Stöffin
Stöffin Stadt Neuruppin
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(227)&title=St%C3%B6ffin 52° 52′ N, 12° 45′ O
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| Höhe: | 44 m ü. NN | |||||
| Einwohner: | 227 (31. Dez. 2023)<ref>Statistiken der Fontanestadt Neuruppin. (PDF; 61 kB) Stadt Neuruppin, abgerufen am 31. Dezember 2024.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 6. Dezember 1993 | |||||
| Postleitzahl: | 16833 | |||||
Lage von Stöffin in Brandenburg
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Stöffin ist ein Ortsteil der Kreisstadt Neuruppin im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin.
Am 6. Dezember 1993 wurde Stöffin nach Neuruppin eingemeindet.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref>
Geografie
Das Straßendorf Stöffin liegt etwa 7 Kilometer südwestlich der Kernstadt von Neuruppin, an der Bundesautobahn 24.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus 1256 als Steuin in anderen Urkunden auch als Steffin, Stevin und Stoffin benannt. Eine Namensdeutung leitet sich vom slawischen Wort Stavn ab und bedeutet am stehenden Wasser liegendes Dorf.<ref>Märkische Oderzeitung, 5. September 2005, S. 10.</ref> Der Ort hat schon vom selben Jahr an einen eigenen Pfarrer namens Dom. Arnold und die Kirche gehört ab 1581 zur Filiale von Protzen.<ref name="ring2" /> Um 1490 war Stöffin ein Teil der im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin unter der Landesherrschaft der Grafen von Lindow-Ruppin.
Im Jahre 1447 hatte Stöffin drei Rittergüter die der Familie von Gadow gehörten und im Jahre 1617 verpfändeten Christoph und Matthias Ludewig von Gadow den Besitz an den Magistrat zu Neuruppin. Der Magistrat erhielt ein Gut zum Eigentum als Lehngut vom Kurfürsten Georg Wilhelm (Brandenburg) (was jeweils 1651 und 1699 seine Bestätigung fand). Es wurde zu dieser Zeit als Kämmerei Gut bezeichnet und hatte 6 freie Hufen und bestand aus 3 Bauernhöfen und einem extra Bauernhof der Ruppiner Kirche der von der Kalandbruderschaft verwaltet wurde. Die beiden anderen Güter gingen an die von Quast zu Protzen und denen von Jurgaß zu Ganzer. Das letztgenannte v. Jurgaßsche Rittergut ging in Nachfolge an die Familie von Rohr, die im Jahr 1708 auch das Gut derer von Quast kauften. Somit ging am 30. November 1709 der Gesamtbesitz an Stöffin und Wustrau an Hans Wilhelm, Karl Ehrenreich, Ludolf Otto und Joachim Friedrich von Rohr.<ref>Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz: Gesamthand. In: 1705–1709. Archivdatenbank.GStA.Spk-Berlin.de., 2022, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref> In der Folge besaß das Fräulein von Knobloch zu Pessin zwei Anteile des Gutes zu 7 (von Abgaben) freien Hufen Ackerland, 4 freie Pfarrhufen, 1 freies Kirchenhufe und 7 Bauernhöfen. Der Erbzins-Besitzer des Kämmerei Gutes war zu jener Zeit Amtmann Bath und Stöffin hatte 13 Ganzbauern (Vollhüfner) (davon besaßen zwei Bauern von Abgaben befreite Höfe) mit 42 Hufen von mittelmäßiger Güte und Wiesen zur Heugewinnung im Wustrauschen-, Protzenschen- und Fehrbellinscher Luch.
Rückblickend zu Stöffin, dass Dorf brannte 1638 gänzlich nieder und hatte lange mit den Nachwirkungen des Dreißigjährigen Kriegs zu tun, da noch 1687 11 Bauernhöfe brach lagen und mit Tierseuchen, durch die in den Jahren 1749, 1751 und 1762 die Bauern ihren Viehbestand verloren. Ebenso im Jahr 1762 verstarb der damalige Erbherr zu Stöffin, Caspar Otto Christoph von Rohr, preußischer Landrat im Kreisbereich Ruppin.
Unter den Einwohnern im Jahre 1798 befanden sich 3 Hirten, 11 Einlieger, 1 Schmidt und Zimmermann, 2 Schäfer und 64 Dienstboten. Das Patronatsrecht und die Gerichtsbarkeit lag bei den Gütern. Stöffin gehörte von 1773 bis 1872 dem Grafen von Königsmarck zu Berlitt (bekannt sind Generalmajor Hans Christoph von Königsmarck (1701–1779), sein Großneffe Hans Valentin Ferdinand von Königsmarck (1773–1849) und sein älterer Sohn Hans Karl Albrecht von Königsmarck (1799–1876)).<ref name="ring2" />
Um 1880 bestanden am Ort zwei Rittergüter. Stöffin I mit 372 ha war im Eigentim der Grafen Königsmark, Stöffin II mit 290 ha im Besitz der bürgerlichen Familie Scherz, welche zugleich eine Brennerei betrieb.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. I. (Band 1): Das Königreich Preussen. 1. Lieferung: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlagsbuchhandlung Rudolf Stricker, Berlin Januar 1879, S. 156 f.</ref> Vor 1914 gab es nur noch das Rittergut I der Grafen Königsmark, vertreten durch Graf Hans von Königsmark (1865–1943), Sohn des Carl von Königsmarck. Hans von Königsmarck war Major und Erbhofmeister der Kurmark Brandenburg mit Hauptwohnsitz auf Schloss Plaue bei Brandenburg a. H. Die Begüterung bestand aus Stöffin In mit Gut Wahlendorf und Vorwerk Sankt Jürgen, gesamt 822 ha. Als Verwalter agierte Oberinspektor H. Kackebart, als Pächter ein Herr v. d. Oelsnitz.<ref>Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Verzeichnis. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer`s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach`sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 130 f.</ref> Vor 1930 stellt sich ein ähnliches Bild dar. Hans Graf von Königsmark-Plaue ist Gutsherr, das Gut ist in Pacht, dieses mal bei Max Wittstock. Nach amtlichen Quellen ist er ebenso Pächter von Stöffin II, über welches mehrere Jahrzehnte keine Kenntnisse vorlagen.<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner, A. Haußknecht, GF L. Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Brandenburg. 1929. Verzeichnis. In: Niekammer`s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Selbstverlag von Niekammer`s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 107.</ref> Letzter Gutsherr von 1943 bis 1945 wurde Hans Guido Graf von Königsmarck (1902–1979), auf Plaue und Netzeband, dessen Verwandte noch weiteren Güter in Brandenburg und Mecklenburg innehatten.<ref>Walter von Hueck, Erik Amburger, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1973. Band VII, Band 56 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, S. 245 f.</ref>
Die Dorfkirche
Die Feldsteinkirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Die Kirche ist ein einschiffiger Bau aus Feldstein. Der Kirchturm, erst im Jahre 1659 erbaut, wurde am 8. Dezember 1703 durch Sturmböen umgerissen und begrub das Kirchenschiff unter sich. Die Reparatur der Kirche mit Turm erfolgte im Jahre 1727. Im Inneren befindet sich ein Altaraufsatz (Altarretabel), die Kanzel aus demselben Jahr und eine Sakramentsnische des 16. Jh. mit Schablonenmalerei, zur damaligen Aufbewahrung der Abendmahl- und Taufutensilien (lat. Vasa sacra).<ref>Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V.: Dorfkirche Stöffin. In: Dorfkirchen. Altekirchen.de., 2022, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref> Die Kirche gehört zur evangelischen Gesamtkirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.<ref name="ring2">Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 597 bis 598 (Digitalisat).</ref> Die Kirche erhält im Jahre 1869 eine Orgel, vom Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller.
Die Feuerwehr
Am 10. Oktober 2009 wurde im Rahmen der Umstrukturierung der Feuerwehr Neuruppin aus der Freiwilligen Feuerwehr Stöffin zusammen mit den Feuerwehren aus dem Wohnplatz Treskow und dem Ortsteil Buskow der neue Löschzug Südwest gebildet. Zeitgleich erfolgte die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses für diesen Löschzug an der Hermann-Riemschneider-Straße 2 in Neuruppin.
Einwohnerentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Stöffin<ref name="ring" /> | |||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1766 | 1785 | 1798 | 2017 | |||||||||||||
| Einwohner | 171 | 172 | 192 | 232 | |||||||||||||
Historische Landwirtschaft
| Aussaat und Tierbestand Stöffin (mit Gut) im Jahre 1798<ref name="ring">Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 598 (Digitalisat).</ref> | |||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Aussaat | Weizen | Roggen | Gerste | Hafer | Erbsen | Wicken | Kartoffeln | Leinsamen | |||||||||
| Menge | 11 Scheffel | 35 Winspel 1 Scheffel | 13 Winspel 6 Scheffel | 15 Winspel 11 Scheffel | 3 Winspel 13 Scheffel | 10 Scheffel | 7 Winspel | 1 Winspel 13 Scheffel | |||||||||
| Tierbestand | Pferde | Rinder | Schafe | ||||||||||||||
| Stück | 65 | 172 | 992 | ||||||||||||||
Politik
Ortsbeirat
- Ortsvorsteher Harald Krumhoff
- Ortsbeiratsmitglieder Jan Gehrt, Frank Steiner
Vereine
- Heimat- und Kulturverein Stöffin 2008 e. V. mit Dorfgemeinschaftshaus<ref name="neur">Stadt Neuruppin, Stand 14. Dezember 2022.</ref>
Sehenswürdigkeiten
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Sagen
<poem style="margin-left:2em;"> Der Schäfer von Stöffin Ein Schäfer verzog einmal von Stöffin nach Dahlhausen in der Prignitz, wo es ihm nicht gefiel. Einst trat er auf eine Anhöhe, sah mit schwerem Herzen nach der Richtung von Stöffin und rief: „Stöffin, Stöffin, du schönes Land Ruppin!“ „Dålhûsen is Kåhlhûsen!“ „Ên Ei? – Ick bliew hier nich!“ – „Twê Eier un’n Büss vull Botter“, „Wenn’t sô noch woll, denn bliew ick woll!“
Mitgeteilt durch Herrn Lehrer Fehse zu Dierberg<ref>Karl Eduard Haase: 73. Der Schäfer von Stöffin. In: Volkstümliches aus der grafschaft Ruppin und Umgegend. Band (Teil) 1: Sagen. Verlag Rudolf Petrenz, Neu Ruppin 1887, S. 73. (Digitalisat)</ref>
</poem>
Literatur
- Matthias Metzler: Denkmale in Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Teil 1: Stadt Neuruppin. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland – Denkmale in Brandenburg. Band 13.2, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1996, ISBN 3-88462-135-1, S. 349–354.
Weblinks
- Landschleicher vom rbb (So 14. Dezember 2014 Video (4:27 min)) Stöffin
- Historische Karte Mayers Ortslexikon Stöffin erkunden (Meyersgaz.org.)
Einzelnachweise
<references />
Ortsteile: Alt Ruppin | Buskow | Gnewikow | Gühlen-Glienicke | Karwe | Krangen | Lichtenberg | Molchow | Nietwerder | Radensleben | Stöffin | Wulkow | Wuthenow
Gemeindeteile: Binenwalde | Boltenmühle | Kunsterspring | Neuglienicke | Pabstthum | Radehorst | Rheinsberg-Glienicke | Seehof | Steinberge | Stendenitz | Zermützel | Zippelsförde
Wohnplätze: Alte Schäferei | Ausbau Nietwerder | Ausbau Wulkow | Bechlin | Birkenhof | Bürgerwendemark | Bütow | Dietershof | Fristow | Gentzrode | Gildenhall | Heidehaus | Hermannshof | Lietze | Musikersiedlung | Neumühle | Quäste | Rägelsdorf | Roofwinkel | Rottstiel | Stöffiner Berg | Tornow | Treskow