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Rydułtowy

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

Rydułtowy (deutsch früher Rydultau) ist eine Stadt im Powiat Wodzisławski, Woiwodschaft Schlesien in Polen.

Geografie

Rydułtowy erstreckt sich über 15 km², wovon 62 % landwirtschaftlich genutzt werden und 2 % mit Wald bedeckt sind.<ref>http://www.regioset.pl/</ref>

Die 21.851 Einwohner<ref name="GUS2010" /> zählende Stadt liegt 49 km südwestlich von Kattowitz. Geographisch befindet sich Rydułtowy im südwestlichen Teil des Schlesischen Hochlandes (Wyżyna Śląska).

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung von Rydultau stammt aus dem Jahr 1228. Unter dem Namen Rudolphi Villa steht das Dorf im Besitz- und Zehntverzeichnis des Bistums Breslau (Liber Fundationis Episcopatus Vratislaviensis). Für die weitere Entwicklung entscheidend war die Entdeckung von Kohlevorkommen Ende des 17. Jahrhunderts. Im Jahr 1792 wurde die erste Zeche eröffnet, im Laufe der nächsten Jahrzehnte folgten weitere. Anstelle der heutigen Stadt bestanden damals noch die Dörfer Ober- und das größere Nieder-Rydultau, die seit 1742 Teil Preußens und seit 1816 dem Kreis Rybnik zugeordnet waren.

Nach der Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 fielen 1922 Ober- und Nieder-Rydultau als Rydułtowy Górne, bzw. Rydułtowy Dolne an Polen. 1926 wurden die Orte Rydułtowy Dolne, Rydułtowy Górne, Orłowiec (Orlowietz), Radoszowy Dolne (Nieder-Radoschau), Radoszowy Górne (Ober-Radoschau) und Kolonii Buńczowiec (Bunczowietz) zu einer Gemeinde Rydułtowy zusammengefasst. 1952 erhielt Rydułtowy das Stadtrecht, das es 1976 wieder verlor, als es zur Stadt Wodzisław Śląski eingemeindet wurde, aber 1992 als eigenständige Kommune wiedererlangen konnte.

Einwohnerentwicklung

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung<ref> Für 1885, 1905, 1910: rote Schrift jeweils Ober Rydultau, schwarze Nieder Rydultau. Quelle: Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Für 2000 - 2005 Webseite der Stadt [1]</ref><ref>Vorlage:Webarchiv</ref><ref name="GUS2010">Vorlage:Webarchiv Stand vom 30. Juni 2010 </ref>

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1885, 1905, 1910: rote Schrift jeweils Ober Rydultau, schwarze Nieder Rydultau

Wirtschaft und Verkehr

Datei:Kopalnia Ryd-Anna.JPG
Zeche Rydułtowy-Anna

Hauptwirtschaftszweig in Rydułtowy ist die Kohleindustrie mit der Zeche Rydułtowy-Anna.

Durch Rydułtowy verläuft die Wojewodschaftsstraße 935 (Droga wojewódzka 935).

Bildung

Die Stadt verfügt über fünf Kindergärten (przedszkole), drei Grundschulen (szkoła podstawowa), zwei Mittelschulen (gimnazjum) und zwei Schulzentren (Zespół Szkół Ponadgimnazjalnych). Auch verfügt die Stadt über eine Bibliothek.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Z krzyż pokutny Rydułtowy.jpg
Steinkreuz
Datei:Halda w rydultowach.jpg
Abraumhalde in Rydułtowy

Die neugotische Pfarrkirche St. Georg wurde 1896 nach Plänen des Architekten Ludwig Schneider errichtet. In der Nähe der Kirche steht ein Sühnekreuz von 1628, das in Form eines Lothringer Kreuzes gemeißelt wurde und damit das einzige seiner Art in Polen ist.

Die Bergehalde von Rydułtowy ist ein sichtbares Zeichen des örtlichen Steinkohlebergbaus. Mit der Zeit wurden das unbrauchbare, taube Material, das beim Steinkohleabbau anfiel, 120–130 m hoch aufgeschüttet, so dass ein Vorlage:Höhe hoher Berg heute die Landschaft beherrscht.

Politik

Bürgermeister

An der Spitze der Verwaltung steht der Bürgermeister. Seit 2006 war dies Kornelia Newy, die 2018 nicht erneut kandidierte. Bei der turnusmäßigen Wahl im April 2024 wurde Amtsinhaber Marcin Połomski vom Wahlkomitee „Örtlicher Verwaltungsverband“ ohne Gegenkandidat mit 60,2 % der Stimmen wiedergewählt.<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Dezember 2025.</ref>

Die turnusmäßige Wahl im Oktober 2018 brachte folgendes Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Dezember 2025.</ref>

  • Marcin Połomski (Wahlkomitee „Örtlicher Verwaltungsverband“) 52,0 % der Stimmen
  • Marek Wystyrk (Wahlkomitee „Meine Stadt“) 29,7 % der Stimmen
  • Stefan Sładek (Wahlkomitee „Gemeinsame Selbstverwaltung“) 18,3 % der Stimmen

Damit wurde Połomski bereits im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister gewählt.

Stadtrat

Der Stadtrat besteht seit 2024 aus 15 Mitgliedern und wird von der Bevölkerung direkt in Einpersonenwahlkreisen gewählt. Zuvor wurden 21 Stadträte in Mehrpersonenwahlkreisen gewählt. Die Gemeinderatswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Dezember 2025.</ref>

  • Wahlkomitee „Örtlicher Verwaltungsverband“ 36,2 % der Stimmen, 8 Sitze
  • Wahlkomitee „Gemeinsame Selbstverwaltung“ 22,2 % der Stimmen, 3 Sitze
  • Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 16,9 % der Stimmen, 1 Sitz
  • Wahlkomitee „Gesundes Rydułtowy“ 10,0 % der Stimmen, 2 Sitze
  • Wahlkomitee „Neues Rydułtowy“ 9,9 % der Stimmen, 1 Sitz
  • Übrige 4,8 % der Stimmen, kein Sitz

Die Gemeinderatswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Dezember 2025.</ref>

  • Wahlkomitee „Örtlicher Verwaltungsverband“ 32,1 % der Stimmen, 8 Sitze
  • Wahlkomitee „Meine Stadt“ 19,2 % der Stimmen, 5 Sitze
  • Wahlkomitee „Gemeinsame Selbstverwaltung“ 17,9 % der Stimmen, 4 Sitze
  • Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 16,8 % der Stimmen, 3 Sitze
  • Wahlkomitee „Gesundes Rydułtowy“ 10,6 % der Stimmen, 1 Sitz
  • Übrige 3,5 % der Stimmen, kein Sitz

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

  • Wolfgang Geißler (1904–1992), Landrat in Ziegenrück, im Sudetenland, in Ostoberschlesien und in Danzig-Westpreußen
  • Gerhard Czerwenka (* 1909), Ingenieur und ordentlicher Professor in München
  • Kinga Głyk (* 1997), polnische Jazzmusikerin (E-Bass, Komposition)

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Powiat Wodzisławski

Vorlage:Normdaten