabei bezieht sich der Begriff Theater auf das Gefechtsfeld oder Kriegsschauplatz oder einen begrenzten Operations- oder Einsatzraum, meist in einer bestimmten Region, wie zum Beispiel Land, Meer oder Luft. Ein TMD-System ist primär auf den Schutz von Truppen, Städten, kritischer Infrastruktur und verbündeten Staaten ausgelegt und stellt eine operative Ergänzung zur strategischen Raketenabwehr dar.
TMD wird im Rahmen der US-amerikanischen Raketenabwehrarchitektur als regionale Komponente des Programms Ballistic Missile Defense (BMD) betrachtet, welches historisch auf dem National Missile Defense (NMD)-Programm aufbaut.
Zielsetzung
Ziel der Theater Missile Defense (TMD) ist die Abwehr von:
- ballistischen Kurzstreckenraketen (SRBM)
- ballistischen Mittelstreckenraketen (MRBM)
- taktischen ballistischen Raketen (vgl. auch Raketenwaffen)
Die Abwehr erfolgt typischerweise in der letzten Phase, auch genannt terminalen Phase, also dem Endanflug bzw. Wiedereintritt oder – je nach System – bereits in der mittleren Flugphase (Midcourse).
Im Unterschied zur strategischen Raketenabwehr ist TMD nicht auf die Abwehr interkontinentaler ballistischer Raketen (ICBM oder SLBM) ausgelegt, sondern auf regionale Konfliktszenarien mit begrenzter Reichweite.
Funktionsweise
Theater Missile Defense-Systeme (TMD) bestehen in der Regel aus mehreren miteinander vernetzten Komponenten:
Frühwarn- und Zielerfassungssysteme (Sensoren)
- boden- oder seegestützte Hochleistungsradare
- satellitengestützte Infrarotsensoren
Gefechtsführungs- und Kontrollsysteme
- Datenfusion aus mehreren Sensorquellen
- Berechnung der Flugbahn und des optimalen Abfangpunkts
Abfangraketen (Interceptor)
- kinetische Abfangkörper („Hit-to-Kill“-Methode)
- konventionelle sprengkopfbasierte Abfangmechanismen
Ein zentrales technisches Problem der Raketenabwehr stellt die sehr hohe Geschwindigkeit des Wiedereintrittskörpers bzw. Projektils dar, die ein Vielfaches der Schallgeschwindigkeit (Mach 10–20) erreichen kann. Präzise Sensorik und extrem kurze Reaktionszeiten sind daher entscheidend.
TMD Systeme
Moderne Theater Missile Defense-Architekturen sind meist mehrschichtig ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) aufgebaut. Bedeutende Systeme sind:
| System | Einsatzbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Patriot PAC-3 | Kurz- und Mittelstrecke | Punktverteidigung, mobil |
| Terminal High Altitude Area Defense (THAAD)<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> | Mittelstrecke | Abfang in großer Höhe, exo-atmosphärisch |
| Aegis BMD mit SM-3 | Regional / seegestützt | Midcourse-Abfang, Teil des NATO-BMD |
| Arrow | Regional | Israelisches Mehrschichtsystem |
| Iron Dome | Sehr kurze Reichweite | Abwehr von Raketen, Artillerie und Mörsern |
Im Entwicklungsstand von Ende 2007 wurde insbesondere die Standard Missile (SM-3) als zentraler Abfangkörper für die TMD hervorgehoben. Ein erfolgreicher Test im Frühjahr 2007 demonstrierte erstmals die zuverlässige kinetische Zerstörung eines ballistischen Ziels.
Militärische und sicherheitspolitische Bedeutung
{{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}} Theater Missile Defense (TMD)-Systeme spielen eine zentrale Rolle in modernen Militärstrategie, -plan und -gefechtsführung, insbesondere innerhalb der NATO. Sie deinen:
- der Abschreckung potenzieller Angreifer oder Aggressoren bzw. der Stärkung der Abschreckung
- dem Schutz vorgeschobener Truppen
- der Stabilisierung regionaler Sicherheitslagen
Gleichzeitig ist der Ausbau von TMD bzw. BMD-Systemen unter Sicherheitspolitischen Aspekten sensibel (vgl. z. B. das ABM-Abkommen), da er von anderen Großmächten als Beeinträchtigung strategischer Gleichgewichte wahrgenommen werden kann.
Einzelnachweise
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