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Starostové a nezávislí

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Vorlage:Infobox Politische Partei

Starostové a nezávislí, abgekürzt STAN (deutsch: Bürgermeister und Unabhängige), ist eine liberale politische Partei in Tschechien. Die Ursprünge der Bewegung reichen bis ins Jahr 2004 zurück, in der heutigen, gesamtstaatlichen Form wurde sie im Jahr 2009 gegründet. Im Fokus der Tätigkeit liegen Fragen der Dezentralisierung. Vorsitzender war ab Februar 2009 Petr Gazdík, seit April 2019 hat Vít Rakušan den Vorsitz inne, der seit 2021 Innenminister in der Regierung Petr Fiala ist.

Geschichte

Bereits am 19. August 2004 ließ sich die Bewegung unter dem Namen „Nezávislí starostové pro kraj“ (abgekürzt NSK, Unabhängige Bürgermeister für die Region) beim Innenministerium der Tschechischen Republik registrieren,<ref name="reg">Rejstřík politických stran a politických hnutí, Datenbank des Innenministeriums der Tschechischen Republik, online auf: aplikace.mvcr.cz/…</ref> wobei sich diese aus unzufriedenen Gemeindebürgermeistern, unabhängigen Kommunalpolitikern sowie politisch aktiven Bürgern zusammensetzte und sich so gut wie ausschließlich auf der Bezirks- bzw. Regionsebene betätigte, insbesondere in der Region Zlín. In anderen Bezirken trat STAN zum Teil unter einigen leicht abweichenden Bezeichnungen auf. Bei den Bezirkswahlen im Herbst 2008 gelang es der Bewegung, in der Region Zlín knapp über 10 Prozent der Stimmen zu erreichen.<ref name="volby2008">Volby do zastupitelstev krajů konané dne 17.10. – 18.10.2008, Wahlen in der Region Zlín 2008, Material des Statistischen Amtes der Tschechischen Republik, online auf: volby.cz/...</ref><ref name="muni">Lukáš Žmolík: Starostové a nezávislí a jejich politická orientace. Masaryk-Universität Brünn, 2018, S. 22ff., online auf: is.muni.cz/...</ref><ref name="gründung">Aus dem Gründungsdokument vom 8. Januar 2009, online auf @1@2Vorlage:Toter Link/www.starostove-nezavisli.czwww.starostove-nezavisli.cz/archiv (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, tschechisch, abgerufen am 12. April 2011.</ref>

Am 19. Februar 2009 trafen sich Vertreter der Bewegung aus 14 Bezirken bei Prag zu einer Versammlung, auf der die Bewegung unter der heutigen Bezeichnung „Starostové a nezávislí“ und auf der gesamtstaatlichen Ebene gegründet wurde. Obwohl der Schwerpunkt der Tätigkeit auf der lokalen Ebene der Bezirkspolitik blieb, war es die Absicht, sich auch auf der Ebene der Politik in der Tschechischen Republik zu etablieren.<ref name="muni" /><ref name="gründung" /> Die Registrierung als „politische Bewegung“ erfolgte beim Innenministerium am 24. Februar 2009, als Vorsitzender wurde Petr Gazdík eingetragen.<ref name="reg" />

Vor den vorgezogenen und durch das Verfassungsgericht schließlich gestoppten Parlamentswahlen 2009 ging die STAN ein Bündnis mit der Partei TOP 09 ein,<ref>Společné prohlášení TOP 09 a Starostů pro volby do PS P ČR 2009 (Erklärung von TOP 09 und Starostové a nezávislí), online auf: www.top09.cz/.../spolecne-prohlaseni... (PDF; 61 kB), tschechisch, abgerufen am 12. April 2011.</ref> das auch weiterhin forthielt und bei den Parlamentswahlen 2010 zu einem erheblichen Erfolg führte: über die Kandidatenliste von TOP 09 (41 Mandate) wurden drei Stan-Repräsentanten in das tschechische Abgeordnetenhaus gewählt.<ref name="pscr2010">Volby do poslanecké sněmovny ČR 2010, online auf: volby.idnes.cz/poslanecka-snemovna-2010, tschechisch, abgerufen am 12. April 2011.</ref> Das Wahlbündnis mit der TOP 09 wurde bei den Abgeordnetenhauswahlen 2013 wiederholt.

Im Vorfeld der Abgeordnetenhauswahlen 2017 verhandelte die STAN mit der KDU-ČSL über ein gemeinsames Wahlbündnis, das letztlich nicht zu Stande kam. Die STAN trat daher erstmals mit einer eigenen Liste an.

Wahlerfolge

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Logo von STAN bis 2017

Im Oktober 2008 gelang es der STAN erstmals in die Politik vorzudringen. Bei den lokalen Wahlen war sie in 4 der insgesamt 14 Bezirke der Tschechischen Republik erfolgreich und errang dabei insgesamt 21 Mandate:<ref>Pressemitteilung vom 13. Februar 2009, Word-Dokument, verlinkt online auf: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.starostove-nezavisli.cz/tiskove-oddeleni (Memento vom 30. Januar 2011 im Internet Archive), tschechisch, abgerufen am 12. April 2011.</ref>

Bei den Regionalwahlen 2010 erhielt die STAN 1.243 von insgesamt 62.178 Mandaten und wurde zur sechststärksten Kraft im Land.<ref>Volby do obecních zastupitelstev ČR 2010, online auf: volby.idnes.cz, tschechisch, abgerufen am 12. April 2011.</ref>

Bei der Abgeordnetenhauswahl 2010 kandidierten einige STAN-Mitglieder auf der Liste der TOP 09, drei von ihnen wurden gewählt.<ref name="pscr2010" />

Bei der vorgezogenen Wahl des Abgeordnetenhauses 2013 kandidierten erneut STAN-Mitglieder auf der Liste von TOP 09, wobei fünf von ihnen gewählt wurden.<ref name="stanvolby">Výsledky voleb, online auf <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.starostove-nezavisli.cz/volby-1/... (Memento vom 22. Mai 2015 im Internet Archive)</ref>

Datei:STANlogoNoveWiki.png
Logo von 2017 bis 2024

2014 nahm die STAN an gleich drei Wahlen teil. In den kommunalen Städte- und Gemeindewahlen im Oktober setzten sich 3.073 Kandidaten durch (bei insgesamt 62.300 Mandaten), dies jedoch meist innerhalb verschiedener Wahlkoalitionen und auf deren Wahllisten.<ref name="stanvolby" /> Bei den zeitgleich stattfindenden Wahlen zum Senat im Oktober konnte der Kandidat von STAN Zbyněk Linhart einen Erfolg verbuchen (33,34 % im ersten Wahlgang, 71,43 % im zweiten Wahlgang), ein weiterer, Jiří Vosecký, der zwar für die STAN kandidierte, obwohl er einer anderen Partei angehörte, wurde ebenfalls gewählt (20,14 % im ersten Wahlgang, 59,32 % im zweiten Wahlgang). Insgesamt wurden noch weitere 18 Kandidaten auf der gemeinsamen Wahlliste mit TOP 09 ins Rennen geschickt.<ref name="stanvolby" /><ref>Volby do Senátu Parlamentu ČR konané dne 10.10. – 11.10.2014, Übersichten des Statistischen Amtes, online auf: www.volby.cz/...</ref> Bei der bereits im Mai stattgefundenen Wahl des Europaparlaments errang die STAN in einer Wahlkoalition mit TOP 09 ein achtbares Ergebnis von knapp 16 %, gleichbedeutend mit 4 Mandaten für die Wahlliste, eins davon direkt für die STAN (von insgesamt 21 Mandaten für die Tschechische Republik).<ref name="stanvolby" /><ref>Mitteilung der Staatlichen Wahlkommission vom 26. Mai 2014 in Gesetz 92/2014 Sb., online auf: aplikace.mvcr.cz/sbirka-zakonu/...</ref>

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Tschechien 2017 am 20. und 21. Oktober 2017 erhielt die STAN 5,18 % der Stimmen und somit 6 Mandate.<ref>Volby do Poslanecké sněmovny Parlamentu České republiky konané ve dnech 20.10. – 21.10.2017, Angaben des Tschechischen statistischen Amtes ČSÚ, online auf: volby.cz/pls/</ref>

Bei der Europawahl 2019, bei der die STAN wieder zusammen mit TOP 09 eine Koalition bildete, erhielten beide zusammen 11,65 % der Stimmen und 3 Mandate, wobei ein Mandat auf die STAN entfiel.<ref name="euro2019">Česko zná jména nových europoslanců, Presseerklärung des Statistischen Amtes der Tschechischen Republik vom 26. Mai 2019, online auf: czso.cz/...</ref>

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Tschechien 2021 trat die STAN im Verbund mit der Piratenpartei an und konnte dabei ihren Sitzanteil stark ausbauen. Die STAN errang 33 Sitze im neuen Parlament (27 mehr als zuvor).

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Tschechien 2025 trat die STAN wieder als Einzelpartei zur Wahl an und erhielt 11,23 % der Stimmen und somit 22 Mandate.<ref>Volby 2025 – Konečné výsledky voleb do Poslanecké sněmovny (100,00 % okrsků sečteno). In: CNN Prima News. 5. Oktober 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einordnung

In Wahlberichten der Böll- und der Mercator-Stiftung wird Starostové a nezávislí zu den proeuropäisch-konservativen beziehungsweise den liberal-konservativen Parteien gezählt.<ref>Nach der Wahl in Tschechien: Das Ende der liberalen Demokratie in „Osteuropa“? vom 26. Oktober 2017 auf boell.de</ref><ref>Die Wahl zum Tschechischen Abgeordnetenhaus 2017 Chmelar, Kristina 2017: Die Wahl zum tschechischen Abgeordnetenhaus 2017, MIDEM-Bericht 02/17, Dresden</ref>

Die Partei wurde im Jahr 2016 in Telepolis mit den Freien Wählern verglichen.<ref>Tschechien: Anti-Establishment-Partei gewinnt Regionalwahlen, Telepolis, online auf heise.de/...</ref>

Weblinks

Commons: Starostové a nezávislí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Im Abgeordnetenhaus
(nach Mandatsstärke)

ANO 2011 (ANO) | Občanská demokratická strana (ODS) | Starostové a nezávislí (STAN) | Česká pirátská strana (Piráti) | Křesťanská a demokratická unie – Československá strana lidová (KDU–ČSL) | Svoboda a přímá demokracie (SPD) | Motoristé sobě (AUTO) | TOP 09

Sonstige
(alphabetisch)

ČSSD – Česká suverenita sociální demokracie | Komunistická strana Čech a Moravy (KSČM) | Koruna Česká (KČ) | Ostravak | Přísaha | Severočeši.cz | SNK Evropští demokraté (SNK ED) | Sociální demokracie (SOCDEM) | Strana soukromníků České republiky (SsČR) | Strana zelených (SZ) | Svobodní | Trikolora | SEN 21 | Volt Česko (Volt)

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