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Schwarzholz (Hohenberg-Krusemark)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schwarzholz
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(169)&title=Schwarzholz 52° 45′ N, 11° 59′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(169) 52° 44′ 52″ N, 11° 58′ 36″ O
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Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 12,82 km²
Einwohner: 169 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 39596
Vorwahl: 039394
Lage von Schwarzholz in Sachsen-Anhalt
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Schwarzholz ist ein Ortsteil der Gemeinde Hohenberg-Krusemark im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="OT-LSA-2013" />

Geographie

Lage

Schwarzholz, ein Marschhufendorf,<ref name="HOB-12" /> liegt rund 18 km nordnordöstlich der Kreisstadt Stendal, 4 Kilometer westlich der Elbe am Elberadweg in der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Nachbarorte sind Hindenburg im Westen, Küsel und Starbeck im Nordwesten, Schweinslust und Kirchpolkritz im Nordosten, Tannhäuser und die Wüstung Welborn im Osten und Klein Ellingen im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Ortsteilgliederung

Zum Ortsteil gehören neben dem Dorf Schwarzholz:<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref><ref name="OT-LSA-2013" />

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1157 wurde ein Adelbertus de Swartenholte in Werben als Zeuge in einer Urkunde aufgeführt,<ref name="Krabbo Regesten" /> in der Albrecht der Bär dem Kloster Ilsenburg das Dorf Polkritz schenkte. 1238 wird der Ort als In Swartenholte iuxta Wisch erstmals selbst erwähnt, als Graf Siegfried von Osterburg Dörfer und Besitz in der Altmark, mit denen er vorher vom St. Ludgerikloster Helmstedt belehnt worden war, dem Abt Gerhard von Werden und Helmstedt überschreibt.<ref name="Behrens 1841" /> Weitere Nennungen sind 1608 das Schwartze Holtz, 1687 Schwartzenholtz<ref name="HOB-12" /> und 1804 Dorf und zwei Güter Schwarzholz.<ref name="Bratring-1" />

Ernst Haetge wies 1938 auf die Veröffentlichung von Ernst Wollesen über die früheren Besitzer der Gehöfte Rauenthal, den Hoffmannschen Hof, den Kletteschen Hof und die Schäferei Küsel hin.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /><ref name="Stendaler-Beiträge" />

Vorgeschichte

Die Grabhügelgruppe zwischen Kirchpolkritz und Schwarzholz ist undatiert.<ref name="Fritsch 2002" /> In früheren Sandgruben östlich des Dorfes Schwarzholz wurden zu Beginn den 20. Jahrhunderts Kugelamphoren gefunden.<ref name="Höfer 1910" />

Landwirtschaft

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: zwei Besitzungen über 100 Hektar mit zusammen 307 Hektar, 25 Besitzungen unter 100 Hektar mit zusammen 465 Hektar, zwei Kirchenbesitzungen mit zusammen 23 Hektar, zwei Gemeindebesitzungen hatten zusammen einen Hektar Fläche. Enteignet wurden ein Bauernhof und die beiden Rittergüter. Das Rittergut I mit dem Tagelöhnerhaus Dammkath und das Rittergut II wurden 1947 in ein Landesgut überführt, 1949 in ein Volksgut, das später an das Volkseigene Gut „VEG Busch“ als Abteilung angeschlossen wurde. Die beiden Gutshäuser wurden nach 1945 abgerissen.<ref name="HOB-12" />

Im Jahre 1948 hatten aus der Bodenreform 11 Vollsiedler jeder über 5 Hektar und 6 Kleinsiedler jeder unter 5 Hektar erworben. Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Raymonde Dien“. Sie wurde 1954 mit der LPG „Leuchtende Zukunft“ Osterholz zusammengeschlossen.<ref name="HOB-12" />

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte Dorf und Güter zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen sie im Kanton Werben auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörten sie ab 1816 zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />

Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Schwarzholz I und Schwarzholz II mit der Landgemeinde Schwarzholz vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg 1928" />

Am 1. April 1939 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Schwarzholz (mit Küsel) und Polkritz zu einer Gemeinde mit dem Namen Schwarzholz.<ref name="AB-RB-Magdeburg 1939" /> Zur Gemeinde Polkritz gehörten die Wohnplätze Polkritz, Hoher Küsel, Kirch-Polkritz, Tannhäuser.<ref name="GemLex-1931" /> Später wurde das Dorf Polkritz als „Schwarzholz“ bezeichnet. Kirchpolkritz behielt seinen Namen. Somit ist das heutige Schwarzholz das frühere Polkritz.

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Schwarzholz aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Osterburg umgegliedert. Am 1. Juli 1994 kam sie zum heutigen Landkreis Stendal.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Im Jahre 1986 waren vier Ortsteile ausgewiesen:<ref name="Orte-DDR-1986" />

  • Ausbau (heutige Straße „Ausbau“)
  • Küsel (heutige Straße „Küsel“)
  • Schwarzholz
  • VEG Schwarzholz (heutige Straße „VEG“)

Im Jahre 2006 gab es die beiden Ortsteile Schwarzholz und Kirch-Polkritz und nur die vier Wohnplätze Ausbau, Küsel, Schweinslust und Tannhäuser.<ref>Gemeinden und Gemeindeteile in Sachsen-Anhalt, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2006, Stand: 18. Mai 2006</ref>

Am 1. September 2010 wurde Schwarzholz nach Hohenberg-Krusemark eingemeindet.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 072
1772 021
1790 114
1798 204
1801 170
1818 135
1840 204
1864 224
Jahr Einwohner
1871 187
1885 136
1895 128
1900 [00]130<ref name="Zahn-1928" />
1905 105
1910 [00]097<ref name="Zahn-1928" />
1925 166
1939 283
Jahr Einwohner
1946 547
1964 358
1971 303
1981 259
1993 268
2006 255
2014 [00]188<ref name="EW-2015" />
2015 [00]183<ref name="EW-2015" />
Jahr Einwohner
2017 [00]177<ref name="EW-2018" />
2018 [00]182<ref name="EW-2018" />
2020 [00]176<ref name="EW-2021" />
2021 [00]177<ref name="EW-2021" />
2022 [0]178<ref name="EW-2023" />
2023 [0]169<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />

Politik

Die letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde war Gisela Böhlke.<ref name="Wahl 2009" />

Religion

Die evangelischen Christen aus Schwarzholz sind in die Kirchengemeinde Schwarzholz eingepfarrt, die frühere Kirchengemeinde Polkritz, die zur Pfarrei Polkritz bei Hohenberg gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Die Kirchengemeinde Schwarzholz, die am 1. Januar 2005 dem Kirchspiel Walsleben zugeordnet wurde,<ref name="AB-KirchenProvinz-Sachsen" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Königsmark im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Schwarzholz Preussischer Rundsockelstein-01.jpg
Preußischer Rundsockelstein

Der preußische Rundsockelstein und einige Fachwerkhäuser im Dorf stehen unter Denkmalschutz.

Kultur

Der „Kulturförderverein Östliche Altmark e. V.“ hat seinen Sitz in Schwarzholz.<ref>Kulturförderverein Östliche Altmark. Abgerufen am 9. Februar 2020.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Wichtigstes Unternehmen im Ort ist die „Agrarproduktiv-Genossenschaft eG“ Schwarzholz. Sie entstand 1990 durch Umwandlung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften LPG (T) Busch, Sitz Behrendorf, LPG Behrendorf, Altenzaun, Sandauerholz und des volkseigenen Gutes VEG Busch.<ref name="HOB-12" />

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-KirchenProvinz-Sachsen"> Urkunde über die Erweiterung des Kirchspiels Walsleben, Kirchenkreis Stendal. In: Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (Hrsg.): Amtsblatt der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Heft 10, 15. Oktober 2004, ZDB-ID 2637006-2, S. 136. </ref> <ref name="AB-RB-Magdeburg 1928"> Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 214. </ref> <ref name="AB-RB-Magdeburg 1939"> Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1939, ZDB-ID 3766-7, S. 17 f. </ref> <ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref> <ref name="Behrens 1841"> Peter Wilhelm Behrens: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 52 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10013289~SZ%3D52~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 297 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00325~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="EW-2015"> Doreen Schulze: Erstmals Zuwachs in Arneburg-Goldbeck. In: Volksstimme Stendal. 15. Januar 2016. </ref> <ref name="EW-2018"> Karina Hoppe: Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verlor 2018 insgesamt 93 Einwohner. In: Volksstimme Stendal. 14. Februar 2019. </ref> <ref name="EW-2021"> Karina Hoppe: In die Einwohnerstatistik geschaut. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 22. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 21. </ref> <ref name="EW-2023"> Karina Hoppe: Erneut mehr Zuzüge als Wegzüge. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 1. Februar 2024, DNB 1047269554, S. 18. </ref> <ref name="Fritsch 2002"> Barbara Fritsch: Städte - Dörfer - Friedhöfe. Archäologie in der Altmark. Band 2. Vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit. Burgwälle, Steinkreuze und Großsteingräber. Hrsg.: Hartmut Bock (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 8). dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, ISBN 3-935358-36-9, S. 508. </ref> <ref name="GemLex-1931"> Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen VIII – Provinz Sachsen, 1931, Band VIII, S. 71 </ref> <ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Höfer 1910"> Paul Höfer: Über Kugelamphoren im Anschluss an einen Fund von Hindenburg (Kr. Osterburg) in der Altmark (= Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. Band 10). 1911, S. 22, urn:nbn:de:bsz:16-jsmv-668979. </ref> <ref name="Krabbo Regesten"> Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 53, Nr. 275 (uni-potsdam.de). </ref> <ref name="Kunstdenkmale-Osterburg"> Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 288. </ref> <ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="OT-LSA-2013"> Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 114 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]). </ref> <ref name="Orte-DDR-1986"> Karla Balkow, Werner Christ: Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik. Staatsverlag der DDR, 1986, ISBN 3-7685-2185-0, S. 23, 172, 284, 318. </ref> <ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Königsmark. Abgerufen am 12. Februar 2022. </ref> <ref name="Stendaler-Beiträge"> Altmärkischer Museumsverein zu Stendal (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde der Altmark. Band V, ZDB-ID 212026-4, S. 255–259. </ref> <ref name="Wahl 2009"> Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt - Gebiet und Wahlen, Bürgermeisterwahl - Gemeinde Schwarzholz - Landkreis Stendal. 21. Juli 2009, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. Februar 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) </ref> <ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>

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