Zum Inhalt springen

Scofield-Bibel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hochwertiges Cover gemustert und in schwarz von vorn mit Namen der Bibel und unter rechts ein Siegelaufdruck.
Cover einer Scofield-Bibel aus dem Jahr 1917

Die Scofield-Bibel ist eine weit verbreitete Studienbibel, die vom Theologen Cyrus I. Scofield mit Anmerkungen versehen, 1909 erstmals unter dem Namen Scofield Reference Bible publiziert, 1917 und 1967 überarbeitet und aktualisiert wurde.<ref>Bert Cargill: Cyrus Ingerson Scofield 1843-1921, Band 76, Teil 3, 2021, Website preciousseed.org (2021–2026, abgerufen am 11. April 2026)</ref> Sie erschien in vielen Auflagen, wurde millionenfach gedruckt und in mehrere Sprachen übersetzt.<ref>Daniel G. Hummel: C.I. Scofield: God’s Self-Made Man, Website acton.org (8. April 2025, englisch, abgerufen am 9. April 2026)</ref>

Geschichte und Wirkungsgeschichte

Scofield gab 1903 seine Stelle als Leiter und Lehrer der Northfield Bibelschule in Massachusetts auf und kehrte als kongregationalistischer Pastor nach Dallas zurück. Danach arbeitete er aber vorwiegend an der nach ihm benannten Scofield-Bibel (englisch: Scofield Reference Bible), die er am 5. Juni 1907 mit McHenry Frowde vom Oxford Bible Publishing House vertraglich abgesichern konnte. Die Anmerkungen in dieser Studienbibel lehren den auf John Nelson Darby zurückgehenden, von Scofield weiterentwickelten Dispensationalismus, der durch diese Bibelausgabe großen Einfluss unter den evangelikalen Christen der USA gewann.<ref>Bert Cargill: Cyrus Ingerson Scofield 1843-1921, Website preciousseed.org (Band 76, Teil 3, 2021, englisch, abgerufen am 11. April 2026)</ref>

Diese Bibelausgabe erschien zum ersten Mal am 15. Januar 1909 als Scofield Reference Bible bei Oxford University Press, American Branch, in New York City. Eine erste Revision gab es 1917. Seit 1967 erscheint beim gleichen Verlag eine überarbeitete Fassung, in der einige besonders eigenwillige Anmerkungen Scofields etwas gemildert wurden. Die ursprüngliche Ausgabe basierte auf dem Text der autorisierten englischen King-James-Bibel von 1611.<ref>Karl-Heinz Vanheiden: Die Scofield-Bibel, Website derbibelvertrauen (29. Januar 2016, abgerufen am 12. April 2026)</ref> Die Oxford-Ausgabe enthält eine leicht modernisierte Fassung dieser Übertragung. Für die deutsche Ausgabe wurden die Kommentare Scofields von Gertrud Wasserzug ins Deutsche übersetzt.<ref>{{#if: Stephan Holthaus|Stephan Holthaus: }}WASSERZUG, Gertrud Margarete Elisabeth. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL){{#if:16|. Band 16, Bautz, {{#switch:16 |1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:|, Sp. }}{{#if:1515-1522|, Sp. {{#iferror:{{#expr:1515-1522}}|1515-1522|{{#expr:1*1515-1522*0}}–{{#expr:-(0*1515-1522*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:|}}.{{#if: 16 | |{{#ifeq:||}}}}</ref> Der ersten deutschen Ausgabe von 1972 lag noch die Luther-Übersetzung in der revidierten Fassung von 1914 zugrunde, später wurde die Elberfelder Bibelübersetzung gewählt. Die deutsche Ausgabe von 2015 benutzt die Elberfelder Bibelübersetzung des Jahres 2006.<ref>Studienbibel. Scofield Bibel, Christlicher Bücherblog, Website lesendglauben.de (abgerufen am 12. April 2026)</ref>

Die Scofield-Bibel wurde sehr beliebt, weil sie einige wichtige Neuerungen enthielt. Zum ersten Mal wurde ein Kettensystem konsequent genutzt, das verwandte Bibelverse miteinander verbindet und es so dem Leser erleichtert, einem Thema über verschiedene biblische Bücher hinweg zu folgen. Sie enthält auch einen Versuch, die biblischen Ereignisse chronologisch zu datieren. So bietet der Kommentar für jede Seite der Bibel ein Datum oder ein annäherndes Datum. Viele fundamentalistische Christen fanden deshalb in der Scofield-Bibel ein Datum für die Schöpfung, das auf 4004 v. Chr. angegeben war (siehe auch Ussher-Lightfoot-Kalender). Die Autorität der Scofield-Bibel hatte dann viele Diskussionen über den Kreationismus zur Folge.

Die Endzeit-Theorien von Scofield, die in seinen Anmerkungen Eingang fanden, stießen bei vielen angelsächsischen Evangelikalen auf Anklang, Resonanz und auch eigenwillige Weiterentwicklung. So gründete sein Freund und Schüler Lewis Sperry Chafer ein Jahr nach Scofields Tod das dispensationalistische Dallas Theological Seminary und leitete es von 1924 bis 1952. 1970 schrieb Hal Lindsey, ein Student des Seminars mit Late Great Planet Earth (deutsch: Alter Planet Erde wohnin?) einen Bestseller über die Endzeit, der 1979 zusätzlich verfilmt wurde. 1995 erschien der Roman des baptistischen Pastors Tim LaHaye, der als Vorlage für den Film Left Behind aus dem Jahr 2014 diente.<ref>Sarah Richardson: C.I. Scofield: True Believer. A reformed sinner's annotated Bible kicked off Protestant fundamentalism, Website historynet.com (21. März 2019, englisch, abgerufen am 12. April 2026)</ref>

Theologische Lehre und Kritik

Die Scofield-Bibel vertritt die Idee des Dispensationalismus, von den sogenannten heilsgeschichtlichen Zeitepochen.<ref>Studienbibel. Scofield Bibel, Christlicher Bücherblog, Website lesendglauben.de (abgerufen am 12. April 2026)</ref> Dazu gehören die Zeit der Unschuld (Adam vor dem Sündenfall), des Gewissens (Sündenfall bis Naoh), der menschlichen Regierung (Nach der Sintflut), des Versprechens (Abraham bis Mose), des Gesetzes (Mose bis Christus), der Gnade (von Pfingsten bis zur Entrückung) und des Königreichs (Tausendjähriges Reich).<ref>Joshua Andreasen: The Scofield Bible, Website unforsaken.org (englisch, abgerufen am 12. April 2026)</ref>

So sagten Scofields Anmerkungen zum Bibeltext von Ezechiel 38, dass Russland in der Zukunft eine Rolle in der Schlacht von Harmagedon spielen würde. Diese und ähnliche Anmerkungen der Scofield-Bibel bilden die Grundlage für Zeittafeln in Heilsgeschichte, Endzeit und auch zeitbedingten Spekulationen darüber.<ref>Emma & Charles Gilbert Weston: Analyzing Scofield, Website gospeltruth.net (amerikanisches Englisch, abgerufen am 11. April 2026)</ref> Zudem wird die umstrittene Lückentheorie als Teil des Kreationismus vertreten<ref>Jakob Haddick: MacArthur, Ryrie und Scofield: drei Studienbibeln im Vergleich, Website jakobhaddick.de (2026, abgerufen am 12. April 2026)</ref>, die Unverlierbarkeit des Heils, die Entrückung der Christen vor der Trübsalszeit, die Rettung der Christen und dem jüdischen Volk am Jüngsten Tag.<ref>Die Scofield Bibel, Website diebibel-diewahrheit.at (abgerufen am 11. April 2026)</ref>

Der amerikanische Theologe Jeremy Rios kritisiert die Dominanz der dispensationalistischen Theologie in der Scofield-Bibel. Die stark an die damalige Zeit und Kultur Amerikas gebundenen Anmerkungen Scofields würden nicht dem besseren Verständnis des Bibeltexts und seiner Umstände dienen, was eine Studienbibel bieten sollte, sondern einseitig in eine bestimmte theologische Richtung zielen, was nicht ihre ursächliche Aufgabe sei.<ref>Scofield’s Abominable Study Bible, Mustard Seed Faith, Website jmichaelrios.wordpress.com (2020, englisch, abgerufen am 12. April 2026)</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Arno Gaebelein: The Story of the Scofield Reference Bible. Serie in Moody Monthly, 1942/1943.
  • R. Todd Mangum, Mark S. Sweetnam: The Scofield Bible. Its History and Impact on the Evangelical Church. Paternoster Publishing, Colorado Springs CO 2009, ISBN 978-1-60657-033-3.

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:Scofield Reference Bible|Scofield Reference Bible|Scofield-Bibel}}|uselang=de}} Commons: {{#if:Scofield-Bibel|Scofield-Bibel|{{#if:Scofield Reference Bible|Scofield Reference Bible|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if: Scofield Reference Bible

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left|scofield reference bible|9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise

<references />