Dierks Studio Mobile Trucks (mobiles Tonstudio) Galpin Blvd Home Studio (Chanhassen) Sunset Sound (Los Angeles) Washington Avenue Warehouse (Edina (Minnesota))
Ursprünglich plante Prince das DreifachalbumCrystal Ball mit 22 Songs, musste es jedoch auf Wunsch von Warner Bros. Records auf ein Doppelalbum mit 16 Titeln reduzieren und benannte es in Sign o’ the Times um, das kommerziell erfolgreich war und international mehrfach Gold- und Platinstatus erreichte.
Nach Ansicht von Musikkritikern stellt Sign o’ the Times einen Höhepunkt in Prince’ musikalischem Schaffen dar und zählt neben 1999 (1982) und Purple Rain (1984) zu seinen drei bedeutendsten Werken.<ref>Uptown (2004), S. 369.</ref> 2017 wurde das Album in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.
Am 25. September 2020, viereinhalb Jahre nach Prince’ Tod, veröffentlichten NPG Records und Warner Bros. Records die überarbeitete Fassung des Albums unter dem Titel Sign o’ the Times Super Deluxe.
Entstehung
Anfang März 1986 ließ sich Prince in seinem Privathaus in Chanhassen das Tonstudio Galpin Blvd Home Studio einbauen. Das neue Heimstudio bot ausreichend Platz für Bandaufnahmen. Toningenieurin Susan Rogers (* 1956) bezeichnete es als „Weltklasse-Studio“, mit dem man „mit jedem beliebigen konkurrieren“ konnte; zudem habe es im Gegensatz zum vorherigen Haus ein zusätzliches kleines Studio für Schlagzeug und Klavier gegeben.<ref>Nilsen (1999), S. 208.</ref> Zuvor hatte Prince aus Platzgründen für Bandaufnahmen andere Studios nutzen müssen.
Am 13. März 1986 nahm Prince mit The Ballad of Dorothy Parker den ersten Song in seinem neuen Heimstudio in Minneapolis auf.<ref>Tudahl (2021), S. 327.</ref> Zwei Tage später überarbeitete er dort Strange Relationship, das er bereits am 14. März 1983 komponiert hatte.<ref>Tudahl (2018), S. 40.</ref><ref>Tudahl (2021), S. 332.</ref> In den folgenden Jahren arbeitete er gemeinsam mit Lisa Coleman und Wendy Melvoin weiter an dem Stück und veröffentlichte es schließlich auf Sign o’ the Times. Den Song Starfish and Coffee spielte er am 20. April 1986 ebenfalls im Galpin Blvd Home Studio ein.<ref name="n280">Nilsen (1999), S. 280.</ref>
Vom 3. bis 11. Mai 1986 arbeitete Prince im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles und nahm dort am letzten Tag It auf.<ref>Nilsen (1999), S. 266–267.</ref> Slow Love überarbeitete er am 3. Juni im Washington Avenue Warehouse in Edina (Minnesota); geschrieben hatte er den Song bereits am 1. Juli 1984.<ref>Tudahl (2021), 398.</ref> Vom 12. bis 18. Juli 1986 kehrte er ins Sunset Sound zurück und nahm am 13. Juli The Cross sowie am 15. Juli das Titelstück Sign o’ the Times auf.<ref name="n280" /> Einen Tag später überarbeitete er I Could Never Take the Place of Your Man, das ursprünglich vom 23. Mai 1979 stammt.<ref>Tudahl (2021), S. 438–439.</ref> Am 6. August spielte Prince im Galpin Blvd Home Studio Hot Thing ein, einen Tag darauf Forever in My Life.<ref name="n280" />
Vom 12. August bis 9. September 1986 absolvierte Prince mit The Revolution die weltweite Parade-Tour. Am 25. August spielte er im Zénith Paris in Paris It’s Gonna Be a Beautiful Night, das in einem mobilen Tonstudio mitgeschnitten wurde.<ref name="n281" />
Nach seiner Rückkehr nach Minneapolis erhielt er einen Anruf von Produzent Quincy Jones, der ihn fragte, ob er mit Michael Jackson den Titelsong von dessen Album Bad (1987) im Duett singen wolle. Laut Toningenieurin Susan Rogers war Prince zwar geschmeichelt, lehnte jedoch ab, da dies nicht seinem Stil entspreche.<ref>Nilsen (1999), S. 215.</ref> Jones erinnerte sich folgendermaßen: „Prince kam ins Studio, hörte den Song und ging. Michael musste alleine singen.“<ref>Seibold (1991), S. 76.</ref> Zudem plante Jacksons Manager Frank DiLeo eine mediale Rivalitätskampagne sowie einen gemeinsamen Auftritt im Musikvideo zu Bad, was Prince ebenfalls ablehnte. Stattdessen bot er Wouldn’t You Love to Love Me? für das Album an, doch Jackson verzichtete darauf. Prince gab das Stück daraufhin an Taja Sevelle (* 1962) weiter, die es 1987 veröffentlichte. Seine eigene Version erschien postum 2019 auf Originals.
Camille
Am 16. September 1986 nahm Prince im Galpin Blvd Home Studio Shockadelica auf und setzte seine Stimme per Pitch-Shifting höher und schneller ein. Den Effekt nannte er „Camille“, sein Alter Ego und Pseudonym, das seine dunkle Seite verkörperte.<ref name="ah161">Hahn (2006), S. 161.</ref><ref>Nilsen (1999), S. 267.</ref> Am 18. Oktober 1986 nahm er im Sunset Sound Housequake auf; Toningenieur war Coke Johnson, da Susan Rogers im Urlaub war.<ref name="n280" /><ref name="n216">Nilsen (1999), S. 216.</ref> Ende Oktober 1986 nahm er Good Love, Rebirth of the Flesh und Rockhard in a Funky Place mit dem neuen „Camille“-Gesang auf und überarbeitete die früheren Versionen von Feel U Up (1981 komponiert) und Strange Relationship. Am 2. November 1986 spielte Prince If I Was Your Girlfriend ein.<ref name="n280" /><ref name="n217">Nilsen (1999), S. 217.</ref>
Am 5. November 1986 stellte Prince das neue Album Camille fertig, dessen Songs alle im beschleunigten Gesang vorgetragen sind. Warner Bros. Records vergab bereits eine Katalognummer, die Veröffentlichung war für Januar 1987 geplant. Als erste Single sollte Shockadelica mit Housequake als B-Seite erscheinen. Die Tracklist des geplanten Albums Camille lautete:<ref name="n217" />
Das Album Camille wurde nicht veröffentlicht, und Prince verfolgte das Projekt nicht weiter. Stattdessen nahm er im Sunset Sound am 19. November 1986 Adore sowie am 26. November Play in the Sunshine auf.<ref>Nilsen (1999), S. 280–281.</ref> Außerdem überarbeitete er die Liveversion von It’s Gonna Be a Beautiful Night: Prince ergänzte neue Textzeilen, Sheila E. sang den „Transmississippirap“ ein und spielte nachträglich Perkussion; Jill Jones und Susannah Melvoin ergänzten die Backing Vocals. Atlanta Bliss und Eric Leeds wurden aus Minneapolis eingeflogen, um ihre Instrumentalparts in Adore und It’s Gonna Be a Beautiful Night einzuspielen.<ref>Nilsen (1999), S. 218.</ref> Am 30. November 1986 stellte Prince ein neues Dreifachalbum mit 22 Songs fertig, das er Crystal Ball nannte; die Tracklist lautete:<ref>Tudahl (2021), S. 576–577.</ref>
Mo Ostin, damaliger Vorstandsvorsitzender von Warner Bros. Records, besuchte Prince im Sunset Sound in Los Angeles und hörte sich das Album Crystal Ball an. Anschließend beriet er sich mit Prince und Steve Fargnoli, einem von Prince’ damaligen Managern. Ostin zeigte sich skeptisch und äußerte Zweifel an der Veröffentlichung eines Dreifachalbums. Laut Toningenieurin Susan Rogers hatten Prince und Ostin gegenseitigen Respekt: „Mo sagte zu Prince ‚Ich respektiere Ihre Vision, aber sie wird schlichtweg nicht funktionieren. Sie wird schwer zu verkaufen sein.‘ […] Natürlich war Prince sehr enttäuscht.“<ref>Nilsen (1999), S. 219.</ref> Prince’ damaliger Tourmanager Alan Leeds (* 1947), der ältere Bruder von Saxophonist Eric Leeds, war zwar von einigen Songs beeindruckt, zeigte sich aber ebenfalls wenig begeistert von einer Dreifachalbum-Veröffentlichung: „Man musste zumindest damit rechnen, dass Fans und Kritiker negativ reagieren würden. Zwar hätten sich die Hardcorefans sicher über so einen Berg neuen Materials gefreut, aber davon abgesehen hatte diese Sache kaum Vorteile.“<ref name="ah165">Hahn (2006), S. 165.</ref>
Warner Bros. Records bestand darauf, dass Prince das Dreifachalbum auf ein Doppelalbum reduzieren müsse. „Es gab zahllose Meetings, es wurde viel gebrüllt und viel genervt. Es war sehr, sehr unangenehm“, erinnerte sich später Alan Leeds über die Diskrepanzen zwischen Prince und Warner Bros. Records.<ref name="ah165" /> Prince kürzte daraufhin Crystal Ball, strich sieben Songs, änderte die Reihenfolge und benannte das Album in Sign o’ the Times um.
Vom 21. bis 23. Dezember 1986 nahm Prince im Sunset Sound U Got the Look als letzten Song für das neue Album auf.<ref name="n280" /> Als Sheena Easton überraschend im Studio erschien, nutzte er die Gelegenheit für ein Duett. Am 15. Januar 1987 stellte Prince das Doppelalbum Sign o’ the Times fertig und integrierte im Titel ein Friedenszeichen anstelle des Wortes „of“.<ref>Nilsen (1999), S. 268.</ref><ref>Hill (1989), S. 263.</ref>
Am 18. Januar 1987 fotografierte Jeff Katz (* 1960) das Schallplattencover im Proberaum Washington Avenue Warehouse in Eden Prairie (Minnesota). Der Hintergrund besteht aus Elementen des Musicals Guys and Dolls, die von der Erlebnisgastronomie Chanhassen Dinner Theatres (Chanhassen), wo das Stück damals aufgeführt wurde, ausgeliehen wurden.<ref name="u78">Uptown (2004), S. 78.</ref>
Das Cover zeigt eine aus Schrott bestehende Kulisse mit ramponierten Musikinstrumenten und Verstärkern, verblühte Blumen, kaputtem Spielzeug sowie Neonwerbeschilder mit Aufschriften wie „Arcade“, „Bar Grill“ oder „Girls, Girls, Girls“. Das Drumset steht auf der Motorhaube eines Pontiac Grand Prix (Baujahr 1972); die Bedeutung des Nummernschilds „CKJ 505“ ist unbekannt. Die Kulisse entspricht dem Bühnenbild der Sign-o’-the-Times-Tour; Bühnendesigner LeRoy Bennett betonte, dass der „Coverhintergrund nicht am Computer entstand“, sondern im Chanhassen Dinner Theatres aufgebaut wurde. Rechts außen ist im Vordergrund das halbe Gesicht von Prince verschwommen zu sehen, und die Farbgestaltung dominiert Pfirsichtöne.<ref name="ah168">Hahn (2006), S. 168.</ref><ref>Sassan Niasseri: Produktionsdesigner LeRoy Bennett im Interview: „Prince durfte keinen Stromschlag erleiden!“ In: rollingstone.de. 4. September 2020, abgerufen am 17. Juli 2022.</ref>
Im Gegensatz zum Booklet enthält die Innenhülle des Doppelalbums zwei weitere Fotos von Prince,<ref name="begleitheft">Begleitheft der Doppel-CD Sign o’ the Times von Prince, Warner Bros. Records / Paisley Park Records, 1987</ref> eines davon mit der Tänzerin Cat. Das Schallplattencover der Doppel-LP ist kein Klappcover; die beiden LPs werden wie bei einer Single-LP in eine Öffnung hineingeschoben.<ref>Albumcover der Doppel-LP Sign o’ the Times von Prince, Warner Bros. Records / Paisley Park Records, 1987</ref> Die Liedtexte sind sowohl im Booklet als auch in der LP-Ausgabe abgedruckt.
Musik und Liedtexte
Albumsongs
Prince vereint auf dem Doppelalbum die Musikstile Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul mit Einflüssen von Blues und Jazz. In den Songs It und Sign o’ the Times setzte er den SynthesizerFairlight CMI als Schlagzeug ein; ansonsten vertraute er auf den Linn LM-1Drumcomputer, den er teils originell programmierte.<ref>Ewing (1994), S. 72.</ref><ref>Nilsen (1999), S. 221–223.</ref><ref>Draper (2011), S. 85.</ref><ref name="ah159">Hahn (2006), S. 159.</ref><ref>Hill (1989), S. 277.</ref><ref name="u376–378">Uptown (2004), S. 376–378.</ref>
Die Liedtexte handeln überwiegend von zwischenmenschlichen Beziehungen, Liebe und sexuellen Anspielungen. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang verwendet Prince auch tiefere Stimmlagen. Sein Pseudonym Camille tritt als Hauptsänger in den Songs Housequake, If I Was Your Girlfriend, Strange Relationship und U Got the Look auf. Musikalische Gäste sind Clare Fischer, Jill Jones, Lisa Coleman, Sheena Easton, Sheila E., Susannah Melvoin und Wendy Melvoin. In den Liner Notes wird „The Penguin“ als Hintergrundsänger von Housequake erwähnt, tatsächlich handelte es sich um ein Kuscheltier, das als Scherzobjekt verwendet wurde. Aufgrund von Prince’ ungewöhnlichen Arbeitszeiten schliefen Toningenieure gelegentlich ein; ein Running Gag bestand darin, ein Foto des schlafenden „Opfers“ mit dem Plüschpinguin in den Armen zu machen.<ref name="ah168" /><ref name="begleitheft" /><ref name="u376–378" /><ref>Mischke (1989), S. 181.</ref>
Das Titelstück gilt als einer der besten Songs in Prince’ Karriere. Der Track vereint Funk und Rock mit Blues-angehauchten Gitarrenlicks. Prince erzeugt eine dramatische Klangcollage, indem er ein hallendes Keyboard-Motiv mit einem groovigen Bassriff sowie Bass- und Snare-Drum-Rhythmen kombiniert. Die abfallende Melodie singt er emotionslos, während subtil eingesetzte Synthesizer-Akkorde und sein emotionalerer Gesang Spannung erzeugen. Den tiefgründigen Liedtext trägt Prince in Sprechgesang vor, die Worte in einem ausdruckslosen Tonfall. Er behandelt gesellschaftskritische Themen wie AIDS, Drogenkonsum, Jugendbanden, Armut, Bombenneurosen und das Challenger-Unglück von Januar 1986, wobei die Themen nicht repräsentativ für das Album sind. Prince interpretiert diese Ereignisse als „Zeichen der Zeit“ und stellt Fragen wie: „Aber wenn die Nacht hereinbricht und eine Bombe fällt, wird jemand den Sonnenaufgang sehen?“ Die Antwort des Songs lautet, sich zu verlieben und eine Familie zu gründen, ohne die Welt tatsächlich verbessern zu wollen; vielmehr fordert der Text, sich mit den Turbulenzen der Zeit abzufinden und das Leben erfüllend zu gestalten.<ref name="u376–378" /><ref name="n222">Nilsen (1999), S. 222.</ref><ref>Hill (1989), S. 265.</ref>
Play in the Sunshine
Die schnelle, energiegeladene Rock-’n’-Roll-Nummer basiert auf dem klassischen 12-Takt-Blues-Schema, dominiert von einem perkussiven Schlagzeugrhythmus. Für Abwechslung sorgen Gitarren-Soli, ein ausgedehntes Schlagzeugsolo und ein schneller, komplexer, jazzinspirierter Abschnitt gegen Ende. Im Liedtext feiert Prince Partymachen, Tanzen und Lebensfreude, jedoch ohne „Margarita und Ecstasy“.<ref name="u376–378" /><ref name="n223" /><ref name="t194">Thorne (2017), S. 194.</ref>
Housequake
Der markante Song gehört zu den funkigsten Tracks, die Prince in seiner Karriere aufnahm. Housequake kombiniert den originell programmierten Drumcomputer mit musikalischen Elementen wie einem kratzigen Rhythmusgitarren-Riff, einer synkopiertenBasslinie und von James Brown inspirierten Bläser-Akzenten; die Horn-Riffs erinnern an Fred Wesley und Maceo Parker. Die chaotische Party-Atmosphäre ist vergleichbar mit George Clintons Bands Funkadelic und Parliament. Der hedonistische Liedtext, gesungen, gesprochen oder gerappt von Prince, ähnelt inhaltlich Play in the Sunshine und handelt von Partys, Tanzen und Lebensfreude.<ref name="u376–378" /><ref name="n223" />
The Ballad of Dorothy Parker
AAufgrund eines technischen Defekts weist die R&B/Soul-BalladeThe Ballad of Dorothy Parker einen gelegentlich gedämpften Sound auf. Während Prince und seine Toningenieurin Susan Rogers an dem Song arbeiteten, kam es durch einen Schneesturm zu einem Stromausfall; das Mischpult lief nur mit halb der empfohlenen Wattzahl, wodurch dem Song die Höhen verloren gingen. Der jazzinspirierte Track gilt als am wenigsten zugänglich und eingängigste Albumsong. Minimalistisch arrangiert, konzentriert er sich auf einen pulsierenden Drumcomputer-Beat; Prince improvisiert frei mit der Melodie und trägt phasenweise ungewöhnliche Gesangspassagen vor. Der Liedtext erzählt die fiktive Begegnung mit einer blonden Kellnerin namens „Dorothy Parker“, die seinen Blick auf das Leben verändert, und vermittelt eine Botschaft über Freundlichkeit, Leichtigkeit und das Fehlen von Selbstbezogenheit in Partnerschaften. Zudem singt Prince eine Textzeile aus Help Me (1974) von Joni Mitchell aus dem Album Court and Spark. Inspiriert wurde er von seiner damaligen Freundin Susannah Melvoin während eines Streits. Mit der US-Schriftstellerin Dorothy Parker (* 1893; † 1967) hat der Song keinen Bezug.<ref name="u376–378" /><ref name="t194" /><ref>Hill (1989), S. 278.</ref><ref>Hahn (2006), S. 162.</ref>
It
Der Song verbindet Funk und Rock und ist der erste Track, bei dem Prince das Fairlight CMI als Schlagzeug einsetzt statt als Keyboard; er nahm das Stück am 11. Mai 1986 auf. Der raue, energische Track basiert auf einem wiederholten Keyboard-Motiv und einem lauten Schlagzeugrhythmus. Das schlichte Arrangement verfeinert Prince mit gesampeltenStreicher-Passagen, elektronischen Drums-Fills und Gitarren-Soli. Der Liedtext enthält sexuelle Anspielungen und handelt von Wollust; Prince möchte „überall“ und „die ganze Nacht“ Sex haben, sei es „in einem Bett“ oder „auf der Treppe“.<ref name="u376–378" /><ref name="n222" /><ref name="t187">Thorne (2017), S. 185.</ref>
Starfish and Coffee
Das von Britpop der 1960er Jahre beeinflusste Stück beginnt mit dem Schrillen eines Weckers. Prince spielt Klavier über die gesamte Akkordfolge des Songs, begleitet von einem sanften, gleichmäßig klingenden Drumcomputer-Beat. Das Arrangement wirkt roh und schlicht. Der eingängige Refrain erinnert fast an ein Kinderlied. Im Liedtext erzählt Prince die Geschichte von „Cynthia Rose“, die bereits in der Grundschule durch Individualität und freigeistigen Charakter auffiel. Beim Schreiben wurde er von den Erinnerungen von Susannah Melvoin an ihre Schulzeit inspiriert, die eine geistig behinderte Klassenkameradin namens Cynthia Rose hatte. Melvoin wird in den Liner Notes als Co-Autorin von Starfish and Coffee angegeben.<ref name="u376–378" /><ref name="n223">Nilsen (1999), S. 223.</ref><ref name="t193">Thorne (2017), S. 193.</ref>
Slow Love
Der entspannte Slow Jam gehört zum Genre Soul und wird von Bläsern dominiert; ein von Clare Fischer arrangiertes Streichorchester sowie Big-Band-Riffs kommen hinzu. Dazu spielt Prince E-Piano. Seine Stimme bewegt sich teils zwischen verschiedenen Oktaven, und der Liedtext schildert ein romantisches Szenario, in dem ein verliebtes Paar die gemeinsame Zeit genießt. Prince singt unter anderem: „Der Mann im Mond lächelt, denn er weiß, wovon ich träume. Heute Nacht ist die Nacht für langsame Liebe.“ Inspiriert wurde er von der britischen Sängerin Carole Davis, die er 1984 kennenlernte und mit der er 1986 eine kurzzeitige Affäre hatte. Davis wird in den Liner Notes als Co-Autorin des Liedtextes genannt.<ref name="u376–378" /><ref name="n222" /><ref name="t193" /><ref>Hahn (1989), S. 269.</ref><ref>Nilsen (1999), S. 211.</ref>
Hot Thing
Der Song gehört zum Genre Funk und basiert auf einem eingängigen Drumcomputer-Rhythmus sowie einem orientalisch anmutenden Keyboard-Motiv. Gegen Ende erweitert Prince das minimalistische Arrangement durch eine schnelle Keyboard-Figur und ein ausgedehntes Saxophon-Solo von Eric Leeds. Im Liedtext begegnet Prince einer „gerade mal 21-jährigen“ Frau, der er sexuelle Avancen macht.<ref name="ah159" /><ref name="u376–378" /><ref>Ro (2011), S. 153.</ref>
Forever in My Life
Die Gospel-angehauchte Pop-Ballade Forever in My Life ist minimalistisch produziert und besteht aus einem Rhythmus auf dem Linn LM-1 Drumcomputer, wenigen Gesangsspuren und sparsamen Gitarrenfiguren. Prince singt zum rhythmischen Drumcomputer-Beat und fügt erst in den letzten 25 Sekunden akustisches Gitarrenspiel hinzu. Die Melodie erinnert stellenweise an Everyday People (1969) von Sly & the Family Stone. Ein technischer Aufnahmeeffekt prägt den Song: Bevor Prince mit dem Hauptgesang begann, bat er Toningenieurin Susan Rogers, seine zuvor aufgenommenen Backing Vocals zu dämpfen. Dabei startete er selbst zu spät, sodass sein Gesang leicht hinter dem Rest der Musik liegt – diesen Effekt behielt er absichtlich bei. Susannah Melvoin, zu diesem Zeitpunkt seine Verlobte, inspirierte ihn zum Liedtext, der sein Versprechen ausdrückt, seinen alten, ungebundenen Lebensstil aufzugeben und sein Leben mit einer Frau zu teilen. Prince beschreibt seine Geliebte als Retterin, die sein Leben zum Besseren wenden kann. Am 21. September 1996 ließ John F. Kennedy, Jr.Forever in My Life auf seiner Hochzeit mit Carolyn Bessette-Kennedy spielen.<ref name="u376–378" /><ref name="n223" /><ref name="t187" /><ref name="ah160">Hahn (2006), S. 160.</ref>
U Got the Look
Der Pop-/Rock-Song weist Blues-Einflüsse in der 12-Takt-Blues-Struktur auf. Der Track wird von einem metallisch klingenden Synthesizer, einem mechanisch klingenden Drumcomputer-Beat und einer wippenden Synthesizer-Basslinie getragen. Prince’ hohe Gitarrennoten und die Perkussion-Einlagen von Sheila E. verstärken die Spannung. Sein Gitarrenspiel erinnert teilweise an Addicted to Love (1986) von Robert Palmer. Den Liedtext singt er im Duett mit Sheena Easton; er handelt von Begierde und sexueller Anziehungskraft.<ref name="u376–378" /><ref name="n223" /> Im Dezember 1989 wies der Oberste Gerichtshof der USA eine Klage von Prince’ Halbschwester Lorna Lee Nelson (* 2. Dezember 1942; † 25. Oktober 2006) ab, die behauptete, der Liedtext verletze das Urheberrecht an ihrem unveröffentlichten Song What’s Cooking in this Book.<ref>L.A. Times Archives: Prince Wins Court Appeal on ‘U Got The Look’ Lyrics. In: latimes.com. 4. Dezember 1989, abgerufen am 16. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
If I Was Your Girlfriend
Der Funk-/Rock-Song zeichnet sich durch einen langsamen, hypnotischen, pulsierenden Groove aus, der an einen Herzschlag erinnert, indem ein Drumcomputer-Pattern mit Bassrhythmus und Akzenten verschränkt wird. Das minimalistische Arrangement des in Moll geschriebenen Stücks verwendet nur Bass, Drums und eine eingängige Synthesizer-Hookline statt eines Refrains. Ähnlich wie bei The Ballad of Dorothy Parker und Forever in My Life kam es zu einem Aufnahmeeffekt: Susan Rogers nahm versehentlich eine Einstellung vor, wodurch Prince’ Gesang bei einigen Worten leicht verzerrt klingt. „Ich dachte, er würde mir den Kopf abreißen“, erzählte sie später. Doch Prince gefiel der Effekt, sodass er diese Version veröffentlichte. Das ruhige Stück beginnt mit einem 15-sekündigen Intro aus dem gesprochenen Satz „Look at the Bargains over here, Ladies“ aus New York Street Vendor sowie einem Sample vom Hochzeitsmarsch (1843) von Felix Mendelssohn; beide stammen vom Album Authentic Sound Effects Vol. 10 (1964) von Jac Holzman. Prince erwähnt dies in den Liner Notes nicht. Der Liedtext behandelt partnerschaftliche Beziehungen zwischen Frauen und Männern. Prince thematisiert die besondere Intimität, die zwischen zwei befreundeten Frauen besteht, die zwischen Mann und Frau nicht möglich ist. Er fragt sich, wie es wäre, die beste Freundin seiner Partnerin zu sein, und ob seine Geliebte ihm als Frau Dinge anvertrauen würde, die sie ihm als Partner nie offenbaren würde. Inspiriert wurde er von Susannah Melvoin, deren enge Beziehung zu ihrer Zwillingsschwester Wendy Melvoin er beobachtete.<ref name="u376–378" /><ref name="n222" /><ref name="ah160" /><ref>Hahn (2016), S. 163.</ref>
Strange Relationship
Der Uptempo-Pop-/Rock-Song besitzt eine einfache, eingängige Melodie mit markanten Keyboard-Fills, untermalt von einem stampfenden, fast robotischen Drumcomputer- und Bassrhythmus. Die von Lisa Coleman und Wendy Melvoin eingesetzten Instrumente – Congas, Holzflöte, Sitar und Tamburin – sind im Song kaum wahrnehmbar. Im Liedtext beschreibt Prince eine Hassliebe: Der Protagonist kann das Glück seiner Geliebten nicht ertragen, doch ihre Traurigkeit beschäftigt ihn noch mehr; er möchte sich für die entstehende Spannung entschuldigen. Im September 2018 wurde auf dem Album Piano & A Microphone 1983 eine Akustikversion von Strange Relationship veröffentlicht, die Prince im Oktober 1983 nur auf dem Klavier aufgenommen hatte. Sie unterscheidet sich deutlich von der Version auf Sign o’ the Times.<ref name="u376–378" /><ref>Hill (1989), S. 269–270.</ref>
I Could Never Take the Place of Your Man
Der schnelle Gitarren-Rock-Song besitzt drei Akkorde und eine markante Keyboard-Hookline, die den Song einleitet und die Strophen abschließt. Das Stück erinnert an Surfmusik der 1960er Jahre. Im Liedtext erzählt Prince eine Kurzgeschichte: Eine alleinerziehende Mutter, die erneut schwanger ist, wurde von ihrem Mann verlassen. Sie sucht eine neue Beziehung mit Prince, was er aber ablehnt. Zwar ist er für einen One-Night-Stand „qualifiziert“, nicht jedoch für eine langfristige Partnerschaft; ihren Vorschlag, Freunde zu bleiben, verweigert er mit der Begründung, „dass wir damit nicht zufrieden wären“.<ref name="ah159" /><ref name="u376–378" /><ref name="n223" /><ref>Thorne (2017), S. 195.</ref>
The Cross
Das langsame Rockstück besitzt den Hauch einer Hymne. Es beginnt intim mit gestrichener Gitarre und Prince’ leicht hallender Stimme, entwickelt sich dann jedoch zu einem energiegeladenen Rocker mit dominierenden Gitarrenakkorden und einem wilden Schlagzeugsolo, das einen intensiven, fast bedrohlichen Höhepunkt erreicht. Im spirituellen Liedtext verbindet Prince religiöse Metaphorik mit Gesellschaftskritik: Er ermutigt, Jesus Christus als Retter anzuerkennen und in ihm einen Ausweg aus den Problemen des Lebens zu sehen. Traditionelle religiöse Bilder kontrastieren Das Böse mit Das Gute („Ghettos links von uns, Blumen rechts“). Wie in mittelalterlichen und Renaissance-Darstellungen der Kreuzigung symbolisieren die Positionen links und rechts Sünde und Heiligkeit. Das Kreuz fungiert hier als mythisches Symbol, vergleichbar mit dem Baum des Lebens im Garten Eden oder der kosmischen Leiter, die die Verbindung entgegengesetzter Prinzipien darstellt.<ref name="u376–378" /><ref>Hill (1989), S. 276.</ref><ref>Hahn (2016), S. 174.</ref>
Der fröhliche Funk-Song basiert auf einem einzigen Akkord. Jazzige Bläserfiguren, Rhythmusgitarre und Bass interagieren wie in einem musikalischen Dialog, dennoch wirkt der neunminütige Track stellenweise repetitiv. Die Liveaufnahme entstand am 25. August 1986 während eines Parade-Konzert im Zénith Paris mit The Revolution, weshalb Prince mehrfach „Paris“ ruft. Der Liedtext handelt von Begierde und sexueller Anziehung. Der Hintergrundchor zitiert den „Oh-Wee-Oh-Wee-Oh“-Gesang der Bösen Hexe aus dem Film Der Zauberer von Oz (1939). Der ab Minute 5:34 von Sheila E. über Telefonhörer vorgetragene „Transmississippirap“ interpretiert das Gedicht The Table and the Chair von Edward Lear (* 1812; † 1888) aus dessen Buch Nonsense Songs, Stories, Botany and Alphabets (1871).<ref name="u376–378" /><ref name="n223" /><ref>Matos (2004), S. 85.</ref><ref>Thorne (2017), S. 196.</ref>
Adore
Nachdem Prince die Alben Give Me the Reason (1986) von Luther Vandross und Winner in You (1986) von Patti LaBelle gehört hatte, wurde er inspiriert, Adore zu schreiben. Die sanfte Soul-Ballade verwendet E-Piano und Orgel statt Synthesizer, was einen warmen Klang erzeugt, und wird von einem Bläserarrangement begleitet. Prince singt überwiegend im Falsett und beschreibt seine Liebe zu einer Frau in poetischen Worten: Selbst wenn er blind wäre, würde er ihre Schönheit erkennen, und das Wort „Liebe“ reicht nicht aus, um seine Empfindungen zu fassen.<ref name="ah161" /><ref name="u376–378" /><ref name="n223" />
Die B-Seiten
La, La, La, He, He, Hee
Mitte Januar 1987 nahm Prince das Stück mit Sheena Easton im Galpin Blvd Home Studio in Chanhassen auf; es erschien als B-Seite der Single Sign o’ the Times.<ref>Nilsen (1999), S. 230.</ref> Das Stück ist ein funkiger Novelty-Song mit Strophe, Refrain und Bridge, angetrieben von Schlagzeug und gesampeltem Hundegebell, das per Fairlight CMI über die Snare gelegt wurde. Atlanta Bliss und Eric Leeds ergänzen durchgehend Bläserlinien, während Prince das Arrangement mit typischen Rhythmus-Gitarrenlicks akzentuiert; Sheila E. steuert Gesang und Perkussion bei. Als Co-Autorin nannte Prince Sheena Easton, weil sie laut den Liner Notes von The Hits/The B-Sides (1993) in einem Gespräch betonte, Liedtexte brauchten Substanz; einfache Phrasen wie „la, la, la, he, he, he“ seien unzureichend. Prince nahm dies als Herausforderung an und komponierte einen Song, der bewusst auf diesen Beispielen alberner Texte basiert, und gab ihm den ungewöhnlichen Titel La, La, La, He, He, Hee. Der Song zeigt Prince von seiner verspieltesten Seite; der humorvolle Text erzählt die Geschichte einer ungleichen Liebesbeziehung zwischen einer Katze und einem Rüden. Ursprünglich nannte Prince das Stück My Tree.<ref name="u433">Uptown (2004), S. 433.</ref>
Shockadelica
Am 16. September 1986 nahm Prince im Galpin Blvd Home Studio Shockadelica auf und erhöhte seine Stimme per Pitch-Shifting. Ursprünglich für die Alben Camille und Crystal Ball vorgesehen, erschien das Stück im Mai 1987 als B-Seite von If I Was Your Girlfriend. Der Track ist ein Ein-Akkord-Funkstück mit Drum-Machine-Beat und einem Rhythmusgitarren-Lick, das dem von La, La, La, He, He, Hee ähnelt; ein zweiter Abschnitt betont Rockgitarre. Der Text beschreibt eine rücksichtlose Frau, die Männer ausnutzt. „Das Mädchen muss eine Hexe sein“, singt Prince, inspiriert von der Schauspielerin Troy Beyer: Toningenieurin Susan Rogers erinnerte sich, Prince habe sie als „hexenhaft und beängstigend“ beschrieben. Beyer traf Prince 1986 mehrfach; 1992 spielte sie die weibliche Hauptrolle im Musikvideo zu Sexy M.F. Obwohl Shockadelica ein Fantasiewort ist, thematisiert der Song einen Mann, der mit den Versuchungen seiner lüsternen Gedanken an Frauen ringt. Prince bot den Song zunächst Jesse Johnson an, der ihn jedoch ablehnte.<ref name="u433" /><ref>Nilsen (1999), S. 214–215.</ref>
Sign o’ the Times erschien am 30. März 1987 in Großbritannien und einen Tag später in den USA.<ref>Lizie (2020), S. 91.</ref> Das Album erschien als Doppel-LP auf Schallplatte und MC, später auch als Doppel-CD sowie als Download.
Am 25. September 2020 veröffentlichten NPG Records und Warner Bros. Records mit Sign o’ the Times Super Deluxe eine überarbeitete Fassung des Albums; zum Record Store Day am 24. Oktober 2020 erschien das Original-Doppelalbum zudem als limitierte 140-g-Picture Disc auf Schallplatte.<ref>Prince – Sign “O” the Times. In: discogs.com. 2022, abgerufen am 17. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Singles
Aus dem Album wurden vier Singles ausgekoppelt. Am 18. Februar 1987 erschien das Titelstück Sign o’ the Times als Vorabsingle in einer auf 3:42 Minuten gekürzten Fassung.<ref name="u78" /> Als B-Seite diente eine gekürzte, zuvor unveröffentlichte Version von La, La, La, He, Hee. Am 6. Mai 1987 folgte If I Was Your Girlfriend in einer 3:46 Minuten langen Fassung.<ref>Uptown (2004), S. 80.</ref> Die B-Seite enthielt eine gekürzte, ebenfalls zuvor unveröffentlichte Version von Shockadelica. If I Was Your Girlfriend war zudem die erste Prince-Single, die auch auf CD erschien, allerdings nur als Promo-Single.
Als dritte Single erschien am 14. Juli 1987 U Got the Look in der Albumfassung.<ref>Uptown (2004), S. 84.</ref> Die B-Seite Housequake ist auf 3:24 Minuten gekürzt und zensiert; statt „Bullshit“ singt Prince lediglich „Bull“. Als letzte Single folgte am 3. November 1987 I Could Never Take the Place of Your Man in einer auf 3:38 Minuten gekürzten Fassung.<ref>Uptown (2004), S. 86.</ref> Als B-Seite diente Hot Thing, das mit 3:40 Minuten rund zwei Minuten kürzer als die Albumversion ist.
Ende 1987 erschien Hot Thing (Edit) ausschließlich in den USA als Promo-Single; A- und B-Seite waren identisch. Die Maxi-Single enthielt auf der B-Seite den „Extended Remix“.<ref>Hot Thing. In: princevault.com. 20. August 2021, abgerufen am 27. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zudem erschien ausschließlich in SüdafrikaThe Cross mit Adore (Edit) als B-Seite ebenfalls als Promo-Single.<ref>The Cross. In: princevault.com. 16. September 2020, abgerufen am 27. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 24. September 2020 veröffentlichte die deutsche Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone in ihrer Oktober-Ausgabe Sign o’ the Times erneut als Vinyl-Single. Als B-Seite enthielt sie Witness 4 the Prosecution (Version 1), das auch auf dem Album Sign o’ the Times Super Deluxe (2020) enthalten ist.
Am 29. August 2025 veröffentlichte NPG Records das Titelstück in einer remasterten Version mit Dolby-Atmos-Ton als digitale Single unter dem Titel Sign o’ the Times (Live in Rotterdam 1987). Die Veröffentlichung begleitete die limitierte weltweite IMAX-Ausstrahlung des Films Prince – Sign O’ the Times.<ref>Sign O’ The Times (Live in Rotterdam 1987). In: princevault.com. 29. August 2025, abgerufen am 30. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Prince veröffentlichte drei Musikvideos zu Songs des Albums: Sign o’ the Times, U Got the Look und I Could Never Take the Place of Your Man.
Das Video zum Titelstück entstand Anfang 1987 und zeigt ausschließlich den Liedtext, der per Computeranimation farbig dargestellt wird. Prince oder andere Personen treten nicht auf.<ref name="u623">Uptown (2004), S. 623.</ref> Produzentin war Janet Flora, Regisseur Bill Konersman.
Das Video zu U Got the Look entstand am 16. Juni 1987 im Palais Omnisports de Paris-Bercy in Paris. Prince tourte zu dieser Zeit mit der Sign-o’-the-Times-Tour durch Frankreich und gab vom 13. bis 17. Juni vier Konzerte im Palais Omnisports, am 16. Juni fand jedoch kein Auftritt statt. Die Dreharbeiten begannen gegen 18 Uhr vor rund 150 Zuschauern, die am Vortag das Konzert besucht hatten und personalisierte Einladungen mit Datum, Uhrzeit und Eingang erhalten hatten. Der Dreh endete gegen 3:00 Uhr nachts und enthielt eine kurze Essenspause für die Zuschauer. Zu sehen sind Prince, seine Begleitband und Duettpartnerin Sheena Easton, die den Song gemeinsam auf der Bühne im Playback performen. Die Choreografie stammte von der Begleitsängerin und Tänzerin Cat, Regisseur war David Hogan (* 1948).<ref name="u623" /><ref>U Got the Look. In: princevault.com. 27. Dezember 2021, abgerufen am 3. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es ist zudem im Konzertfilm Prince – Sign O’ the Times integriert und wurde in einer 5:32 Minuten langen, verkürzten Fassung der Maxiversion gedreht.
I Could Never Take the Place of Your Man stammt ebenfalls aus dem Konzertfilm,<ref name="u623" /> diese Version ist länger als die Albumfassung. Für die Single If I Was Your Girlfriend wurde offiziell kein Musikvideo produziert; ein auf verschiedenen Videoportalen verfügbarer Clip stammt ebenfalls aus dem Konzertfilm Prince – Sign O’ the Times, wurde jedoch ohne Beteiligung oder Zustimmung von Prince veröffentlicht.
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und vorgetragen. Er spielte außerdem alle Musikinstrumente selbst ein, ergänzt durch folgende Musiker:<ref name="n281">Nilsen (1999), S. 281.</ref>
Atlanta Bliss – Trompete in Adore, Housequake, It’s Gonna Be a Beautiful Night und Slow Love
Bobby Z. – Schlagzeug in It’s Gonna Be a Beautiful Night
Brad Marsh, Coke Johnson, Gilbert Davison, Mike Soltys, Susan Rogers, Todd Hermann und „The Penguin“ – „Party Voice“ in Housequake
Brown Mark – E-Bass in It’s Gonna Be a Beautiful Night
Dr. Fink – Keyboard in It’s Gonna Be a Beautiful Night
Eric Leeds – Saxophon in Adore, Hot Thing, Housequake, It’s Gonna Be a Beautiful Night und Slow Love
Greg Brooks, Jerome Benton, Wally Safford und „6000 Wonderful Parisians“ – Backing Vocals in It’s Gonna Be a Beautiful Night
Jill Jones – Backing Vocals in It’s Gonna Be a Beautiful Night
Lisa Coleman – Backing Vocals in Slow Love; Backing Vocals und Keyboard in It’s Gonna Be a Beautiful Night; Holzflöte und Sitar in Strange Relationship
Mico Weaver („Mico“ wurde zuvor mit „k“ anstatt „c“ geschrieben) – Rhythmusgitarrist in It’s Gonna Be a Beautiful Night
Die Sign-o’-the-Times-Tour begann am 8. Mai 1987 im Johanneshovs Isstadion in Stockholm und endete am 29. Juni 1987 im Sportpaleis in Antwerpen. Die Tournee fand ausschließlich in Europa statt, umfasste 34 Konzerte und wurde von rund 350.000 Menschen besucht. Prince trat erstmals in der Schweiz und in Österreich auf.<ref>Uptown (2004), S. 80, 83.</ref><ref name="n238">Nilsen (1999), S. 238.</ref> Die Konzerte am 27. und 28. Juni 1987 im Rotterdam Ahoy sowie das Abschlusskonzert in Antwerpen wurden aufgezeichnet.<ref>Uptown (2004), S. 83.</ref> Ein Zusammenschnitt dieser Konzerte erschien im November 1987 als Konzertfilm Prince – Sign O’ the Times. Eine typische Setlist enthielt die Songs, die auch für den Konzertfilm aufgenommen wurden, ergänzt um die Top-Ten-Hits 1999, When Doves Cry, Let’s Go Crazy, Purple Rain und Kiss.
Die Konzerte dauerten zwischen 90 und 110 Minuten, die Bühnenproduktion kostete etwa 250.000 US-Dollar, damals ungefähr 450.000 DM.<ref>Nilsen (1999), S. 234.</ref><ref>US Dollarkurs Entwicklung 1971 bis 2020. In: reisebuch.de. 2022, abgerufen am 17. Juli 2022.</ref> Als Vorgruppe spielte die Band Madhouse, ein Nebenprojekt von Prince, etwa 20–30 Minuten.<ref>Uptown (2004), S. 81.</ref> Die Begleitband von Prince setzte sich aus zehn Mitgliedern zusammen:<ref>Uptown (2004), S. 80–81.</ref>
Atlanta Bliss (* 14. Dezember 1952 als Matthew Blistan in Pittsburgh, Pennsylvania, Schulfreund von Eric Leeds)<ref>Nilsen (1999), S. 257.</ref> – Trompete
Cat (* 24. Juli 1962 als Catherine Vernice Glover in Chicago, Illinois; † 24. September 2024 in Los Angeles, Kalifornien)<ref>Chinta Strausberg. In: facebook.com. 24. September 2024, abgerufen am 27. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> – Backing Vocals, Tänzerin
Dr. Fink (* 8. Februar 1957 als Matthew Robert Fink in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul)<ref name="u21">Uptown (2004), S. 21.</ref> – Backing Vocals, Keyboard
Eric Leeds (* 19. Januar 1952 als Eric Jeffrey Leeds in Milwaukee, Wisconsin) – Querflöte, Saxophon
Greg Brooks (als Gregory Allen Brooks in Detroit, Michigan)<ref>Uptown (2004), S. 60.</ref> – Backing Vocals, Tänzer
Levi Seacer Jr. (* 30. April 1961 in Richmond, Kalifornien) – Backing Vocals, E-Bass
Miko Weaver (* 11. März 1957 als Michael Weaver in Berkeley, Kalifornien) – Backing Vocals, Gitarre
Sheila E. (* 12. Dezember 1957 in Oakland, Kalifornien) – Backing Vocals, Schlagzeug
Wally Safford (* 10. November 1959 als Wallace Anthony Safford in Detroit, Michigan; † 9. September 2022 in Southfield, Michigan)<ref>Safford (2019), S. 3.</ref><ref>Wally Safford. In: discogs.com. 2022, abgerufen am 18. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> – Backing Vocals, Tänzer
Am 31. Dezember 1987 gab Prince in seinem Paisley Park Studio ein Benefizkonzert und beendete damit die Sign-o’-the-Times-Ära. Musikalischer Gast war Miles Davis; das Konzert erschien im September 2020 auf DVD unter dem Titel Live at Paisley Park – December 31, 1987.
Aftershows
Ab 1986 gab Prince nach dem Hauptkonzert gelegentlich eine Aftershow – ein zusätzliches Konzert nach Mitternacht. Die Aftershows fanden in kleineren Clubs vor 300 bis 1.500 Zuschauern statt, wobei Prince auf aufwendige Bühnenshows, Choreografien und Lichtinszenierungen seiner Hauptkonzerte verzichtete. Die Songauswahl unterschied sich von der der Hauptkonzerte, Top-Ten-Hits wurden häufig ausgelassen. Höhepunkte einiger Aftershows waren Gastauftritte bekannter Musiker.
1987 gab Prince bei fünf der 34 Konzerte der Sign-o’-the-Times-Tour eine Aftershow: am 13. Mai im Park Lane in Göteborg, am 15. Mai im Quasimodo in Berlin,<ref>Uptown (2004), S. 81.</ref> am 21. Mai im Park Café in München, am 29. Mai im U4 in Wien und am 15. Juni im New Morning in Paris. Musikalische Gäste traten nur in München auf: Steven Van Zandt und Prince’ Vater John L. Nelson (* 1916; † 2001). Bei den übrigen Aftershows gab es keine Gäste.<ref>Whitta (2018), S. 125.</ref><ref>Uptown (2004), S. 82.</ref>
Rezensionen
Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle
Bewertung
AOTY<ref name="aoty">Prince – Sign “O” the Times. In: albumoftheyear.org. 2024, abgerufen am 31. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
99 %
Weitere Bewertungen
Quelle
Bewertung
AllMusic<ref name="allmusic">Stephen Thomas Erlewine: Sign 'O' the Times Review by Stephen Thomas Erlewine. In: allmusic.com. 2025, abgerufen am 10. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Pitchfork Media<ref name="pitchfork">Nelson George: Sign o’ the Timese – Prince. In: pitchfork.com. 30. April 2016, abgerufen am 12. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rolling Stone (USA)<ref name="rolling">Kurt Loder: Prince’s baffling brilliance. In: princetext.tripod.com. 2023, abgerufen am 12. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Robert Christgau<ref name="christgau">Robert Christgau: Prince. In: robertchristgau.com. 2023, abgerufen am 12. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
A+
Laut zahlreichen Musikkritikern markiert das Doppelalbum Sign o’ the Times einen Höhepunkt von Prince’ Schaffen und wurde überwiegend exzellent bewertet. Verglichen wurde es unter anderem mit The White Album (1968) von The Beatles, What’s Going On (1971) von Marvin Gaye und Exile on Main St (1972) von The Rolling Stones. Die US-Wochenzeitung The Village Voice ernannte Sign o’ the Times 1987 zum „Besten Album des Jahres“ und das Titelstück zur „besten Single des Jahres“.<ref name="ah168" /><ref name="n233">Nilsen (1999), S. 233.</ref> Die WebsiteAOTY (Album of the Year) ermittelte aus neun englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 99 %.<ref name="aoty" />
Nelson George von Pitchfork Media bewertete das Album mit zehn Punkten, der Höchstwertung. Er schrieb, es sei unmöglich, „einen einzelnen Höhepunkt von Prince’ glorreicher Karriere“ in den 1980er Jahren auszuwählen, doch Sign o’ the Times sei „sicherlich sein komplexestes und abwechslungsreichstes Statement“. George bezeichnete das Album als „ein Zeugnis für die Bandbreite seiner Begabungen und den kühnen künstlerischen Ehrgeiz“. „Innovative Arrangements, verführerische, aber dennoch belastende Liedtexte und seine bemerkenswerte Stimme“ verschmelzen „zu einer Einheit“. Der Titelsong mit Prince’ Kommentar zu den Problemen der Zeit und der „minimalistischen Produktion“ zeige, dass er „sein Ohr auf der Straße hatte“. Forever in My Life besitze „die aufrichtige Melodie der frühen“ Sly & the Family Stone und klinge „wie geschaffen für optimistische Mitsinglieder“. Gleichzeitig seien Hot Thing und It „aggressiv sexuell“. Die Balladen Adore und Slow Love seien „Paradebeispiele für Prince’ stimmliches Können“. George beschrieb ihn als „eine Enzyklopädie der Gesangsstile“: Auf Slow Love könne er wie ein „Popstar der 1950er Jahre“ singen, in Adore den Soul der 1960er Jahre nachahmen. Obwohl Prince „gleichermaßen versiert in auffälligen Gesangsriffs und im Schreien“ sei, drücke seine „tiefere, kühlere Stimmlage sein wahres Ich“ aus. George bezeichnete das Album als „schwer zu fassen“, da „in jedem Track so viel“ passiere. So beginne das Up-Tempo-Stück Play in the Sunshine mit dem Klang spielender Kinder, entwickle sich zu einem Rockabilly-Song, gehe „in der Mitte in ein Gitarren-Showcase über“ und ende „mit einer Marimba, einem anderen Schlagzeugmuster und geschickt arrangierten Begleitstimmen in einer musikalischen Welt, die sich vom Anfang unterscheidet“. Der Funk-Jam Housequake hätte laut George „eine Hit-Single“ werden können, wäre er ausgekoppelt worden. Insgesamt sei Sign o’ the Times „immer noch eine lebendige Sache“ und das Werk „eines großen Künstlers auf dem Höhepunkt seiner Kräfte“.<ref name="pitchfork" />
Die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland vom Musikexpress bewerteten das Album ebenfalls mit der Höchstpunktzahl von sechs Sternen. Sie stellten fest, dass Sign o’ the Times die „absolut unverzichtbare“ Veröffentlichung unter Prince’ zahlreichen Alben sei. Prince beschrieben sie als „Alleskönner“, der „ein Feuerwerk“ abbrenne. Neben „den gewohnten wilden Partyhymnen, überdrehten Popsongs und hocherotischen Momenten“ zeige er „ein Gespür für die Zeichen der Zeit“. In den Texten thematisiere Prince „Armut, AIDS, Drogenmissbrauch“ sowie den Wunsch nach fester Partnerschaft; „so eine gesunde Dosis Realismus hat dem Genie noch zur Übergröße gefehlt“, ergänzten Koch und Weiland.<ref name="musikexpress" />
Stephen Thomas Erlewine von Allmusic bewertete das Album ebenfalls mit fünf Sternen, der Höchstwertung. Er beschrieb Sign o’ the Times als „furchtlos, eklektisch und trotzig chaotisch in der Tradition gewaltiger, chaotischer Doppelalben“ wie The White Album (1968) von The Beatles, Exile on Main St (1972) von The Rolling Stones und London Calling (1979) von The Clash. Er hob hervor, dass Prince auf dem Album „von knochentrockenem Elektro-Funk und sanftem Soul bis hin zu pseudo-psychedelischem Pop und knackigem Hardrock“ eine Vielfalt an Musikstilen präsentiere und zusätzlich die Genres Blues, Folk und Gospel streife. Erlewine bezeichnete If I Was Your Girlfriend als den „entwaffnendsten und düstersten psychosexuellen Song“, den Prince „je geschrieben“ habe.<ref name="allmusic" />
Kurt Loder vom US-Musikmagazin Rolling Stone bewertete das Doppelalbum ebenfalls mit fünf Sternen, der Höchstwertung. Loder beschrieb das Album als „größtenteils umwerfend“, wobei die Hälfte der 16 Titel „brillant“ sei, die andere Hälfte aber „immer noch besser als neunzig Prozent der Songs im Radio“. Er betonte, dass es „wirklich niemanden“ wie Prince gebe, der „nach wie vor der seltene Popkünstler“ sei, auf den der Begriff „Genie“ passe. Die „beste Musik“ sei „hart, einfallsreich und experimentell“, der „resultierende Minimalismus wunderbar erfrischend“. I Could Never Take the Place of Your Man mit „seinem unwiderstehlichen Keyboard-Riff“ bezeichnete Loder als den „unwiderstehlichsten Gitarrenrocker“, den Prince seit When You Were Mine (1980) aus seinem Album Dirty Mind geschrieben habe. Das „sexy“ Slow Love mit „flotten Keyboards und nackenschmeichelnder Darbietung“ erinnere an Sly Stone, während Housequake „einen Überblick über dreißig Jahre schwarzer Performance-Stile“ biete. Prince präsentiere sich zudem „von seiner unberechenbaren Seite“, was „nie langweilig“ sei. If I Was Your Girlfriend beschrieb er als „urkomische und sexuell verblüffende“ Funk-Nummer mit „seltsamen“ Backing Vocals. The Cross beginne als „Folk-Rock-Ballade“, breche in „Power-Gitarren-Akkorde“ aus und ende in „jazzigen Gesangsharmonien“. Loder prognostizierte, dass das Titelstück, Housequake, Hot Thing und I Could Never Take the Place of Your Man neue Prince-Klassiker werden würden; die Songs It, It’s Gonna Be a Beautiful Night, Slow Love und U Got the Look seien „fast genauso gut“. Einzig bemängelte er, dass Prince sich zu wiederholen beginne; Play in the Sunshine sei „die Art gefühlvollen Rave-ups“, die er „schon einige Male“ gespielt habe. Zudem wiederhole sich „die kleine Bass-Idee, die die Titelmelodie belebt“ in Hot Thing und dem „leicht verblüffenden“ Forever in My Life. Loder schloss, dass „schlichte Virtuosität“ oder „bloße Brillanz“ für Prince’ außergewöhnliche Fähigkeiten eine „zu einfache Übung“ sei.<ref name="rolling" />
Robert Christgau bewertete Sign o’ the Times mit der Höchstnote „A+“ und bezeichnete Prince als „den begabtesten Popmusiker seiner Generation“. Besonders hob er Prince’ stimmliche Fähigkeiten hervor, die Stevie Wonder „wie einen kämpfenden Bauchredner“ erscheinen ließen. Zudem lobte Christgau insbesondere den Song U Got the Look.<ref name="christgau" />
Musikerkollegen lobten Prince und Sign o’ the Times: Joni Mitchell erklärte 1987, er sei „ständig getrieben – motiviert durch künstlerische Weiterentwicklung und Experimentierfreude, im Gegensatz zur ständigen Wiederholung einer einmal erfolgreichen Hitformel“.<ref name="rm182" /> In den 1980er Jahren zählte Herbert Grönemeyer im Musikexpress, welche Platten er als Notration auf eine Insel mitnehmen würde: neun, darunter Sign o’ the Times und Parade.<ref>Mischke (1989), S. 144.</ref>
Vereinzelt äußerten Kritiker auch Vorbehalte: Dieter Römer von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kommentierte das Album mit „Schmoren im eigenen Saft“. Er bemängelte zudem einen „beträchtlichen Spannungsabfall während einiger Stücke“. Sein Fazit: „Krude Texte, Abzählreime, Gemeinplätze, Vulgärphilosophisches und Endlosvariationen einzelner Zeilen mischen sich mit eindrucksvollen Schilderungen wie im grandiosen Titelstück“.<ref name="rm182">Mischke (1989), S. 182.</ref>
Geoffrey Himes von der The Washington Post bezeichnete das Album als „inkonsistent“. Paolo Hewitt vom New Musical Express zeigte sich ebenfalls zurückhaltend: Er befand, Sign o’ the Times wirke lückenhaft, unausgeglichen und unvollendet.<ref name="n233" /> Bart Bull von Spin äußerte sich noch kritischer: Er bezeichnete das Album als „zum Wegschmeißen“ und die Songs als „so liederlich“, dass sie wie „Outtakes“ wirkten.<ref name="n233" />
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
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Die höchste Chartplatzierung in Deutschland erzielte die Neuauflage von Oktober 2020, Sign o’ the Times Super Deluxe; das Originalalbum hatte 1987 Rang 11 erreicht.
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Auszeichnungen für Musikverkäufe
Sign o’ the Times verkaufte sich weltweit etwa 3,2 Millionen Mal, davon die Hälfte in den USA.<ref>Hahn (2006), S. 169.</ref>
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Preise
Für die Sign-o’-the-Times-Ära erhielt Prince folgende Auszeichnungen und Preise:
NME Awards
28. Februar 1987: Der Song Sign o’ the Times erhielt bei den NME Awards die Auszeichnung als „Best Single“.<ref>NME: 1987. In: nme.com. 28. Februar 1987, abgerufen am 4. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
12. Mai 1988: Wie bereits im Vorjahr gewann Prince insgesamt elf Auszeichnungen. Sign o’ the Times erhielt die Ehrung als „Album of the Year“, während das Titelstück und U Got the Look in der Kategorie „R&B/Bands: R&B Komposition“ ausgezeichnet wurden.<ref name="awards">Awards and nominations. In: princevault.com. 16. Februar 2024, abgerufen am 4. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Uptown (2004), S. 91.</ref>
15. Mai 2017: Das Doppelalbum wurde in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.<ref>Grammy Hall of Fame Award. In: grammy.com. 2024, abgerufen am 4. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rolling Stone
2023 listete das US-Musikmagazin Rolling StoneSign o’ the Times auf Platz 45 der Rangliste Die 500 besten Alben aller Zeiten. Ein Jahr später wählte die Zeitschrift den Song Adore auf Platz 431 der Liste Die 500 besten Songs aller Zeiten.<ref>Rolling Stone: The 500 Greatest Albums of All Time. In: rollingstone.com. 31. Dezember 2023, abgerufen am 10. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Rolling Stone: The 500 Greatest Songs of All Time. In: rollingstone.com. 16. Februar 2024, abgerufen am 10. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Literatur
Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal, Höfen 2006, ISBN 3-85445-262-4.
Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
Dave Hill: Prince – A Pop Life. Droemer Knaur, München 1989, ISBN 3-426-04036-0.
Duane Tudahl: Prince and the Purple Rain Era Studio Sessions 1983 and 1984 (Expanded Edition). Rowman & Littlefield, London 2018, ISBN 978-1-5381-1462-9.
Duane Tudahl: Prince and the Parade & Sign o’ the Times Era Studio Sessions 1985 and 1986. Rowman & Littlefield Publishers, 2021, ISBN 978-1-5381-4451-0.