Tadzino
Vorlage:Infobox Ort in Polen Tadzino (Vorlage:DeS Tadden, auch Thadden, kaschubisch Tadzëno) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern und gehört zum Verwaltungsbezirk Landgemeinde Gniewino im Powiat Wejherowski.
Geographische Lage
Das Dorf liegt in Hinterpommern, in der Kaschubei, an der Grenze zur historischen Region Westpreußen, etwa 33 Kilometer nordöstlich der Stadt Lębork, 17 Kilometer nordwestlich der Stadt Wejherowo und drei Kilometer südsüdöstlich des Dorfs Gniewino.
Geschichte
Zwar erhielt die kassubische Familie von Thadden, die im Gebiet des Deutschen Ordens und der Herzöge von Pomerellen-Danzig in Ostpommern ansässig war, ihren Namen von dem Ort Tadden, dieser ist jedoch nicht als ihr eigentlicher Stammsitz anzusehen, zumal die Taddens selbst Nesnachow (etwa zwanzig Kilometer westnordwestlich von Tadden gelegen) als ihr Zuhause betrachteten.<ref name=schultz >Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. H. Badengoths Buchdruckerei, lauenburg 1912, S. 443–444 (ub.uni-greifswald.de).</ref>
Am 9. Mai 1925 wurde der Gutsbezirks Enzow in die Landgemeinde Tadden eingegliedert.<ref name=territorial >Amtsbezirk Gnewin (Territorial.de)</ref>
Am 1. April 1927 hatte das Gut Lissow eine Flächengröße von 549 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 224 Einwohner.<ref name="Albrecht" >Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 398 (Google Books).</ref> Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Lissow in die Landgemeinde Tadden eingegliedert.<ref name=territorial />
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Tadden eine Flächengröße von 13,1 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 31 bewohnte Wohnhäuser an fünf verschiedenen Wohnstätten:<ref name=stuebs /> Vorlage:Mehrspaltige Liste Um 1935 gab es in Tadden einen Gemischtwarenladen.<ref>Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1165 (Google Books).</ref>
Tadden (historische Namen auch: Thatt, Dott) bildete bis 1945 eine Landgemeinde im Kreis Lauenburg in Pommern im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern im Deutschen Reich. Es war mit den Gemeinden Bychow, Gnewin, Mersin und Perlin in den Amtsbezirk Gnewin eingegliedert. Amtsgerichtsbezirk war Lauenburg. In der Gemeinde lebten im Jahre 1910 insgesamt 83 Einwohner, 1933 waren es 364 und 1939 365.<ref name="gemeindeverzeichnis" /><ref name="Verwaltungsgeschichte" />
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Tadden zusammen mit ganz Hinterpommern und Westpreußen von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Anschließend begann in Tadden die Zuwanderung polnischer Zivilisten, von denen die einheimischen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Gehöften gedrängt wurden. Der Ortsname Tadden wurde zu Tadzino polonisiert. In der darauf folgenden Zeit wurden die Alteinwohner aus von der polnischen Administration aus Tadden vertrieben.
Das Dorf ist Teil der Gmina Gniewino im Powiat Wejherowski in der Woiwodschaft Pommern (1975 bis 1998 Woiwodschaft Danzig) und ist Sitz eines Schulzenamtes, in das neben Tadzino auch Płaczewo (Platschow) integriert ist. Heute sind hier 270 Einwohner registriert.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 35 | Dorf, adlige Besitzung<ref name="Krug" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 1, Ziffer 23 (Google Books).</ref> |
| 1822 | 54 | mit den Vorwerken Platschow und Kostkow<ref name=Restorff >Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Berlin/Stettin 1827, S. 290, Ziffer 94 (Google Books).</ref> |
| 1852 | 56 | A und B, Dorf<ref>Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 617 (Google Books).</ref> |
| 1925 | 446 | darunter 362 Evangelische und 73 Katholiken<ref name=stuebs >Vorlage:Webarchiv (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
</ref> |
| 1933 | 364 | <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1939 | 365 | <ref name="MR" /> |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
In Tadden bzw. Tadzino stand und steht kein Gotteshaus. Vor 1945 war das Dorf mit zwölf weiteren Orten in das evangelische Kirchspiel Gnewin im Kirchenkreis Lauenburg in Pommern der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt. 1940 zählte das Kirchspiel 2061 Gemeindeglieder. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Johannes Scheel.
Die katholischen Kirchenglieder waren vor 1945 in die Pfarrei Gohra eingegliedert.
Polnisches Kirchspiel seit 1945
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist mit wenigen Ausnahmen katholisch. Das Dorf ist der 1977 gebildeten Pfarrei Gniewino (Gnewin) im Dekanat Gniewino im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen angegliedert.
Evangelische Polen sind dem Pfarramt der Kreuzkirchengemeinde in Stolp in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet, deren Filialkirche in Lębork (Lauenburg in Pommern) steht.
Verkehr
Eine Nebenstraße führt von Bolszewo (Bohlschau) an der polnischen Landesstraße 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28) Stettin – Danzig durch den Ort und führt bis Żelazna (Hohenwaldheim) an der Woiwodschaftsstraße 213 Słupsk (Stolp) – Celbowo (Celbau).
Zwischen 1902 und 1992 bestand über die Station Lisewo Kaszubeskie (Lissow) Anschluss an die Bahnstrecke Neustadt in Westpreußen – Chottschow – Garzigar der Stolper Bahnen. Diese Strecke ist nicht mehr in Betrieb.
Literatur
- Tadden, Dorf, Kreis Lauenburg Pomm., Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Tadden (meyersgaz.org)
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, 2. Band, Stettin 1784, S. 1083, Ziffer (96) (Google Books).
- Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. H. Badengoths Buchdruckerei, lauenburg 1912, S. 443–444 (ub.uni-greifswald.de).
- Hans Glaeser: Das Evangelische Pommern. 2. Teil, Stettin 1940
Weblinks
- Amtsbezirk Gnewin (Territorial.de)
- Vorlage:Webarchiv (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- Website der Gmina Gniewino (polnisch und deutsch)
Einzelnachweise
<references> <ref name="gemeindeverzeichnis">Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="Verwaltungsgeschichte">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> </references>