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SS-Oberst-Gruppenführer

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-J27366, Sepp Dietrich.jpg
Sepp Dietrich, hier: SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS

SS-Oberst-Gruppenführer (Oberstgruf), anfänglich SS-Oberstgruppenführer geschrieben, war im NS-Staat zwischen April 1942 und Mai 1945 der höchste Führerdienstgrad der Allgemeinen SS und der Waffen-SS. In der letzteren stellte dieser SS-Dienstgrad einen militärischen Generalsrang dar und ist vergleichbar mit dem heutigen General. Innerhalb der SS-Dienstgradstrukturen war der SS-Oberst-Gruppenführer unter dem Reichsführer SS angesiedelt und galt als zweithöchster Dienstgrad der Schutzstaffel.

Um Verwechslungen mit dem einen Rang niedrigerem SS-Obergruppenführer zu vermeiden, wurde im Juni 1942 die Bindestrich-Schreibweise eingeführt:

„Der Reichsführer SS hat angeordnet, daß der neue Dienstgrad des SS-Oberst-Gruppenführer – um Verwechslungen mit dem Dienstgrad des SS-Obergruppenführers zu vermeiden – wie folgt geschrieben wird: SS-Oberst-Gruppenführer.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Quelle: Verordnungsblatt der Waffen-SS. 3. Jahrgang, Berlin 15. Juni 1942, Nr. 12, S. 46; nach Klietmann in Feldgrau. 13. Jahrgang Nr. 1, Berlin 1967

Dieser Dienstgrad wurde nur viermal verliehen. Wie bei allen NS-Organisationen mit SA-ähnlicher Struktur üblich, erfolgte die Ansprache ohne das jeweilige Präfix.

Einführung und Verleihung zwischen 1942 und 1944

Am 7. April 1942 genehmigte Adolf Hitler mit dem SS-Oberst-Gruppenführer die Einführung eines neuen SS-Dienstgrades, der vor allem für die Waffen-SS und Polizei gedacht war. Die erste Ernennung wurde auf den Führergeburtstag 20. April 1942 gelegt, wobei es sich hierbei um eine Rückdatierung handelte: Mit Wirkung vom 20. April 1942<ref>SS-Personalveränderungsblatt vom 1. September 1944: „Mit Wirkung vom 20. April 1942 SS-Oberstgruppenführer und Panzergeneraloberst der Waffen-SS den SS-Obergruppenführer und Panzergeneral der Waffen-SS Dietrich, Josef, SS-Nr. 1.177, Kommandierender General I. SS-Pz-Korps ‚Leibstandarte‘.“</ref> erhielt Josef Dietrich als kommandierender Panzer-General der Waffen-SS den Dienstgrad verliehen.<ref>Andrew Mollo: Uniformen der Waffen-SS. S. 155.</ref> Ebenfalls erhielten mit Wirkung vom 20. April 1942 Franz Xaver Schwarz (Dienstgrad ehrenhalber für seine Verdienste als Schatzmeister der NSDAP und als Chef der Reichszeugmeisterei) sowie Kurt Daluege (als Chef der Ordnungspolizei) diese SS-Rangstufe und – damit verbunden – den Dienstgrad eines Generaloberst der Polizei verliehen. Daluege war darüber hinaus der einzige Polizeioffizier, der zum SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Polizei ernannt wurde. Am 1. August 1944 wurde auch Paul Hausser als Oberbefehlshaber der 7. Armee in der Normandie zum SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS befördert.

Die Kragenspiegel mit dem Rangabzeichen Oberst-Gruppenführer wurden an der feldgrauen Uniformjacke der Waffen-SS oder der grauen Feldbluse getragen bzw. im Falle von Daluege an der Uniformjacke der Polizei. Hingegen existieren keinerlei Bilddokumente mit diesen Insignien an der schwarzen SS-Uniform, die in der Zeit der Verleihungen dieses Dienstgrades bereits immer weniger getragen wurde.

Besonderheiten und Anmerkungen

Ende 1944 schlug Heinrich Himmler Albert Speer ehrenhalber zum SS-Oberst-Gruppenführer vor. Speer lehnte mit der Begründung ab, Himmler nicht formell untergeben werden zu wollen.

Hermann Göring wurde, ebenso wie Hans-Adolf Prützmann, Anfang 1945 für eine Ernennung vorgeschlagen. Göring fiel kurze Zeit später bei Hitler in Ungnade und bei Prützmann kam das Kriegsende einer Ernennung zuvor.

Der Generalsrang Oberst-Gruppenführer fand nach 1945 teilweise in der Literatur Verwendung, so beispielsweise in Robert Harris’ Roman Vaterland. In dieser Novelle, in der Deutschland in einer Alternativweltgeschichte den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat, tritt Arthur Nebe als SS-Oberst-Gruppenführer und Chef der Kriminalpolizei in Erscheinung. Zudem taucht die Bezeichnung auch in der ebenfalls in einer ähnlichen alternativen Welt spielenden Serie The Man In the High Castle auf.

Liste der SS-Oberst-Gruppenführer

Die nachstehende Tabelle enthält die Personen, die zum SS-Oberst-Gruppenführer befördert oder ernannt wurden.<ref>In der populärwissenschaftlichen Literatur wird Alfred Wünnenberg des Öfteren als SS-Oberst-Gruppenführer bezeichnet, wobei die Verleihung dieses Dienstgrades mit seiner 1943 erfolgten Ernennung zum Chef des Hauptamtes Ordnungspolizei in Verbindung gebracht wird. Dies entspricht jedoch nicht der Realität, da Wünnenberg bis zum Jahr 1945 den Rang eines SS-Obergruppenführers und Generals der Waffen-SS und der Polizei innehatte.</ref>

Name Dienststellung Rangbezeichnung SS‐
Nummer
SS‐
Eintritt
NSDAP‐
Nummer
Franz Xaver Schwarz Schatzmeister der NSDAP SS-Oberst-Gruppenführer der Allgemeinen SS 38.500 16. September 1931 6
Josef Dietrich Befehlshaber 6. Panzerarmee, Kommandeur Leibstandarte SS Adolf Hitler SS-Oberst-Gruppenführer und Panzer-Generaloberst der Waffen-SS 1.177 5. Mai 1928 89.015
Kurt Daluege Chef der Ordnungspolizei und stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Polizei 1.119 25. Juli 1930 31.981
Paul Hausser Befehlshaber II. SS-Panzerkorps und Heeresgruppe G SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS 239.795 15. November 1934 4.158.779

Rangfolge und Insignien

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SS-Oberst-Gruppenführer
und Generaloberst der Waffen-SS
Kragenspiegel
(Allgemeine SS / Waffen-SS 1942–1945)
Dienstgradabzeichen bis 1945

Dieser SS-Rang entsprach dem damaligen Generaloberst der Wehrmacht. Die Unterlage der Schulterstücke war in der für alle Generalsränge der Waffen-SS üblichen Waffenfarbe „Silber-Grau“ gehalten.

Dienstgrad
niedriger:
SS-Obergruppenführer

SS-Oberst-Gruppenführer
(Oberstgruf)
höher:
Reichsführer SS

Bei den Abbildungen werden die Rangabzeichen oder Dienstgradabzeichen gezeigt, die als Schulterstücke und Kragenspiegel, aber auch als Ärmelabzeichen ab 1942 für Tarn- oder Spezialanzüge,<ref>Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte. 1. Auflage (Liz.5, P189/84, LSV:0547, B-Nr. 746 635 0), Militärverlag der DDR (VEB) – Berlin, 1985, S. 145 Dienstgradabzeichen 29/30.</ref> getragen wurden. Die spiegelgleichen Kragenspiegel mit dem Rangabzeichen wurden an der feldgrauen Uniformjacke der Waffen-SS oder der grauen Feldbluse getragen.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />