St. Michael (Tüntenhausen)
St. Michael ist die katholische Kirche des Freisinger Ortsteils Tüntenhausen. Seit dem 1. Oktober 2014 ist die Kuratie Tüntenhausen Teil des Pfarrverbandes Neustift, zu dem neben Tüntenhausen noch Haindlfing, Marzling und St. Peter und Paul in Freising-Neustift gehören. Die ehemalige Wallfahrtskirche ist ein geschütztes Denkmal und in der Liste der Baudenkmäler in Freising verzeichnet (Denkmalnummer: D-1-78-124-280).
Geschichte
Die Kirche befindet sich am nördlichen Ortsrand auf einer Anhöhe. Erstmals erwähnt wurde die Kirche in den Konradinischen Matrikeln aus dem Jahr 1315. Vermutlich ist sie und der zugehörige Friedhof aber wesentlich älter. Das heutige Langhaus stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die ursprüngliche gotische Inneneinrichtung aus dieser Zeit wurde im 17. Jahrhundert entfernt.
Ausstattung
Dieser spätgotische Bau (um 1400), der Anfang des 18. Jahrhunderts erneuert wurde, hat einen eingezogenen gewölbten Chor und ein saalartiges gewölbtes Langhaus. Ferner besitzt der Bau eine kleine Westvorhalle mit Ädikulaportal. Der Turm steht an der Südseite, seine Untergeschosse haben Spitzbogenblenden. Der barocke Turmaufsatz als Oktogon ist vermutlich dem Freisinger St. Georgs-Turm nachempfunden. Der reiche Deckenstuck in Chor und Langhaus – feingliedrig und vegetabil – wird Nikolaus Liechtenfurtner zugeschrieben.
Die drei Altarretabel im Osten entstanden um 1660. Das des Hochaltars wurde 1730 durch die Skulpturen der Hll. Sebastian und Florian ergänzt, das Oberbild ist von Johann Schreiber (1660). Der nördliche Nebenaltar zeigt ein Vesperbild und auf der Mensa Halbfiguren der Hll. Katharina und Barbara. Der südliche Nebenaltar hat eine vorzügliche Gruppe der Anna selbdritt (um 1613), mit Halbfiguren der Hll. Josef und Joachim (18. Jahrhundert).
An der Nordwand des Langhauses steht – Ziel der lokalen Wallfahrt – der aufwendig gestaltete Eberhard-Altar (2. Viertel 18. Jahrhundert), der Franz Anton Mallet zugeschrieben wird. Halbfiguren der Hll. Johann Nepomuk und Leonhard.
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Eingangsgitter
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Haupt- und Nebenaltäre
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Hochaltar
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Anna selbdritt im südlichen Nebenaltar
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Vesperbild im nördlichen Nebenaltar
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Eberhard Altar an der Nordwand des Langhauses
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Kanzel
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Empore mit Orgel
Lokale Wallfahrt – Hl. Eberhard
Überlieferung
Folgende Fakten werden von diesem Heiligen überliefert:
- Geboren in Tüntenhausen bei Freising, gestorben in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts (?) daselbst.
- Frommer Hirte, der um 1300 gelebt und schon zu Lebzeiten Wunder gewirkt haben soll. Er zog mit seiner Schafherde bis nach München.
- 1456 ist die Wallfahrt zur Kirche von Tüntenhausen erstmals bezeugt.
- Kanonisation: 1734 erfolgte Eberhards Heiligsprechung.
- Bauern entnahmen Eberhards Grab Erde und mischten sie unter das Futter kranker Tiere; die Heilkraft dieser Erde ist nachgewiesen.
- Seit 1934 ist das Grab geschlossen, seine Gebeine ruhen in der Kirche.
- Er ist ein Patron der Hirten und Haustiere.
- Der Name bedeutet: stark wie ein Eber<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Helmut Zenz SDB: Die bedeutendsten Diözesanheiligen und die wichtigsten Wallfahrten im Erzbistum München und Freising ( vom 15. Januar 2017 im Internet Archive)</ref>
Seit 1938 ruhen die Gebeine des heiligen Eberhard in der Tüntenhauser Kirche in einem gläsernen Schrein, den der Münchner Kardinal Michael Faulhaber gestiftet hat. Das ursprüngliche Grab wurde geschlossen, eine Entnahme der Erde ist nicht mehr möglich.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bd. IV: München und Oberbayern. Deutscher Kunstverlag 1990. ISBN 3-422-03010-7
Weblinks
- Ausführliche Geschichte der Kirche und der Ortschaft (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 48° 25′ 48″ N, 11° 45′ 4,6″ O
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