St. Vinzenz (Breslau)
Die St.-Vinzenz-Kirche in Breslau ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist seit dem Jahr 1999 die Kathedrale der Eparchie Breslau-Koszalin der Griechisch-Katholischen Kirche. Das Gotteshaus wurde nach 1234 als Franziskanerkirche errichtet und dem heiligen Jakobus dem Älteren gewidmet. 1530 wurde die Kirche den Prämonstratensern als Ersatz für deren im Stadtteil Elbing gelegenes Vinzenzkloster, das abgetragen worden war, übergeben und dem hl. Vinzenz gewidmet. Nach der Säkularisation des Vinzenzklosters 1810 diente sie als Pfarrkirche.
Die Kirche gehört zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie befindet sich am Plac Biskupa Nankiera (bis 1945 Ritterplatz) in der Altstadt, etwa 500 Meter nordöstlich des Breslauer Rathauses.
Geschichte
Jakobskloster (Franziskaner)
Das genaue Jahr der Ankunft der Franziskaner in Breslau lässt sich nicht genau bestimmen. Möglicherweise kamen sie um 1236 aus Prag. Das Jakobskloster wurde von der herzoglichen Familie, Herzog Heinrich II. „dem Frommen“ und Herzogin Anna von Böhmen, nach 1234 gestiftet und erbaut, ebenfalls die erste Kirche als Klosterkirche mit dem Patrozinium St. Jakob. Herzog Heinrich II. wurde im Chor der Kirche beigesetzt.
Am 16. Dezember 1261 verkündeten Herzogin Anna von Böhmen und deren Söhne Heinrich III. und Wladislaw von Schlesien in Gegenwart des Bischofs Thomas I. in der St.-Vinzenz-Kirche die Verleihung der Stadtrechte für die Breslauer Neustadt nach Magdeburger Recht.<ref>Kurt Engelbert, Josef Engelbert: Die katholischen Kirchen Breslaus. 3. Auflage. Verlag August Lax, Hildesheim 1966.</ref>
Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche im Stil der Gotik umgebaut; das Hauptschiff hat seitdem eine Länge von 77,5 Meter und eine Höhe von 23 Meter.
Prämonstratenserstift St. Vinzenz
1530 wurde das Kloster von den Prämonstratenser-Chorherren übernommen, deren Prämonstratenserstift St. Vinzenz in Elbing vor der Stadtmauer (dort seit 1180/93) aus militärischen Gründen abgerissen worden war. Die Franziskaner siedelten in das Kloster an St. Dorothea um, das von den Augustinern gerade verlassen worden war, weil sie sich der Reformation zugewandt hatten. Jedoch starb das Franziskanerkloster aus ähnlichen Gründen ebenfalls bis 1534 aus.<ref>Chrysogonus Reisch: Geschichte des Klosters und der Kirche St. Dorothea in Breslau nach meist ungedruckten Quellen. Verlag von Görlich & Coch (Rudolf Sprick), Breslau 1908, S. 63.</ref>
In den Jahren 1662 bis 1674 erhielt die Kirche eine barocke Ausstattung, darunter den Hochaltar, der 1667 von Franz Zeller und Georg Czermak geschaffen wurde.
1810 wurde das Prämonstratenserkloster aufgehoben. Anschließend diente die Kirche als Römisch-katholische Pfarrkirche.
Neuzeit
Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche stark beschädigt. Danach wurde sie vom polnischen Staat übernommen, der darin ein Museum einrichten wollte. Die Wiederaufbauarbeiten dauerten bis 1991. 1997 wurde die Kirche von Papst Johannes Paul II. und dem Breslauer Erzbischof Henryk Roman Gulbinowicz der Griechisch-Katholischen Kirche übergeben. In den Jahren 1997–2010 fand eine umfangreiche Restaurierung statt.
Hochberg-Kapelle
Die Hochberg’sche Kapelle (Kaplica Hochberga) entstand durch Umbau der Marienkapelle aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts. In den Jahren 1723 bis 1727 veranlasste der Prämonstratenserabt Ferdinand von Hochberg den Bau eines barocken Mausoleums, das seine Grablege werden sollte. Die Kapelle gehört zu den Meisterwerken des Breslauer Barocks. Der Entwurf stammt von Christoph Hackner. An der künstlerischen Ausgestaltung waren u. a. der aus Bamberg stammende Bildhauer Johann Albrecht Siegwitz, der Böhme Johann Georg Urbansky, der Steinmetz Johann Adam Karinger und der italienische Stuckateur Ignaz Albrecht Provisore beteiligt. Im Altar stand eine Pietà aus dem 15. Jahrhundert, die heute im Nationalmuseum Breslau gezeigt wird. Die Figur in der Kapelle ist eine Nachbildung. In dem Fresko in der Kuppel über dem Altar sind die Sieben Schmerzen Mariens dargestellt.<ref>Pietà, Breslauer Werkstatt. In: Kunstbeziehung. Björn Goldecker, abgerufen am 13. September 2019.</ref><ref>myCity Hunt. Abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>
Die Hochberg-Kapelle wurde im Zweiten Weltkrieg ebenfalls zerstört, ihre originalgetreue Wiederherstellung erfolgte in den Jahren 2000 bis 2013.<ref>Historische und aktuelle Aufnahmen der Hochberg-Kapelle</ref><ref>Fertigstellung der Hochberg-Kapelle, abgerufen am 11. Oktober 2015 (polnisch)</ref>
Grabplatten und Epitaphien
In der Kirche befinden sich Grabplatten und Epitaphien für die Äbte
- J. Thiel († 1545)
- Chr. I. Reuss († 1558)
- Kaspar Schröder († 1625)
- Martin Konrad († 1618)
sowie für
- Wilhelm Borek von Rostropitz († 1641), Landeshauptmann des Fürstentums Breslau<ref>Anna Judith von Boreck und Tworkau, Freiin. Eintrag bei WorldHistory.de.</ref>
- Martin Maximilian von Wackerle († 1705)<ref>Martin Maximilian von Wackerle in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum. </ref>
Literatur
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 1070–1072.
- Izabella Gawin, Dieter Schulze, Reinhold Vetter: Schlesien: Deutsche und polnische Kulturtraditionen in einer europäischen Grenzregion. DuMont-Kunst-Reiseführer, DuMont Verlag, Köln 1999, ISBN 3-7701-4418-X, S. 103.
Weblinks
- Restaurierung des Portals der Vinzenzkirche 2008 (PDF; 1,8 MB)
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 51° 6′ 46″ N, 17° 2′ 17″ O
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