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Sissle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

{{#if: behandelt einen Bach in der Schweiz. Zum US-amerikanischen Jazzmusiker siehe Noble Sissle.

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Die Sissle ist ein rund 18 Kilometer langer Bach im Kanton Aargau in der Schweiz. Er ist ein linker Zufluss des Hochrheins und entwässert den östlichen Teil des Fricktals. Die grösste Ortschaft am Bachlauf ist Frick.

Name

Der Name könnte etymologisch mit dem indogermanischen Wort *sisku- für «trocken» (urkeltisch *siskʷo-) in Verbindung stehen und möglicherweise auf den Unterlauf Bezug nehmen.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Geographie

Verlauf

Die Sissle entspringt auf dem Gemeindegebiet von Schinznach auf einer Höhe von Vorlage:Höhe am Südhang des Dreierbergs und am Nordhang des Zeiher Hombergs, am Nordrand des Faltenjuras. Kurz nach der Quelle durchbricht der Bach eine Klus zwischen dem Dreierberg und dem Zeiher Homberg und fällt danach rasch ab. Er passiert die Talmatt und grenzt den Zeiher Ortsteil Iberg ab. Nach etwa zweieinhalb Kilometern passiert die Sissle auf einer Höhe von 450 Metern das Westportal des Bözbergtunnels mit dem heute stillgelegten Bahnhof Effingen. Dort musste sie infolge des Baus der Eisenbahnlinie kanalisiert werden.

Von Effingen an hat das Bachbett nur noch ein geringes Sohlgefälle. Der Bach folgt der Autobahn A3 zunächst frei fliessend, ist nach Hornussen jedoch kanalisiert. Der verbaute Abschnitt reicht bis Eiken, wo der Bach seine Fliessrichtung von Nordwest auf Nord ändert und in die Rheinebene eintritt. Er nimmt in Frick, auf der linken Seite, den von Wittnau kommenden Bruggbach auf. Auf den letzten zweieinhalb Kilometern mäandriert die Sissle stark und mündet dann auf einer Höhe von Vorlage:Höhe beim Dorf Sisseln von links in den Hochrhein.

Einzugsgebiet

Das 127,65 km² grosse Einzugsgebiet der Sissle liegt im Schweizer Jura und wird von ihr über den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es besteht zu 40,0 % aus bestockter Fläche, zu 50,1 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 9,5 % aus Siedlungsflächen und zu 0,4 % aus unproduktiven Flächen.<ref>Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Sissle</ref>

Flächenverteilung <timeline> ImageSize = width:500 height:110 PlotArea = left:30 bottom:20 top:10 right:20 DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:205 left:30 top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:5 start:0

  1. The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)

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Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt Vorlage:Höhe, die minimale liegt bei Vorlage:Höhe und die maximale bei Vorlage:Höhe<ref>Die Extremwerte zufolge dem BAFU stimmen nicht mit den von Swisstopo angegebenen überein, wo südlich von Kienberg am Südwesteck der Gesamtwasserscheide ein Höhenwert von Vorlage:Höhe notiert ist und an der Mündung in den Rhein einer von Vorlage:Höhe abzufragen ist.</ref>

Zuflüsse

Von der Quelle zur Mündung

Hydrologie

Bei der Mündung der Sissle in den Rhein beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 1,98 m³/s. Ihr Abflussregime ist pluvial jurassien<ref>Vorlage:Literatur Abrufbar unter Vorlage:Internetquelle</ref> (pluvial-jurassisch) und ihre Abflussvariabilität<ref>Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.</ref> beträgt 24.

Vorlage:Center

Geschichte

Datei:Sissle.PegelstationEiken.Sommer2022.png
Das trockengefallene Flussbett im Sommer 2022

An der Mündung der Sissle in den Rhein soll es im Jahre 926 zu einem Gefecht zwischen im Zuge der Ungarneinfälle brandschatzenden Ungarn und Verbänden lokaler Bauernkrieger gekommen sein. Dazu berichtet Ekkehard IV. in seiner Chronik<ref>Vorlage:Literatur</ref> über einen gewissen Hirminger aus dem Frickgau, der diesen Angriff angeführt haben soll, während die ungarischen Reiterkrieger (Magyaren) gerade den Rhein für die Plünderung des Klosters Säckingen überqueren wollten. Diese chronikale Erwähnung der Sissle hat inzwischen Aufnahme in die Forschung<ref>Vorlage:Literatur</ref> gefunden und wurde jüngst im historischen Roman Flucht durch Schwaben<ref>Vorlage:Literatur</ref> von Rafael Wagner rezipiert.

Bei Hornussen und Oeschgen nutzten früher Mühlen und bei Eiken ein Sägewerk die Wasserkraft der Sissle. Die ehemalige Mühle von Frick bezog das Triebwasser hingegen über einen Kanal, genannt Mühlewuhr, aus dem Bruggbach; der Unterwasserkanal mündete unterhalb des Dorfes in die Sissle. Im 19. Jahrhundert entstand bei Frick eine Gipsmühle, die mit Wasser aus dem Neumattwuhr, einem Wässerungskanal, angetrieben wurde.<ref>Linus Hüsser: Von natürlichen und künstlichen Gewässern. In: Frick – Gestern und Heute, 10. Jg., 2007, S. 7–18.</ref>

Bei Frick, Oeschgen und Sisseln diente das Wasser aus dem Fluss bis ins 19. Jahrhundert für die Bewässerung der Wiesen. Trümmer eines Wehrs im Flussbett bei Sisseln stammen noch vom ehemaligen Kanalsystem.<ref>Eiken – Unsere Heimat. Erinnerungsschrift zum Bau von Schulhaus und Turnhalle 1953/1954. Eiken 1954, S. 11–13.</ref>

Seit dem 17. Jahrhundert sind Hochwasser der Sissle und Überschwemmungen bei Frick überliefert. In den 1850er und 1890er Jahren wurde der Fluss im Tal bei Frick kanalisiert.<ref>Linus Hüsser: Von natürlichen und künstlichen Gewässern. In: Frick – Gestern und Heute, 10. Jg., 2007, S. 7–18.</ref> In einer niederschlagsarmen Periode im Sommer 2022 führte der Fluss im Unterlauf kein Wasser mehr.<ref>Fabian Hägler: Wenn dem Bach das Wasser ausgeht: Innerhalb weniger Kilometer trocknet die Sissle vollständig aus. In: Aargauer Zeitung, 16. August 2022.</ref>

Brücken

Datei:Autobahn A3-Brücke über die Sissle, Frick AG – Oeschgen AG 20231004-jag9889.jpg
Die Autobahn A3-Brücke zwischen Frick und Oeschgen.

Vorlage:Hauptartikel

Der Bach wird von rund 50 Brücken überquert. Siebenmal überspannt die Autobahn A3 die Sissle.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />