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Streisand-Effekt

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(Weitergeleitet von Streisandeffekt)
Datei:Streisand Estate.jpg
Auslöser von Rechtsstreitigkeiten war diese Aufnahme für das California Coastal Records Project, auf der auch das Streisand-Anwesen zu sehen ist.

Der Streisand-Effekt<ref>Mascha Carina Bilsdorfer: Polizeiliche Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Netzwerken, 2019. ohne Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> bezeichnet ein soziologisches Phänomen, bei dem der ungeschickte Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken, das genaue Gegenteil erreicht, weil er die öffentliche Aufmerksamkeit auf ebendiese Information lenkt und so ihre allgemeine Verbreitung fördert.

Herkunft der Bezeichnung

2003 verklagte die Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand den Fotografen Kenneth Adelman und Pictopia.com erfolglos auf Zahlung von 50 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Dieser hatte in 12.000 Luftaufnahmen der Küste Kaliforniens die Küstenerosion dokumentiert. Dabei wurden unter Tausenden Häusern fünf durch die Angabe des Eigentümers hervorgehoben, darunter Streisands Anwesen. Streisand sah durch die Angabe der Koordinaten und Angabe des Besitzers die Sicherheit ihrer Person und ihrer Familie gefährdet.<ref>Barbra Streisand: My Name Is Barbra. Autobiographie. Luftschacht, Wien 2024, ISBN 978-3-903422-50-6, S. 1050–1051.</ref> Dabei war das fragliche Foto bis dahin nur sechsmal heruntergeladen worden, darunter zweimal von ihren Anwälten.<ref>John A. Clarke (Hrsg.): Ruling on Submitted Matters, Tentative Decision and Proposed Statement of Decision. Superior Court of the State of California, County of Los Angeles, West District, Los Angeles 3. Dezember 2003, Case No. SC 077 257, S. 6 (californiacoastline.org [PDF]).</ref> Erst diese Klage machte die Öffentlichkeit auf das Foto aufmerksam, worauf es sich lawinenartig im Internet verbreitete.

Zwei Jahre später, im Jahr 2005, schrieb der Journalist Mike Masnick über einen anderen Fall, in dem eine Abmahnung wegen eines veröffentlichten Bildes ebenfalls erst dazu geführt hatte, dass dieses wirklich bekannt wurde. Masnick schlug vor, dieses Phänomen „Streisand-Effekt“ zu nennen.<ref>Mike Masnick: For 10 Years Everyone’s Been Using ‘The Streisand Effect’ Without Paying; Now I’m Going To Start Issuing Takedowns. In: Techdirt. 8. Januar 2015, abgerufen am 24. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Justin Parkinson: The perils of the Streisand effect. In: bbc. 31. Juli 2014, abgerufen am 23. Juni 2025.</ref>

Motivation

Grund für das Entfernen von Informationen kann eine angenommene Verletzung von Persönlichkeitsrechten sein. Beispielsweise wird dabei der Zugriff auf ein Foto, eine Datei oder auch auf eine vollständige Website beziehungsweise deren Bereitstellung durch vorläufigen Rechtsschutz untersagt. Selbst bei Erfolg kann sich die bekämpfte Information beispielsweise durch „Spiegelungen“ im Internet oder Verbreitung in Filesharing-Netzen weiter ausbreiten.<ref name="London">David Canton: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Today’s Business Law: Attempt to suppress can backfire. (Memento vom 30. Juli 2013 im Internet Archive) In: London Free Press, 5. November 2005 (archiviert auf der Website des Autors). Zugriff am 2. April 2016. The Streisand effect is what happens when someone tries to suppress something and the opposite occurs. The act of suppressing it raises the profile, making it much more well known than it ever would have been.</ref><ref>Sunshine Mugrabi: YouTube—Censored? Offending Paula Abdul clips are abruptly taken down. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Februar 2007; abgerufen am 2. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Another unintended consequence of this move could be that it extends the kerfuffle over Ms. Abdul’s behavior rather than quelling it. Mr. Nguyen called this the “Barbra Streisand effect,” referring to that actress’s insistence that paparazzi photos of her mansion not be used.“</ref>

Der Effekt ist verwandt mit dieser Beobachtung John Gilmores: The Net interprets censorship as damage and routes around it. („Das Netz fasst Zensur als Beschädigung auf und umgeht sie.“)<ref>Zitiert nach: Philip Elmer-Dewitt: First Nation in Cyberspace. In: Time International, 6. Dezember 1993, No. 49.</ref> Dies ist vergleichbar mit einem regenerativen Organismus. Der Effekt entsteht jedoch nicht automatisch, sondern als Summe gezielter und bewusster Handlungen zahlreicher Individuen, sei es aus Neugier oder aus Überzeugung, etwa zur aktiven Bekämpfung von Zensur.

Gegen negative Firmenmeldungen im Internet bieten Dienstleister mittlerweile an, Hinweise über nachteilige Aussagen frühzeitig an Firmen weiterzugeben, um so die unkontrollierte Verbreitung zu verhindern.<ref>Stefan Schultz: Kommunikationsstratege Martin Grothe. Krisen-Navigator fürs Web der Gerüchte. In: Spiegel Online. 13. September 2009, abgerufen am 3. August 2010.</ref>

Beispiele

Weltweites Internet

Datei:Sample 09-F9 protest art, Free Speech Flag by John Marcotte.svg
Internet-Nutzer verbreiteten dieses Bild als Free Speech Flag (Flagge der Freien Rede) in Blogs, als Avatare in Foren und auf privaten Websites. Die ersten fünfzehn Bytes sind in der RGB-Codierung der fünf Farben repräsentiert, jede Farbe liefert jeweils drei Bytes des AACS-Schlüssels, das sechzehnte Byte sind die Zeichen „C0“ (Hexadezimal) in der unteren rechten Ecke.<ref>John Marcotte: Free Speech Flag. Badmouth.net, 1. Mai 2007, abgerufen am 3. Mai 2007 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Deutschsprachiges Internet

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />