Szczaniec
Vorlage:Infobox Ort in Polen Szczaniec (Vorlage:DeS Stentsch) ist ein Dorf im Powiat Świebodziński der Woiwodschaft Lebus in Polen. Es ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde mit etwa 3850 Einwohnern.
Geographische Lage
Der Ort liegt in Niederschlesien, etwa zehn Kilometer östlich der Stadt Świebodzin (Schwiebus) und zwanzig Kilometer südsüdöstlich der Stadt Międzyrzecz (Meseritz).
Geschichte
Die Ortschaft Stentsch bestand in älterer Zeit im Wesentlichen aus zwei etwa gleich großen Rittergütern, Mittel Stentsch und Ober Stentsch genannt.<ref name="RS" /> Den aus zwei Anteilen bestehenden Gutsbezirk Stentsch erkaufte 1746 und 1748 George Gottlob v. Knobelsdorff (1708–1762); seine Tochter, verehelichte Freifrau v. Gersdorff, war die Erbnehmerin von Stentsch.<ref name=BerghIII483 >Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, 1. Ausgabe, Brandenburg 1856, S. 483 (Google Books).</ref> Laut der Schlesischen Vasallen-Tabelle befanden sich im Jahr 1752 beide Anteile in den Händen des George Gottlob v. Knobelsdorff.<ref>E. von Eickstedt: Beiträge zu einem neueren Landbuch der Marken Brandenburg. Prälaten, Ritter, Städte, Lehnschulzen, oder Roßdienst und Landwahr. Magdeburg 1840, S. 571.</ref> Um 1858 besaß Mittel Stentsch ein von Kalckreuth, während sich Ober Stentsch im Besitz eines Justizrats Hünke befand. Die beiden Gutsherrn übten das Patronat über die evangelische Dorfkirche aus.<ref name="RS" />
Im Jahr 1853 hatte das Gut Mittel Stentsch eine Flächengröße von 2682 Morgen und 109 Quadratruten, davon 1310 Morgen Ackerland, 101 Morgen Wiesen und 830 Morgen Forstland, und befand sich im Besitz der Em. v. Kalkreüth geb. v. Oppen. In demselben Jahr hatte das Gut Ober Stentsch eine Flächengröße von 2321 Morgen, davon 1245 Morgen Ackerland, 700 Morgen Wiesen und 355 Morgen Forstland, und befand sich im Besitz des Carl Friedrich Hünke.<ref name="BerghIII767">Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, 1. Ausgabe, Brandenburg 1856, S. 767 (Google Books).</ref> Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts gehörten die beiden Güter noch denselben Familien.<ref>Paul Ellerholz (Hrsg.): Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band I: Provinz Brandenburg, Dritte Auflage, bearbeitet von Georg Volger, Verlag R. Stricker, Berlin 1896, S. 142–143 (Google Books).</ref>
Nachfahren<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1900. Jahrgang 1, Justus Perthes, Gotha 1899, S. 459.</ref> der Kalckreuth, Oberleutnant d. R. Arthur von Kalckreuth und seine Ehefrau Marie von Wedel, standen in Briefkontakt<ref>Siehe: Regina Dieterle (Hrsg.): Theodor Fontane und Martha Fontane. Ein Familienbriefnetz. Auflage-Online-Ressource, In: Schriften der Theodor-Fontane-Gesellschaft. Band 4; Walter de Gruyter, Berlin 2001, ISBN 3-11-015881-7, S. 663. Brief 65.</ref> mit der Familie von Theodor Fontane.
Die Langemeinde Stentsch bildete zusammen mit den beiden selbständigen Gutsbezirken Mittel Stentsch und Ober Stentsch den Amtsbezirk Stentsch. <ref>Außerordentliche Beilage zum Amtsblatt Nr. 43 der Königl. Preuß. Regierung zu Frankfurt a. O. Ausgegeben am 29. Oktober 1879, S. 59 (Google Books).</ref>
Um 1910 hatte Stentsch eine evangelische Pfarrkirche, eine Spar- und Darlehnskasse, eine Molkerei und eine Ziegelei; innerhalb der Ortschaft befand sich eine Bahnmeisterei.<ref name="mgaz" /> Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1174,1 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Stentsch 173 viehhaltende Haushaltungen gezählt, in dem 668,0 Hektar umfassenden Gutsbezirk Mittel Stentsch 18 viehhaltende Haushaltungen und in dem 611,8 Hektar umfassenden Gutsbezirk Ober Stentsch 24 viehhaltende Haushaltungen.<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat – Auf Grund der Ergebnisse der Vieh- und Obstbaumzählung vom 1. Dezember 1913, der Viehzählung vom 2. Dezember 1912 und anderer amtlicher Quellen, Heft 3: Stadtkreis Berlin und Provinz Brandenburg, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Frankfurt, 34. Kreis Züllichau-Schiebus, S. 144–147, Ziffer 72, 115 und 127 (Google Books).</ref> Um 1914 besaß die Witwe Anna Hünke geb. Kahle das Rittergut Ober Stentsch,<ref>Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 376–379.</ref> in Form eines Familienfideikommiss. Vor 1930 war Ober Stentsch Teil des Hünkesches Fideikommiss Stentsch und im Besitz des Torsten Hünke von Podewils, Mittel Stentsch schon über Jahrzehnte im Eigentum des Friedrich von Kalckreuth.<ref>Ernst Seyfert: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Brandenburg. 1929. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Selbstverlag von Niekammer`s Güter-Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 295–296.</ref>
- Ehemaliges Gutshaus Ober Stentsch
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Gemälde aus der Zeit 1857–1883 (Sammlung Duncker)
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Frontseite der Ruine (2008)
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Höhenaussicht auf Ruine und Umgebung (2024)
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Seitenflügel der Ruine (2011)
Am 1. April 1927 hatte das Gut Mittel Stentsch eine Flächengröße von 667 Hektar und 95 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 119 Einwohner. Zu den gleichen Zeiten hatte das Gut Ober Stentsch eine Flächengrößen von 611 Hektar und 91 Ar sowie 87 Einwohner.<ref name="Albrecht">Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 392, 17. Kreis Züllichau-Schwiebus, Ziffer 36 und 48 (Google Books).</ref> Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Mittel Stentsch und Ober Stentsch in die Landgemeinde Stentsch eingegliedert.<ref name="Terr" >Amtsbezirk Stentsch (Territorial.de)</ref>
1935 gab es in Stentsch drei Gasthöfe, eine Spar- und Darlehnskasse, eine Bierbrauerei, eine Eiergroßhandlung, drei Gärtnereien, zwei Getreidehandlungen, eine Maschinenfabrik, zwei Mühlen, eine Weinhandlung und eine Reihe von Einzelhandelsgeschäften, Dienstleistern sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.<ref>Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, Abschnitt Provinz Brandenburg, S. 880–881 (Google Books).</ref>
Letzter Gutsbesitzer auf Mittel Stentsch vor 1945 blieb der Offizier Friedrich von Kalckreuth, der nach der Enteignung seinen Lebensabend bis 1949 in Holstein verbrachte. Seine Ehefrau Ingeborg, geb. von Schauroth, war eine Tochter des Generalleutnants Athos von Schauroth. Sie lebte als Witwe in Hannover-Buchholz.<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1962. Band VI, Band 29 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1962, S. 235–238.</ref> Der andere Stentscher Rittergutsbesitzer Torsten Hünke von Podewils (1909–2007), verheiratet mit Ilsabe Deneke, wurde mit seiner älteren Schwester Waltraut Hünke 1923 vom Ober-Regierungsrat Hasso von Podewils (1878–1956) adoptiert. Der Hintergrund war die Witwe<ref>Vgl. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1966. Band VIII, Band 38 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1966, S. 365–367.</ref> des Hans Hünke-Stentsch, Karoline (Carola) Hünke, geb. von Schack (1883–1937), Tochter des Generalleutnants und Genealogen Hans von Schack. Gutsherr Hünke-von Podewils wirke schön früh auch als Autor,<ref>Portal-DNB: Hünke von Podewils, Torsten.</ref> dann als Komponist und Musikdirektor an westdeutschen Theatern.
- Ruinenreste des Gutshof-Komplexes Mittel Stentsch
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Trümmerfeld des Gutshauses (2011)
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Mauerrest des Gutshauses (2011)
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Ehemaliges Speichergebäude (2011)
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Ruinenrest eines Gutsgebäudes mit dem Turm der Dorfkirche im Hintergrund (2008)
Das Gemeindegebiet zählte bis 1945 zum Kreis Züllichau-Schwiebus im Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg des Deutschen Reichs. Stentsch war Sitz des Amtsbezirks Stentsch.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Stentsch von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt. Die deutsche Ortschaft Stentsch wurde in Szczaniec umbenannt.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1816 | Vorlage:0666 | Dorf und zwei Vorwerke, Wasser- und Windmühle, adlige Besitzung, mit einer Mutterkirche<ref name="AAM" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S, Halle 1823, S. 380, Ziffer 6844 (Google Books).</ref> |
| 1840 | Vorlage:0888 | Dorf in zwei Anteilen mit zwei Rittergütern und insgesamt 131 Häusern: a) Mittel Stentsch mit 65 Häusern und 438 Einwohnern, darunter zehn Katholiken und zwei Juden, Rittergutsbesitzer v. Kalkreuth, zugleich Pol.-Anwalt; b) Ober Stentsch mit 66 Häusern und 450 Einwohnern, darunter sieben Katholiken, Rittergutsbesitzer Hünke, Justizrat<ref name="RS" >F. Wilhelm Riehl, J. Scheu: Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafthum Nieder-Lausitz. 1861, S. 521–522 (books.google.de).</ref> Nach anderen Angaben in 140 Wohngebäuden, Dorf in zwei Anteilen, mit einer Schäferei, einer Wassermühle und zwei Windmühlen, zwei Rittergüter, im Besitz der Frau v. Sydow in Schmarse, Witwe des Landesdirektors v. Sydow, bzw. der Kalkreuthschen Erben in Stentsch befndlich, mit einer evangelischen Pfarrkirche<ref>Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 250, Ziffer 170 (Google Books).</ref> |
| 1852 | Vorlage:0850 | Dorf und zwei Rittergüter<ref>Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 599 (Google Books).</ref><ref>Güthlein: Topographische Uebersicht des Appellationsgerichts-Departements Frankfurt a/Oder, bei Gustav Harnecker & Co., Frankfurt a/Oder 1856, S. 151, Ziffer 47 (Google Books).</ref> |
| 1864 | 1011 | Gemeindebezirk Stentsch sowie Gutsbezirke Ober Stentsch und Mittel Stentsch zusammen<ref>Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Frankfurt a. O., Berlin 1869, 17. Kreis Zuellichau-Schwiebus, S. 18–25, Ziffer 141–143 (staatsbibliothek-berlin.de).</ref> |
| 1867 | 1060 | am 3. Dezember, davon 838 in der Landgemeinde, 98 im Gutsbezirk Mittel Stentsch und 124 im Gutsbezirk Ober Stentsch<ref name="KSB" /> |
| 1871 | 1140 | am 1. Dezember, davon 866 in der Landgemeinde (833 Evangelische, 15 Katholiken, 13 sonstige Christen und fünf Juden), 120 im Gutsbezirk Mittel Stentsch (109 Evangelische und elf Katholiken) und 154 im Gutsbezirk Ober Stentsch (153 Evangelische und eine katholische Person)<ref name="KSB" >Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1873, S. 174–175, Ziffer 78 (Google Bookd), und S. 176–177, Ziffer 153–154 (Google Books).</ref> |
| 1890 | 1171 | am 1. Dezember, davon 976 in der Landgemeinde, 94 im Gutsbezirk Miittel Stetsch und 101 im Gutsbezirk Ober Stentsch<ref>Königliches statistisches Bureau: Viehstandslexikon für den preußischen Staat – III. Stadtkreis Berlin und Provinz Brandenburg – Auf Grund der Materialien der Viehzählung vom 1. Dezember 1892 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1894, S. 78, Ziffer 75 (Google Books), und S. 79, Ziffer 110 und 132 (Google Books).</ref> |
| 1895 | 1243 | am 2. Dezember, davon 1049 in der Landgemeinde (1028 Evangelische, 18 Katholiken und drei Juden), 83 im Gutsbezirk Mittel Stentsch (81 Evangelische und zwei Katholiken) und 111 im Gutsbezirk Ober Stentsch (109 Evangelische und zwei Katholiken)<ref name=KSB95 >Königliches Statistisches Bureau: Gemeindelexikon für den Stadtkreis Berlin und die Provinz Brandenburg. Auf Grund der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1898, S. 212–213, Ziffer 75 (Google Books), und S. 214–213, Ziffer 120 und 132 (Google Books).</ref> |
| 1910 | 1204 | am 1. Dezember, davon 1032 in der Landgemeinde,<ref name="mgaz" >Stentsch, Dorf, an der Schwemme, Kreis Züllichau-Schwiebus, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Stentsch (meyersgaz.org).</ref> 80 im Gutsbezirk Mittel Stentsch<ref>Mittel Stentsch, Rittergut, Kreis Züllichau-Schwiebus, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Mittel Stentsch (meyersgaz.org).</ref> und 92 im Gutsbezirk Ober Stentsch<ref>Ober Stentsch, Rittergut, Kreis Züllichau-Schwiebus, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Ober Stentsch (meyersgaz.org).</ref> |
| 1933 | 1165 | <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1939 | 1152 | <ref name="MR" /> |
Religionen
Im früheren Schwiebuser Kreis hatte die Reformation 1538 hier in Stentsch begonnen, als Pastor Bechner im Amt war, bevor sie 1541 in Schwiebus Eingang fand.<ref> Friedrich Gottlob Eduard Anders: Historische Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, nebst einer Kirchen-Charte, Verlag Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1867, S. 743 (Google Books).</ref> Am Weihnachtabend 1614 überfielen Kosaken, die in Meseritz standen, das Dorf Stentsch und ermordeten u. a. den Pfarrer Mag. Leonard Pfeffer (Piperus), der seit 1566 hier im Amt war. Sein Sohn Joachim war von 1600 bis 1616 Prediger in Seeren, bis 1614 in Buckow bei Züllichau, bis 1617 in Stentsch und anschließend Diakon in Schwiebus, wo er am 7. November 1627 starb.<ref>Wilhelm Freier: Das Land Sternberg – Brandenburgische Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Neumark – Nach Urkunden bearbeitet. Verlag der Rosenzweig'schen Buchhandlung (Johann Ivan Rosenzweig), Zielenzig 1892, S. 435 (Google Books).</ref> Im März 1654, als Stentsch mit Klein Dammer eine evangelische Parochie bildete, musste im Rahmen der Gegenreformation die Dorfkirche den Katholiken restituiert werden,<ref>Wilhelm Freier: Das Land Sternberg – Brandenburgische Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Neumark – Nach Urkunden bearbeitet. Verlag der Rosenzweig'schen Buchhandlung (Johann Ivan Rosenzweig), Zielenzig 1892, S. 558 ff. (Google Books).</ref> die schon einmal im Jahr 1629 der Katholischen Kirche hatte zurückerstattet werden müssen.<ref>Johannes Splittberger: Die Gegenreformation im Kreise Schwiebus, in: Jahrbuch für brandenburgische Kirchengeschichte, 9. und 10. Jahrgang, Berlin 1913, S. 268–319, insbesondere S. 288 (Google Books).</ref> 1714 wurden in Stentsch und Muschten neue Kirchen erbaut und unter einem Pastor verbunden; der erste Pastor hieß Böhme.<ref>Friedrich Gottlob Eduard Anders: Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, Verlag Hugo Wagner, Glogau 1848, S. 676 (Google Books).</ref> 1839 wurde die Dorfirche neu aufgebaut, nach 1945 wurde sie zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet. Die Stentscher Dorfbewohner vor 1945 waren mit wenigen Ausnahmen evangelischer Konfessinon.
- Ehemalige evangelische Dorfkirche Stentsch
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Westturm (2011)
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Ansicht von Südosten (2011)
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Ansicht von Nordosten (2008)
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Chor mit Altar (2008)
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört größtenteils der polnischen katholischen Kirche an.
Gemeinde
Zur Landgemeinde Szczaniec gehören 12 Dörfer mit Schulzenamt (sołectwo). Vorlage:Hauptartikel
Persönlichkeiten
- Günther Deneke (1882–1944), dt. Kunsthistoriker und Archivar, lebte zeitweilig auf Gut Ober-Stentsch<ref>Jahrbuch der Johann-Gottfried-Schnabel-Gesellschaft 2006–2008. Hrsg. Johann-Gottfried-Schnabel-Gesellschaft, Röhrig-Universitätsverlag, St. Ingbert 2008, ISBN 978-3-86110-452-0, S. 42.</ref>
- Ingeborg Sommer (1923–2001), Journalistin, Gewerkschafterin und Politikerin (SPD), in Stentsch geboren.
Literatur
- Stentsch, Dorf, an der Schwemme, Kreis Züllichau-Schwiebus, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Stentsch (meyersgaz.org).
- Mittel Stentsch, Rittergut, Kreis Züllichau-Schwiebus, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Mittel Stentsch (meyersgaz.org).
- Ober Stentsch, Rittergut, Kreis Züllichau-Schwiebus, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Ober Stentsch (meyersgaz.org).
- (Gut) Ober-Stentsch, In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie. Band 10, Selbstverlag, Berlin 1867/1868, Blatt 592.
Weblinks
- Amtsbezirk Stentsch (Territorial.de)
Fußnoten
<references />