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Sperrkonto

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Das Sperrkonto ist im Bankwesen ein Bankkonto, dessen Kontoinhaber nur mit Genehmigung eines Dritten darüber verfügen kann bzw. nur beide gemeinsam darüber verfügen können.

Allgemeines

Im Regelfall kann über Bankkonten durch den Kontoinhaber oder im Rahmen der hinterlegten Bankvollmacht frei verfügt werden. Kontoverfügung bedeutet, dass der oder die Kontoinhaber und die von ihnen Bevollmächtigten über Bankguthaben mittels Barauszahlung, Dauerauftrag, Eilüberweisung, Lastschrift oder Überweisung frei disponieren dürfen und hierdurch auch Sollsalden im Rahmen der mit dem Kreditinstitut getroffenen Vereinbarungen entstehen können.

Geschichte

Im Zusammenhang mit der Devisenbewirtschaftung vom 1. August 1931 konnte ein Gläubiger in Deutschland nach eingetretener Fälligkeit seiner Forderung jederzeit verlangen, dass der Schuldner den fälligen Betrag in Reichsmark als so genannte Sperrmark bei einer Devisenbank auf ein Sperrkonto einzahlt, über das der Gläubiger nur mit Genehmigung der Stelle für Devisenbewirtschaftung verfügen konnte.<ref>Deutscher Gemeindetag (Hrsg.), Der Gemeindetag: Zeitschrift für deutsche Gemeindepolitik, Band 31, 1937, S. 341.</ref> Diese Sperrmark wurde im Juli 1931 durch die Reichsbank mit ihrem damaligen Präsidenten Hjalmar Schacht parallel zur Reichsmark eingeführt.<ref>Die Zeit vom 30. September 2011, Die Gemeinsamkeiten der jungen Deutschen Mark mit den Target-Salden</ref> Sie sollte die Kapitalflucht verhindern.<ref>Karl Wulff, jr./Monika Schotten (Hrsg.), Briefe aus Afrika – 1932-1938, 2013, S. 257.</ref>

Auch alle auf Deutsche Mark lautende Guthaben von Ausländern wurden nach der Währungsreform im Juni 1948 bei den Banken in Sperrmark geführt, Erlöse von Ausländern in Deutschland wurden auf Sperrkonten in Sperrmark gutgeschrieben. Geldvermögen, das ins Ausland transferiert werden sollte, musste auf einem „Sperrmark-Konto“ eingezahlt werden.<ref>Rolf Morrien/Heinz Vinkelau, Alles, was Sie über André Kostolany wissen müssen, 2020, o. S.</ref> Ab 16. September 1954 wurden alle originären und erworbenen Sperrkonten von Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt, Hauptniederlassung oder Wohnsitz außerhalb Deutschlands als zinslose liberalisierte Kapitalkonten geführt.<ref>Walter Lückefahr, Sperrmark und Registermark: Ihre Entstehung, Verwendung und Liquidation, 1958, S. 179.</ref>

Nicht-kommerzielle Zahlungen aus der DDR in die BRD wurden von der Staatsbank der DDR nicht zugelassen. Diese Erschwernis führte zur Errichtung zahlreicher Sperrkonten in der DDR und BRD.<ref>Margit Roth, Zwei Staaten in Deutschland, 1981, S. 166</ref> DDR-Bürger durften seit 1968 in der BRD Sperrkonten unterhalten. Von diesen Konten durften ab 1975 auch Auslandsüberweisungen geleistet werden.<ref>Bundesbank-Mitteilung 6004/75</ref> Den Sperrkonten durften alle eingehenden Zahlungen gutgeschrieben werden, so dass Verbindlichkeiten von BRD-Bürgern über ein Sperrkonto beglichen werden konnten. Verfügungen über Sperrkonten waren dagegen eingeschränkt auf Überweisungen unter anderem für Steuern, Anwaltskosten, Gerichtskosten oder Versicherungsprämien.<ref>Verlag Th. Gabler GmbH (Hrsg.), Bank-Lexikon: Handwörterbuch für das Bank- und Sparkassenwesen, 1978, Sp. 787</ref>

Rechtsfragen

Beim Sperrkonto bestehen dagegen besondere Einschränkungen für die Verfügungsmacht des Berechtigten.<ref>Rudolf Liesecke, Das Bankguthaben in Gesetzgebung und Rechtsprechung, Teil III: Verfügungen über das Bankguthaben, in: WM, 1975, S. 289</ref> Die Beschränkung kann auf Rechtsgeschäft, Gesetz oder behördlicher Verfügung beruhen:<ref>Peter Derleder/Kai-Oliver Knops/Heinz Georg Bamberger (Hrsg.), Handbuch zum deutschen und europäischen Bankrecht, 2009, S. 1240</ref>

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Rechtsgrundlage für die Errichtung von Sperrkonten kann insbesondere der Vertrag zugunsten Dritter nach {{#switch: juris

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Allgemeine Kontosperre

Eine allgemeine Kontosperre bewirkt ein Verfügungsverbot dergestalt, dass ein Kreditinstitut entweder keine Belastungen (etwa durch Barauszahlung oder Lastschrift) zulässt und/oder keine Gutschriften (Bareinzahlung oder Überweisung) ausführt. Die Kontosperre kann auf vertraglicher Vereinbarung zwischen kontoführendem Kreditinstitut und Kunde beruhen, etwa bei Spareinlagen mit Sperrvermerk<ref>Ludwig Gramlich/Roland Eller/Wolfgang Grill, Gabler Bank Lexikon: Bank, Börse, Finanzierung, 1996, S. 952</ref> oder beim Verlust von Zahlungskarten oder aber auf einer durch die Staatsanwaltschaft veranlassten Beschlagnahme (etwa im Rahmen einer Devisenbewirtschaftung oder einer Wirtschaftssanktion).<ref>Stephanie Eymann, Präventive Kontosperre gemäß UNO-Resolutionen: Unzulässige Vorverlagerung strafprozessualem Zwangs oder unumgängliche Maßnahme im Kampf gegen den Terror?, in: Salomé Wolf/Martino Mona/Marc Hürzeler (Hrsg.), Prävention im Recht, 2008, S. 49 ff.; ISBN 9783719027346</ref>

Literatur

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  • Stephanie Eymann, Die strafprozessuale Kontosperre: Kritische Betrachtung einer geheim praktizierten Zwangsmaßnahme im Lichte rechtsstaatlicher Grundprinzipien, Basel, 2009, ISBN 9783719029180.

Weblinks

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Einzelnachweise

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