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Hindenburg (Hohenberg-Krusemark)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hindenburg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(337)&title=Hindenburg 52° 45′ N, 11° 56′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(337) 52° 45′ 0″ N, 11° 55′ 59″ O
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Höhe: 28 m ü. NHN
Fläche: 14,98 km²
Einwohner: 337 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2008
Postleitzahl: 39596
Vorwahl: 039394
Lage von Hindenburg in Sachsen-Anhalt

Hindenburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Hohenberg-Krusemark im Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt.<ref name="OT-LSA-2013" />

Geographie

Lage

Datei:Hindenburg Preussischer Rundsockelstein 938-02.jpg
Preußische Rundsockelsteine in Hindenburg

Hindenburg, ein Haufendorf mit Kirche, liegt am Südrand der Wische, etwa 20 km nördlich von Stendal und rund 7 km westlich des Elbufers in der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Die Gemarkung Hindenburg, das frühere Gemeindegebiet, ist überwiegend flach und von kleinen Flüssen und Gräben durchzogen, wie dem Seegraben Iden, dem Hufergraben oder dem Balsamgraben.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Ortsteilgliederung

Zum Ortsteil Hindenburg gehören neben dem Dorf Hindenburg die Wohnplätze Balleierhof und Siedlung.<ref name="OT-LSA-2013" /> Der Wohnplatz Hörstel lag nördlich des Dorfes direkt an der Straße am Seegraben Iden.

Nachbarorte sind Gethlingen im Westen, der Försterhof und Iden im Nordwesten, Klein Hindenburg im Nordosten, der Wohnplatz „Siedlung“ und Küsel im Osten, Hohenberg-Krusemark im Südosten, sowie Bertkow und Plätz im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1208 wurden die milites Reinherus et Fridericus fratres de Hindenburch als Zeugen in einer in Havelberg ausgestellten Urkunde genannt.<ref name="Krabbo Regesten" />

Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1267 als villa Hynnenburg, wie Otto Korn im Jahre 1929 mitteilte.<ref name="Korn Neuendorf" /> 1279 heißt es in villa Hinnenburg.<ref name="Korn Neuendorf" /> Der Ort wurde 1283 als jhm dorffe Hindenburg in einer Verkaufsurkunde an die Johanniter-Komturei in Werben (Elbe) erwähnt.<ref name="Riedel-6" /> Weitere Erwähnungen sind 1316 in hinnenburg, 1327 ville Hinenburg, 1687 Hindenburg.<ref name="HOB-12" /> Im Jahre 1804 gab es Dorf und Gut Hindenburg mit einer Schmiede, zwei Windmühlen und drei Krügen.<ref name="Bratring-1" />

Höchstwahrscheinlich nannte sich eine zwischen 1196 und 1208 auftretende Ministerialenfamilie nach diesem Ort, die spätere Familie von Beneckendorff und von Hindenburg.<ref name="HBStätt-11" />

Für das Jahr 1436 ist eine Deichordnung für Hindenburg und Umgebung nachgewiesen, die Markgraf Johann von Brandenburg erließ für alle „die to den Dyken gehoren und In der Drenke sitten“.<ref name="Riedel-6a" /><ref name="HBStätt-11" /> Während des Dreißigjährigen Krieges hatte der Ort schwer unter Einquartierungen und Durchzügen von Truppen zu leiden.<ref name="HP" /> Der Ort war früher rund gebaut. Anfang des 19. Jahrhunderts richteten große Brände 1800, 1823 und 1834 in Hindenburg erhebliche Schäden an. So wurde das Dorf verändert wieder aufgebaut.<ref name="Zahn-1928" /> Die frühere Gemeinde war von 1874 bis 1945 Amtssitz für die umliegenden Gemeinden.<ref name="HP" />

Der 725. Jahrestag der Erwähnung des Ortes wurde vom 20. bis zum 22. Juni 2008 mit einem Gemeindefest und großen Festumzug begangen, da der Autor der Ortschronik das Jahr 1283 als Jahr der Ersterwähnung ermittelt hatte.<ref name="HP" />

Herkunft des Ortsnamens

Hindenburg ist ein alter deutscher Name, der mit dem Personennamen hund zusammenhängt.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />

Burg Hindenburg

Es gibt keine sicheren Beweise für die Lage einer namengebenden Burg. Vermutet wird sie im Westteil des Dorfes auf einer nach Nordwesten vorspringenden Anhöhe unmittelbar westlich der Kirche. Wahrscheinlich war es eine ovale Höhenburg von etwa 70 × 90 Meter im Durchmesser mit vorgelegtem Graben.<ref name="HOB-12" /> Im 19. Jahrhundert waren Wall und Graben einer Burg noch sichtbar.<ref name="JBAGV" />

Eingemeindungen

Das Dorf gehörte bis 1807 zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark, dann bis 1813 zum Kanton Werben auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam die Gemeinde zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Hindenburg aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Osterburg umgegliedert. Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Gethlingen nach Hindenburg eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Am 31. Dezember 2008 wurde die Gemeinde Hindenburg in die Gemeinde Hohenberg-Krusemark eingemeindet.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008</ref> Hindenburg und Gethlingen wurden beide Ortsteile von Hohenberg-Krusemark. So kam Hindenburg als Ortsteil zu Hohenberg-Krusemark, genauso wie Klein Hindenburg, das bis 2008 Ortsteil von Hindenburg war.<ref name="OT-LSA-2008" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 299
1772 093
1790 294
1798 330
1801 276
1818 350
1840 370
1864 543
Jahr Einwohner
1871 558
1885 520
1895 546
1900 [00]571<ref name="Zahn-1928" />
1905 640
1910 [00]661<ref name="Zahn-1928" />
1925 695
1939 601
Jahr Einwohner
1946 974
1964 636
1971 571
1981 528
1993 443
2006 428
2014 [00]352<ref name="EW-2015" />
2015 [00]347<ref name="EW-2015" />
Jahr Einwohner
2017 [00]338<ref name="EW-2018" />
2018 [00]341<ref name="EW-2018" />
2020 [00]341<ref name="EW-2021" />
2021 [00]345<ref name="EW-2021" />
2022 [0]340<ref name="EW-2023" />
2023 [0]337<ref name="EW-2023" />

Quelle bis 2006, wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />

Religion

  • Die evangelische Kirchengemeinde Hindenburg, gehörte früher zur Pfarrei Hindenburg in der Provinz Sachsen.<ref name="Almanach1903" /> Die Kirchengemeinde Hindenburg ist seit 1983 Teil des Kirchspiels Walsleben<ref name="HOB-12" /> und gehört heute zum Pfarrbereich Königsmark im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
  • Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Hindenburg stammen aus dem Jahre 1673.<ref name="Machholz" />
  • Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Hindenburg, eine romanische Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert, ist eine der ältesten Kirchen der Altmark.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Zwei Bauernhäuser im Dorf stehen unter Denkmalschutz.
  • In Hindenburg steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, ein Feldsteintorbogen mit Widmungsinschrift.<ref name="Denkmalprojekt" />

Verkehrsanbindung

Trivia

Sage vom Werwolf in Hindenburg

Früher herrschte auch im Norden Deutschlands der Glaube, dass sich manche Menschen in einen Wolf verwandeln könnten. Der Verwandelte wurde Mannwolf oder Werwolf genannt. Jodocus Temme überlieferte 1839 die Sage Der Währwolf in Hindenburg.<ref>Jodocus Donatus Hubertus Temme: Der Währwolf in Hindenburg. In: Die Volkssagen der Altmark. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1839 (Wikisource)</ref> In Hindenburg besaß ein Mann einen Streifen Leder aus einer Wolfshaut, an der noch Haare waren. Wenn er sich den umband, hatte er riesige Kräfte, so dass er ganz allein ein Fuder Heu zog. Doch er würgte auch das Vieh und fraß Menschen. Seine Frau aber verschonte er. Ihr hatte er einen Zauberspruch beigebracht, den sogenannten Erbwulfereim, durch den er gebannt wurde. Sie schnallte ihm dann den Streifen wieder ab und er war ein vernünftiger Mensch.<ref name="Pohlmann-Sagen" />

Aberglaube – Doppelsauger

Temme berichtet auch, dass man in der Gegend von Hindenburg stark an Vampire glaubte, die Doppelsauger genannt wurden. Damit die Toten nicht aus dem Grabe wiederkommen, steckte man ihnen ein Stück Geld in den Mund.<ref>Jodocus Donatus Hubertus Temme: Die Volkssagen der Altmark. Nicolai, Berlin 1839, Seite 77. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, Version vom 1. August 2018</ref>

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 23. April 2021.</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 294 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00316~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Denkmalprojekt">Hindenburg, Gemeinde Hohenberg-Krusemark. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2020, abgerufen am 10. Oktober 2022.</ref>

<ref name="EW-2015">Doreen Schulze: Erstmals Zuwachs in Arneburg-Goldbeck. In: Volksstimme Stendal. 15. Januar 2016.</ref>

<ref name="EW-2018">Karina Hoppe: Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verlor 2018 insgesamt 93 Einwohner. In: Volksstimme Stendal. 14. Februar 2019.</ref>

<ref name="EW-2021">Karina Hoppe: In die Einwohnerstatistik geschaut. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 22. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 21.</ref>

<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Erneut mehr Zuzüge als Wegzüge. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 1. Februar 2024, DNB 1047269554, S. 18.</ref>

<ref name="HBStätt-11">Berent Schwineköper: Handbuch der historischen Stätten. Provinz Sachsen-Anhalt. Hrsg.: Berent Schwineköper (= Kröners Taschenausgabe. Band 314). 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. Band 11. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9, S. 215, Hindenburg (Kr. Osterburg).</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="HP">Hindenburger Dorfgeschichten. Abgerufen am 15. Februar 2020.</ref>

<ref name="JBAGV">August Hofmeister: Historische Erörterungen zur Urkunde Kaiser Otto I. vom Jahre 986. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 20. Jahresbericht, 1. Heft, 1884, S. 36, 2. Hindenburg (auf altmark-geschichte.de [PDF]).</ref>

<ref name="Korn Neuendorf">zitiert nach Rohrlach: Otto Korn: Beiträge zur Geschichte des Zisterzienser-Nonnenklosters Neuendorf in der Altmark. Äußere Geschichte. Entwicklung der klösterlichen Grundherrschaft. (= Sachsen und Anhalt. Band 5). 1929, S. 214–215.</ref>

<ref name="Krabbo Regesten">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 111, Nr. 534 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 136–139.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="OT-LSA-2008">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. Juli 2008 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2008). Halle (Saale) November 2008, S. 134 (destatis.de [PDF; 3,6 MB; abgerufen am 8. September 2019]).</ref>

<ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 113 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Königsmark. In: ekmd.de. Abgerufen am 13. Juli 2024.</ref>

<ref name="Pohlmann-Sagen">Alfred Pohlmann: Sagen aus der Wiege Preußens und des Deutschen Reiches, der Altmark. Franzen & Große, Stendal 1901, S. 62–63, IV. Vom Werwolf zu Hindenburg (archive.org).</ref>

<ref name="Riedel-6">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-6a">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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