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Suchohrdly

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Vorlage:Infobox Ort in Tschechien

Datei:Center of Suchohrdly, Znojmo District.jpg
Ortszentrum
Datei:Suchohrdly (ZN), obecní sklep, 2016 (02).jpg
Gemeindekeller
Datei:Bell tower in Suchohrdly, Znojmo District.jpg
Glockenturm
Datei:World War I memorial in Suchohrdly, Znojmo District.jpg
Kriegerdenkmal

Suchohrdly (deutsch Zuckerhandl) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt durch das Flüsschen Leska getrennt, östlich der Stadt Znojmo (Znaim) in Südmähren. Das Dorf selbst ist als ein Längsangerdorf angelegt.

Geographie

Nachbarorte sind Kuchařovice im Norden, Dobšice (Klein Teßwitz) und Dyje (Mühlfraun) im Süden.

Geschichte

Das Dorf Zuchoherde wurde 1226 erstmals urkundlich erwähnt und später mit Czuchohurdel bezeichnet. Matriken werden seit 1580 geführt.<ref>Onlinesuche über das Landesarchiv Brünn Acta Publica Registrierungspflichtige Online-Recherche in den historischen Matriken des Mährischen Landesarchivs Brünn (cz, dt). Abgerufen am 24. April 2011.</ref> Während des Dreißigjährigen Krieges wurde es verlassen und lag bis 1670 wüst.

Nach der Wiederbesiedlung durch deutschstämmige Siedler entstand der Ortsname Zuckerhandl, der seit 1728 allgemein gebräuchlich wurde. Die von den Einwohnern bis ins Jahre 1945 gesprochene „ui“- Mundart (bairisch-österreichisch) mit ihren speziellen Bairischen Kennwörtern weist darauf hin, dass die Siedler aus dem österreichischen bzw. süddeutschen Raum stammten.<ref>Leopold Kleindienst: Die Siedlungsformen, bäuerliche Bau- und Sachkultur Südmährens, 1989, S. 9</ref><ref> Hans Zuckriegl: Wörterbuch der südmährischen Mundarten. Ihre Verwendung in Sprache, Lied und Schrift. 25,000 Dialektwörter, 620 S. Eigenverlag. 1999.</ref> Der Ort gehörte immer zur Herrschaft des Klosters Bruck. Nachdem dieses 1784 aufgelöst worden war, kam es zu einem Herrschaftswechsel.<ref>Walfried Blaschka, Gerald Frodl: Der Kreis Znaim von A bis Z, 2009</ref> Im Jahre 1798 erwarben die Grafen Ugarte den Ort und vereinten ihn mit den Dörfern Brenditz, Krawska und Mramotitz zur gemeinsamen Allodherrschaft Brenditz, in dieser Zeit kam es verstärkt zum Zuzug von Einwohnern tschechischer Nationalität. Zuckerhandl blieb jedoch das einzige Dorf des tschechischen Siedlungsgebiets um Znaim, das auch im 19. Jahrhundert noch mehrheitlich von Deutschen bewohnt war. Während der Napoleonischen Kriege wurde Zuckerhandl 1805 von den Franzosen geplündert. 1809 besetzen diese erneut den Ort und auf dem Hurkahügel errichtete Napoléon während der Schlacht bei Znaim sein Feldlager. Dort steht heute die Napoleon-Eiche. Das Schulgebäude des Ortes wurde im Jahre 1835 gebaut und im Jahre 1891 umgebaut. Bis dahin waren die Kinder von Zuckerhandl in Klein-Teßwitz eingeschult.

Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften, kam der Ort 1848, zum Znaimer Bezirk. Im Jahre 1855 starben 80 Bewohner an der Cholera. Die Freiwillige Feuerwehr wurde im Jahre 1896 gegründet. Die Napoleon-Eiche wurde im Jahre 1909 von einem Blitz getroffen und zerstört. Sie wurde durch eine neue Eiche ersetzt. Die Ortsbewohner waren größtenteils in der Landwirtschaft tätig. Die Haupteinnahmequellen waren hier Kirschen, Wein und Gurken.<ref>Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren. 1836, s.102</ref> Der Zuckerhandler Wein galt als würzig und war wegen seiner hoher Qualität als einer der besten im Znaimer Kreis.<ref>Gustav Gregor: Der politische Bezirk Znaim Band 4 (1970) S. 152</ref> Um das Jahr 1864 kam die Reblaus nach Südmähren und zerstörte große Teile der Weinernten. Von diesem Schlag erholte sich der Weinbau in Zuckerhandl nie wieder und bis ins Jahre 1925 verringerte sich die Menge des angebauten Weines um 90 %.<ref>Hans Zuckriegl: Ich träum von einem Weinstock, Kapitel 7, S. 261</ref>

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Vertrag von Saint-Germain<ref>Felix Ermacora: Der unbewältigte Friede: St. Germain und die Folgen; 1919–1989 , Amalthea Verlag, Wien, München, 1989, ISBN 3-85002-279-X</ref> 1919, wurde der Ort Teil der Tschechoslowakischen Republik. In der Zwischenkriegszeit kam es durch neue Siedler und neu ernannte Beamte zu einem vermehrten Zuzug von Personen mit tschechischer Nationalität, auch wurde eine tschechische Minderheitenschule eröffnet.<ref>Wolfgang Brügel: Tschechen und Deutsche 1918–1938, München 1967</ref> nach dem Münchner Abkommen wurde Zuckerhandl zum 1. Oktober 1938 ein Teil des deutschen Landkreises Znaim. Von 1939 bis 1945 war das Dorf nach Znaim eingemeindet.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Zuckerhandl 25 Opfer zu beklagen. Nach dessen Ende wurde der Ort wieder der Tschechoslowakei zugeordnet. Vor den einsetzenden Nachkriegsexzessen durch militante Tschechen und nationale Milizen floh der Großteil der deutschen Bürger nach Österreich oder wurde über die Grenze vertrieben. Dabei fanden zwei Personen den Tod.<ref name="ReferenceA">Vorlage:BibISBN</ref> Bis auf eine Person wurden die restlichen 76 Ortsbewohner zwischen dem 2. März und dem 18. Juni 1946 in organisierten Transporten nach Westdeutschland ausgesiedelt.<ref name="ReferenceA"/> Die in Österreich befindlichen Zuckerhandler wurden entsprechend den im Potsdamer Kommuniqués genannten „Transfer“-Zielen bis auf zwei Familien nach Deutschland abgeschoben. Zwei Familien wanderten in die USA aus.<ref name="ReferenceA"/><ref>Cornelia Znoy: Die Vertreibung der Sudetendeutschen nach Österreich 1945/46, Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie, Geisteswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien, 1995</ref><ref>Emilia Hrabovec: Vertreibung und Abschub. Deutsche in Mähren 1945 – 1947, Frankfurt am Main / Bern / New York / Wien (= Wiener Osteuropastudien. Schriftenreihe des Österreichischen Ost- und Südosteuropa Instituts), 1995 und 1996</ref> Zwischen dem 1. August 1976 und 31. Dezember 1997 war Suchohrdly erneut nach Znojmo eingemeindet.

Ortsgliederung

Zu Suchohrdly gehört die Ansiedlung Purkrábka (Burgholzer Hof, auch Jesuitenhof).

Wappen und Siegel

Das Gemeindesiegel zeigt nebeneinander stehend eine Traube und ein Winzermesser.<ref>Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae, Band VII, S. 575</ref> Das Wappen zeigt nebeneinander eine Traube und einen Drachen.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner gesamt Volkszugehörigkeit der Einwohner
Jahr Deutsche Tschechen Andere
1880 473 473 0 0
1890 627 522 105 0
1900 738 665 73 0
1910 757 668 89 0
1921 813 593 196 24
1930 871 626 213 32

<ref>Josef Bartoš, Jindřich Schulz, Miloš Trapl: Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960. Band 9: Okresy Znojmo, Moravský Krumlov, Hustopeče, Mikulov. Profil, Ostrava 1984.</ref>

Sehenswürdigkeiten

  • Kapelle der hl. Margareta (1829)
  • 4 Heiligenstatuen (1721) auf dem Fahrweg nach Töstitz
  • Kriegerdenkmal, errichtet 1920, es wurde 1945 von Tschechen zerstört und 2014 restauriert

Brauchtum, Märchen, Sagen

Reiches Brauchtum, wundersame Märchen und geheimnisumwitterte Sagen bereicherten das Leben der 1945/46 vertriebenen, deutschen Ortsbewohner:

  • Traditionell gab es jährlich am 4. Mai eine Prozession nach Mühlfraun zu Ehren des Ortspatrons, des hl. Florian.
  • Und zu Maria Himmelfahrt nach Pöltenberg.

Literatur und Quellen

  • Ilse Tielsch-Felzmann: Südmährische Sagen. 1969, München, Verlag Heimatwerk
  • Wenzel Max (Hrsg.): Thayaland. Volkslieder und Tänze aus Südmähren. 2. Auflage. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen/Steige 1984.
  • Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren, Zuckerhandl, S. 45, C. Maurer Verlag, Geislingen/Steige 1990, ISBN 3-927498-13-0
  • Bruno Kaukal: Die Wappen und Siegel der südmährischen Gemeinden , Zuckerhandl, S. 168f, Josef Knee, Wien 1992, ISBN 3-927498-19-X
  • Hans Zuckriegl: Im Märchenland der Thayana, 2000
  • Hans Zuckriegl: Die Znaimer Gurke
  • Hans Zuckriegl: Ich träum von einem Weinstock – Enzyklopädie des Weinbaues in Südmähren, Eigenverlag, Unterstützt von der Kulturabteilung des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung.
  • Emilia Hrabovec: Vertreibung und Abschub. Deutsche in Mähren 1945 – 1947, Frankfurt am Main / Bern / New York / Wien (= Wiener Osteuropastudien. Schriftenreihe des österreichischen Ost- und Südosteuropa Instituts), 1995 und 1996
  • Vorlage:BibISBN
  • Kurt Nedoma: Südmährische Legende, verwehte Spuren, Gedichte, Verlag: Südmährischer Landschaftsrat, 2001, ISBN 3-927498-28-9

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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