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Rote Kreuz-Medaille (Oldenburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Rote Kreuz-Medaille (Oldenburg).jpg
Rote Kreuz-Medaille (Oldenburg); Nachbildung
Datei:D-OLD Red Cross Medal.png
Ordensband

Die Rote Kreuz-Medaille wurde am 10. August 1907 durch Großherzog Friedrich August II. von Oldenburg gestiftet für „Männer und Frauen, die sich in freiwilliger Krankenpflege (in Kriegs- oder in Friedenszeiten) oder in sonstiger Betätigung gemeinnütziger Bestrebungen besondere Verdienste erworben haben.“<ref>Oldenburgische Anzeige, Nr. 187, 11. August 1907.</ref>

Mit einer Verfügung vom 9. Juni 1908 wurde der Kreis der Verleihungsmöglichkeit auf Personen ausgedehnt, „welche sich in der freiwilligen Kranken- oder sonstigen Wohlfahrtspflege oder in der Leitung von Kranken- und anderen gemeinnützigen Anstalten besondere Verdienste erworben oder solche Zwecke als Mitglieder von Vereinen oder öffentlichen Körperschaften in hervorragender Weise gefördert haben.“

Aussehen und Trageweise

Das Ordenszeichen war zunächst in der Ursprungsfassung ein bronzevergoldetes ovales Medaillon mit aufgelötetem emailliertem Schild, das das Rote Kreuz auf weißem Grund zeigt. Mittig die verwobenen Initialen des Stifters Vorlage:Inschrift. Die Entwurfszeichnung dazu stammt von Hofgoldschmied Richard Knauer, Inhaber der Firma Bernhard Knauer, aus Oldenburg (Oldb). Die erste Fertigungsserie umfasste 50 Exemplare.<ref>Klie, 1999; Abbildung bei Beyreiß, Seite 101.</ref> Die nachfolgenden Exemplare waren aufgrund von Materialbeschaffungsproblemen (ab 1915 durfte kriegsbedingt keine Bronze mehr verwendet werden) silbervergoldet (950er Silber) hergestellt.<ref>Werner Heinz, K. P. Christian Spath: Die Rote-Kreuz-Medaille des Großherzogtums Oldenburg unter besonderer Berücksichtigung der Verleihungen im Fürstentum Birkenfeld. In: Orden und Ehrenzeichen. 15. Jg., Nr. 85, Juni 2013, S. 156.</ref>

Getragen wurde die Auszeichnung an einem dunkelblauen Band mit zwei zinnoberroten Seitenstreifen von je 2,5 mm Breite. Frauen trugen auf dem zur Schleife geformten Band den gekrönten und vergoldeten Initiale Vorlage:Inschrift der Großherzogin Elisabeth von Oldenburg. Ab Mai 1916 durfte das Band auch alleine ohne Medaille getragen werden, wenn „die Medaille für Kriegsverdienste, sei es im Felde oder in der Heimat, verliehen worden ist“.<Ref>Oldenburgische Anzeigen, Nr. 121, 24. Mai 1916.</ref>

Die früheren Angaben von Beyreiß, wonach bis zum 22. Oktober 1918 nur insgesamt 18 Verleihungen belegt seien, kann nicht aufrechterhalten werden. So wurden ausweislich einer in der Zeitung veröffentlichten Bekanntmachung allein im April 1916 insgesamt 178 Personen mit der oldenburgischen Rote Kreuz-Medaille geehrt, darunter 30 Männer.<ref>Oldenburgische Anzeigen. Nr. 93, 19. April 1916, S. 477 f.</ref> Unter den Empfängerinnen und Empfängern dieser Verleihung befanden sich nach Angaben im Tätigkeitsbericht des Oldenburgischen Roten Kreuzes 120 Schwestern, Hilfsschwestern, Pfleger und Kolonnenmitglieder der Organisation.<ref>Die Kriegstätigkeit des Roten Kreuzes Oldenburg von 1914–1919. Oldenburgischer Landesverein vom Rothen Kreuz, Berlin o. J. [1920], S. 25.</ref>

Für das damalige Fürstentum Birkenfeld sind 85 Trägerinnen und Träger dieser Auszeichnung belegt, davon waren 82 Frauen und 3 Männer.<ref>Schmid, 2024, Seite 186 bis 189.</ref>

Preisträgerinnen

Verwandte Auszeichnungen

Neben dieser Auszeichnung trug auch das 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg gestiftete oldenburgische Verdienstkreuz für Aufopferung und Pflichttreue in Kriegszeiten das Rotkreuz-Zeichen.

Da nach den Statuten der oldenburgischen Rote Kreuz-Medaille eine Verleihung an freiwillige Spendensammlerinnen und Lazaretthelferinnen des Roten Kreuzes, die nicht zur eigentlichen Krankenpflege gehörten, nicht in Betracht kam, stiftete der Großherzog im November 1916 eine oldenburgische Kriegsverdienstmedaille für Frauen und Mädchen, die solche Dienste über ein volles Jahr geleistet hatten.<ref>Die Kriegstätigkeit des Roten Kreuzes Oldenburg von 1914–1919. Oldenburgischer Landesverein vom Rothen Kreuz, Berlin o. J. [1920], S. 31.</ref>

Literatur

  • Martin J. Schmid: Neue Erkenntnisse zur Verleihung der Oldenburger Rote-Kreuz-Medaille. In: Heimatkalender Nationalpark Landkreis Birkenfeld : Beiträge zur Geschichte und Gegenwart des Landes an der oberen Nahe, des Westrichs, des Hoch- und Idarwaldes. 70. Jg., Birkenfeld 2024.
  • Friedhelm Beyreiß: Der Hausorden und die tragbaren Ehrenzeichen des Großherzogtum Oldenburg 1813–1918. Militair-Verlag Klaus D. Patzwall. Norderstedt 1997, ISBN 3-931533-31-X.
  • Werner Heinz, K. P. Christian Spath: Die Rote-Kreuz-Medaille des Großherzogtums Oldenburg unter besonderer Berücksichtigung der Verleihungen im Fürstentum Birkenfeld. In: Orden und Ehrenzeichen. 15. Jg., Nr. 85, Juni 2013.
  • Ernst Klie: Der Goldschmied und Medailleur Richard Knauer in Oldenburg. In: Oldenburger Beiträge zur Münz- und Medaillenkunde – Jubiläumsschrift zum 40jährigen Bestehen des Vereins Oldenburger Münzfreunde e.V. Oldenburg 1999, ISBN 3-926296-18-6.

Einzelnachweise

<references />