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Tetrafluorsilan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von SiF4)
Strukturformel
Struktur von Tetrafluorsilan
Keile zur Verdeutlichung der Geometrie
Allgemeines
Name Tetrafluorsilan
Andere Namen
  • Silicium(IV)-fluorid
  • Siliciumtetrafluorid
Summenformel SiF4
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit stechendem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-015-5
ECHA-InfoCard 100.029.104
PubChem 24556
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 104,1 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

4,372 kg·m−3 (15 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Sublimationspunkt

−95,2 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

hydrolysiert in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 280​‐​330​‐​314
EUH: 071
P: 260​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340​‐​305+351+338​‐​403+233<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Tetrafluorsilan (SiF4) ist eine Siliciumverbindung aus der Gruppe der Siliciumtetrahalogenide. Es ist ein farbloses, giftiges, unbrennbares Gas. In der Halbleiterindustrie entsteht Siliciumtetrafluorid beim Entfernen von Siliciumdioxid-Schichten auf Wafern mittels Flusssäure.

Herstellung

Verfahren 1

Hergestellt wird es aus Calciumfluorid und Siliciumdioxid (Sand) mit konzentrierter Schwefelsäure. Folgende Reaktionen laufen ab: Umsetzung von Fluorit zu Fluorwasserstoff

<math>\mathrm{H_2SO_4 + CaF_2 \rightarrow 2 \; HF + CaSO_4}</math>

Der Fluorwasserstoff reagiert dann mit dem SiO2

<math>\mathrm{4 \; HF + SiO_2 \rightarrow SiF_4 + 2 \; H_2O}</math>

Unter Säureüberschuss wird die Hydrolyse von SiF4 verhindert.

Das so erhaltene SiF4 ist allerdings nur 80 bis 90%ig. Es enthält sauerstoffhaltige Produkte wie F3Si–O–SiF3 oder F3Si–O–SiF2–O–SiF3. Beim Transport von SiF4 in Pipelines zerfallen diese Moleküle in SiF4 und SiO2. Dabei setzt das SiO2 die Rohrleitungen zu. Die chemische Industrie hatte das Verfahren des Transportes von SiF4 in Pipelines anstelle des gefährlicheren Fluorwasserstoffs entwickelt, um entferntere Produktionsstätten per Pipeline mit Fluoriden zu versorgen. Aufgrund der geschilderten Probleme fand dieses Verfahren jedoch keine Verbreitung.<ref>W. Legat, Dissertation 1978, Gießen.</ref>

Verfahren 2

Beim Erhitzen von Bariumhexafluorosilicat entsteht SiF4, es kann auch Ammoniumhexafluorosilicat<ref>Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> oder die Hexafluorokieselsäure selbst verwendet werden:<ref>G. Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 212–213.</ref>

<math>\mathrm{BaSiF_6 \rightarrow BaF_2 + SiF_4 \ }</math>
<math>\mathrm{H_2SiF_6 \rightarrow 2 \ HF + SiF_4}</math>

Verfahren 3

Im Labormaßstab lässt sich Tetrafluorsilan durch Umsetzung von Tetrachlorsilan mit Calciumfluorid bei 450 bis 500 °C darstellen:<ref name="DOI10.1002/zaac.19693650311">H. P. Boehm: Ein einfaches Verfahren zur Darstellung von Siliciumtetrafluorid. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. Band 365, Nr. 3–4, April 1969, S. 176–179, doi:10.1002/zaac.19693650311.</ref>

<math>\mathrm{SiCl_4 + 2 CaF_2 \rightarrow SiF_4 + \ 2 \ CaCl_2}</math>

Eigenschaften

Siliciumtetrafluorid hat einen stechenden Geruch und ist bei Feuchtigkeit stark rauchend, wobei der Rauch aus Fluorokieselsäure und Siliciumdioxid besteht.<ref name="GESTIS" /> Es wechselt beim Abkühlen durch Resublimation von der gasförmigen Phase direkt in die feste Phase. Das Gas ist ab einem Druck von 50 atm verflüssigbar. Seine kritische Temperatur liegt bei −14,15 °C, sein kritischer Druck bei 37,2 bar, seine Tripelpunkttemperatur bei −86,8 °C und sein Tripelpunktdruck bei 2,240 bar.<ref name="GESTIS" />

Weblinks

Commons: Siliciumtetrafluorid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Monofluorsilan | Difluorsilan | Trifluorsilan | Tetrafluorsilan

Monochlorsilan | Dichlorsilan | Trichlorsilan | Tetrachlorsilan

Monobromsilan | Dibromsilan | Tribromsilan | Tetrabromsilan

Monoiodsilan | Diiodsilan | Triiodsilan | Tetraiodsilan
Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein