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St. Johannes der Täufer (Langenlonsheim)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:St. Johannes der Täufer (Langenlonsheim).jpg
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

St. Johannes der Täufer ist eine katholische Pfarrkirche an der unteren Grabenstraße in Langenlonsheim. Die denkmalgeschützte, im neugotischen Stil errichtete Kirche steht unter dem Patrozinium des Heiligen Johannes des Täufers und prägt zusammen mit der evangelischen Pfarrkirche das Ortsbild von Langenlonsheim. Die Kirchengemeinde gehört zur Pfarrei Guldenbachtal-Langenlonsheim im Pastoralen Raum Bad Kreuznach im Bistum Trier.

Beschreibung

Die Kirche ist ein 1907/08 errichteter neuspätgotischer Saalbau, der nach Entwürfen des Architekten Josef Kleesattel aus Düsseldorf erbaut wurde. Das Hauptschiff wird durch hohe schmale Spitzbogenfenster und Strebepfeiler gegliedert. Es ist von Osten nach Westen ausgerichtet, wo das Schiff von einem polygonalen Chor abgeschlossen wird. Hinter dem dritten Joch verläuft das Querschiff der Kirche, dessen nördliche und südliche Wand je eine Rosette ziert. Auf der Vierung von Haupt- und Querschiff erhebt sich ein Dachreiter. Ihm steht im Osten ein Glockenturm auf quadratischem Grundriss gegenüber, der durch Gesimse in drei Geschosse gegliedert wird. Der vorgelagerte Kirchturm trägt einen achtseitigen Spitzhelm und wird von einem Treppentürmchen flankiert. Das Hauptportal befindet sich im Turm im Osten unter einem großen Rosettenfenster. Zwei Nebeneingänge in der östlichen Wand des Querschiffs führen ebenfalls in den Innenraum der Kirche, der von einem Rippengewölbe überspannt ist.<ref>Anna Maria Wellding: Josef Kleesattel: Ein Beitrag zum Kirchenbau des Historismus im Rheinland. In: publications.rwth-aachen.de. Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2018, abgerufen am 15. März 2026.</ref>

Geschichte

Nach Einführung der Reformation im Jahr 1556 durch den pfälzischen Kurfürsten Ottheinrich sowie dem Wechsel der Landesherren und ihrer Untertanen zum reformierten Bekenntnis in den 1580er-Jahren ging auch die Langenlonsheimer Pfarrkirche in protestantischen Besitz über.<ref>Marion Nöldeke: Langenlonsheim. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V., 5. März 2015, abgerufen am 15. März 2026.</ref>

Die katholische Gemeinde von Langenlonsheim war nach der Reformation zunächst eine Filiale von Gensingen. Im Jahr 1805 wurden beide Gemeinden dann Bretzenheim als Filialen zugeordnet.<ref>Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier. Trier 1887, S. 257 f.</ref> Da die Pfarrkirche von Langenlonsheim seit 1658 als Simultaneum genutzt wurde, konnten im Ort bereits vor dem Bau der heutigen Johannes-der-Täufer-Kirche auch katholische Gottesdienste in einem würdevollen Rahmen gefeiert werden.<ref>Friedrich Schmitt u. a.: Ortsgeschichte Langenlonsheim, Wiesbaden 1991 (hrsg. von der Ortsgemeinde Langenlonsheim), S. 317.</ref>

Die Kirche St. Johannes der Täufer wurde von 1907 bis 1908 nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Josef Kleesattel erbaut. Der Grundstein wurde am 21. April 1907 gelegt, am 17. November 1907 fand der Weihegottesdienst statt. Die Einweihung fand am 4. Mai 1908 durch den Trierer Bischof Michael Felix Korum statt. Die Kosten beliefen sich auf 80.000 Mark.<ref>Schmitt, S. 334.</ref>

Ausstattung

Die ursprüngliche Ausstattung aus der Erbauungszeit der Kirche ist weitgehend erhalten.<ref name=":0">Langenlonsheim / Kath. Pfarrkirche St. Johannes d. Täufer. In: DEHIO digital Deutschland. Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg, abgerufen am 15. März 2026.</ref>

Über dem Hauptportal im Osten befindet sich eine kunstvoll geschnitzte Holzempore, auf der die Orgel der Kirche untergebracht ist.<ref name=":0" /> Unter der Empore steht im Nordosten ein hölzerner, ebenfalls kunstvoll geschnitzter Beichtstuhl, an der Wand im Südosten hängt eine Marienikone.

An den beiden Seitenwänden des Hauptschiffs sind die 14 Kreuzwegstationen der Kirche angebracht, jeweils sieben Tafeln an der nördlichen und südlichen Wand. Unmittelbar vor dem Beginn des Querhauses zieren zwei Heiligenfiguren die Wände des Hauptschiffes: im Norden eine Statue des auferstandenen Christus, im Süden eine Darstellung Annas, Maria lesen lehrend.

Das nördliche Querschiff dient als Seitenkapelle. Eine Pietà steht im westlich anschließenden Seitenchor. Im südlichen Querschiff befindet sich das Taufbecken, an der südlichen Außenwand ist eine Kreuzigungsgruppe angebracht.

Der Chorraum wird dominiert von drei neugotischen Buntglasfenstern, welche die Motive Jesu Geburt (links), Jesu Kreuzigung (Mitte) und Jesu Taufe durch Johannes den Täufer (rechts) zeigen. Im Zentrum steht ein blockförmiger Zelebrationsaltar, dessen Front eine Darstellung vom Buch mit den sieben Siegeln aus der Offenbarung des Johannes zeigt. An der westlichen Außenwand des Chores steht ein neugotischer Hochaltar. Im unteren Bereich seines Aufsatzes befindet sich der Tabernakel, darauf steht im oberen Bereich ein hölzernes Kruzifix. Das Kreuz wird flankiert von sechs Heiligenfiguren im Retabel, jeweils drei zu beiden Seiten.

Glocken

Das Geläut von St. Johannes der Täufer besteht aus drei Stahlglocken, die 1946 vom Bochumer Verein gegossen wurden.<ref>Christus Glocke: Langenlonsheim, St. Johannes der Täufer, Vollgeläut (Turmaufnahme). In: youtube.com. 15. September 2024, abgerufen am 15. März 2026.</ref>

Nr. Widmung Durchmesser Schlagton
1 Gott zu Ehren 1170 mm a′
2 Friedensglocke 0995 mm h′
3 Ave Maria 0885 mm cis′′

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 53′ 47,5″ N, 7° 53′ 52,5″ O

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