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Schöneberg (Hofgeismar)

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Schöneberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(607)&title=Sch%C3%B6neberg 51° 31′ N, 9° 25′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(607) 51° 31′ 12″ N, 9° 25′ 9″ O
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Höhe: 182 m ü. NHN
Fläche: 4,41 km²<ref name="DF" />
Einwohner: 607 (30. Juni 2024)<ref name="DF" />
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34369
Vorwahl: 05671

Schöneberg ist ein Straßendorf im nordhessischen Landkreis Kassel. Seit der hessischen Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre ist Schöneberg ein Stadtteil der nahen Stadt Hofgeismar. Der Ort liegt westlich am Rande des Reinhardswalds. Durch den Ort führt die Bundesstraße 83 von Kassel nach Bremen.

Geschichte

Burg

Zur weltlichen Macht der Mainzer Erzbischöfe im Bereich von Diemel und oberer Weser gehörte auch die Schutzburg Schöneberg auf dem gleichnamigen 323 m hohen Berg, westlich des heutigen Dorfes gelegen, die bereits Anfang des 12. Jahrhunderts errichtet worden war.

Dorf

Datei:Hofgeismar-David Clemént.JPG
David Clément

Die Gründung des Dorfes Schöneberg erfolgte für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich im Jahr 1699. Landgraf Karl von Hessen gab ihnen im 17. Jahrhundert auch in der Umgebung der Stadt Hofgeismar neuen Siedlungsraum, nachdem sie durch das Edikt von Fontainebleau und die Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten. Ebenso fanden hier Hugenotten und Waldenser Flüchtlinge eine neue Heimat, die 1698 auf Befehl Ludwigs XIV. vertrieben worden waren. Nach 1698 bildeten sich nach der Vertreibung von Waldensern aus dem französischen Staatsgebiet (z. B. um Orpierre) und aus dem Piemont, auch in anderen Gegenden Deutschlands waldensische Gemeinden.

Das Dorf Schöneberg entstand, nachdem Landgraf Karl im Bereich des ehemaligen Dorfs Büngheim (urkundlich bereits im Jahr 965 erwähnt), einen Platz für die Anlage einer „Kolonie“ bestimmt hatte, mit deren Bebauung ab 1700 begonnen wurde. Für die Ortsplanung war Paul du Ry verantwortlich, der – ebenfalls hugenottischer Glaubensflüchtling – 1685 von Landgraf Karl zum Hofbaumeister berufen worden war.

Die Liste der Gründerfamilien von Schöneberg nennt 24 Familien. Ihre Zahl hat sich, auch bedingt durch die damals hohe Kindersterblichkeit, bis zur Volkszählung im Jahre 1779 nicht nennenswert verändert. Insgesamt 124 Personen in 28 Familien benennt die Schöneberger Personenstandsliste von 1779.

Der Haupterwerb der Dorfbevölkerung lag in der Landwirtschaft. Im Laufe der Jahre entstanden in Schöneberg aber auch eine Ziegelei, einige Töpfereien sowie andere Handwerksbetriebe, darunter ein Strumpfwirker, zwei Schneider, zwei Schuhmacher oder ein Seifenmacher.

Die ursprünglich durch den Nachbarort Hümme führende alte Bremer Poststraße wurde ab 1730 über Schöneberg geführt, offensichtlich, um das neu entstandene Bad Gesundbrunnen bei Hofgeismar anzubinden. Möglicherweise hat sich dies auch auf die Entwicklung der Dorfbevölkerung ausgewirkt. Anders als in dem etwa zur gleichen Zeit gegründeten Dorf Kelze lebten in Schöneberg bereits im Jahr 1779 neben 16 französischen Haushalten mit 76 Personen bereits 12 deutsche Familien mit 48 Personen, bevor der Sonderstatus der von französischen Glaubensflüchtlingen gegründeten Dörfer dann im Jahre 1822 durch landgräfliche Verordnung gänzlich aufgehoben wurde.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schöneberg im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Hofgeismar eingemeindet.<ref>Eingliederung von Gemeinden in die Stadt Hofgeismar, Landkreis Hofgeismar vom 7. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 142, Punkt 182 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref></ref> Für Schöneberg, wie für alle durch die Gebietsreform nach Hofgeismar eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 22 kB) § 4. In: Webauftritt. Stadt Hofgeismar, abgerufen im März 2020.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Schöneberg angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schöneberg 549 Einwohner. Darunter waren 6 (1,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 111 Einwohner unter 18 Jahren, 216 zwischen 18 und 49, 114 zwischen 50 und 42 und 108 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 237 Haushalten. Davon waren 69 Singlehaushalte, 69 Paare ohne Kinder und 75 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 162 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

  • 1700: 11 Haushaltungen<ref name="lagis" />
  • 1747: 26 Haushaltungen<ref name="lagis" />
Schöneberg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
247
1840
  
257
1846
  
242
1852
  
249
1858
  
250
1864
  
280
1871
  
275
1875
  
263
1885
  
241
1895
  
256
1905
  
274
1910
  
269
1925
  
291
1939
  
277
1946
  
544
1950
  
503
1956
  
374
1961
  
355
1967
  
338
1970
  
371
1980
  
?
1990
  
520
2000
  
603
2005
  
583
2010
  
586
2011
  
549
2015
  
548
2020
  
564
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: bis 1970:<ref name="lagis" />; nach 1970: Stadt Hofgeismar<ref>Haushalt 2020. Vorbericht Teil II. (PDF) In: Webauftritt. Stadt Hofgeismar, S. E6, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. April 2021; abgerufen im September 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hofgeismar.de</ref><ref name="EW2020" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1885: 237 evangelische (= 98,34 %), 4 katholische (= 1,66 %) Einwohner<ref name="lagis" />
• 1961: 287 evangelische (= 80,85 %), 43 katholische (= 12,11 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für den Stadtteil Schöneberg besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Schöneberg.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2026 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,54 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder „Wählervereinigung Schöneberg“ und ein Mitglied der CDU.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2021 in Schöneberg. In: Votemanager. Stadt Hofgeismar, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Jan Deichmann zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Schöneberg. In: Ratsinformationsinformationssystem. Stadt Hofgeismar, abgerufen im September 2023.</ref>

Kirche

Datei:Schöneberg-Kirche.jpg
Die Kirche in Schöneberg

Die Fachwerkkirche wurde 1705 gebaut. Die seelsorgerische Betreuung der Gemeinde erfolgte, wie schon in der „Kolonie“ Carlsdorf, durch Pfarrer David Clément bis zu seinem Tod 1725. Bereits seit dem Jahr 1686 war Clément Pfarrer der französisch-reformierten Gemeinde an der Neustädter Kirche in Hofgeismar. Die Orgel wurde 1810 von dem Orgelbauer Johann Georg Oestreich aus Oberbimbach erbaut, stand ursprünglich in Lingelbach bei Alsfeld, später in Rothenditmold und befindet sich seit 1965 in der Schöneberger Kirche.<ref>Deutsches Hugenotten-Museum Bad Karlshafen. Abgerufen im Oktober 2021.</ref> Sie wurde 1991 von der Firma Schmid aus Kaufbeuren restauriert.<ref>Ev. Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Oktober 2021; abgerufen am 15. Mai 2025.</ref>

Literatur

  • Friedrich Bleibaum (Schriftleitung): Kreis Hofgeismar (= Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen, Bd. 3). Oberhessische Presse, Marburg/Lahn 1966, S. 192.
  • Jochen Desel: Französische Dörfer: 300 Jahre Kelze und Schöneberg, Band II: Deutsche Zuwanderer 1669–1779. Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde Kassel 1834, Zweigverein Hofgeismar, Hofgeismar 1999.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1995, ISBN 3-86134-228-6.

Weblinks

Commons: Schöneberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Schöneberg, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 30. September 2021). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 28 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="EW2020"> Zahlen und Fakten. Haupt- und Nebenwohnsitze. In: Webauftritt. Stadt Hofgeismar, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2021. </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 26 und 82, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="DF"> Stadt Hofgeismar – Zahlen und Fakten. Abgerufen am 15. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> </references>

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