Around the World in a Day (englisch für In einem Tag um die Welt) ist das siebte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Er nahm es mit seiner Begleitband The Revolution auf und veröffentlichte es am 22. April 1985 bei Warner Bros. Records sowie erstmals über sein neu gegründetes Label Paisley Park Records.
Kommerziell erreichte Around the World in a Day Platz eins der US-Albumcharts, konnte aber den internationalen Erfolg des Vorgängeralbums Purple Rain nicht wiederholen. Musikkritiker zeigten sich geteilter Meinung; Lob und Kritik hielten sich in etwa die Waage. Erstmals in seiner Karriere verzichtete Prince auf eine Tournee zu einem Album.
Zum 40. Jubiläum veröffentlichte The Prince Estate (Der Prince-Nachlass) am 21. November 2025 eine überarbeitete Version des Albums unter dem Titel Around the World in a Day Deluxe Edition.
In den Liner Notes von Around the World in a Day werden zwar Prince und The Revolution als Arrangeure, Komponisten, Produzenten und Interpreten aller Songs genannt, der Einfluss der Band war jedoch gering. Nur bei America werden Mitglieder von The Revolution als Co-Komponisten aufgeführt. Keyboarder Dr. Fink bestätigte dies: „Die Platte nennt Prince and The Revolution als Urheber, aber in erster Linie war es Prince, zusammen mit Wendy und Lisa.“ Fink sowie Schlagzeuger Bobby Z. und E-Bassist Brown Mark „waren nicht wirklich involviert“ und traten lediglich bei America und The Ladder auf.<ref>Azhar (2016), S. 32.</ref>
Prince nahm alle Songs für Around the World in a Day 1984 auf und schloss das Album größtenteils vor Beginn der Purple-Rain-Tour im November ab. Vom 19. bis 20. Februar spielte er Pop Life im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles ein, ergänzte Overdubs und Saiteninstrumente. Diese 9:06 Minuten lange Aufnahme erschien zugleich als Maxi-SinglePop Life (Extended Version); die Albumversion ist ein von Prince zusammengestellter Ausschnitt daraus.<ref>Tudahl (2018), S. 270–272.</ref> America entstand am 23. Juli im Flying Cloud Drive Warehouse in Eden Prairie (Minnesota); eine 21:41 Minuten lange Maxiversion produzierte er am 5. August erneut im Sunset Sound.<ref>Tudahl (2018), S. 365, 377.</ref> Das Titelstück Around the World in a Day spielte er am 16. August im Flying Cloud Drive Warehouse ein, Raspberry Beret überarbeitete er dort am 7. September; ursprünglich hatte er den Song am 27. April 1982 komponiert.<ref>Tudahl (2018), S. 384, 400, 407.</ref> Paisley Park entstand am 10. September, Tamborine am 27. September, beide ebenfalls im Flying Cloud Drive Warehouse.<ref>Tudahl (2018), S. 402, 415.</ref>
Am 9. Oktober 1984 nahm Prince Condition of the Heart im Sunset Sound auf.<ref>Tudahl (2018), S. 431.</ref> The Ladder entstand am 31. Oktober im Civic Center in Saint Paul (Minnesota).<ref>Tudahl (2018), S. 444.</ref> Den letzten Song, Temptation, spielte er am 6. Dezember 1984 während eines Soundchecks im Richfield Coliseum (Ohio) ein, wo er mit der Purple-Rain-Tour gastierte. Am folgenden Tag überarbeitete er den Track im Capitol Records Building in Los Angeles.<ref name="t458–459">Tudahl (2018), S. 458–459.</ref> Am 24. Dezember 1984 nahm er den Monolog von Temptation auf, fügte Overdubs für Tamborine hinzu, kürzte The Ladder und schloss die Albumaufnahmen ab. Diese Arbeiten führte Prince im Civic Center mit einem mobilen Tonstudio durch, das seine Tour im LKW begleitete. Am selben Tag reiste er von Saint Paul nach Chanhassen (Entfernung rund 47 km) und vollendete das Album in seinem privaten Kiowa Trail Home Studio.<ref name="t458–459" />
Nach dem Erfolg seines Vorgängeralbums Purple Rain und des gleichnamigen Films 1984 befand sich Prince auf dem Höhepunkt seines kommerziellen Erfolgs. Die Erwartungen waren entsprechend hoch, als er Warner Bros. Records am 21. Februar 1985 in Los Angeles das neue Album Around the World in a Day präsentierte. Unter den Gästen waren sein Vater John L. Nelson (* 1916; † 2001) und die Musikerin Joni Mitchell.<ref name="ah120">Hahn (2016), S. 120.</ref> Die Reaktion der Warner-Mitarbeiter fiel jedoch verhalten aus. Saxofonist Eric Leeds (* 1952), seit 1985 regelmäßig Musiker in Prince’ Begleitbands, berichtete: „Wie Prince mir später sagte, konnte er an den Gesichtern der Warner-Leute ablesen, dass es nicht das Richtige war“.<ref name="ah120" />
In einem Interview mit dem US-Musikmagazin Rolling Stone erklärte Prince, viele Menschen verstünden sein Album falsch: „Ich versuche nicht, der große, visionäre Zauberer zu sein.“ Es gehe nicht um etwas, „wofür ich die Schlüssel habe. Ich wollte vermitteln, dass man in sich selbst schauen muss, um Vollkommenheit zu finden.“ Er betonte, Around the World in a Day direkt nach Abschluss von Purple Rain fertiggestellt zu haben, weil er nicht abwarten wollte, „was mit Purple Rain passieren würde“. Deshalb klingen die Alben so unterschiedlich. „Es wäre einfach gewesen, Around the World in a Day mit dem Gitarrensolo zu beginnen, das Let’s Go Crazy abschließt. Das hätte allen den Wind aus den Segeln genommen, die behaupten, das neue Album sei nicht einmal halb so kraftvoll“.<ref name="ah125">Hahn (2016), S. 125.</ref><ref>Neal Karlen: Prince Talks. In: princetext.tripod.com. 26. April 1985, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Hill (1989), S. 232–233.</ref>
Im Februar 1985 gründete Prince mit finanzieller Unterstützung von Warner Bros. Records das Musiklabel Paisley Park Records. Around the World in a Day ist sein erstes Album, das bei diesem Label veröffentlicht wurde.<ref>Draper (2016), S. 76.</ref><ref>Begleitheft der CD Around the World in a Day von Prince and The Revolution, Warner Bros. Records / Paisley Park, 1985.</ref>
Marketing
Ursprünglich war geplant, am 27. Februar 1985 den Song Paisley Park als Vorabsingle zu veröffentlichen. Wenige Tage davor änderte Prince jedoch seine Entscheidung, ohne eine Begründung zu nennen. Für das Marketing von Around the World in a Day verfolgte er eigene Vorstellungen: Es sollten weder Singles noch Musikvideos erscheinen, damit das Album als geschlossenes Werk wahrgenommen wird. Das Promotion-Team von Warner schickte daraufhin verschiedene Tracks an Radiosender, ohne einen bestimmten Song zu favorisieren und überließ die Wahl den Sendern. Doch die Resonanz war schwach. Auch Werbeanzeigen in führenden Branchenmagazinen unterblieben. Zudem verzichtete Prince erstmals in den 1980er Jahren auf eine Tournee zur Albumveröffentlichung. Marylou Badeaux, damalige Vizepräsidentin von Warner Bros. Records, kommentierte: „Alle standen kurz vor dem Herzinfarkt. Aber wir machten es schließlich so, wie er wollte“.<ref>Hahn (2016), S. 123.</ref><ref name="u373">Uptown (2004), S. 373.</ref>
Als die Verkaufszahlen nach einigen Wochen hinter denen von Purple Rain zurückblieben, willigte Prince schließlich ein, doch noch Musikvideos zu Around the World in a Day zu produzieren. Die erste Singleauskopplung Raspberry Beret erschien erst drei Wochen nach der Albumveröffentlichung. Zudem gab Prince dem Musiksender MTV sowie einer Radiostation in Detroit (Michigan) Interviews.<ref name="ah125" />
Gestaltung des Covers
Für das LP-Design war erneut die Artdirektorin Laura LiPuma verantwortlich, die bereits das Cover von Purple Rain betreut hatte. Das Albumcover entwarf Doug Henders (* 1957), der ebenfalls am Purple-Rain-Cover beteiligt gewesen war. Prince übergab ihm für Around the World in a Day eine Liste mit 16 Motiven, die in das Cover integriert werden sollten.<ref>Greenman (2017), S. 126.</ref> Am 12. Februar 1985 präsentierte Henders ein detailreiches, surrealistisches Gemälde mit 16 Personen, die an einer Art Schwimmbecken versammelt sind, aus dem eine Leiter in den Himmel ragt. Im Hintergrund formt eine Hügellandschaft die Kontur einer auf dem Rücken liegenden Frau, die durch eine vielfarbige Collage kaschiert ist.<ref name="henders">Doug Henders: Prince. In: doughenders.art. 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Hill (1989), S. 227.</ref>
Das LP-Cover wurde als Klappcover gestaltet; die Liedtexte sind sowohl in der LP-Ausgabe als auch im CD-Booklet abgedruckt. In den Liner Notes wird zudem angegeben, das Album sei teilweise im Paisley Park Studio aufgenommen worden, was jedoch nicht zutrifft, da der Bau des Studios erst im Januar 1986 begann.
Auf dem Frontcover sind elf Personen in surrealistischer Darstellung abgebildet:
Prince: Er trägt einen blau-weißen „Wolkenanzug“ und spielt seine „Cloud“-Gitarre. Die Darstellung mit blondem Haar verweist auf eine kurzzeitige Blondierung im Januar 1985, die jedoch scheiterte, da das Haar stark beschädigt wurde. In der Übergangszeit trug Prince zeitweise eine Perücke, unter anderem bei den American Music Awards 1985 am 28. Januar 1985, was öffentlich unbemerkt blieb. Bildmaterial mit blondem Haar ist weder in den Medien noch online überliefert.<ref>Parke (2017), S. 72.</ref>
Sheila E.: Sie ist als Sängerin mit roten Haaren und einem Mikrofon in der Hand dargestellt.<ref name="henders" />
Lisa Coleman: Sie ist als schwarz gekleidete Frau mit einem Tamburin in der Hand dargestellt.
Susannah Melvoin: Die Zwillingsschwester von Wendy Melvoin und damalige Freundin von Prince sitzt auf einer Steintreppe und spielt Violine.<ref>Susannah Melvoin: susannahmelvointwin. In: x.com. 31. Januar 2019, abgerufen am 17. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Dr. Fink: Der Keyboarder von The Revolution ist mit grauen Haaren und seinem damaligen Markenzeichen, einem Mundschutz, dargestellt.
Earl Jones: Der grauhaarige, weinende ältere Mann mit Gehstock stellt Prince’ damaligen Hairstylisten dar. Jones starb 2002 und war der Onkel von Jill Jones.<ref>Doyle: Album Art – Doug Henders – Around the World in a Day. In: doyletatum.com. 12. September 2023, abgerufen am 17. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Clara Bow: Die auf der Treppe stehende, leicht bekleidete Frau stellt die US-amerikanische Schauspielerin dar, die Prince auch im Liedtext von Condition of the Heart erwähnt.<ref>clara.bow.forever: Clara Bow – The Original It Girl. In: instagram.com. 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das Motiv des fliegenden Jungen, der einen Ballon mit der Aufschrift „Prince & the Revolution Around the World in a Day“ hält, stammt von Margo Chase.<ref>Bald Condensed: Remembering Margo Chase, letter alchemist. In: typenetwork.com. 22. Juli 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es ist das einzige Cover-Element, das nicht von Prince vorgegeben und nicht von Henders entworfen wurde.
Auf dem Rückcover sind fünf Personen zu sehen:
Wendy Melvoin: Sie ist als weinende alte Frau mit weißen Haaren dargestellt.<ref>Susannah Melvoin: susannahmelvointwin. In: x.com. 2. Februar 2019, abgerufen am 17. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ihre Abbildung wurde zudem als Cover der Single Pop Life verwendet.
Die Musik kombiniert Elemente aus Contemporary R&B, Funk, Pop, Psychedelic Rock und Rockmusik. Wie auf seinen vorherigen Alben setzte Prince den Linn LM-1Drumcomputer sowie einen Oberheim-Synthesizer ein und verwendete zudem einen Yamaha DX7, den ersten digitalen Synthesizer, der Ende 1983 auf den Markt kam. Mit Ausnahme von Paisley Park und Temptation tritt die E-Gitarre gegenüber Synthesizern und Klavier in den Hintergrund. Die meisten Songs liegen im Mid-Tempo-Bereich, was der Musik stellenweise einen ruhigen, getragenen Charakter verleiht. Auffällige Hooklines kommen seltener vor.<ref name="u373" /><ref>Hill (1989), S. 228, S. 231.</ref><ref name="je61">Ewing (1994), S. 61.</ref><ref>Hahn (2016), S. 199.</ref>
Prince arbeitete auf Around the World in a Day intensiver mit anderen Musikern zusammen als zuvor in seiner Karriere. Lisa Coleman und Wendy Melvoin übernahmen nicht nur die Backing Vocals, sondern brachten auch eigene kreative musikalische Ideen ein. Darüber hinaus wirkten David Coleman (* 1962; † 2004), jüngerer Bruder von Lisa Coleman, und Wendy Melvoins Bruder Jonathan Melvoin (* 1961; † 1996) am Album mit. David Coleman, der sich mit der Kultur des Nahen Ostens beschäftigt hatte, brachte gemeinsam mit Jonathan Melvoin Instrumente wie Darbuka, Fingerzimbeln und Oud ein, die im Titelstück Verwendung finden.<ref>Hahn (2016), S. 116.</ref>
Sheila E. wirkte erstmals auf einem Prince-Album mit und spielt Schlagzeug in Pop Life, während Saxofonist Eddie Minnifield in Temptation und The Ladder zu hören ist. Die US-amerikanische Sängerin Taja Sevelle (* 1962) steuerte Backing Vocals zu The Ladder bei. Susannah Melvoin ist ebenfalls vertreten; sie war 1984 Prince’ feste Freundin und von August 1985 bis April 1986 mit ihm verlobt.<ref name="u372">Uptown (2004), S. 372.</ref><ref>Tudahl (2018), S. 357–359.</ref>
Prince’ Vater John L. Nelson ist ebenfalls beteiligt, wobei sein genauer Beitrag unklar bleibt. Verschiedene Quellen berichten, Prince habe ihn bei dem Titelstück und The Ladder als Co-Autor genannt, um ihn finanziell zu unterstützen; Prince selbst gab an, die Akkord-Basis von The Ladder stamme von seinem Vater.<ref name="u372" /><ref>Hill (1989), S. 228.</ref><ref>Hahn (2016), S. 126.</ref><ref>Nilsen (1999), S. 161.</ref> Alle Mitglieder von The Revolution sind lediglich in den drei Songs America, Pop Life und The Ladder zu hören.
In den Liedtexten zeigt sich Prince stärker als auf seinen früheren Alben von seiner spirituellen Seite. Das Album Around the World in a Day thematisiert vor allem die Suche nach dem Paradies und die damit verbundenen Herausforderungen auf dem Weg dorthin. Hinweise auf Prince’ Intentionen lassen sich anhand der Farbgebung der Liedtexte im Booklet und auf der LP-Innenhülle erkennen. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang verwendet er auch tiefere Stimmlagen.<ref name="ah120" /><ref name="je61" /><ref name="u372" /><ref>Hill (1989), S. 228 und S. 230.</ref>
Around the World in a Day
Der Liedtext des Titelstücks ist in Weiß gehalten, einer Farbe, die Schlichtheit und Reinheit symbolisiert. Dies passt zum Song, da man seinen Geist öffnen muss, um alle Freuden des Lebens zu erfahren, wie Prince singt. Dem Refrain „around the world in a day“ folgt ein orientalisch anmutendes Motiv. Prince setzt dafür Instrumente wie Darbouka, Fingerzimbeln, Oud und Violoncello ein, die alle von David Coleman gespielt werden. Der dadurch exotisch klingende Rocksong wird von einem stark akzentuierten Bass-Drumcomputer-Muster getragen; gegen Ende fügte Prince ein funkiges Synthesizer-Lick hinzu. Die Arrangements bleiben spärlich, E-Bass und Gitarre treten zurück. Der Titel verweist auf Jules Vernes Buchklassiker In 80 Tagen um die Welt (1873), im Englischen Around the World in Eighty Days.<ref name="u372" />
Paisley Park
Der Rocksong zeichnet sich durch eine fröhliche, an Kindertrommeln erinnernde Melodie aus. Das Arrangement hebt einen Drumcomputer-Beat und eine raue Rockgitarre hervor. Wie bereits in Around the World in a Day fehlt auch in Paisley Park der E-Bass. Der Liedtext ist in Lila gehalten, einem Symbol für spirituelles Wissen, passend zum spirituellsten Stück des Albums. „Paisley Park“ wird im Text als ein Ort beschrieben, den man in seinem Herzen findet, „bewohnt von farbenfrohen Menschen, deren Haare auf einer Seite nach hinten gekämmt sind“. Außerdem gilt im „Paisley Park keine Regeln“, was Prince’ Ablehnung gesellschaftlicher Normen und restriktiver Regeln widerspiegelt.<ref name="u372–373">Uptown (2004), S. 372–373.</ref>
Condition of the Heart
Die R&B-Klavierballade entwickelt sich erst nach einem fast dreiminütigen instrumentalen Beginn allmählich. Prince fügte verschiedene Synthesizer-Soundeffekte und Gesangseffekte hinzu, wodurch das Stück zu einem zarten Melodram wird. Der Liedtext ist in Grün gehalten, einer Farbe, die oft mit wachsender Vegetation, Hoffnung und der Entfaltung geistigen Lebens assoziiert wird. Thematisch handelt er von „einem manchmal einsamen Musiker“ auf der Suche nach einer Geliebten. Der Protagonist begegnet Frauen aus London und Paris sowie einer „aus dem Ghetto“, die „lustige Grimassen wie Clara Bow“ zieht. Prince’ damalige Verlobte Susannah Melvoin diente als Inspiration für den Text.<ref name="u373" />
Raspberry Beret
Die Grundinstrumentierung des Pop-Songs besteht aus akustischen Gitarren, E-Bass und einem Drumcomputer, der einen leichten, aber treibenden Beat liefert. Der markante Refrain ist eingängig und leicht zugänglich. Ein durchgehendes Streicherarrangement untermalt den Song von Anfang bis Ende. Der Liedtext ist in leuchtendem Pink gehalten, da Raspberry Beret inhaltlich ein fröhliches, unbeschwertes Beispiel für Liebe darstellt, bei dem die Chemie zwischen den Liebenden stimmt.<ref name="u373" />
Tamborine
Der Funk-Song wirkt stellenweise wie ein hastig entworfener Track von Prince. Das minimalistische Arrangement beschränkt sich auf sein kraftvolles Live-Schlagzeug, perkussiven Bass und Handclaps eines Drumcomputers. Im Gegensatz zu Raspberry Beret thematisiert Tamborine die Besessenheit einer Liebeserfahrung, die in Isolation und Masturbationsfantasien übergeht, und reflektiert so einen Zustand, in dem Intimität verloren geht. Der Liedtext ist in schwarzer Tinte gehalten, passend zu seinem düsteren, belastenden Thema.<ref name="u373" />
America
Der Song erinnert im Groove an Baby I'm a Star vom Album Purple Rain. Angetrieben von einem treibenden Drumcomputer-Beat steht ein hymnenhafter Mitsing-Refrain im Vordergrund, der Anleihen beim patriotischen Lied America the Beautiful (1895) nimmt. Prince’ damaliger Schlagzeugtechniker Brad Marsh spielt in AmericaTamburin. Der Liedtext vermittelt Prince’ Vorstellung von Amerika: Sein Sprechgesang „Freiheit! Liebe! Freude! Frieden!“ fasst zusammen, was die Nation benötigt, um „die Kinder frei zu halten“. Die imaginäre Figur „Jimmy Nothing“ hat nie eine Schule besucht, und alles in seinem Leben endet in einer Katastrophe. Zugleich treten im Song Menschen in den Vordergrund, die den Wert ihrer Freiheit erkennen, auch wenn sie wenig besitzen, sowie diejenigen, die sich wie Jimmy Nothing blindlings von den Chancen abwenden, die sich ihnen bieten. Die Farbgestaltung des Liedtexts in Rot, Weiß und Blau verweist deutlich auf die US-Flagge.<ref name="u373" /> Datei:Sheila E. 1985.jpgSheila E., 1985
Pop Life
Der Pop/Rock-Song verbindet eine eingängige Melodie mit einem abwechslungsreichen Fundament. Er basiert auf einer durchgehenden Klavierakkordfolge, die als Basis für Strophen und Refrain dient. Das Klavier wird durch Prince’ funkigen Bass sowie Sheila E.s Live-Schlagzeug in Kombination mit einem Drumcomputer unterstützt. Der Liedtext behandelt Menschen, die den „Pop“ im Leben suchen, sich aber über das beschwerte, was ihnen gegeben wurde, oder diesen „Pop“ an falschen Stellen suchen, etwa im Drogenkonsum. Der Drogenbezug wird durch die Farbgestaltung des Liedtexts unterstrichen: warmes, sonniges Orange für den Großteil des Textes, während die Fragen „What you putting in your nose?“ („Was steckst du dir in die Nase?“) und „Is that where all your money goes?“ („Ist da dein ganzes Geld hin?“) in Weiß gesetzt sind – ein Hinweis auf Kokain. Prince schrieb Pop Life, nachdem er beobachtet hatte, wie einige Freunde, darunter Morris Day und Vanity, Anfang der 1980er Jahre Drogen konsumierten. Die johlende Menschenmenge ab Minute 3:02 stammt aus den SamplesBarroom Brawl und Prize Fight, Large Arena vom Album Authentic Sound Effects Vol. 4 (1964) von Jac Holzman, die Prince in den Liner Notes nicht erwähnte.<ref name="u373" />
The Ladder
Der Einfluss des Songs Purple Rain ist in The Ladder deutlich hörbar, das über einen ähnlich elegischen Refrain verfügt. Prince trägt die Strophen vor, während Lisa Coleman, Taja Sevelle sowie Susannah und Wendy Melvoin im Refrain einen Gospel-Chor anstimmen. Begleitet werden sie von bluesigemAltsaxophon-Spiel durch Eddie Minnifield. Der Liedtext ist als Fabel gestaltet: Prince erzählt vom unwürdigen König des imaginären Landes „Sinaplenty“, dessen Name ein Wortspiel mit „sin-a-plenty“ („Sünde im Überfluss“) ist. Der König kann weder den Auserwählten in seiner Umgebung angemessen achten noch die Liebe seiner treuen Untertanin „Elektra“ erkennen, da er von der Suche nach „der Leiter“ besessen ist. Das Leitermotiv „The Ladder“ bezieht sich auf die Traumvision Jakobs aus dem Alten Testament, in der eine zum Himmel aufsteigende Leiter erscheint, auf der Engel Gottes auf- und abstiegen, über der der Herr stand. Die Leiter symbolisiert den Weg von Leid und Unwissenheit zu Gott hin zu Erleuchtung und vollkommener Harmonie mit der Schöpfung. Der Liedtext ist, wie bei Paisley Park, in Lila gesetzt.<ref name="u372–373" />
Temptation
Das Stück ist eine raue, bluesige Rocknummer. Saxophonist Eddie Minniefild ergänzt die Basisinstrumente aus E-Bass, Gitarre und Schlagzeug, während Prince’ wildes Gitarrenspiel den Vordergrund dominiert. Der dichte Sound kontrastiert mit dem spärlicheren Klangbild des übrigen Albums. Nach 5:14 Minuten wechselt Temptation zu einem gesprochenen Segment, unterlegt von subtilen Synthesizer-Klängen sowie improvisierten Klavier- und Saxophoneinlagen. Der spirituell gefärbte Liedtext behandelt die Unterscheidung von Liebe und Lust und betont die Bedeutung eines klaren Geisteszustands, um offen für die Erfahrung von Liebe und Göttlichem zu sein. Am Ende simuliert Prince ein Gespräch mit Gott, den er mit verfremdeter Stimme selbst interpretiert. Der Liedtext ist, wie bei Condition of the Heart, in Grün gesetzt.<ref name="u372–373" />
Die B-Seiten
She’s Always in My Hair
Prince nahm den Song am 29. Dezember 1983 im Tonstudio Sunset Sound auf und überarbeitete ihn am 8. Januar 1984 mit zusätzlichen Overdubs und einer Neuabmischung. She’s Always in My Hair diente als B-Seite der im Mai 1985 ausgekoppelten Singles Raspberry Beret und Paisley Park. Der Midtempo-Pop-Rock-Track zeichnet sich durch eine hypnotisierende Gitarrenmelodie aus, ergänzt durch eine markant gespielte hohe Orgel und einen dominanten Drumcomputer-Beat. Prince unterlegte den Song mit einem Soundeffekt, der an einen tuckernden Zug erinnert – erzeugt durch das Durchleiten der Hi-Hat des Linn LM-1 Drumcomputers durch einen Flanger. Jill Jones, mit der Prince von 1982 bis 1990 immer wieder zusammenarbeitete, inspirierte den Liedtext, der von einer jungen Frau handelt, die „immer in meinen Haaren“ ist, wenn „ich aufgeben möchte“ und „meine Hoffnungen und Träume in die falsche Richtung gehen“. Die Redewendung „to be in one’s hair“ bedeutet im US-amerikanischen Sprachgebrauch normalerweise „lästig sein“, wird im Song jedoch liebevoll und zärtlich interpretiert.<ref>Hahn (2016), S. 124.</ref><ref>Tudahl (2018), S. 204.</ref><ref>Uptown (2004), S. 430.</ref>
Hello
Die B-Seite der im Juli 1985 veröffentlichten Single Pop Life nahm Prince am 24. und 26. Mai 1985 im Sunset Sound auf. Hello besteht im Wesentlichen aus seinem live eingespielten Schlagzeugspiel sowie zwei ineinander verwobenen Synthesizer-Linien, unterbrochen von der absteigenden Titelphrase von Jill Jones. Musikalisch wirkt der Song wenig originell und vermittelt den Eindruck, schnell geschrieben und aufgenommen worden zu sein. Prince legte stattdessen den Fokus auf den Liedtext, der zum Veröffentlichungszeitpunkt im Juli 1985 zu seinen autobiografischsten zählte. Er behandelt einen Vorfall im Januar 1985, als Prince’ Leibwächter ihn vor Paparazzi schützen mussten, die versuchten, Nahaufnahmen von ihm und seiner Begleiterin zu machen. Außerdem thematisiert der Text seine Entscheidung, nicht am Musikprojekt USA for Africa teilgenommen zu haben, stattdessen aber den Song 4 the Tears in Your Eyes auf dem Album We Are the World beizusteuern.<ref>Uptown (2004), S. 430–431.</ref><ref>Hahn (2016), S. 122–123.</ref><ref>Tudahl (2021), S. 142.</ref>
Girl
Prince spielte das Stück Ende 1982 oder Anfang 1983 in seinem privaten Kiowa-Trail-Home-Studio in Minneapolis ein. Es diente als B-Seite der im Oktober 1985 ausgekoppelten Single America. Ursprünglich nahm er den Song unter dem Titel Boy für Vanity auf, entschied sich jedoch im Herbst 1984, ihn selbst zu veröffentlichen, und benannte ihn in Girl um. Der fröhlich wirkende Popsong weist eine unorthodoxe Instrumentierung auf: Ohne Schlagzeug oder konventionelle Basslinie enthält das Arrangement kaum mehr als einen dumpf klingenden Synthesizer-Bass und Fingerschnippen, während das Grundthema von Handglocke und Synthesizer getragen wird. Der Liedtext richtet sich an eine nicht namentlich genannte Frau, die Prince sexuell erregt: „Ich muss nur an dich denken und schon bekomme ich einen Orgasmus“. Bereits im April 1981 hatte Prince einen Song mit dem Namen Girl geschrieben, den er im Juli 1981 auf dem Album The Time der gleichnamigen Band veröffentlichte; die beiden Songs stehen jedoch in keinem Zusammenhang.<ref>Uptown (2004), S. 431.</ref><ref>Tudahl (2021), S. 194.</ref>
The Ladder<templatestyles src="FN/styles.css" /> c
5:29
9
Temptation
8:17
Spieldauer: 42:34 min.
Autor aller Songs ist Prince <templatestyles src="FN/styles.css" />
a
Autoren: Prince, David Coleman und John L. Nelson
<templatestyles src="FN/styles.css" />
b
Autoren: Prince and The Revolution
<templatestyles src="FN/styles.css" />
c
Autoren: Prince und John L. Nelson
Around the World in a Day wurde am 22. April 1985 in den USA veröffentlicht.<ref>Parke (2017), S. 214.</ref> Das Album erschien zunächst auf LP und MC, später auch auf CD sowie als Download. Prince’ Begleitband The Revolution setzte sich 1985 aus fünf Mitgliedern zusammen:
Bobby Z. (* 9. Januar 1956 als Robert B. Rivkin) – Perkussion, Schlagzeug
Brown Mark (* 8. März 1962 als Mark Brown) – Backing Vocals, E-Bass
Dr. Fink (* 8. Februar 1957 als Matthew Robert Fink) – Backing Vocals, Keyboard
Lisa Coleman (* 17. August 1960) – Backing Vocals, Keyboard
Wendy Melvoin (* 26. Januar 1964 als Wendy Ann Melvoin) – Akustische Gitarre, Backing Vocals
Singles
Vom Album wurden vier Singles ausgekoppelt. Die erste, Raspberry Beret, erschien am 15. Mai 1985; die B-SeiteShe’s Always in My Hair war zuvor unveröffentlicht. Die Maxi-SingleRaspberry Beret (New Mix) (a.k.a. Extended Remix) produzierte Prince am 25. Mai 1985 und veröffentlichte sie drei Wochen später. Die zweite Single, Paisley Park, wurde am 24. Mai 1985 ausschließlich in Europa, Australien und Neuseeland veröffentlicht; die Maxiversion Paisley Park (Remix) begleitete die Veröffentlichung, während erneut She’s Always in My Hair als B-Seite diente.<ref>Uptown (2004), S. 60.</ref><ref>Tudahl (2021), S. 141.</ref>
Am 10. Juli 1985 erschien Pop Life als dritte Single; die B-Seite Hello war zuvor unveröffentlicht. Zu Pop Life existieren zwei Maxiversionen: Pop Life (Extended Version) – die Originalversion – und der von Sheila E. am 22. und 23. Juni 1985 erstellte Pop Life (Fresh Dance Mix). Beide Maxiversionen wurden am 31. Juli 1985 veröffentlicht: Die „Extended Version“ ausschließlich in Europa und den USA, der „Fresh Dance Mix“ nur im Vereinigten Königreich, Australien und Neuseeland. Die vierte Single, America, erschien am 2. Oktober 1985, ebenfalls nicht weltweit; die B-Seite war das zuvor unveröffentlichte Stück Girl. Die Maxiversion America (12″ Version) produzierte Prince am 5. August 1984 und wurde am selben Tag wie die Single veröffentlicht.<ref name="u63">Uptown (2004), S. 63.</ref>
Ende 1985 erschien ausschließlich in Japan die limitierte Promo-Doppel-LP His Majesty’s Pop Life/The Purple Mix Club, auf der unter anderem Raspberry Beret, Paisley Park und Pop Life in den Maxiversionen zu hören sind. Im April 2019 veröffentlichte The Prince Estate die Doppel-LP erneut, im Juli 2020 folgte eine Ausgabe auf CD.
Prince veröffentlichte zu Around the World in a Day drei Musikvideos: Raspberry Beret, Paisley Park und America. Das Video zu Raspberry Beret entstand am 5. Juni 1985 im Studio Instrument Rentals (S.I.R.) in Los Angeles, wobei Live-Auftritte mit Cartoon-Elementen kombiniert werden.<ref name="u623">Uptown (2004), S. 623.</ref> Neben Prince und The Revolution sind etwa 50 Tänzer sowie Jackie Swanson (* 1963), Pat Smear und Kimberly Ann Delfin (* 25. März 1964; † 9. Mai 2011) zu sehen. Swanson, bekannt als Kelly Gaines aus der US-Sitcom Cheers (1982–1993), übergibt Prince nach 23 Sekunden seine Gitarre. Smear, in Weiß und mit langen Dreadlocks, erscheint ab Sekunde 26 mehrfach; er gab 2020 an, in den 1980er Jahren „größtenteils arbeitslos“ gewesen zu sein und nicht mit einem Auftritt gerechnet zu haben. Dennoch wählten Prince’ Mitarbeiter ihn wegen seines Looks aus und Prince wollte, dass er „neben dem Schlagzeug sitzt“. Prince habe nicht gewusst, dass Smear von 1977 bis 1980 Gitarrist bei der Punkband Germs war. Außerdem sagte Smear, er musste eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen, was ihm mittlerweile aber „egal“ ist, weil alles „so lange her“ sei.<ref>Martin Kielty: How a Foo Fighter ended up in Prince’s ‘Raspberry Beret’ Video. In: ultimateclassicrock.com. 15. April 2022, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Delfin, Schauspielerin und Tänzerin, wirkte 1987 in einer Episode der US-Sitcom Wer ist hier der Boss? (1984–1992) mit. Sie ist im Video goldfarben gekleidet und ab Sekunde 29 mehrfach zu sehen.<ref>Vorlage:IMDb/1</ref>
Prince übernahm selbst die Choreografie und Regisseur-Aufgaben für das Raspberry Beret-Video. Produzent war Simon Fields (* 1955), der nach Prince’ Tod berichtete, dass zunächst ein komplettes Video gedreht wurde, bevor Prince den japanischen Animator Drew Takahashi beauftragte, ein alternatives Video zu erstellen, das anschließend mit dem ersten Material kombiniert wurde. Prince entschied, welche Szenen verwendet wurden, und schnitt das Video selbst.<ref>Rob Tannenbaum: Prince’s Career on Camera: Insiders Recall Late Genius’ Difficult Relationship with Music Videos. In: billboard.com. 22. April 2016, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das Musikvideo zu Paisley Park entstand Mitte 1985. Erstmals sind weder Prince noch Mitglieder seiner Band zu sehen; stattdessen zeigt das Video eine Gruppe psychedelisch gekleideter Kinder beim Spielen in einem Park.<ref name="u623" /> Drehorte sind nicht bekannt, das spätere Paisley Park Studio eröffnete erst im September 1987.
America wurde als Liveversion am 27. Oktober 1985 aufgenommen. Damals spielte Prince spielte mit The Revolution sowie den Saxofonisten Eric Leeds und Eddie Mininfield (damaliges Bandmitglied bei Sheila E.) ein einstündiges Konzert im Théâtre de Verdure in Nizza, während er in Frankreich an Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond arbeitete und einen freien Drehtag nutzte. Das Konzert wurde nur eine Woche zuvor über einen lokalen Radiosender angekündigt, inklusive 2.000 Freikarten, und war ausverkauft.<ref name="u63" /> Die zehnminütige Video-Version zeigt unter anderem Prince am Schlagzeug; in der auf vier Minuten gekürzten Fassung fehlt diese Szene. Regisseur war Prince selbst und America ist sein erstes Musikvideo, das nicht in den USA gedreht wurde.<ref name="u623" /><ref>Hill (1989), S. 232–235.</ref>
Zur Single Pop Life wurde erstmals im Rahmen der Veröffentlichung von Around the World in a Day Deluxe Edition im November 2025 ein Musikvideo produziert. Das animierte Video Pop Life (Official Animated Video) wurde am 28. November 2025 von The Prince Estate online veröffentlicht. Es zeigt unter anderem Aufnahmen von Prince’ Live-Auftritt am 3. März 1986 im Musikklub First Avenue in Minneapolis. Regisseur war der US-amerikanische Grafikdesigner und Pop-Artist Kii Arens (* 1967), die Animationen stammen von Eben Zboch.<ref>Pop Life. In: princevault.com. 1. Dezember 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach Prince’ Tod im April 2016 nahm Sheila E. im Juni 2017, anlässlich seines 59. Geburtstags, eine neue Version von America auf. Die Interpretation enthält phasenweise Elemente des Songs Free (1982) vom Album 1999. In der Coverversion spielt Candy DulferSaxophon.<ref>Sarah Grant: Sheila E. Remembers Private Life With Prince, Wild Purple Rain Parties. In: rollingstone.com. 7. Juni 2017, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 21. November 2025 veröffentlichte The Prince Estate (Der Prince-Nachlass) bei NPG Records / Warner Bros. Records die überarbeitete Doppel-CD-Neuauflage Around the World in a Day Deluxe Edition. Die erste CD enthält das Originalalbum samt Bonus-Track America (12″ Version). Die zweite CD B-Sides & Bonus Tracks enthält die Maxiversionen der Singleauskopplungen. Die B-Seiten liegen in verlängerten Versionen vor, die gegenüber den 7"-Versionen keine neuen Remixe darstellen; die 7"-Versionen werden ausgeblendet. Alle Tracks, darunter 4 the Tears in Your Eyes (We Are the World Version), erschienen erstmals 1985. 4 the Tears in Your Eyes (The Hits/The B-Sides Version) wurde 1993 veröffentlicht.
Neben der Doppel-CD erschien die Neuauflage auch als einzelne CD mit dem Originalalbum (2025 Remaster). Außerdem erschien sie als Schallplatte auf 140‑g-Vinyl, als Blue-Marble-Vinyl, als Picture Disc sowie als 3-LP-Deluxe-Edition auf 140‑g-Vinyl.
Zum Record Store Day am 28. November 2025 veröffentlichte The Prince Estate das BoxsetAround the World in a Day – The Singles mit fünf Vinyl-Singles: Raspberry Beret (2025 Remaster) mit B-Seite She’s Always in My Hair (2025 Remaster) im Raspberry Vinyl, Paisley Park (2025 Remaster) mit B-Seite She’s Always in My Hair (2025 Remaster) im Peach Vinyl, Pop Life (2025 Remaster) mit B-Seite Hello (2025 Remaster) im Yellow Vinyl, America (2025 Remaster) mit B-Seite Girl (2025 Remaster) im White Vinyl und 4 the Tears in Your Eyes (We Are the World Version) (2025 Remaster) mit B-Seite 4 the Tears in Your Eyes (The Hits/The B-Sides Version) (2025 Remaster) im Clear Vinyl. Bis auf 4 the Tears in Your Eyes waren alle Singles ursprünglich 1985 veröffentlicht worden.<ref>Prince & The Revolution – Around the World in a Day. In: recordstoreday.com. 28. November 2025, abgerufen am 28. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und selbst vorgetragen. Er spielte zudem alle Musikinstrumente selbst ein; folgende Musiker ergänzten die Aufnahmen:<ref>Nilsen (1999), S. 280.</ref>
Annette Atkinson – Kontrabass in Pop Life und The Ladder
Bobby Z. – Perkussion und Schlagzeug in 4 the Tears in Your Eyes (We Are the World Version), America und The Ladder
Brown Mark – Backing Vocals und E-Bass in 4 the Tears in Your Eyes (We Are the World Version), America, Pop Life und The Ladder
David Coleman – Backing Vocals, Darbuka, Fingerzimbeln, Oud und Violoncello in Around the World in a Day; Violoncello in Raspberry Beret und The Ladder
Denyse Buffum – Bratsche in Pop Life und The Ladder
Dr. Fink – Keyboard in 4 the Tears in Your Eyes (We Are the World Version), America, Pop Life und The Ladder
Eddie Minnifield – Saxophon in Temptation und The Ladder
Jonathan Melvoin – Backing Vocals und Tamburin in Around the World in a Day und Pop Life
Laury Woods – Bratsche in Pop Life und The Ladder
Lisa Coleman – Backing Vocals in Around the World in a Day, Paisley Park und Raspberry Beret; Keyboard und Backing Vocals in 4 the Tears in Your Eyes (The Hits/The B-Sides Version), 4 the Tears in Your Eyes (We Are the World Version), America, Pop Life und The Ladder; Streichinstrument-Interludium in Pop Life
Marcy Dicterow-Vaj – Violine in Pop Life und The Ladder
Novi Novog – Violine in Paisley Park und Raspberry Beret
Sheila E. – Schlagzeug in Pop Life; Schlagzeug und zusätzlicher Gesang in Pop Life (Fresh Dance Mix)
Sid Page – Violine in Pop Life und The Ladder
Susannah Melvoin – Backing Vocals in Around the World in a Day, Raspberry Beret und The Ladder
Suzie Katayama – Violoncello in Raspberry Beret und The Ladder
Taja Sevelle – Backing Vocals in The Ladder
Tim Barr – Kontrabass in Pop Life und The Ladder
Wendy Melvoin – Akustische Gitarre und Backing Vocals in 4 the Tears in Your Eyes (The Hits/The B-Sides Version), 4 the Tears in Your Eyes (We Are the World Version), America, Pop Life und The Ladder; Backing Vocals in Around the World in a Day, Paisley Park und Raspberry Beret; Streichinstrument-Interludium in Pop Life
Persönliches Management von Prince – Bob Cavallo (* 1939), Joseph Ruffalo und Steve Fargnoli (* 28. August 1949; † 14. September 2001)
Rezensionen
Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle
Bewertung
AOTY<ref name="aoty">Prince & The Revolution – Around the World in a Day. In: albumoftheyear.org. 2025, abgerufen am 28. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rolling Stone (USA)<ref name="rolling">John Pareles: Around the world in a daze. In: princetext.tripod.com. 2023, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Musikkritiker bewerteten das Album unterschiedlich: Einige lobten es, andere zeigten sich enttäuscht. Häufig wurde Around the World in a Day als psychedelisches Album beschrieben, das kaum Gemeinsamkeiten mit Prince’ Vorgänger Purple Rain (1984) aufweist. Die WebsiteAOTY (Album of the Year) ermittelte aus sieben englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 71 %.<ref name="aoty" />
Sassan Niasseri von der deutschen Ausgabe des Rolling Stone zeigte sich begeistert und vergab die Höchstnote von fünf Sternen. Die drei ersten Stücke – Around the World in a Day, Paisley Park und Condition of the Heart – thematisieren „Psychedelia“ und seien zusammen mit dem „hymnischen“ Raspberry Beret und Tamborine „traumhaft schön“. Auf den folgenden vier Stücken nehme Prince „Fahrt auf“ und stehe mit The Revolution „voll im Saft“. Den Song Temptation lobte Niasseri als „höchst unterhaltsam“. Insgesamt sei Around the World in a Day eines von Prince’ „besten Alben“, aber „kein zweites“ Purple Rain.<ref name="niasseri" />
Alan Light von Pitchfork Media vergab 8,8 von zehn Punkten und stellte fest, dass Around the World in a Day „nicht im Entferntesten“ wie eine Fortsetzung von Purple Rain klinge. Schon beim ersten Hören werde deutlich, dass das Album „eine dramatische Linkskurve“ vollziehe, „ohne schrille Gitarren und mit wenigen Pop-Hooks“. Das „unwiderstehlich verspielte“ Raspberry Beret sei „der reinste Pop, den Prince je abgeliefert“ habe. In Songs wie Condition of the Heart oder The Ladder beginne der Text „mit märchenhaften Einleitungen“, entwickle jedoch „einen viel dunkleren Unterton“, der sich durch das Album ziehe, etwa in America, Paisley Park und Pop Life. In Condition of the Heart besitze Prince „eine unmenschliche Falsettstimme“, zart wie ein Spinnennetz, das „jeden Moment auseinanderzufallen“ drohe. Aber der „nervöse, sexuell aufgeladene Funk“ in Tamborine füge sich „nie ganz zu einem vollständigen Song“ und dehne „die Spannung fast unerträglich aus“. The Ladder bezeichnete Light als „verwirrende Parabel“, während Prince in Temptation „stachelige, unscharfe Gitarrenlicks“ spiele und „praktisch seine Lustbekundungen sabbere“. Das Saxophon verleihe dem Stück einen „fast komischen, burlesken Anstrich“, während Prince sich in einen sexuellen Rausch steigere. Der „übliche Tenor“ des Albums sei: „Prince goes psychedelic“. Insgesamt sei es ein „mutiges und zutiefst persönliches Projekt, das Klänge und Ideen“ erforsche, die „für eine Pop-Ikone auf dem Höhepunkt ihrer Karriere fast schockierend“ gewesen seien, zog Light als Fazit.<ref name="pitchfork" />
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab dreieinhalb von fünf Sternen. Das Album sei „voller kryptischer religiöser Bilder, bizarrer Mystik und verwirrender Metaphern“, durchtränkt von stark verarbeiteten Gitarren, schimmernden Keyboards, prächtigen Streichern und Schichten von Prince’ Gesang. Es stelle an den Hörer „hohe Anforderungen“. Der Titelsong sei „ein sonniges, kaleidoskopisches Pastiche“ von Magical Mystery Tour (1967) der The Beatles, Paisley Park „schwere und leicht beängstigende Gitarren-Psychedelia“, Condition of the Heart „eine schöne Ballade“, Raspberry Beret „ein brillantes Stück Neo-Psychedelia mit einem unauslöschlichen Refrain“, America „guter Funk-Jam“ und Pop Life „ein bissiger Seitenhieb auf den Ruhm“. Problematisch sei jedoch, dass „nur eine Handvoll der Songs viel Substanz außerhalb ihrer detaillierten Produktion und berauschenden Darbietungen“ besitze. Zudem entfalte das Album „einen gruseligen Sinn für Paranoia, der ihm letztendlich zum Verhängnis“ werde, so Erlewine.<ref name="allmusic" />
Die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland vom Musikexpress vergaben vier von sechs Sternen. Über diesem „gerne unterschätzten Werk“ liege „der psychedelische Hauch“ des Albums Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) der The Beatles. Gleichzeitig zeigten sich die „gewohnten Konturen von Rock, Funk und Pop“ „leicht verwischt“, während eine „neue inhaltliche Neigung zu Religion und Mystizismus“ den „rätselhaften Eindruck“ von Around the World in a Day verstärke. Dennoch zähle das Album „zu den essenziellen Arbeiten“ von Prince, insbesondere das „schwelgerische“ Stück Paisley Park und der Hit Raspberry Beret.<ref name="musikexpress" />
John Pareles von der US-Ausgabe des Rolling Stone vergab zweieinhalb von fünf Sternen und zeigte sich enttäuscht. Zynisch bemerkte er, Prince verdiene Anerkennung dafür, „überhaupt ein Album gemacht“ zu haben – eines, das „mit den sechs vorherigen nicht mithalten“ könne. Seine neuen Liedtexte seien jugendfrei; man könne „kaum glauben“, dass „dies derselbe Prince ist“, der 1980 Dirty Mind und 1981 Controversy veröffentlicht habe. Nur die drei Songs Raspberry Beret, Tamborine und Temptation zielten „unter die Gürtellinie“. Die Texte der übrigen Songs „suggerieren die raumgreifende, außerweltliche Güte“, die man von Stevie Wonder erwarten könnte. Die Melodie von Paisley Park beschrieb er als „trällernd“ und „kinderliedähnlich“, die von America sei „bereits allen bekannt“. Eines sei sicher: Around the World in a Day sei das Prince-Album, das man „seinen Eltern mit nach Hause bringen“ könne – selbst wenn diese Ex-Hippies seien.<ref name="rolling" />
Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel vergab keine Note, lobte jedoch das „seltsame, psychedelische, an Flower-Power-Stile der sechziger Jahre erinnernde Album“ als bizarres, keineswegs leicht verständliches Werk und fasste zusammen: „Genie und Wahn made in Minneapolis.“<ref>Mischke (1989), S. 129.</ref><ref>Mischke (1989), S. 130.</ref>
Prince bestritt, sich von Musik oder Stil der 1960er Jahre inspiriert zu haben. Er erklärte: „Die Beatles waren kein Einfluss. Sie waren großartig für das, was sie gemacht haben, aber ich weiß nicht, wie sie sich in der heutigen Musikszene (1985) ausgenommen hätten.“<ref name="ah125">Hahn (2016), S. 125.</ref><ref>Neal Karlen: Prince Talks. In: princetext.tripod.com. 26. April 1985, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
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Auszeichnungen für Musikverkäufe
1985 verkaufte sich Around the World in a Day in den USA 2,4 Millionen Mal, womit Prince zufrieden war: „Die gleichen 3 Millionen, die 1999 gekauft haben, haben auch Around the World in a Day gekauft. Mir ist wichtig, dass diese Leute an das glauben, was wir sagen wollen, und nicht nur, weil es ein Hit ist“, erklärte er.<ref name="u373" /> International erhielt das Album mehrfach Gold- und Platin-Auszeichnungen:
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Preise
Prince erhielt für die Around the World in a Day-Ära folgende Auszeichnungen und Preise:
Minnesota Music Awards
20. Mai 1986: Prince gewann mit The Revolution in der Kategorie „Funk – Original Music“. Das Album erhielt zudem die Auszeichnung „Best Cover Artwork“, und Raspberry Beret wurde als „Best Video“ prämiert.<ref>Draper (2008), S. 53.</ref>
ASCAP Pop Music Awards
28. Mai 1986: Raspberry Beret erhielt einen ASCAP Award in der Kategorie „Most performed Songs from 1 October ’84 to 30 September ’85“ („Am meist aufgeführte Songs vom 1. Oktober 1984 bis 30. September 1985“).<ref>Tudahl (2021), S. 392.</ref>
Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
Ben Greenman: Dig If You Will the Picture – Funk, Sex and God in the Music of Prince. Faber & Faber, London 2017, ISBN 978-0-571-33326-4.
Dave Hill: Prince – A Pop Life. Droemer Knaur, München 1989, ISBN 3-426-04036-0.
Duane Tudahl: Prince and the Purple Rain Era Studio Sessions 1983 and 1984 (Expanded Edition). Rowman & Littlefield, London 2018, ISBN 978-1-5381-1462-9.
Duane Tudahl: Prince and the Parade & Sign o’ the Times Era Studio Sessions 1985 and 1986. Rowman & Littlefield Publishers, 2021, ISBN 978-1-5381-4451-0.
Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
Jason Draper: Prince – Life & Times. Jawbone Press, London 2008, ISBN 978-1-906002-18-3.
Jon Ewing: Prince – CD Books. Carlton Books, Rastatt 1994, ISBN 3-8118-3986-1.
Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See / Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.
Roland Mischke: Vom Nobody zum Pop-Prinzen. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1989, ISBN 3-404-61157-8.
Steve Parke: Picturing Prince. Cassell Octopus Publishing Group Ltd, London 2017, ISBN 978-1-84403-959-3.
Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.