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Tellurwasserstoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Tellurwasserstoff
Allgemeines
Name Tellurwasserstoff
Andere Namen
  • Monotellan
  • Hydrogentellurid
  • Tellurhydrid
Summenformel H2Te
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit stechendem Geruch<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-981-5
ECHA-InfoCard 100.029.073
PubChem 21765
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 129,62 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

5,76 kg·m−3 (0 °C)<ref name="GESTIS"/>

Schmelzpunkt

−49 °C<ref name="GESTIS"/>

Siedepunkt

−1,25 °C<ref name="GESTIS"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280​‐​330
P: 210​‐​260​‐​284​‐​304+340+310​‐​377​‐​410+403<ref name="GESTIS"/>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Tellurwasserstoff (auch Monotellan) ist eine chemische Verbindung aus Tellur und Wasserstoff. Es ist ein hochgiftiges, sehr unangenehm riechendes<ref name=":0">Tellurwasserstoff - Lexikon der Chemie. In: Spektrum.de. Abgerufen am 26. August 2024.</ref>, leicht kondensierbares Gas, das schwerer als Luft ist.

Gewinnung und Darstellung

Es entsteht durch elektrolytische Reduktion von Tellur an der Kathode in 50%iger Schwefelsäure oder durch Protolyse salzartiger Telluride in Säuren, wie beispielsweise bei der Umsetzung von Aluminiumtellurid mit Salzsäure:<ref>G. Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry, 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 439–441.</ref>

<math>\mathrm{Al_2Te_3 + 6 \ HCl \rightarrow 3 \ H_2 Te + 2 \ AlCl_3}</math>

Eigenschaften

Tellurwasserstoff riecht ähnlich unangenehm knoblauchartig<ref name="Legrum">Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft, Vieweg + Teubner Verlag (2011) S. 74, ISBN 978-3-8348-1245-2.</ref> wie Arsenwasserstoff und entfaltet eine Giftwirkung auf das zentrale Nervensystem und die Atemwege. Das Gas ist leicht in Wasser löslich, zersetzt sich an der Luft und verbrennt mit bläulicher Flamme zu Tellurdioxid und Wasser.<ref name=":1">Otto Schmitz-Dumont: Elemente der Sechsten Gruppe: Sauerstoff · Schwefel · Selen · Tellur Chrom · Molybdän · Wolfram · Uran. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-28788-0.</ref> In Wasser bildet sich die mittelstarke und durch Oxidation unbeständige Tellurwasserstoffsäure. Die Dissoziationskonstanten pKs1 und pKs2 betragen 2,64 und 8,80.<ref>D'Ans-Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker, 4. Auflage, Band 3, Springer Verlag 1998, ISBN 3-540-60035-3.</ref>

Tellurwasserstoff zersetzt sich langsam in seine Elemente.<ref>63. Metalle: Chemische Eigenschaften und Toxizität. Encyclopedia of Occupicational Health & Safety, abgerufen am 26. August 2024.</ref> Schon durch den Sauerstoff in der Luft wird die Verbindung zu elementarem Tellur und Wasser oxidiert.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Tellurwasserstoff ist noch instabiler als Selenwasserstoff.<ref>Alfons Klemenc: Anorganische Chemie auf physikalisch-chemischer Grundlage. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7091-7793-8.</ref>

Datei:Hydrogen-telluride-2D-dimensions.svg
Strukturdarstellung von Tellurwasserstoff

Tellurwasserstoff ist gewinkelt aufgebaut (Bindungswinkel 89,5°), die Bindungslänge Te–H beträgt jeweils 169 pm.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 627.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />