5000 Meilen<ref name="Meile">Die englischsprachige Wikipedia United States S class submarine ist zu dem Thema nicht eindeutig. Die dort angegebene Umrechnung in Kilometer ergibt 8000 km, was auf eine Landmeile deutet. In der Seefahrt ist aber die Seemeile als Größe üblich. Bei Seemeile wären es 9260 km.(siehe auch: Angloamerikanische Längeneinheiten)</ref> aufgetaucht bei 10 kn (19 km/h)
Die S-Klasse<ref name="S-Klasse">Im EnglischenS-class submarines oder einfach S-boats. Auch weitere Marinen benutzten die Bezeichnung – siehe U-Boot-Klasse S</ref> war eine U-Boot-Klasse der United States Navy. Insgesamt wurden 51 Boote der S-Klasse gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurden die inzwischen veralteten Boote hauptsächlich als Versorger und Aufklärer eingesetzt. Auch die Royal Navy und die Polnische Marine setzten im Krieg Boote der Klasse ein.
Das erste S-Boot USS S-1 (SS-105)<ref name="USS">USS ist die Abkürzung für United States Ship und der Namenspräfix US-amerikanischer Schiffe. USS bedeutet Schiff der Vereinigten Staaten.</ref><ref name="SS">SS ist die Abkürzung für Ship Submersible, was sinngemäß „Tauchboot“ bedeutet. Ship Submersible ist die Bezeichnung der United States Navy für konventionell betriebene U-Boote.</ref> wurde 1920 in Dienst gestellt. Das letzte Boot der Klasse war USS S-47 (SS-158) und wurde 1925 in Dienst gestellt. Die Konstruktionsprinzipien basierten auf den Erfahrungen, die die US-Navy mit der G-Klasse gemacht hatte<ref>Hugh und David Lyon: Kriegsschiffe von 1900 bis heute Technik und Einsatz. Buch und Zeit Verlagsgesellschaft mbH, Köln 1978, S.259.</ref>.
Varianten und technische Daten
Zwischen 1917 und 1920 wurden drei Prototypen gebaut:
USS S-1 (SS-105) war das Typschiff der Holland-Klasse, von der 26 Einheiten<ref name="S-17">Die englischsprachige Wikipedia United States S class submarine ist zu dem Thema nicht eindeutig. Dort wird S-17(SS-122) sowohl zur Holland- auch zur Gouvernment-Klasse gezählt.</ref> gebaut wurden.
USS S-2 (SS-106) war der Prototyp der Lake-Klasse und das einzige Boot dieser Unterklasse.
USS S-3 (SS-107) war das Typschiff der Government-Klasse, von der 14 Einheiten gebaut wurden.
Ab 1920 wurden die S-42-Klasse (6 Einheiten) und die vergrößerte S-48-Klasse (4 Einheiten) gebaut.
vier 533-mm-(21-in)-Bugtorpedorohre mit 12 Torpedos
ein 102-mm-L/50-(4-in)-Deckgeschütz
ein 12,7-mm-(.50-in)-Maschinengewehr
Besatzung: 42 Offiziere und Mannschaften
Gebaute Einheiten: 26<ref name="S-17" />
Lake-Klasse
S-2 (SS-106) wurde von Lake Torpedo Boat in Bridgeport, Connecticut zwischen 1917 und 1920 gebaut. Sie war der Prototyp und auch das einzige Boot der Lake-Klasse.
vier 533-mm-(21-in)-Bugtorpedorohre mit 12 Torpedos
ein 102-mm-L/50-(4-in)-Deckgeschütz
Besatzung: 38 Offiziere und Mannschaften
Gebaute Einheiten: 1
Government-Klasse
S-3 bis S-16<ref name="S-17" /> wurden von Portsmouth Naval Shipyard in Portsmouth, New Hampshire und Lake Torpedo Boat in Bridgeport, Connecticut zwischen 1917 und 1920 gebaut. Das Baulos wurde auch als S-3-Klasse bezeichnet.
vier 533-mm-(21-in)-Bugtorpedorohre mit 12 Torpedos
ein 102-mm-L/50-(4-in)-Deckgeschütz
ein 12,7-mm-(.50-in)-Maschinengewehr
Besatzung: 42 Offiziere und Mannschaften
Gebaute Einheiten: 6
S-48-Klasse
S-48 bis S-51 wurden zwischen 1920 und 1922 von Bethlehem Steel in Quincy, Massachusetts gebaut. Die Boote zeichneten sich durch eine verstärkte Torpedobewaffnung und eine erweiterte Reichweite aus.
Verdrängung
aufgetaucht: 903 ts
getaucht: 1230 ts
Länge: 73 m (240 ft)<ref name="Länge S-48">Die englischsprachige Wikipedia United States S class submarine gibt 265 ft (81 m) an. Sowohl uboat.net als auch die Artikel über die einzelnen Boote in der englischsprachigen Wikipedia, wie z. B. USS S-48 (SS-159), geben 240 ft (73 m) an.</ref>
Diesel: zwei Dieselmotoren Bush Selzer mit zusammen 1800 PS (1340 kW)
elektrisch: zwei Elektromotoren Ridgeway mit zusammen 1500 PS (1120 kW)
Geschwindigkeit
aufgetaucht: 14,5 kn (27 km/h)
getaucht: 11 kn (20 km/h)
Reichweite: 8000 Meilen<ref name="Meile2">Die englischsprachige Wikipedia United States S class submarine ist zu dem Thema nicht eindeutig. Die dort angegebene Umrechnung in Kilometer ergibt 13000 km, was auf Landmeilen deutet. In der Seefahrt ist aber die Seemeile als Größe üblich. Bei Seemeile wären es 14.800 km.</ref> aufgetaucht bei 10 Knoten (19 km/h) Geschwindigkeit.
Tauchtiefe: 61 m (200 ft)
Bewaffnung:
vier 533-mm-Bug- und ein 533-mm-(21-in)-Hecktorpedorohre mit 14 Torpedos
ein 102-mm-L/50-(4-in)-Deckgeschütz
ein 12,7-mm-(.50-in)-Maschinengewehr
Besatzung: 42 Offiziere und Mannschaften
Gebaute Einheiten: 4
Boote der Klasse
Drei Boote gingen in Friedenszeiten durch Unfälle verloren:
USS S-4 (SS-109) (gehoben und wieder eingesetzt, später verschrottet.)
USS S-5 (SS-110)
USS S-51(SS-162)
Sieben Boote wurden vor dem Zweiten Weltkrieg verschrottet:
USS S-2 (SS-106)
USS S-3 (SS-107)
USS S-4 (SS-109)
USS S-6 (SS-111)
USS S-10 (SS-115)
USS S-19 (SS-124)
USS S-50 (SS-161)
Im Krieg gingen sieben U-Boote verloren:
USS S-26 (SS-131)
USS S-27 (SS-132)
USS S-28 (SS-133)
USS S-36 (SS-141)
USS S-39 (SS-144)
USS S-44 (SS-155)
USS S-49 (SS-160)
Sechs Boote wurden an die Royal Navy übergeben. Eines überließ die Royal Navy der polnischen Marine. Dieses Boot ging verloren:
USS S-1 (SS-105) wurde umbenannt in HMS P. 552.<ref name="HMS">HMS ist die Abkürzung für His/Her Majesty’s Ship und der Namenspräfix britischer Schiffe. HMS bedeutet Seiner/Ihrer Majestät Schiff.</ref><ref name="P. 552">Möglicherweise auch HMS P. 522. Die Quellen sind mehrdeutig.</ref>
USS S-21 (SS-126) wurde umbenannt in HMS P. 553.
USS S-22 (SS-127) wurde umbenannt in HMS P. 554.
USS S-24 (SS-129) wurde umbenannt in HMS P. 555.
S-25 wurde umbenannt in P. 551, 1941 an die polnische Marine als Jastrząb<ref name="ORP">ORP ist die Abkürzung für Okręt Rzeczypospolitej Polskiej und der Namenspräfix polnischer Schiffe. ORP bedeutet Schiff der Republik Polen.</ref><ref name="Jastrząb">In der polnischen Sprache bedeutet JastrząbHabicht.</ref> und ging 1942 verloren.
USS S-29 (SS-134) wurde umbenannt in HMS P. 556.
Alle verbliebenen Boote wurden kurz nach dem Kriegsende 1945 außer Dienst gestellt und verschrottet.
Nummer
Indienststellung (US-Navy)
Außerdienststellung (Dienstende, Verlust oder Weitergabe)
Bemerkung
S-1 (SS-105)
5. Juni 1920
20. April 1942
1942 an die Royal Navy als HMS P. 552.<ref name="P. 552" /> 1944 zurück an die US-Navy. 1945 in Durban verschrottet.
S-2 (SS-106)
25. Mai 1920
25. November 1929
Einziges Boot der Lake-Klasse, 1931 zur Verschrottung verkauft.
S-3 (SS-107)
30. Januar 1919
24. März 1931
Am 25. Januar 1937 gestrichen und anschließend verschrottet.
S-4 (SS-109)
19. November 1919
7. April 1933
1927 nach Kollision gesunken. Die gesamte Besatzung fand den Tod. 1928 gehoben und erneut in Dienst gestellt. 1936 selbstversenkt.
S-5 (SS-110)
6. März 1920
1. September 1920
Bei Testtauchfahrt infolge einer Havarie gesunken. Die gesamte Besatzung konnte gerettet werden. 1921 gestrichen.
S-6 (SS-111)
17. Mai 1920
10. April 1931
Am 25. Januar 1937 gestrichen und anschließend verschrottet.
S-7 (SS-112)
1. Juli 1920
3. April 1931
Am 25. Januar 1937 gestrichen und anschließend verschrottet.
S-8 (SS-113)
1. Oktober 1920
11. April 1931
Am 25. Januar 1937 gestrichen und anschließend verschrottet.
S-9 (SS-114)
21. Februar 1921
15. April 1931
Am 25. Januar 1937 gestrichen und anschließend verschrottet.
S-10 (SS-115)
21. September 1922
17. Juli 1936
Am 17. Juli 1936 gestrichen. Am 13. November 1936 zur Verschrottung verkauft.
S-11 (SS-116)
11. Januar 1923
2. Mai 1945
Im Krieg hauptsächlich in der Karibik eingesetzt. Am 28. Oktober 1945 zur Verschrottung verkauft.
S-12 (SS-117)
30. April 1923
18. Mai 1945
Im Krieg hauptsächlich in der Karibik eingesetzt. Am 28. Oktober 1945 zur Verschrottung verkauft.
S-13 (SS-118)
14. Juli 1923
10. April 1945
Im Krieg hauptsächlich in der Karibik eingesetzt. Am 28. Oktober 1945 zur Verschrottung verkauft.
S-14 (SS-119)
11. Februar 1921
18. Mai 1945
Im Krieg hauptsächlich in der Karibik eingesetzt. Am 16. November 1945 zur Verschrottung verkauft.
S-15 (SS-120)
15. Januar 1921
11. Juni 1946
Im Krieg hauptsächlich in der Karibik eingesetzt. Am 4. Dezember 1946 zur Verschrottung verkauft.
S-16 (SS-121)
17. Dezember 1920
4. Oktober 1944
Im Krieg hauptsächlich in der Karibik eingesetzt. Am 3. April 1945 als Übungsziel versenkt.
S-17 (SS-122)
1. März 1921
4. Oktober 1944
Am 5. April 1945 als Übungsziel versenkt.
S-18 (SS-123)
3. April 1924
29. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt einen Battle-Star.
1941 an die Royal Navy als HMS P. 551, danach an Polen als ORP Jastrząb. Am 2. Mai 1942 vor Norwegen durch friendly fire von KNM St Albans (I 15)<ref name="KNM">KNM ist die Abkürzung für Kongelige Norske Marine und der Namenspräfix norwegischer Schiffe. KNM bedeutet Königlich Norwegische Marine. Die englische Variante des Präfixes ist HNoMS, was für His Norwegians Majesty’s Ship(Seiner norwegischen Majestät Schiff) steht.</ref> versenkt.
S-26 (SS-131)
15. Oktober 1923
24. Januar 1942
Nach Kollision mit U-JägerUSS PC-460 im Golf von Panama gesunken. (46 Tote und 3 Überlebende)
S-27 (SS-132)
22. Januar 1924
25. Juni 1942
Am 19. Juni 1942 vor der Aleuten-Insel Kiska auf Grund gelaufen. Am 25. Juni aufgegeben. Die gesamte Besatzung überlebte.
S-28 (SS-133)
13. Dezember 1923
4. Juli 1944
Vor Oʻahu, Hawaii bei U-Jagd-Übungsmission unter ungeklärten Umständen vermisst.
S-29 (SS-134)
22. Mai 1924
5. Juni 1942
Am 5. Juni 1942 an die Royal Navy als HMS P. 556. Am 26. Januar 1946 zurück an US-Navy. Am 24. Januar 1947 zur Verschrottung verkauft.
S-30 (SS-135)
29. Oktober 1920
9. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Nordpazifik. 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt zwei Battlestars.
S-31 (SS-136)
11. Mai 1922
19. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Im Mai 1946 zur Verschrottung verkauft. Im Juli 1947 verschrottet. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-32 (SS-137)
15. Juni 1922
19. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Im Mai 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt fünf Battlestars.
S-33 (SS-138)
18. April 1922
23. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-34 (SS-139)
12. Juli 1922
23. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-35 (SS-140)
17. August 1922
19. März 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Am 4. April 1946 als Übungsziel versenkt. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-36 (SS-141)
4. April 1923
21. Januar 1944
Kampfeinsatz im Pazifik. Auf Grund gelaufen. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-37 (SS-142)
16. Juli 1923
6. Februar 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Am 20. Februar als Übungsziel für Luftangriffe versenkt. Das Boot erhielt fünf Battlestars.
S-38 (SS-143)
11. Mai 1923
14. Dezember 1944
Kampfeinsatz im Pazifik. Am 20. Januar 1945 als Übungsziel für Luftangriffe versenkt. Das Boot erhielt drei Battlestars.
S-39 (SS-144)
14. September 1923
15. August 1942
Kampfeinsatz im Pazifik. Am 13./14. August 1942 auf ein Riff gelaufen und anschließend aufgegeben. 32 Mann konnten gerettet werden. Das Boot erhielt zwei Battlestars.
S-40 (SS-145)
20. November 1923
29. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Im Juli 1947 verschrottet. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-41 (SS-146)
15. Januar 1924
29. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Im November 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt vier Battlestars.
S-42 (SS-153)
20. November 1924
25. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Im November 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-43 (SS-154)
31. Dezember 1924
10. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. 1946 zur Verschrottung verkauft.
S-44 (SS-155)
16. Februar 1925
7. Oktober 1943
Kampfeinsatz im Pazifik. Von japanischem BegleitzerstörerIshigaki vor der Atlassow-Insel versenkt. Lediglich 2 Mann überlebten, 56 fanden den Tod. Das Boot erhielt zwei Battlestars.
S-45 (SS-156)
31. März 1925
30. Oktober 1945
Kriegseinsatz im Pazifik und der Karibik. Im Dezember 1946 zur Verschrottung verkauft.
S-46 (SS-157)
5. Juni 1925
2. November 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Im November 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt einen Battlestar.
S-47 (SS-158)
16. September 1925
25. Oktober 1945
Kampfeinsatz im Pazifik. Im Mai 1946 zur Verschrottung verkauft. Das Boot erhielt drei Battlestars.
S-48 (SS-159)
14. Oktober 1922
29. August 1945
Im Krieg als Ausbildungsboot eingesetzt. Am 22. Januar 1946 zur Verschrottung verkauft.
S-49 (SS-160)
6. Juni 1922
2. August 1927
Bis 1931 Reserve. 1936 zu einem Hulk demontiert. Später für Testzwecke genutzt.
S-50 (SS-161)
20. Mai 1922
20. August 1927
Bis 1931 Reserve. Am 31. Mai 1931 gestrichen und im folgenden Herbst verschrottet.
S-51 (SS-162)
24. Juni 1922
25. September 1925
Am 25. September 1925 nach Kollision mit dem Handelsschiff City of Rome vor Rhode Island gesunken. Es gab 3 Überlebende und 33 Tote. 1926 gehoben und verschrottet.
Trivia
Das fiktive US-amerikanische U-Boot im Kinofilm U-571 wurde im Text als S-Klasse-Boot bezeichnet.