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Schwangerschaftsphobie

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F45.2 Schwangerschaftsphobie, Schwangerschaftsangst
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Die Schwangerschaftsphobie oder auch Tokophobie (altgriechisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Geburt, Nachkommen“, „Schwangerschaft“; Vorlage:GrcS „Flucht; Furcht, Schrecken“) ist eine spezifische Angststörung und bezeichnet die pathologische Angst vor dem Eintreten einer Schwangerschaft oder auch vor einer Geburt. Früher wurde diese Schwangerschaftsangst<ref>Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung, München / Berlin / Wien 1969, 3. Ordner (F–Hyperlysinämie), ISBN 3-541-84000-5, S. G 214.</ref> auch als Gravidophobie (lateinisch Gravidität = Schwangerschaft)<ref>Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 6. Ordner (S–Zz), München / Berlin / Wien 1974, ISBN 3-541-84006-4, S. S 115.</ref> oder gelegentlich als Parturiphobie (lateinisch partus = Geburt aus Sicht der Mutter) bezeichnet.

Eine „krankhafte Angst vor Niederkunft und Geburt“ [heißt auch] Maieusiophobie<ref>Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007 | 2008; Springer-Verlag, 1. Auflage, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 1835.</ref> oder Maeeusiophobia („Metus obstetricandi, die Scheu, künstliche Entbindungen zu machen“, vom Altgriechischen maieia = maeeia = maeas = die Hebamme, ή μαιεια, e maieia = Ars obstetricia = die Hebammenkunst und Maeeusis = der Vorgang der Geburt).<ref>Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage, Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 586 f. Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive.</ref> Selten findet sich (besonders in Fremdsprachen; englisch: lockiophobia) der Begriff „Lochiophobie“ im Sinne einer Angst vor dem Wochenbett oder vor dem Wochenfluss (Lochien; λοχος, lochos, ist sowohl das Kindbett wie auch die Kindbetterin;<ref>Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage, Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 574. Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive.</ref> λοχια, λοχεῖα, lochia = ‚Kindbettreinigung‘ [nach Hippokrates von Kos]<ref>Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage, Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 573. Digitalisat der Ausgabe von 1844, Internet Archive.</ref>).

Angst der Frauen

Die Tokophobie wurde erstmals von Katarina Hofberg in einer Studie im Jahre 2000 in Großbritannien untersucht. Demnach gaben 13 % der nicht schwangeren Frauen an, eine Schwangerschaft aufgrund von Angst zu vermeiden oder zu verschieben. Frauen mit Tokophobie würden oft besonders gründlich verhüten, sich häufiger sterilisieren lassen und auch ihre Partner häufiger zur Sterilisation drängen. Es käme auch vor, dass die Angst zu einem Schwangerschaftsabbruch führe. Die Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass 7 % aller Kaiserschnitte nur wegen der Angst vor der Geburt durchgeführt werden.

Man unterscheidet zwischen der primären (lebenslangen) und der sekundären (nach einer traumatischen Erfahrung) Tokophobie. Bei der primären Phobie spielt die Angst vor den Schmerzen bei einer Geburt nur vordergründig eine Rolle. Vielmehr richten sich die Befürchtungen der betroffenen Personen auf vermeintlich unfähige Ärzte oder Hebammen oder auf die Befürchtung, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Auch besteht eine Angst, den Anforderungen als Mutter generell nicht gewachsen zu sein. Bei der sekundären wurde meist eine schon erfolgte Geburt als traumatisch erlebt.

Postpartale Stimmungskrisen können als Folge einer Geburt auftreten und eine Tokophobie begünstigen. Besonders die Geburt eines toten Kindes oder die Diagnose einer schweren Fehlbildung können Auslöser sein. Aber auch Zangengeburten und nicht geplante Kaiserschnitte, ebenso wie Partnerschaftskonflikte, erhöhen das Risiko.

Die Angst vor einer Geburt wird oft von den Müttern auf ihre Töchter übertragen. Über Generationen kommt es so zu einer Art „psychologischer Vererbung“. Dies ist noch ausgeprägter, wenn in der Familie auch eine negative Haltung zur Sexualität vorhanden ist. So spielt bei etwa 12 % der betroffenen Frauen sexueller Missbrauch eine ursächliche Rolle.

Die Tokophobie kann mit einer Psychotherapie behandelt werden.

Angst der Männer

Auch Männer können Schwangerschaftsängste (in Bezug auf ihre Partnerin) entwickeln.<ref>Emma Moran, Carmel Bradshaw, Teresa Tuohy, Maria Noonan: The paternal experience of fear of childbirth: An integrative review. In: International Journal of Environmental Research and Public Health. 2021;18(3):1231. doi:10.3390/ijerph18031231.</ref> Hier ist außerdem an die Furcht von Männern vor einer unbeabsichtigten Elternschaft beziehungsweise an ihre Angst vor ungewollter Fortpflanzung zu denken.<ref>Jenny A. Higgins, Jennifer S. Hirsch, James Trussell: Pleasure, prophylaxis and procreation: a qualitative analysis of intermittent contraceptive use and unintended pregnancy. In: Perspectives on Sexual and Reproductive Health. 2008;40(3):130–137. doi:10.1363/4013008.</ref> Zu denken ist auch an das Männerkindbett und an ein Couvade-Syndrom.

Geschichte

„Auch im psychischen Leben der Frau machen sich Veränderungen geltend. Häufig wird die Gemüthsstimmung eine andere, in seltenen Fällen selbst krankhaft gestört; alte Neigungen machen neuen, ungewohnten Platz; einzelne Frauen verfallen selbst periodisch in wirklichen Wahnsinn.“<ref>Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände – Conversations-Lexikon. 11. Auflage, 13. Band, F. A. Brockhaus-Verlag, Leipzig 1868, S. 414.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Katarina Hofberg, Ian Fraser Brockington: Tokophobia: an unreasoning dread of childbirth. A series of 26 cases. In: British Journal of Psychiatry (2000), S. 83–85.
  • Anette Kersting: Geburt als psychisches Trauma – Spezifisch gefährdete Frauen frühzeitig erkennen. In: NeuroTransmitter. Springer-Verlag, Sonderheft Nr. 2 (2003), S. 16 ff.
  • Katarina Hofberg, Margaret R. Ward: Fear of pregnancy and childbirth. In: Postgraduate Medical Journal. (2003), S. 505–510.
  • Claudia Maria Klier: Mutterglück und Mutterleid: Diagnose und Therapie der postpartalen Depression. Facultas Verlag, Wien 2001, S. 11.

Einzelnachweise

<references />

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