Rosa Kugelorchis
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| Rosa Kugelorchis | ||||||||||||
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| Datei:Traunsteinera globosa T69.1.jpg
Rosa Kugelorchis (Traunsteinera globosa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Traunsteinera globosa | ||||||||||||
| (L.) Rchb. |
Die Rosa Kugelorchis (Traunsteinera globosa), meist Rote Kugelorchis<ref name="FloraWeb" /> und auch nur Kugelorchis oder Kugelknabenkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kugelorchis (Traunsteinera) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Rosa Kugelorchis ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Vier bis sechs aufrechte Laubblätter sind wechselständig am dünnen Stängel verteilt. Die einfache Blattspreite ist lanzettlich und von bläulich-grüner Farbe.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Der anfangs pyramidenförmige Blütenstand wird später halbkugelig bis eiförmig; in ihm stehen viele Blüten sehr dicht zusammen. Er ist 2,5 bis 5,5 Zentimeter lang und umfasst 25 bis 100 Blüten.<ref name="BaumannKünkele1998" /> Die Tragblätter sind schmal lanzettlich und etwa so lang wie der Fruchtknoten.<ref name="BaumannKünkele1998" />
Die zwittrige Blüte ist zygomorph und dreizählig. Die Blütenhüllblätter sind rosafarben mit purpurroten Punkten auf der Lippe. Die Sepalen sind lang ausgezogen mit knopfartiger Spitze. Der Mittellappen der dreispaltigen Lippe hat eine aufgesetzte Spitze. Der zylindrische Sporn ist kürzer als der Fruchtknoten.
Chromosomensatz
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Die Rosa Kugelorchis gedeiht in europäischen Gebirgen von den Pyrenäen bis zum Balkan und bis zum Kaukasus.<ref name="WCSP" />
Die Rosa Kugelorchis wächst von der collinen bis zur subalpinen Höhenstufe. In Europa kommt sie in Höhenlagen von 250 bis 2630 Metern vor.<ref name="BaumannKünkele1998" /> Nach Baumann und Künkele hat die Rosa Kugelorchis in den Alpenländern folgende Höhengrenzen: Deutschland 420–2110 Meter, Frankreich 570–2600 Meter, Schweiz 450–2630 Meter, Liechtenstein 430–2100 Meter, Österreich 360–2200 Meter, Italien 390–2500 Meter, Slowenien 250–1840 Meter.<ref name="BaumannKünkele1998" /> In Deutschland steigt sie in den Alpen bis zu einer Höhenlage von 2150 Metern auf. So kommt sie in den Allgäuer Alpen in Höhenlagen von 850 is 2150 Metern vor. Am Linkerskopf in Bayern erreicht sie eine Höhenlage von 2150 Metern.<ref name="Dörr-Lippert2001" /> In Österreich ist die Rosa Kugelorchis zerstreut anzutreffen, fehlt im Burgenland und ist in Wien ausgestorben.
Diese kalkliebende Pflanze gedeiht am besten auf frische Kalk-Magerrasen oder Bergwiesen, in der subalpinen Höhenstufe auch Wildheu-Hänge. Sie gedeiht in Pflanzengesellschaften der Verbände Caricion ferrugineae, Calamagrostion, Mesobromion oder Polygono-Trisetion.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Naturschutz
Die Art ist in Deutschland durch die BArtSchV besonders geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Sie ist in Baden-Württemberg „vom Aussterben bedroht“.<ref name="BaumannKünkele1998" /> In der Schweiz gilt sie als „nicht gefährdet“.<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie und Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1759 unter dem Namen (Basionym) Orchis globosa durch Carl von Linné in Systema Naturae, 10. Auflage, Band 2, S. 1242. Das Artepitheton globosa bedeutet kugelförmig. Die Neukombination zu Traunsteinera globosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Rchb. wurde 1842 durch Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach in Flora Saxonica, S. 87 veröffentlicht.<ref name="WCSP" /> Der Gattungsname ehrt den österreichischen Apotheker und Botaniker Joseph Traunsteiner (1798–1850).<ref name="Burkhardt2022" />
Die Gattung Traunsteinera umfasst nur 2 Arten. Außer Traunsteinera globosa gibt es noch Traunsteinera sphaerica <templatestyles src="Person/styles.css" />(M.Bieb.) Schltr., die in der Türkei, im Kaukasusraum und auf der Krim vorkommt.<ref name="POWO" />
Quellen und weiterführende Informationen
Einzelnachweise
<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="InfoFlora"> Vorlage:InfoFlora </ref> <ref name="FloraWeb"> Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Der BibISBN-Eintrag [[Vorlage:BibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden.]] ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen [[[:Vorlage:Neuer Abschnitt/URL]] <span title="Vorlage:bibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden. (Seite nicht vorhanden)">neuen Eintrag] an. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 371–372. </ref> <ref name="BaumannKünkele1998"> Helmut Baumann, Siegfried Künkele: Orchidaceae. In: Oskar Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 1. Auflage, Band 8, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3359-8. S. 371–374. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Traunsteinera. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 198.</ref> <ref name="Burkhardt2022">Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – https://doi.org/10.3372/epolist2022, Berlin 2022.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Traunsteinera bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>
Literatur
Der Artikel beruht hauptsächlich auf folgenden Unterlagen:
- Thomas Muer, Oskar Angerer: Alpenpflanzen. Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-3374-1.
- Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
Helmut Baumann, Siegfried Künkele, Richard Lorenz: Orchideen Europas mit angrenzenden Gebieten. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2006, ISBN 978-3-8001-4162-3. S. 304.