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Teutitz

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Datei:Fotothek df rp-d 0270009 Bischofswerda-Schönbrunn. Meßtischblatt, 1-25000, Sekt. Bischofswerda, Nr. 4851.jpg
[D]eubitz im Südwesten von Schönbrunn

Teutitz oder Teupitz ist eine Wüstung nahe der Stadt Bischofswerda im sächsischen Landkreis Bautzen. Der Herrensitz von 1366 steht als archäologisches Kulturdenkmal unter Schutz.<ref name="Flächennutzungsplan2006" />

Lage

Die Ortswüstung Teutitz befindet sich im Norden der Flur Pickau am östlichen Hang des Butterberges bei Bischofswerda. Zum benachbarten Schönbrunn gehören mehrere Grundstücke des Dorfes Teupitz. Ein großer Teil der Wüstung ist heute mit Wald bedeckt und im Besitz der Stadt Bischofswerda.<ref name="Störzner1904" /><ref name="HOV Biw" />

Geschichte

Im Jahr 1241 findet Tutizc wie viele Orte der Umgebung erstmals Erwähnung in der Oberlausitzer Grenzurkunde.<ref name="NLM12" /><ref name="Knothe1867" /> Seit 1412 ist der Ort nachgewiesen unbesiedelt.<ref name="Eichler1975" /> Als Teutitz findet der Ort erstmals um 1500 Erwähnung, 1586 ist die Namensform Teuptitz und 1791 taucht die Wüstung Teupitz auf.<ref name="HOV" />

Wegen des Namens „Teupitz“ wird eine sorbische Siedlung vermutet. Der Grund der Verwüstung ist unbekannt. Der Dreißigjährige Krieg und ein Hussiteneinfall sind auszuschließen. Wahrscheinlich ist, dass das Land nach und nach verödete, da die Teupitzer von dessen Ertrag nicht leben konnten und daher in die Stadt zogen.<ref name="Von Straßenräubern" />

Herrschaftsverhältnisse

Zunächst zum Oberlausitzer Adelsgeschlecht von Kynitsch gehörend, reichte Bischof Rudolf „Dy wuste dorff stadt Tuxzin“ am 4. Dezember 1412 seinem Hauptmann Heinrich von Bresenicz und Heinrich von Ponkan zum Lehen.<ref name="Von Straßenräubern" /> Seit 1439 gehörte die wüste Mark Teutitz zur Familie von Bolberitz, die im 15. und 16. Jahrhundert große Güter im bischöflich-meißnischen Anteil der Oberlausitz erwarb. Wahrscheinlich ist, dass die Mark bereits früher in den Besitz der Familie kam, jedoch wird 1439 Hans von Bolberitz zuerst als „zu Pickau gesessen“ erwähnt und erhält „1442 ‚sammt seinen Erben‘ von Bischof Johann IV. die Obergerichtsbarkeit, zu richten über Haut und Haar‘ über Pickau sammt Zubehör und Geißmannsdorf.“<ref name="Knothe1867" />

Bischof Johann VI. belehnt im Jahr 1488 Friedrich von Bolberitz und seinen Vetter Heinrich gemeinsam mit Pickau, Geißmannsdorf und der wüsten Mark „Teutiz […] bei Pickau.“ Nach dem Tode Friedrichs von Bolberitz wurde das Erbe 1492 so geteilt, dass Heinrich Pickau, Geißmannsdorf und Teutitz erhielt. Dieser erwarb das angrenzende Schönbrunn dazu. Die so erworbenen Güter dienten 1509 als Leibgedinge, mit dem er seine Frau Elisabeth ausstatten ließ. Die Söhne Heinrichs, Joachim und Hans, wurden 1521 mit den väterlichen Gütern belehnt. Erster erhielt Schönbrunn, der zweite Pickau und Geißmannsdorf. Hans von Bolberitz starb 1540 und sein Bruder kaufte das verschuldete Gut Pickau. Als auch Joachim von Bolberitz starb, veräußerten die Vormünder seiner Söhne 1544 das Gut.<ref name="Knothe1867" /> „Der Stadtrath erkaufte dasselbe 1544 mit den Gärtnern und Häuslern nebst dem dazu schrifts[assig] gehör[enden] D[orf] Geißmisdorf oder Geißmaunsdorf [Anm.: gemeint ist Geißmannsdorf], 2 Bauern von Schönborn [Anm.: gemeint ist Schönbrunn], samt der Wüstung Teupitz und Scherfling mit Ober- und Untergerichten von den von Bolberitz um 5200 Meißn. Fl. erblich.“<ref name="Leonhardi1790" />

Für 1544 ist die Grundherrschaft des Rittergutes Pickau über Teutitz beurkundet.<ref name="HOV" />

Trivia

Nahe der Wüstung Teupitz befindet sich eine Quelle, die „Schusterbrunnen“ genannt wurde. Ihr Name soll nach Störzner von einem in der Nähe gelegenen Häuschen stammen, das noch Anfang des 19. Jahrhunderts von einem Schuster bewohnt worden sei.<ref name="Störzner1904" />

Die Flurbezeichnung „Die Teupitz“ ist im Namen des ehemaligen Dorfbachs erhalten geblieben, der talwärts nach Schönbrunn fließt.<ref name="Von Straßenräubern" />

Literatur

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Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Flächennutzungsplan2006"> Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan: Erläuterungsbericht. Große Kreisstadt Bischofswerda, Gemeinde Rammenau, S. 76 (Stand: 8. Juni 2006: „2.13.2.1 Archäologische Kulturdenkmale: Gemarkung Pickau: Historischer Dorfkern, Mittelalter; Wüstung Teupitz, Herrensitz 1366“). Im online abrufbaren Flächennutzungsplan-Gesamtplan (PDF; 6,1 MB; Fassung vom 10. März 2009) ist die Lage in der Karte als Denkmal aufgeführt. </ref> <ref name="HOV"> Teutitz (Teupitz) im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="HOV Biw"> Bischofswerda im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Störzner1904"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Knothe1867"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Eichler1975"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Von Straßenräubern"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Leonhardi1790"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="NLM12"> Albert Schiffner: Über die Oberlausitzische Grenzurkunde von 1213, S. 331 in: Neues Lausitzisches Magazin, Band 12, 1834, S. 320–336 (Digitalisat der SLUB) </ref> </references>

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