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Schlick (Österreich)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schlick

Datei:Schlicker Alm von Norden.jpg
Schlick von Norden; rechts: Kalkkögel (Schlicker Seespitze, Riepenwand, Große Ochsenwand), links: Niederer und Hoher Burgstall

Schlick von Norden; rechts: Kalkkögel (Schlicker Seespitze, Riepenwand, Große Ochsenwand), links: Niederer und Hoher Burgstall

Lage Tirol, Österreich
Gewässer Schlickerbach
Gebirge Stubaier Alpen
Geographische Lage 47° 9′ 17″ N, 11° 18′ 8″ OKoordinaten: 47° 9′ 17″ N, 11° 18′ 8″ O
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Gestein Kalkstein
Länge 5 km

Die Schlick ist ein 5 km langer Talschluss in den Stubaier Alpen rund um die Schlickeralm (1643 m) zwischen den Kalkkögeln (Schlicker Seespitze, 2804 m) und dem Stubaital in Tirol (Österreich). In der Schlick entspringt der Schlickerbach, der in Fulpmes in die Ruetz mündet.

Geschichte

Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert schürfte man in der Schlick nach Eisen und Gold (erste Nennung eines Hammers am Schlickerbach 1352). Neben lokaler früher Kleineisenindustrie wurde das Eisen von Hausierern weitergehandelt. Als im 16. Jahrhundert die Vorkommen erschöpft waren, stellt man auf Schmiedegewerbe um. Dadurch blieb Fulpmes bis heute Industrieort (Marke Stubai).<ref>Fulpmes. In: geschichte-tirol.com, Datenbank des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“.</ref>

Skigebiet Schlick 2000

Datei:Schlick 2000 Snowboarding (31792995904).jpg
Schlick 2000
Datei:Middle station on Schlick 2000 - panoramio.jpg
Kreuzjochbahn

In der Schlick befindet sich das Skigebiet Schlick 2000. Mit einem Einersessellift wurde 1959 die erste Bahn der Schlick erbaut. Der Lift führte von Fulpmes zum Bereich der heutigen Mittelstation um die Froneben-Alm.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />50 Jahre Schlick 2000 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 27. Dezember 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.snow-online.de, snow-online.de</ref> Ein Jahr später wurde ein weiterer Einersessellift auf das Sennjoch errichtet. Ein weiteres Jahr später wurde der noch heute genutzte Galtalmlift gebaut. 1973 folgte der Zweiersessellift auf das Kreuzjoch und 1977 das Panoramarestaurant an selbiger Stelle. 1988 wurde der Einersessellift auf das Sennjoch durch einen Vierersessellift ersetzt.<ref>Presseberichte um die Schlick 2000, schlick2000.at</ref>

Heute befördert eine Gondelbahn in zwei Sektionen (Baujahr 1993 & 1995)<ref name="skiresort lifte">Lifte der Schlick 2000, skiresort.de</ref> Wintersportler bis auf das 2105 m hohe Kreuzjoch. Dort stehen ein 4er-Sessellift sowie vier Schlepplifte am Fuße der Kalkkögel zur Verfügung, mit einer Beförderungskapazität von 8500 Personen pro Stunde.<ref name="skiresort lifte" /> Von den 25 Pistenkilometern (16 km leicht, 8 km mittel, 1 km schwer) können 75 % beschneit werden. Zusätzlich gibt es eine 2 km lange Skiroute von der Bergstation zur Schlickeralm.<ref name="skiresort pisten">Pisten der Schlick 2000, skiresort.de</ref> Seit im Jahr 2006 die 2,6 km lange Talabfahrt errichtet wurde, verfügt die Schlick über die längste beschneibare Talabfahrt des Stubaitals.<ref>Schlick 2000 auf meinstubaital.com</ref> Zu Beginn der Saison 2007 führte die Schlick als erstes Skigebiet in Tirol das Skiline-System ein, das den Skifahrern ermöglicht, ihre gefahrenen Höhenmeter zu speichern und auszuwerten.<ref>Skiline - Auf zu neuen Höhen in der Schlick 2000, schlick2000.at</ref> Zur Saison 2013/14 werden die beiden Zirmachlifte durch eine 6er-Sesselbahn ersetzt.<ref>Beheizte sechs Sitzplätze statt schleppen, meinbezirk.at</ref> Im Jahr 2017 wurde die fix geklemmte 4er-Sesselbahn Panoramabahn des Skigebiets Patscherkofelbahn<ref>Panoramabahn. In: skiresort.de. Abgerufen am 27. Dezember 2017.</ref> erworben und als Panoramabahn Kreuzjoch aufgebaut; diese ersetzt den Schlepplift Kreuzjoch.<ref>Tiroler Tageszeitung Online: Alte Kofelbahn fährt nun in in der Schlick ihre Runden. In: Tiroler Tageszeitung Online. 30. November 2017 (tt.com [abgerufen am 7. Januar 2018]).</ref><ref>Panoramabahn Kreuzjoch. In: skiresort.de. Abgerufen am 27. Dezember 2017.</ref>

Die mit 6 km längste Abfahrt des Gebiets führt vom Sennjoch vorbei an der Schlickeralm und der Mittelstation zur Talstation und überwindet 1240 Höhenmeter. Die schwerste Piste ist der sogenannte Zirbenschuss, der auf einem Kilometer 289 Höhenmeter überwindet.<ref name="skiresort pisten" /> Zusätzlich steht auf der Abfahrt vom Sennjoch eine Speedstrecke zur Verfügung.

Weitere Sportarten

Der Niedere und der Hohe Burgstall sind beliebte Ziele für Skitourengänger, die die beiden Gipfel vom Kreuzjoch in circa 2 Stunden erreichen können.<ref>Skitour vom Kreuzjoch auf den Niederen und Hohen Burgstall, almenrausch.at.</ref>

Eine Rodelbahn führt von der Mittelstation Froneben zur Talstation der Kreuzjochbahn. Seit 2008 kann die Strecke beleuchtet werden und steht auch für Nachtrodler zur Verfügung.<ref>Rodelbahn Schlick (Talabfahrt). In: Rodelwelten.com. Österreichischer Rodelverband, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref><ref>Schlicker Talabfahrt. In: stubai.at. Abgerufen am 13. Januar 2018.</ref> Des Weiteren gibt es eine Rodelbahn, die von der Vergör-Alm zur Talstation führt.

Im Bereich der Schlickeralm steht für Langläufer eine 3,5 km lange Höhenloipe zur Verfügung. Sie führt im Bereich des Schlickerboden durch Lärchen- und Fichtenwälder mit einem Höhenunterschied von 75 m.<ref>Langlaufen im Skigebiet Schlick 2000, mountainstar.info</ref> Aufgrund der Höhe gilt die Loipe als sehr schneesicher.<ref>Christian Haas: DSV Ski Atlas 2011. Hrsg.: Deutscher Skiverband e. V. Motor Presse Stuttgart, 2011, ISBN 978-3-9812341-2-1, S. 129.</ref>

Übersicht der Liftanlagen

Die Schlick 2000 beinhaltet drei Gondelbahnen, drei Sessellifte, zwei Schlepplifte und einen Tellerlift (Stand Saison 2023/24) sowie Zauberteppiche und ein Schneekarussell.<ref>Pisten & Anlagen | Schlick 2000 Fulpmes im Stubaital, Tirol. In: stubai.at. Abgerufen am 23. November 2020.</ref><ref>Liftdaten, lift-world.info.</ref>

Name Typ Bahnlänge Talstation Bergstation Kapazität pro h Baujahr
Kreuzjochbahn 1 6er Gondelbahn 0925 m 1000 m 1350 m 2000 1995
Kreuzjochbahn 2 6er Gondelbahn 2430 m 1350 m 2100 m 2000 1993
Sennjoch 4er Sesselbahn 1950 m 1935 m 2225 m keine Angabe 1988
Zirmachbahn 6er Sesselbahn 0825 m 1645 m 2220 m 1800 2013
Panoramabahn Kreuzjoch 4er Sesselbahn 0577 m 1913 m 2112 m 2000 2017
Schanzlin Schlepplift 0500 m 1290 m 1365 m 0800 1980
Schlickerboden Schlepplift 0500 m 1645 m 1720 m 0800 1966
Galtbergbahn 10er Gondelbahn 1435 m 1310 m 1765 m 1400 2023
Ronny's Tellerlift Tellerlift 0140 m keine Angabe keine Angabe 0700 2004

Ausbaupläne

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Die seit langem angestrebte und umstrittene Verbindung mit der Axamer Lizum<ref>Werben für Zusammenschluss Schlick - Lizum. In: tirol.orf.at. 28. Februar 2012, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref><ref>OeAV: Erschließungsstopp für Schutzgebiete. In: tirol.orf.at. 21. Dezember 2009, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref> ist aufgrund des Ruhegebiets Kalkkögel nach Aussage der Tiroler Landesregierung im März 2015 nicht umsetzbar.<ref>"Brückenschlag": Für ÖVP nicht umsetzbar - tirol.ORF.at. In: tirol.orf.at. 3. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.</ref><ref>Gutachten zu Kalkkögel: Projekt Brückenschlag nicht möglich. In: Tiroler Tageszeitung Online. 2. März 2015, abgerufen am 12. März 2020.</ref>

Geplant wird (Stand November 2017) eine Zubringerbahn als Gondelbahn aus Neustift im Stubaital mit der Talstation zwischen Neustift und Neder, der Mittelstation im Bereich der Kaserstattalm und der Bergstation im Bereich des Sennjochs. Die Kosten werden auf 19 Mio. Euro geschätzt. Eine Skiabfahrt in die „Goldsutte“ soll errichtet werden.<ref>Neustift nähert sich Schlick an. In: Tiroler Tageszeitung Online. 15. November 2017 (tt.com [abgerufen am 12. März 2020]).</ref> Ein sehr ähnliches Projekt wurde 1985 nach einer negativen Begutachtung seitens der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land fallengelassen; dort hieß es, dass „eine Erschließung […] äußerst gravierende und irreversible Schäden am Naturhaushalt und am Landschaftsbild bedeuten würde und deshalb strikt abzulehnen ist“, und „aufgrund der extremen Steilheit, der ständigen Rutschungen und der häufigen Lawinengefahr die gewaltigen Eingriffe in den Naturraum in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen würden“. Der Alpenverein Innsbruck sieht die Erschließung der „Goldsutte“ als Vorstufe zum „Brückenschlag“ mit der Axamer Lizum.<ref>Tat-Ort Kalkkögel. „Brückenschlag“ durch die Hintertür? In: Alpenverein Innsbruck (Hrsg.): Innsbruck Alpin. Nr. 1, 2018, S. 31–33 (alpenverein.at [PDF]).</ref>

Sommertourismus

Datei:StubaiBlick in der Schlick2000.JPG
Aussichtsplattform Stubaiblick

Rund um die Schlick sind etwa 65 km Wanderwege in allen Schwierigkeitsgraden vorhanden, die zum Teil mit der auch im Sommer betriebenen Kreuzjochbahn erreicht werden können. Mehrere Themenwege, wie der Panoramaweg von der Bergstation zum StubaiBlick, einer Aussichtsplattform, die Ausblick über die Kalkkögel sowie bis zum Wilden Kaiser und ins Zillertal gewährt, einem Alpenpflanzenlehrpfad, einem Erlebnisweg und ein Erlebnispark werden im Sommer den Wanderern angeboten.<ref>TVB Stubai Tirol (Hrsg.): STUBAImagazin. Bezirksblätter Tirol, 2013, S. 26.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sommerprospekt der Bergbahnen im Stubaital (Memento des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hotelinfo.at, hotelinfo.at</ref>

Hütten und Almen

Datei:StarkenburgerHuette.jpg
Starkenburger Hütte unterhalb des Hohen Burgstalls

Im Bereich der Schlick befinden sich viele Hütten und Almen, die von der Kreuzjochbahn oder aus dem Stubaital zu erreichen sind. Der Aufstieg zur Starkenburger Hütte (2237 m Ausgangspunkt Fulpmes, Neustift oder Bergstation der Kreuzjochbahn) ist Bestandteil des Stubaier Höhenweges und ein viel begangener Weg. Im Talkessel befindet sich die Schlickeralm (1645 m), die als beliebter Stützpunkt für Touren auf die Kalkkögel gilt. In der direkten Umgebung der Alm liegt auch der Panoramasee, der im Winter für die Beschneiung der Pisten dient und im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für Familien ist.<ref>Erlebnisweg am Panoramasee, schlick2000.at</ref> Weitere Almen im Gebiet der Schlick sind die Sennjochhütte, die Fronebenalm, die Galtalm und die Brugger Alm. Bis auf die Starkenburger Hütte liegen alle Hütten im Wintersportgebiet Schlick 2000. Die Pfarrachalm, Kaserstattalm und Vergör-Alm sind ebenfalls aus der Schlick schnell zu erreichen. Über die Schlicker Scharte lässt sich das Oberbergtal und die Franz-Senn-Hütte erreichen, während über die Alpenklubscharte Zugang zur Adolf-Pichler-Hütte besteht.

Berggipfel

Von der Schlick lassen sich alle Gipfel der Kalkkögel besteigen. Die beliebtesten Touren sind hierbei die Schlicker Seespitze (2804 m), der Klettersteig über die Große und Kleine Ochsenwand (2700 m & 2553 m), der Steingrubenkogel (2633 m), die Marchreisenspitze (2620 m) und der Ampferstein (2556 m). Über das Sennjoch sind der Niedere und der Hohe Burgstall (2436 m & 2611 m) erreichbar, von wo aus sich ein herausragender Rundumblick über das Oberbergtal, das Stubaital, den Serleskamm und die Schlick bietet.<ref>Wanderpanorama Schlick 2000, schlick2000.at</ref>

Schlickeralmlauf

Seit 1989 findet jedes Jahr ausgehend von Telfes im Stubai der Schlickeralmlauf statt, der über das Plövner Loch zur Schlickeralm führt (Normalstrecke) oder weiter über die Zirmachalm auf das Kreuzjoch (Masters-WM-Strecke).<ref>Strecke des Schlickeralmlaufs, sv-telfes.at</ref><ref>Geschichte des Schlickeralmlaufs, sv-telfes.at</ref> Die 11,5 km lange Strecke hat einen Höhenunterschied von 1100 m und gilt unter professionellen Läufern als eine der schönsten aber auch anspruchsvollsten Prüfungen im Weltcup. 2013 wurde das Ziel vom Sennjoch zur Bergstation der Kreuzjochbahn verlegt, wodurch die Anzahl der Höhenmeter von 1310 auf 1100 abgenommen hat.<ref>Bis zum Limit! Der 25. internationale Schlickeralmlauf. In: meinbezirk.at. 31. Juli 2013, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref> Die kurze Strecke ist 7,5 km lang und überwindet 650 Höhenmeter.<ref>Karl Künstner: Der Stubaier. Hrsg.: TVB Stubai Tirol. Bezirksblätter Tirol, 2013, S. 5.</ref> Am Rande des Hauptlaufs gibt es am Vortag noch weitere Veranstaltungen, wie ein speziell für Kinder veranstaltetes Rennen, einen Benefizlauf sowie den Crosslauf Telfer Wiesen Run.<ref>Berglauf und Rahmenbewerbe in Telfes im Stubai, sv-telfes.at</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Schlick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />