Thüringer Landeswappen
| Landeswappen Thüringens | |
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| Details | |
| Eingeführt | 30. Januar 1991 |
| Wappenschild | aufrecht stehender, achtfach rot-silbern gestreifter, goldgekrönter und goldbewehrter Löwe auf blauem Grund, umgeben von acht silbernen Sternen |
Das Landeswappen des Freistaats Thüringen wurde am 30. Januar 1991 angenommen und zeigt einen aufrecht stehenden, achtfach rot-silbern gestreiften, goldgekrönten und goldbewehrten Löwen auf blauem Grund, umgeben von acht silbernen Sternen.
Geschichte
Thüringische Staaten (bis 1918)
Als älteste farbige Darstellung des Thüringer Urwappens blieb der Wappenschild des Landgrafen Konrad von Thüringen aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Sie zeigt im blauen Schild den von Rot und Silber siebenfach geteilten, golden bewehrten und gekrönten Bunten Löwen der Ludowinger, den Landgrafen von Thüringen. Der thüringisch-hessische Erbfolgekrieg entließ Hessen 1264/65 in die politische Selbstständigkeit, das seitdem den Bunten Löwen umgekehrt gestreift (silber-rot) im Wappen führt.
Bis zum Ende der Monarchie 1918 lagen auf dem Gebiet des heutigen Freistaats Thüringen die acht Thüringischen Staaten: das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, das Herzogtum Sachsen-Altenburg, das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, das Herzogtum Sachsen-Meiningen, das Fürstentum Reuß älterer Linie, das Fürstentum Reuß jüngerer Linie, das Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt und das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Sie führten jeweils ein eigenes Wappen.
Land Thüringen (1920–1945)
Das Landeswappen für das Land Thüringen wurde am 7. April 1921 verliehen. Es zeigt sieben silberne Sterne auf rotem Grund. Die sieben Sterne stehen für die sieben Staaten Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Gotha, Sachsen-Altenburg, Volksstaat Reuß, Schwarzburg-Sondershausen und Schwarzburg-Rudolstadt, aus denen das Land am 1. Mai 1920 gebildet wurde.
1933 wurde dem Land von der nationalsozialistischen Landesregierung ein anderes Wappen verliehen, da die Nationalsozialisten sich an den an Davidsterne erinnernden Sternen störten. Das Große Landeswappen zeigte einen hessischen Löwen in der Mitte (Symbol der Landgrafen von Thüringen) mit Hakenkreuz in der rechten Pfote. Oben waren der sächsische Rautenkranz (Symbol der ernestinischen Gebiete) und der Schwarzburger Adler zu sehen, unten der reußische Löwe und die Henne der Henneberger. Wegen seiner Symbolik wurde es scherzhaft „Thüringer Tiergarten“ genannt. Staatliche Behörden verwendeten jedoch in der Regel ausschließlich das Kleine Landeswappen. Dieses zeigte nur den hessischen Löwen mit Hakenkreuz in der rechten Pfote. Gestaltet wurden diese bis 1945 geführten NS-Wappen von dem Altenburger Maler Ernst Müller-Gräfe.
Im Juli 1945 erhielt Thüringen sein nunmehr drittes Hoheitszeichen, einen goldenen Löwen auf rotem Grund, umgeben von jetzt acht silbernen Sternen. Der neu aufgenommene Stern symbolisierte jene Gebiete des preußischen Thüringen – der 1944 aus der Provinz Sachsen ausgegliederte Regierungsbezirk Erfurt einschließlich des seit diesem Zeitpunkt zugehörigen Kreises Herrschaft Schmalkalden – die im Sommer 1945 in das Land integriert wurden. In der DDR wurde 1952 mit dem Land Thüringen auch dessen Wappen abgeschafft.
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1920–1933
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1933–1945
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1945–1952
Freistaat Thüringen (seit 1990)
Das heutige Wappen ist im Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Thüringen vom 30. Januar 1991 geregelt. Der achte Stern steht für die zum Freistaat Thüringen gehörenden, ehemals preußischen und vormals teilweise hessischen Gebiete (u. a. Artern, Erfurt, Mühlhausen, Nordhausen, Schmalkalden und Suhl). Die Gestaltung des Wappens ist ein Entwurf des Thüringer Grafikers Lothar Freund aus dem Jahr 1992.
Das thüringische Wappen ist dem hessischen sehr ähnlich. Der hessische Löwe steht ebenfalls in blauem Felde, ist aber neunfach von Silber und Rot geteilt sowie golden bewehrt. Er ist ungekrönt und die Sterne fehlen. Der Wappenschild Hessens ist – im Gegensatz zu dem Thüringens – von einer sogenannten Volkskrone gekrönt.
Da das Wappen nur von Landeseinrichtungen verwendet werden darf, wurde für die Öffentlichkeit, die ihre Verbundenheit mit Thüringen zeigen will, eine abgewandelte Version als Wappenzeichen (Signet) eingeführt.
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Landeswappen
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Signet
Siehe auch
Literatur
- Peter Heß: Das Thüringer Landeswappen. (= Thüringen. Blätter zur Landeskunde.) Herausgegeben von der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen. 4., überarbeitete Auflage, Erfurt 1995, 8 Seiten.
- Frank Boblenz: Das Thüringer Landeswappen von 1921. In: Archive in Thüringen. Sonderausgabe, 1997, S. 27–33.
- Frank Boblenz: Landeswappen, Landesfahne und Landesfarben. In: Thüringen-Handbuch. Territorium, Verfassung, Parlament, Regierung und Verwaltung in Thüringen 1920 bis 1995. (= Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven. 1). Herausgegeben von Bernhard Post und Volker Wahl. Weimar 1999, ISBN 3-7400-0962-4, S. 190–202.
Weblinks
- Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Thüringen vom 30. Januar 1991
- Geschichte des Thüringer Wappens In: thueringer-landtag.de
- Steffen Raßloff: Grafische Vorlage des Landeswappens wird an Stadtmuseum Erfurt geschenkt. In: Thüringer Allgemeine. 7. August 2012
Einzelnachweise
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