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Sankt Johann (bei Mayen)

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Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Sankt Johann COA.svg
Basisdaten
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 21′ N, 7° 12′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|07137097}}Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 21′ N, 7° 12′ O
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Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Vordereifel
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km²
Einwohner: {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|07137097}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code QUELLE}}</ref>
Bevölkerungsdichte: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km²
Postleitzahl: 56727
Vorwahl: 02651
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 097
Adresse der Verbandsverwaltung: Kelberger Straße 26
56727 Mayen
Website: www.st-johann-vordereifel.de
Ortsbürgermeisterin: Annette Malottke (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Sankt Johann im Landkreis Mayen-Koblenz
Datei:Sankt Johann in MYK.svg
Karte

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Datei:St. Johannes Baptist (Sankt Johann) 01.jpg
St. Johannes Baptist

Sankt Johann ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Vordereifel an, die ihren Verwaltungssitz in Mayen hat.

Geographie

Sankt Johann liegt im Landschaftsschutzgebiet „Rhein-Ahr-Eifel“. Durch die Gemeinde, westlich des Ortes, fließt die Nette. Zu Sankt Johann gehören auch die Wohnplätze Bürresheim, Hammesmühle (Löbsmühle) und Silbersand Grube.<ref name="GV2022p40">Vorlage:GemeindeverzeichnisRP/lang</ref>

Nachbarorte von Sankt Johann sind die Ortsgemeinden Kirchwald im Nordwesten und Ettringen im Nordosten sowie die Stadt Mayen im Südosten.

Geschichte

Sankt Johann findet seine erste Erwähnung in einer Urkunde aus dem Jahr 1348, allerdings unter dem Namen „Oberbürresheim“, welcher sich von der nahegelegenen Burg Bürresheim herleitet bzw. der gleichnamigen Herrschaft, zu der Sankt Johann bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde im Ort eine Kirche errichtet, die Johannes dem Täufer gewidmet war und die schließlich auch dem Ort seinen neuen Namen gab: 1473 taucht der Ortsname „Sankt Johann“ zum ersten Mal urkundlich auf. Vom 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts war die Sankt Johanner Kirche zugleich auch Begräbnisstätte für die herrschaftliche Familie von Breidbach-Bürresheim. Erhalten sind die Grabmäler bzw. Grabplatten folgender Personen:

  • Anna von Breidbach, geb. Kämmerin von Worms (gest. 1562)
  • Hans Jakob von Breidbach (1552–1588)
  • Gertrud von Breidbach, geb. Schall von Bell (1552–1614)
  • Johann Wilhelm von Breidbach (1581–1610)
  • Wolff Heinrich von Breidbach (1583–1635)
  • Anna Magdalena von Breidbach, geb. von Metzenhausen (gest. 1673)
  • Wilhelm von Breidbach (gest. 1694)
  • Georg Reinhardt von Breidbach (1635–1710)
  • Maria Margarete von Breidbach, geb. von der Leyen (gest. 1691)

Besonders in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war Sankt Johann von der Hexenverfolgung betroffen, die in der kleinen Herrschaft Bürresheim mit erstaunlicher Intensität betrieben wurde, nicht zuletzt durch eine Frau, nämlich die schon erwähnte Gertrud Schall von Bell.

Im Jahr 1784 wurde die alte Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen und 1784/1785 eine neue errichtet. Diese erhielt 1923/1924 einen Erweiterungsbau.

Mit der Auflösung des Alten Reiches verschwand auch die Herrschaft Bürresheim von der Landkarte. Sankt Johann wurde vorübergehend Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Nach der Niederlage Napoleons kam der Ort schließlich aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum preußischen Kreis Mayen des Regierungsbezirks Koblenz, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Der auf dem Gemeindegebiet gelegene Hochsimmer war die höchste Erhebung im Landkreis, bis nach der Auflösung und teilweisen Eingliederung des Kreises Adenau im Jahr 1932 die Hohe Acht seine Stelle einnahm. Der historischen Bedeutung des Schlosses Bürresheim entsprechend gab Sankt Johann der gleichnamigen Bürgermeisterei den Namen. Deren Verwaltungssitz war bis 1898 Bell, anschließend Niedermendig. Im Jahr 1970 wurde die – nunmehr „Verbandsgemeinde Niedermendig“ genannte – Verwaltungseinheit aufgelöst. Sankt Johann kam zur neuen Verbandsgemeinde Mayen-Land (heute Verbandsgemeinde Vordereifel) im Landkreis Mayen-Koblenz, der Ortsteil Nitz wurde zur Stadt Mayen umgemeindet.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Sankt Johann, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:<ref name="regionaldaten">Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 11. September 2022.</ref>

Jahr Einwohner
1815 232
1835 324
1871 411
1905 591
1939 525
1950 560
1961 584
Jahr Einwohner
1970 756
1987 756
2005 957
2011 930
2017 957
2022 925
2024 951<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-RP">Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).</ref>
Datei:Einwohnerentwicklung von Sankt Johann (bei Mayen).svg
Einwohnerentwicklung von Sankt Johann (bei Mayen) von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Religion

St. Johann ist ein überwiegend katholisch geprägter Ort, wenngleich es mittlerweile (insbesondere durch Zuzug) eine evangelische Minderheit von ca. 10 % der Bevölkerung gibt.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Sankt Johann besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU WGH<templatestyles src="FN/styles.css" /> * ZSJ<templatestyles src="FN/styles.css" /> ** Gesamt
2024 5 3 4 12 Sitze<ref>Sankt Johann, Gemeinderatswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Sankt Johann. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref>
2019 7 5 12 Sitze<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.</ref>
2014 8 4 12 Sitze
2009 3 7 2 12 Sitze
2004 3 7 2 12 Sitze

<templatestyles src="FN/styles.css" />

<templatestyles src="FN/styles.css" />
* 
WGH: Wählergruppe Hövelmann
<templatestyles src="FN/styles.css" />
** 
ZSJ: Wählergruppe Zukunft Sankt Johann e. V.

Bürgermeister

Annette Malottke wurde am 26. März 2025 Ortsbürgermeisterin von Sankt Johann.<ref>Rainer Wollenweber (Geschäftsführender Ortsbürgermeister): Amtseinführung der neuen Ortsbürgermeisterin. In: Mitteilungsblatt Vordereifel – Heimat- und Bürgerzeitung der VG Vordereifel, Ausgabe 11/2025. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref><ref name="Amtseinf_2025">Ortsgemeinde St. Johann: Amtseinführung der neuen Ortsbürgermeisterin. In: Mitteilungsblatt Vordereifel – Heimat- und Bürgerzeitung der VG Vordereifel, Ausgabe 14/2025. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref> Bei der Direktwahl am 23. Februar 2025 war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 66,98 % gewählt worden.<ref>Josef Hövelmann (Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl der Ortsbürgermeisterin/des Ortsbürgermeisters in der Ortsgemeinde St. Johann am 23. Februar 2025. In: Mitteilungsblatt Vordereifel – Heimat- und Bürgerzeitung der VG Vordereifel, Ausgabe 11/2025. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 10. März 2025, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref>

Malottkes Vorgänger Rainer Wollenweber (CDU) hatte das Amt am 20. August 2019 von Michael Stephani (CDU) übernommen, der nach 15 Jahren im Amt nicht erneut kandidiert hatte.<ref>Neuer Ortschef in St. Johann: Rainer Wollenweber ins Amt eingeführt. In: Rhein-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz, 21. August 2019, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref> Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 hatte er sich mit 68,36 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 16. Februar 2020 (siehe Vordereifel, Verbandsgemeinde, 23. Ergebniszeile).</ref> Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung zunächst dem Gemeinderat, der auf seiner konstituierenden Sitzung jedoch keinen Bewerber fand. Der bisherige Ortsbürgermeister Rainer Wollenweber führte daher die Aufgaben bis zur Neuwahl und Amtseinführung seiner Nachfolgerin geschäftsführend weiter.<ref>Rainer Wollenweber (Geschäftsführender Ortsbürgermeister): Konstituierende Sitzung des Gemeinderates. In: Mitteilungsblatt Vordereifel – Heimat- und Bürgerzeitung der VG Vordereifel, Ausgabe 37/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 15. Juni 2025.</ref><ref name="Amtseinf_2025" />

Wappen

Gemäß Verleihungsurkunde des Regierungspräsidenten Koblenz zeigt das Wappen einen roten Basilisken auf silbernem Schild. Es entspricht dem Wappen der Familie von Breidbach, die mehrere Jahrhunderte Schloss Bürresheim bewohnte.

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Sankt Johann wird von den Kreisstraßen K 21 und K 22 an das regionale Straßennetz angeschlossen.

Literatur

  • Franz-Josef Federhenn, Bernd Hamacher: 750 Jahre Herren von Breitbach. 1246–1996. Rheinbreitbach 1996.
  • Rita Voltmer: Jagd auf „böse Leute“. Hexenverfolgungen in der Region um den Laacher See (16.–17. Jahrhundert). In: Plaidter Blätter 1. 2003, S. 11–24.
  • Herbert Woll: Sankt Johann. Das Dorf zwischen Hochsimmer und Schloss Bürresheim. Geschichte und Geschichten aus den letzten sechs Jahrhunderten. St. Johann 2016.
  • Herbert Woll: Die Kirche von St. Johann. In: Geschichte der Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Mayen-Land. Teil 1. Mayen o. J., S. 291–314.
  • Herbert Woll: Akteure und Hintergründe einer dunklen Epoche. Bürresheimer Geschichte – Irrtümer und Fehleinschätzungen. In: Heimatbuch 2009 Landkreis Mayen-Koblenz. Mayen 2008, S. 78–81.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein