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Taube (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Taube-Wappen 312 9.png
Stammwappen derer von Taube aus dem „Wappenbuch des westfälischen Adels“, 1901–1903

Taube ist der Name eines ursprünglich deutsch-baltischen, später weit verbreiteten Adelsgeschlechts.

Geschichte

Ob die Familie Taube ursprünglich aus Dänemark<ref>Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften. Teil 2, Band 1.2: Estland. Görlitz 1930, S. 371, 3. Absatz (daten.digitale-sammlungen.de).</ref> oder aus Westfalen<ref>Michael Frhr. v. Taube: Ursprung des Geschlechts v. Taube. In: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik. 1902. Mitau 1904, S. 1–26.</ref> stammt, lässt sich jüngerer deutscher Fachliteratur nicht entnehmen, dort werden die Taube als Baltischer Uradel bezeichnet. Obwohl jedenfalls in Dänemark als auch im dänischen Estland bereits im 13. Jahrhundert Namensträger Tuve, „Duve“ urkundlich genannt werden, wird allgemein der Knappe Engelke Tuve, welcher am 24. August 1373 in Wierland auftritt, als ältester Nachweis eines Angehörigen angesehen.

Fünf Stammhäuser

Die fünf Stammhäuser lassen sich urkundlich nicht auf einen gemeinsamen Stammvater vereinigen, sondern beginnen jeweils im 15. und 16. Jahrhundert. Die Familie hat sich vom Baltikum ausgehend nach Schweden, Polen, Finnland, Russland, nach Dänemark und ins Deutsche Reich nach Sachsen und Preußen verzweigt. Einzelne Zweige führen den Titel Baron, Erhebungen in den Freiherren- und Grafenstand sind mehrfach erfolgt. Das Adelsgeschlecht verteilte sich auf fünf Stammhäuser:

  • I. Stammhaus Maidel mit Arnd von Tuve auf Maidel (1476–1511) und nachfolgenden Nebenzweigen in Estland<ref>Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft. Band 1, Görlitz 1931, S. 371 (daten.digitale-sammlungen.de).</ref>
  • II. Stammhaus Etz–Issen<ref>{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3412071838}}

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  • III. Stammhaus Pühs–Maart–Hallinap<ref name="Hallinap">{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3412071838}}

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  • IV. Stammhaus Fier (Fierenhof<ref>{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3412071838}}

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  • V. Stammhaus Kudding<ref>Kudding im Kirchspiel St. Marien–Magdalenen, Kreis Dorpat. In: Gutshöfe Estlands (mois.ee).</ref> mit Heinrich Tuve (1457), Nebenstamm Schweden<ref>Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft. Band 1. Görlitz 1931, S. 373 (daten.digitale-sammlungen.de).</ref> 1870 erloschen.

Stammhaus Maidel

Die Nachkommenschaft des Arnd Tuve auf Maidel (1476–1511) begründete das Stammhaus Maidel und Carlö,<ref>Stamm I. Taube a.d.H. Maidel und Carlö. In: Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft. Band 1. Görlitz 1931 S. 375 ff. (daten.digitale–sammlungen.de MDZ Münchener Digitalisierungszentrum – Digitale Bibliothek).</ref> er war seit 1494 Herr auf Maidel und Neuenhof,<ref>Gutshöfe Estlands: Neuenhof im Kirchspiel Kosch, Harrien mois.ee.</ref> seit 1503 Mannrichter und Landrat in Harrien. Ihm folgten Ludwig Taube († 1565), verheiratet mit Anna Risbiter (Erbin auf Machters); Herr auf Maidel und Neuenhof, Mannrichter. Dann sein Sohn Berendt Taube († 1592), verheiratet mit Kunigunda von Maydell († 1579); Herr auf Maidel und Machters, Rittmeister und Landrat. Der nächste in der männlichen Nachfolge war dessen Sohn Ludwig Taube († 1630), verheiratet mit Luitgard von Delwig; Herr auf Maidel, Machters und Pallal; Landrat. Mit dem Sohn Berendt begann die Linie der Freiherren Carlö und Maidel:

  • Berendt Taube von Carlö und Maidel (1592–1666) war Oberst und Landrat und diente der Krone Schwedens 50 Jahre. Am 14. Februar 1652 wurde er in den schwedischen Freiherrenstand erhoben. Er sollte sich von seinen Gütern her als Freiherr von Maidel schreiben, aber er schrieb sich nachher Freiherr von Carlö (oder von Carrol) und Maidel<ref>Materialien zu einer liefländischen Adelsgeschichte, nach der bey der lezten Matrikul-Commission angenommenen Ordnung. Nebst andern kürzern Aufsätzen etc.: 15–17, Bände 15–17 von August Wilhelm Hupel: Nordische Miscellaneen

Verlag Johann Friedrich Hartknoch, 1788, Original von Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisiert 10. Okt. 2012 books.google.de.</ref> Berend von Carlö und Maidel war Herr Auf Maidel, Kosch, Goldbeck und Hördel.<ref>Das Gutshaus Hördel (Höreda). In: von-stackelberg.de, abgerufen am 9. Dezember 2020 (Private Familienforschung zur Adelsfamilie von Stackelberg).</ref> Von 1624 bis 1629 war er Ritterschaftshauptmann der Estländischen Ritterschaft. Er war mit Sophia von Uexküll verheiratet.

    • Ludwig Taube von Carlö und Maidel (1610–1675) war Herr auf Maidel, Kosch, Goldenbeck und Hördel, Oberst, Mannrichter, verheiratet in 2. Ehe mit Sophie von Tiesenhausen (beerdigt 1664 in Reval).
      • aus der 2. Ehe: Frommhold Johann Taube von Carlö und Maidel (1661–1710<ref>Tallinn: 1710: Pestepidemie, Tallinn hatte danach noch 2.000 Einwohner.</ref>), verheiratet mit Anna Christina Freiin von der Pahlen (1647–1710). Kapitän, Mannrichter und 1710 Ritterschaftshauptmann.
        • Gustav Wilhelm Taube von Carlö und Maidel (1696–1772), verheiratet mit Wilhelmine von Rehbinder (1697–1755). Herr auf Rickholz. Unter seinen Söhnen begann eine erneute Teilung: I. Haus Gustav Christian (1718–1771); II. Haus Rickholz–Laupa,<ref>Gutshof von Laupa. In: visitestonia.com, Offizielle Touristenseite Estlands, abgerufen am 9. November 2020.</ref> Frommhold Johann (1723–1789) und III. Haus Widdruck, Arend Wilhelm (1725–1786).

Stammhaus Etz-Issen

Die Vorfahren des Hauses „Taube Etz-Issen (Taube von der Issen)“ waren: Berendt Tuve von Etz–Issen (1470–1533), ihm folgte Jakob Tuve auf Etz (1508–1568), danach Berndt Johann Tuve (1545–1615). Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte mit dessen Sohn Loff Tuve von der Issen.<ref>Stammhaus II. Taube von der Issen. In: Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft. Band 1. Görlitz 1931, S. 384 ff. (daten.digitale–sammlungen.de).</ref> Dieser war mit Kunigunde Taube aus dem Stammhaus Maidel (vgl. I. Stammhaus Maidel) verheiratet, ihm folgten seine Söhne:

  • Berend Tuve zu Eisen, auch Berend Tuwe von der Issen († 1676), war bis 1621 Herr auf Issen (Alt-Isenhof bei Purtse) und ab 1615 Herr auf Odenkotz bei Põlli, er war schwedischer Oberst der Karelska Dragoner und 1650 Landrat. Aus der 2. Ehe mit Margretha Uexküll († 1681) folgte Karl Ludwig Taube von der Issen († 1694), er war Herr auf Tammik. Sein Sohn Reinhold Friedrich von Tuve (1679–1757), war Herr auf Heringshof (1722) und Schadenhof (Livland), Kapitän. Dessen Sohn Otto Reinhold ist der Begründer des Hauses Jerwakant. Das ursprüngliche Stammhaus Taube von Etz–Issen erlosch 1793 in männlicher Linie mit Karl Magnus von Taube von der Issen.
  • Eberhard Taube auf Machters (1604–1656), Bruder des Berend Tuve zu Eisen, war Oberstleutnant, und mit Anna von Vietinghoff (* 1604) verheiratet, sein Sohn Eberhard Taube gründete das Haus Odenkat.

Haus Jerwakant

Aus dem Stammhaus von der Issen gründete sich mit Otto Reinhold von Taube (1726–1798) das Haus Jerwakant.<ref>Rittergut Jerwakant im Kirchspiel Rappel, Harrien, Estland (mois.ee).</ref> Er war Oberst und Gutsverwalter von Spankau (Livland). Es folgte ihm sein Sohn Otto Heinrich Taube auf Jerwakant (1764–1801), dieser war Herr auf Jerwakant mit Wahakant und Lellefer und Major. Sein Sohn Karl Otto Frommhold von Taube (1800–1873) war Herr auf Jerwakan, 1822–1825 Ritterschaftssekretär, 1841–1844 Mannrichter, 1844–1847 Kreisdeputierter, 1848 Landrat; er war mit Alexandra Sophia von Patkul (1812–1895) verheiratet. Ihm folgte sein Sohn Otto Woldemar Friedrich von Taube (1833–1911), er verkaufte 1890 Jerwakant und war mit Helene Gräfin Keyserling (1845–1929) verheiratet. In seiner Nachfolge stand sein Sohn, der Schriftsteller Otto Adolf Alexander von Taube (1879–1973). Mit dessen Tod erlosch das Haus Jerwakant in männlicher Linie, da sein Sohn Christian von Taube (1919–1945) kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gefallen war.

Haus Odenkat

Siehe auch: Taube von Odenkat

Die Ortschaft und das Gut Odenkat ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=et|SCRIPTING=Latn|SERVICE=estnisch}}: Ohekatku<ref>{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3412071838}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3412071838}}

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Stammhaus Pühs-Maart-Hallinap

Die Nachkommenschaft des Stammhauses Pühs-Maart-Hallinap<ref name="Hallinap" /> stammte von dem estländischen Mannrichter Johann Tuve 1405 ab, von dem sich ein dänisches Haus bildete, sich die sächsischen Reichsfreiherren 1638 und Reichsgrafen1676 abzweigten und das von 1529 bis 1674 Maart und 1529–1672 Hallinap in Estland besaß.<ref name="Hdb_estl_Ritter-S372" /> Herausragende Persönlichkeiten waren: Vorlage:Stammbaumliste

Stammhaus Kudding

Hof Kudding hieß früher Rokuka oder Rarstifer,<ref>Heinrich von Hagemeister: Materialien zu einer Geschichte der Landgüter Livlands. Teil 2, Riga 1837, S. 120, books.google.de.</ref> und wurde im Jahre 1600 dem Jost Taube vom schwedischen Erbprinzen Carl (1550–1611) als Besitz bestätigt. König Gustav II. Adolf bestätigte im Jahre 1625 dem Jost Taube, der zwischenzeitlich Statthalter in Reval war, den Besitz von Kudding und etwa 4 weiteren Dörfern. Durch Verkäufe und Vererbungen gelangte Gut Kudding über die Familien Stackelberg, Rosenkampf und von Bock letztlich an die Adelsfamilie des Grafen Manteuffel. Ahnherr des Stammhauses Kudding ist Jost Tuve<ref>Stammvater der schwedischen Freiherren ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=sv|SCRIPTING=Latn|SERVICE=schwedisch}}). In: Project Runeberg runeberg.org</ref>, Erbherr von Kudding, schwedischer Gouverneur und Schlosshauptmann von Reval. Ihm folgten im männlichen Stamm:

Wappen

Das Stammwappen zeigt in Gold einen entwurzelten natürlichen Lindenstumpf mit zwei grünen Blättern, je eines auf jeder Seite. Auf dem Helm mit schwarz–goldenen Decken ein natürlicher Pfauenwedel zwischen zwei gestümmelten natürlichen Lindenästen mit je einem grünen Blatt.

Personen (Auswahl)

Literatur

  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Band 131 der Gesamtreihe, S. 330, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0435-2408|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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