Zum Inhalt springen

Dichlorsilan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Strukturformel von Dichlorsilan
Keile zur Verdeutlichung der Geometrie
Allgemeines
Name Dichlorsilan
Andere Namen

DCS

Summenformel SiH2Cl2
Kurzbeschreibung

hochentzündliches, farbloses Gas mit stechendem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 223-888-3
ECHA-InfoCard 100.021.717
PubChem 61330
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 101,01 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig<ref name="GESTIS" />

Dichte
Schmelzpunkt

−122,0 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

8,4 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

1,666 bar (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

Hydrolyse in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280​‐​330​‐​314
EUH: 071
P: 210​‐​260​‐​280​‐​304+340+315​‐​303+361+353+315​‐​305+351+338+315​‐​377​‐​381​‐​403​‐​405<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Dichlorsilan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der chlorierten Silane.

Gewinnung und Darstellung

Dichlorsilan kann durch Chlorierung von Monosilan mit Chlorwasserstoff in Gegenwart von Aluminiumchlorid als Katalysator bei erhöhter Temperatur hergestellt werden.<ref name="stock">Alfred Stock, Carl Somieski: Siliciumwasserstoffe VI.: Chlorierung und Methylierung des Monosilans. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (A and B Series). Band 52, Nr. 4, 12. April 1919, S. 695, doi:10.1002/cber.19190520410.</ref>

<math>\mathrm{ SiH_4 + \ 2 \ HCl \ \xrightarrow[AlCl_3]{100\, {}^{\circ}C, 30 h}\ SiH_2Cl_2 \ + \ 2 \ H_2}</math>

Daneben kann es durch Disproportionierung von Trichlorsilan an geeigneten Katalysatoren gewonnen werden.<ref>Patentanmeldung EP0474265A2: Verfahren zur Herstellung von Dichlorsilan. Angemeldet am 26. März 1988, veröffentlicht am 11. März 1992, Anmelder: Hüls Aktiengesellschaft, Erfinder: Reinhard Matthes et Al.</ref>

Eigenschaften

Dichlorsilan ist ein hochentzündliches, ätzendes, unter Druck verflüssigtes Gas. Es bildet bei Kontakt mit feuchter Luft einen Chlorwasserstoffnebel. In Wasser hydrolysiert es zu Chlorwasserstoff und einer Mischung von polymeren Siloxanen. Ab einer Temperatur von 55 °C zersetzt sich die Verbindung, wobei Chlorwasserstoff und in geringen Mengen auch Wasserstoff und Chlor entstehen. Es besteht die Gefahr der Selbstentzündung. Der Explosionsbereich liegt zwischen 2,5 Vol.‑% (105 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 80,0 Vol.‑% (3359 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="Brandes">E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen – Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.</ref><ref name="GESTIS" /> Es ist empfindlich gegenüber Sauerstoff und UV-Licht. Die Verbindung besitzt eine kritische Temperatur von 176,3 °C, einen kritischen Druck von 43,78 bar, eine kritische Dichte von 0,479 kg/l und eine Tripelpunkttemperatur von −122 °C (Schmelztemperatur).<ref name="GESTIS" /> Die spezifische Verdampfungsenthalpie beträgt 249 kJ/kg.<ref>Datenblatt <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dichlorsilan (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) bei Messer Schweiz AG (PDF; 207 kB).</ref>

Verwendung

Dichlorsilan wird in der Halbleiterproduktion bei der chemischen Gasphasenabscheidung bzw. Epitaxie auch im Gemisch mit Ammoniak bei der Herstellung von Siliciumnitrid oder Siliciumdioxid verwendet.<ref name="al">Airliquide: Dichlorsilan N30</ref>

Sicherheitshinweise

Die Dämpfe von Dichlorsilan können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt −28 °C, Zündtemperatur 185 °C) bilden.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Monofluorsilan | Difluorsilan | Trifluorsilan | Tetrafluorsilan

Monochlorsilan | Dichlorsilan | Trichlorsilan | Tetrachlorsilan

Monobromsilan | Dibromsilan | Tribromsilan | Tetrabromsilan

Monoiodsilan | Diiodsilan | Triiodsilan | Tetraiodsilan
Vorlage:Klappleiste/Ende