Ruthenium(V)-fluorid
Ruthenium(V)-fluorid ist eine chemische Verbindung des Rutheniums und zählt zu den Fluoriden. Es handelt sich um einen smaragdgrünen Feststoff.
Geschichte
Ruthenium(V)-fluorid wurde erstmals 1925 von Otto Ruff und Ernst Vidic synthetisiert. Sie suchten eigentlich ein dem Osmium(VI)-fluorid entsprechendes Rutheniumanalogon, konnten es bei den für sie erreichbaren Temperaturen jedoch nicht synthetisieren. Stattdessen war das Pentafluorid das einzige Reaktionsprodukt.<ref>Otto Ruff, Ernst Vidic: Das Rutheniumpentafluorid und ein Verfahren zur Trennung von Platin und Ruthenium. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 1925, 143, 1, S. 163–182, Vorlage:DOI.</ref>
Gewinnung und Darstellung
Ruthenium(V)-fluorid lässt sich direkt aus den Elementen bei etwa 300 °C erhalten.<ref name="Holloway">J. H. Holloway, R. D. Peacock, R. W. H. Small: The crystal structure of ruthenium pentafluoride. In: Journal of the Chemical Society. 1964, S. 644–648, Vorlage:DOI.</ref>
- <math>\mathrm{2\ Ru + 5\ F_2 \longrightarrow 2\ RuF_5}</math>
Eigenschaften
Ruthenium(V)-fluorid kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 12,47 Å, b = 10,01 Å, c = 5,42 Å und β = 99,5° sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle. Es bildet Tetramere, in denen benachbarte Rutheniumatome über Fluorbrücken miteinander verbunden sind.<ref name="Holloway"/>
Mit Wasser erfolgt eine Hydrolyse, dabei bildet sich zunächst eine Mischung aus drei- und vierwertigen Rutheniumhydroxiden und Fluor. Dieses oxidiert das Ruthenium zu Ruthenium(VIII)-oxid.<ref name="Sakurai">Tsutomu Sakurai, Akira Takahashi: Behavior of ruthenium in fluoride-volatility processes—V conversions of RuOF4, RuF4, and RuF5 into RuO4. In: Journal of Inorganic and Nuclear Chemistry. 1979, 41, 5, S. 681–685, Vorlage:DOI.</ref> Mit Xenondifluorid als Fluoriddonor werden in einer Fluoridtransferreaktion je nach Mischungsverhältnis verschiedene ionische Verbindungen gebildet.<ref name = "Steudel2014">Ralf Steudel: Chemie der Nichtmetalle, Synthesen - Strukturen - Bindung - Verwendung, 4. Auflage, 2014 Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/Boston, ISBN 978-3-11-030439-8, S. 570, (abgerufen über De Gruyter Online).</ref>
- <math>\mathrm{2\,XeF_2 + RuF_5 \rightarrow [Xe_2F_3][RuF_6]}</math>
- <math>\mathrm{XeF_2 + RuF_5 \rightarrow [XeF][RuF_6]}</math>
- <math>\mathrm{XeF_2 + 2\,RuF_5 \rightarrow [XeF][Ru_2F_{11}]}</math>
Einzelnachweise
<references />