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Schildmaid

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Datei:On Viking Expeditions of Highborn Maids Olaus Magnus.jpg
Zwei Kriegerinnen vornehmer Herkunft in einer Seeschlacht. Aus Olaus Magnus: Historia de gentibus septentrionalibus (1555)
Datei:Peter Nicolai Arbo-Hervors død.jpg
Die sterbende Schildmaid Hervör (Gemälde von Peter Nicolai Arbo, 19. Jh., nach der Hervarar saga ok Heiðreks konungs)
Datei:Lathgertha by Morris Meredith Williams.png
Die Kriegerin Lathgertha in einer Lithographie von Morris Meredith Williams (1913)

Eine Schildmaid ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=is|SCRIPTING=Latn|SERVICE=isländisch}}) wird in der nordischen Mythologie eine Frau genannt, die sich für ein Leben als Kriegerin entschieden hat.

Schildmaiden in der nordischen Überlieferung

Berichte über kämpfende Frauen gibt es dem Nordisk familjebok zufolge sowohl aus der Wikingerzeit als auch bei den germanischen Völkern der Goten, Kimbern und Markomannen. Sie sollen zur Vorstellung von den Walküren beigetragen haben.<ref>Vorlage:NordFamilje</ref>

In altnordischen Sagas werden als bewaffnete, kämpfende Frauen u. a. namentlich erwähnt:

Laut Saxo Grammaticus kämpften unter der Führung der drei „Kampfmaiden“ Webiorga (auch Webiorg oder Veborg),<ref>Gesta Danorum 8.2.4 (S. 214,24). (2) Webiorgam quoque, eodem spiritu praeditam, Bo Brami filius et Brat Iutus belligerandi cupidine prosequuntur.
Übersetzung: „ferner zogen mit ihr (Webiorg) in Kriegslust Bo, der Sohn des Bramus, und Brat der Jüte“ (Paul Herrmann: Erläuterungen zu den ersten neun Büchern der Dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus Teil I Bücher VI-IX, 1901, S. 343, s:Seite:Erläuterungen zu den ersten neun Büchern der Dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus 353.jpg)</ref> Wisna (auch Visna)<ref>Gesta Danorum 8.2.5 (S. 214,30). (1) Wisnam vero, imbutam rigore feminam reique militaris apprime peritam, Sclava stipaverat manus, cuius praecipui Barri ac Gnizli satellites agnoscuntur.
Übersetzung: „unter der Wisna: Diese, eine strenge und kriegserfahrene Frau, umgab slavische Mannschaft. Ihre Hauptanführer waren Barri und Gnizli.“ (Paul Herrmann: Erläuterungen zu den ersten neun Büchern der Dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus Teil I Bücher VI-IX, 1901, S. 343–344, s:Seite:Erläuterungen zu den ersten neun Büchern der Dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus 353.jpg und s:Seite:Erläuterungen zu den ersten neun Büchern der Dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus 354.jpg)</ref> und Hertha (auch Hetha oder Hed)<ref>Gesta Danorum 8.2.6 (S. 215,5). (1) At Hertha, promptissimis stipata comitibus, armatam bello centuriam afferebat.
Übersetzung: „unter der Hetha: Sie führte, umgeben von schlagfertigen Begleitern, ihren Haufen in voller Rüstung zur Schlacht.“ (Paul Herrmann: Erläuterungen zu den ersten neun Büchern der Dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus Teil I Bücher VI-IX, 1901, S. 344, s:Seite:Erläuterungen zu den ersten neun Büchern der Dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus 354.jpg)</ref> drei Heerhaufen aus den Ländern außerhalb des eigentlichen Dänemarks auf dänischer Seite in der Schlacht von Bråvalla. Saxo beschreibt in seinem siebten Buch, wie Frauen das Leben als Kriegerinnen ergriffen, um einer Heirat zu entgehen.<ref>Gesta Danorum 7.6.8 (S. 192,12). (1) Et ne quis hunc bellis sexum insudasse miretur, quaedam de talium feminarum condicione et moribus compendio modicae digressionis expediam. (2) Fuere quondam apud Danos feminae, quae formam suam in virilem habitum convertentes omnia paene temporum momenta ad excolendam militiam conferebant, ne virtutis nervos luxuriae contagione hebetari paterentur. (3) Siquidem delicatum vivendi genus perosae corpus animumque patientia ac labore durare solebant totamque femineae levitatis mollitiem abdicantes muliebre ingenium virili uti saevitia cogebant. (4) Sed et tanta cura rei militaris notitiam captabant, ut feminas exuisse quivis putaret. (5) Praecipue vero, quibus aut ingenii vigor aut decora corporum proceritas erat, id vitae genus incedere consueverant. (6) Hae ergo, perinde ac nativae condicionis immemores rigoremque blanditiis anteferentes, bella pro basiis intentabant sanguinemque, non oscula delibantes armorum potius quam amorum officia frequentabant manusque, quas in telas aptare debuerant, telorum obsequiis exhibebant, ut iam non lecto, sed leto studentes spiculis appeterent, quos mulcere specie potuissent. (7) Nunc a deverticulo propositum repetam.</ref>

In der Ragnars saga loðbrókar ist es Aslaug, die ihre Söhne mehrfach auf Kriegszügen begleitet und deswegen den neuen Beinamen Randalín („Schild-Maid“) erhält.<ref>Friedrich Heinrich von der Hagen (Herausgeber u. Übersetzer): Ragnar-Lodbroks-Saga, und Norna-Gests-Saga. Verlag Joseph Max und Komp., Breslau 1828, Saga von Ragnar Lodbrok und seinen Söhnen, 11. Kapitel, S. 59 (Digitalisat im Internet Archive).</ref>

Moderne Rezeption

J. R. R. Tolkien ließ sich von den nordischen Sagen inspirieren. In seinem Roman Der Herr der Ringe wird Éowyn als Schildmaid (shieldmaiden) beschrieben.

In der kanadisch-irischen Fernsehserie Vikings wird der Begriff für die Kriegerinnen genutzt, insbesondere für die von Katheryn Winnick dargestellte Figur Lagertha, und auch in der norwegischen Fernsehserie Beforeigners aus dem Jahr 2019 bezeichnet sich unter anderem die multitemporale Hauptfigur Alfhildr Enginnsdóttir als Schildmaid.

Siehe auch

Literatur

  • Edmund Mudrak (Hrsg.): Nordische Götter- und Heldensagen. Ensslin & Laiblin Verlag, Reutlingen 1961, S. 291. Schildmaid, Schildjungfrau. Wie ein Mann gerüstete Kämpferin […].
  • Matthias Egeler: Walküren, Bodbs, Sirenen. Gedanken zur religionsgeschichtlichen Anbindung Nordwesteuropas an den mediterranen Raum. Walter de Gruyter, Berlin 2011. Zu Brynhild, Schildmaiden: S. 53 ff.; Walküren, Schildmaiden und Sexualität: S. 84 ff. (Voransicht des Buches bei Google Books).
  • Vorlage:NordFamilje

Einzelnachweise

<references />