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Dobšice u Znojma

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dobšice
Wappen von Dobšice
Basisdaten
Staat: TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Znojmo
Fläche: 473 ha
Geographische Lage: 48° 51′ N, 16° 5′ OKoordinaten: 48° 51′ 2″ N, 16° 4′ 59″ O
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Höhe: 214 m n.m.
Einwohner: 2.334 (1. Jan. 2023)<ref>Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB) </ref>
Postleitzahl: 671 82
Kfz-Kennzeichen: B
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jaroslav Jenšovský (Stand: 2009)
Adresse: Brněnská 70
671 82 Dobšice
Gemeindenummer: 546941
Website: www.dobsice.cz

Dobšice (deutsch Klein Teßwitz) ist eine Gemeinde im Okres Znojmo (Bezirk Znaim), Jihomoravský kraj (Region Südmähren) in der Tschechischen Republik. Sie liegt etwa 1,5 km südöstlich der Stadt Znojmo und etwa 9 km von der Grenze zu Österreich entfernt. Der Ort ist als ein Mehrstraßendorf angelegt.

Geschichte

Die Anlage des Ortes und die 1945 gesprochene Ui-Mundart (bairisch-österreichisch) mit ihren speziellen Kennwörtern weisen auf eine Besiedlung durch bayrische deutsche Stämme hin, wie sie um 1050, aber vor allem im 12/13. Jahrhundert erfolgte.<ref>Leopold Kleindienst: Die Siedlungsformen, bäuerliche Bau- und Sachkultur Südmährens, 1989, S. 9</ref> Im Jahre 1190 wurde der Ort zum ersten Mal unter den Stiftungsgütern des Klosters Bruck erwähnt. Der Ort blieb bis zur Auflösung der Klöster, 1784, unter Kaiser Joseph II. unter der Herrschaft des Klosters Bruck. Während der Zeit der Reformation galt der Ort ab dem Jahre 1580 als lutherisch, doch bereits ab 1610 wurde Klein Teßwitz wieder katholisch. Im Dritten Koalitionskrieg wurde der Ort 1805 von russischen Truppen geplündert, während im Jahre 1809 die Schlacht bei Znaim bei Klein-Teßwitz ausgetragen wurde. Hierbei wurde während der Kampfhandlungen der Ort in Brand geschossen.

1832 vernichtete ein Feuer mehrere Häuser im Ort. Im Jahre 1834 wütete die Cholera und forderte viele Opfer unter den Teßwitzern. Während des Deutsch-Österreichischen Krieges besetzten preußische Truppen Teßwitz. Diese schleppten abermals die Cholera in den Ort ein. Eine Freiwillige Feuerwehr wurde im Jahre 1891 gegründet.

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Schreibweise des Ortes mehrmals. So schrieb man bis 1678 „Tesznitz“. Der Zusatz „Klein-“ wurde im Jahre 1846 in einer Kanzlei-Niederschrift in Znaim zum ersten Mal verwendet. Dies wurde eingeführt um den Ort vom gleichnamigen „Teßwitz an der Wiese“ zu unterscheiden.<ref>Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae, Band IV, S. 334</ref>

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Friedensvertrag von Saint Germain,<ref>Felix Ermacora: Der unbewältigte Friede: St. Germain und die Folgen; 1919–1989 , Amalthea Verlag, Wien, München, 1989, ISBN 3-85002-279-X</ref> 1919, wurde der Ort, dessen Bewohner im Jahre 1910 ausschließlich Deutschsüdmährer waren, Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. Durch die Neubesetzung von Beamtenposten und durch die nahen Industrieanlagen in Znaim kam es in der Zwischenkriegszeit zu einem vermehrten Zuzug von Personen tschechischer Nationalität. Bei den Landtagswahlen 1928 erhielten die deutschen Parteien 342 und die tschechischen Parteien 46 Stimmen. Bis zur Errichtung der Frainer Talsperre litt die Gemeinde unter Eisstößen und Überschwemmungen.<ref>Walfried Blaschka, Gerald Frodl: Der Kreis Znaim von A bis Z,2009</ref> Nach dem Münchner Abkommen, kam der Ort 1938 an das Deutsche Reich und wurde Teil des Landkreises Znaim. Am 1. April 1939 wurde der Ort nach Znaim eingemeindet.

Im Zweiten Weltkrieg hatte der Ort 51 Opfer zu beklagen. Nach dessen Ende, am 8. Mai 1945, kamen die im Münchner Abkommen an Deutschland übertragenen Territorien wieder zur Tschechoslowakei zurück. Bis auf 50 Personen flohen alle deutschen Ortsbewohner vor den einsetzenden Nachkriegsexzessen durch militante Tschechen oder wurden über die Grenze nach Österreich vertrieben. Durch Misshandlungen kamen drei Zivilpersonen zu Tode.<ref>Gerald Frodl, Alfred Schickel: Der Kreis Znaim von A-Z Maurer, Geislingen/Steige, 2010, S. 378</ref><ref>Alfred Schickel, Gerald Frodl: Geschichte Südmährens. Band III. Maurer, Geislingen/Steige 2001, S. 308, ISBN 3-927498-27-0.</ref> Zwischen dem 9. Juli und dem 27. August 1946 wurden die letzten 50 Personen über Znaim nach Deutschland vertrieben. Der Ort wurde neu besiedelt. Die in Österreich befindlichen Ortsbewohner wurden, bis auf einen kleinen Teil, in Übereinstimmung mit den ursprünglichen Überführungs-Zielen des Potsdamer Kommuniqués nach Deutschland weiter transferiert.<ref></ref> Seit 2006 hat das Unternehmen Vinařství Lahofer seinen Sitz im Ort.

Matriken werden seit 1580 geführt. Alle Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken bis zum Jahre 1949 befinden sich im Landesarchiv Brünn.<ref>Acta Publica Online-Recherche in den historischen Matriken des Mährischen Landesarchivs Brünn. Moravský zemský archiv v Brně, abgerufen am 23. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wappen und Siegel

Das Gemeindesiegel des Ortes stammte aus dem 19. Jahrhundert. Es zeigt in einer Umschrift ein Winzermesser und eine Traube. Das Siegel wurde aber ab dem Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr verwendet. Ab dem 20. Jahrhundert wurde ein bildloser Schriftstempel, der ab dem Jahre 1920 zweisprachig war, verwendet.<ref>Bruno Kaukal:Die Gemeinden des Thayabodens,1987</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner gesamt Volkszugehörigkeit der Einwohner
Jahr Deutsche Tschechen Andere
1880 729 712 11 6
1890 996 812 183 1
1900 924 917 4 3
1910 931 931 0 0
1921 927 731 140 56
1930 1079 772 260 47

<ref>Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960, sv.9. 1984</ref>

Sehenswürdigkeiten

Datei:Kapelle Klein Teßwitz.jpg
Ansicht der Kapelle des hl. Johannes von Bruckbach
  • Kapelle zum hl. Johannes von Bruckbach mit Glockenturm
  • Statue des Hl. Johannes von Nepomuk (1733)
  • Dreifaltigkeitsmarter (1734)
  • Kriegerdenkmal (1920)

Söhne und Töchter des Dorfes

  • Rosa Vogeneder geb. Rauberger (* 1923), Volksmunddichterin.

Literatur

  • Wenzel Max: Thayaland, Volkslieder und Tänze aus Südmähren, 1984, Geislingen/Steige
  • Bruno Kaukal: Die Wappen und Siegel der südmährischen Gemeinden, Klein Teßwitz s. 112, Josef Knee, Wien 1992, ISBN 3-927498-19-X
  • Aloisia Glanzl-Lorenz: Klein Teßwitz 1190-1945,2004

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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