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Seekers (religiöse Bewegung)

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Seekers (englisch Suchende) waren Gruppen englischer Dissenter, die sich seit den 1620er Jahren bildeten. Ihr Name drückt aus, dass sie nach tieferen Gotteserfahrungen und Ausdrucksweisen des Glaubens suchten, als die Church of England und die herrschende Theologie ihnen boten.

Geschichte

Bereits lange vor dem englischen Bürgerkrieg hatte sich in England eine „ketzerische Kultur der Unterschicht“ (englisch: lower-class heretical culture) entwickelt.<ref>Christopher Hill: Milton and the English Revolution. Faber & Faber, London 1977, ISBN 0-571-10198-4, Kap. 6: The Radical Underground, S. 69–79.</ref> Die Bewegungen, die daraus entstanden, waren kirchenkritisch und oft zugleich gesellschaftskritisch. Eine von ihnen waren die „Seekers“, eine Sammelbezeichnung für spiritualistisch und libertinär geprägte Strömungen.<ref name="Peter Lüning">Peter Lüning: Art. Seekers. In: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 9, Sp. 369.</ref> Sie waren von Caspar Schwenckfeld, Angelus Silesius, Sebastian Franck und Dirck Coornhert inspiriert und geprägt worden.<ref>Seeker, Protestantism, Website britannica.com (englisch, abgerufen am 22. Juni 2024)</ref> Sie waren keine organisierte religiöse Gemeinschaft im heutigen Sinne, erst recht keine Konfession, sondern bestanden aus eher informellen örtlichen Gruppen. Oft entstanden sie aus der Wirksamkeit von Predigern, darunter Theologen und theologische Laien, die auf Wanderungen die Bibel auslegten. Die Teilnahme an einer örtlichen Zusammenkunft der Seeker schloss die Beteiligung in anderen religiösen Gruppe nicht aus. In zeitgenössischen Quellen werden die Seekers oft zusammen mit den Ranters genannt.<ref>Theodor Sippell: Art. Seekers. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 1. Aufl., Bd. 5, Sp. 522–523, hier Sp. 522.</ref>

Was die Seeker von der Vielzahl nonkonformistischer Gruppen der Zeit des Commonwealth of England unterschied, waren ihre freien, nicht durch Rituale oder gar eine Agende bestimmten Gottesdienste. Ein Zweig der Seekers, die „Waiters“ (Wartenden), hielten ihre Gottesdienste in Stille und warteten auf Offenbarungen Gottes und eine neue Heilsordnung.<ref name="Peter Lüning" /> Dogmen, Kirchliche Ämter und Sakramente lehnten sie ab.<ref>Theodor Sippell: Art. Seekers. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 1. Aufl., Bd. 5, Sp. 522–523, hier Sp. 523.</ref>

Wenn sogenannten Ketzern Verfolgung oder gar die Hinrichtung drohte, zogen es einige Seeker es vor, ihren Glauben weniger öffentlich auszuüben.<ref>Christopher Hill: Milton and the English Revolution. Faber & Faber, London 1977, S. 70–71.</ref> Vor allem die in Nordwestengland verbreiteten Seekers schlossen sich den Quäkern an.<ref name="Peter Lüning" /> Insofern zählen die Seekers – mit anderen Dissentern – zu den Wurzeln der Quäker-Bewegung.<ref>Wilmer A. Cooper: Art. Quäker. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE), Bd. 28: Pürstinger – Religionsphilosophie, 1997, S. 35–41, hier S. 35.</ref> Andere Seeker und etliche Quäker wanderten ab 1654 nach Rhode Island in einer der Dreizehn Kolonien Nordamerikas aus, wo durch deren Gründer Roger Williams erstmals wirkliche Religionsfreiheit garantiert wurde.<ref>Seeker, Protestantism, Website britannica.com (englisch, abgerufen am 22. Juni 2024)</ref>

Literatur

  • Hermann Weingarten: Die Revolutionskirchen Englands. Ein Beitrag zur inneren Geschichte der englischen Kirche und der Reformation. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1868.
  • Theodor Sippell: Art. Seekers. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 1. Aufl., Bd. 5: Roh bis Zypressen, 1913, Sp. 522–523.
  • Christopher Hill: The World Turned Upside Down: Radical Ideas During the English Revolution. Temple Smith, London 1972, ISBN 0-85117-025-0, darin S. 148–175: Seekers and Ranters.
  • Peter Lüning: Art. Seekers. In: Lexikon für Theologie und Kirche (LThK), 3. Aufl., Bd. 9, 1993, Sp. 369.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />