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Rosa-Luxemburg-Gymnasium

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Rosa-Luxemburg-Gymnasium
Datei:Rlo logo.jpg
Logo des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums
Schulform Gymnasium
Schulnummer 03Y10
Gründung 1907
Adresse Kissingenstraße 12
Ort Berlin-Pankow
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 34′ 1″ N, 13° 25′ 12″ O
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Träger Land Berlin
Schüler 1247 (Schuljahr 2025/26)<ref name="statistik">Schulporträt. Rosa-Luxemburg-Gymnasium. In: bildung.berlin.de. Abgerufen am 23. März 2026.</ref>
Lehrkräfte 116 Lehrer und 3 Lehramtsanwärter (Schuljahr 2025/26)<ref name="statistik" />
Leitung Ralf Treptow
Website www.rosa-luxemburg-gymnasium.de
Datei:Rosaluxemburgoberschule.jpg
Südseite des Hauptgebäudes

Das Rosa-Luxemburg-Gymnasium (kurz RLG, nach der Lage auch Kissingengymnasium) ist ein Gymnasium in der Kissingenstraße 12 im Ortsteil Pankow des gleichnamigen Berliner Bezirks.

Geschichte

Die Schule wurde 1907 als Realgymnasium eröffnet und nahm in den ersten Jahrzehnten nur männliche Schüler auf. Damit stellte sie das Gegenstück zum heutigen Carl-von-Ossietzky-Gymnasium dar, das ein Lyzeum nur für Mädchen war. Später erhielt sie den Namen Eosander-von-Göte-Gymnasium (genannt Eosander-Schule). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude als Lazarett genutzt, was noch 2016 an großen weißen Kreisen an der Fassade des Hauptgebäudes zu erkennen war.

Nach dem Krieg eröffnete die Lehreinrichtung als Wilhelm-Pieck-Schule, benannt nach Wilhelm Pieck, dem Präsidenten der DDR. Später hieß sie dann Wilhelm-Pieck-Oberschule.<ref>Schulen. In: Fernsprechbuch für Gross-Berlin (DDR), 1955, S. 177 (Oberschulen, Pankow, Kissingenstraße 12, Wilhelm-Pieck-Oberschule).
Schulen. In: Fernsprechbuch für Gross-Berlin (DDR), 1960, S. 243. „Wilhelm-Pieck-Oberschule“.</ref> Der Schwerpunkt wurde auf den Russischunterricht gelegt, der bereits ab der dritten Klasse stattfand. Noch einige Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung trug das Gymnasium keinen Namen, bis sich die Schule per Abstimmung auf den Namen Rosa Luxemburg einigte. Von 1995 bis September 2011 hieß sie Rosa-Luxemburg-Oberschule, kurz RLO.

Logo und Leitspruch der Schule (siehe Infobox) existieren bereits seit ihrer Gründung im Jahre 1907. Dieses Logo tragen unter anderem auch die Medaillen, die die Abiturienten zu ihrer Zeugnisausgabe bekommen.

Schulprofil

Am Rosa-Luxemburg-Gymnasium lernen im Schuljahr 2025/26 1247 Schüler. Von ihnen haben 9,9 % eine nichtdeutsche Herkunftssprache.<ref name="statistik" /> Das Rosa-Luxemburg-Gymnasium gehörte bei der Neuanmeldungen für das Schuljahr 2025/26 zu den gefragtesten Gymnasien Berlins.<ref>Nachfrage und angebotene Plätze für das Schuljahr 2025/26. In: gymnasium-berlin.net. Abgerufen am 23. März 2026.</ref>

Das RLG ist eines von sieben Berliner Gymnasien, das eine breitgefächerte allgemeine Begabtenförderung anbietet, bei der sich Schüler nicht im Vorhinein auf ein Fach bzw. Fachgebiet festlegen müssen. Teil dieser Begabtenförderung sind das Schnelllerner-System (siehe Bildungswege), das breite Angebot an musikalischen Ensembles und die von Lehrern betreute Teilnahme an Wettbewerben wie Jugend debattiert und Jugend forscht.

Bildungswege

Das RLG bietet ab der 5. Klasse Schnelllernerklassen an, bei denen der vorgesehene Unterrichtsstoff bis zur 8. Klasse in kürzerer Zeit behandelt und der dadurch entstehende Platz für spezielle Enrichment-Kurse, die die Schüler selbst auswählen können, genutzt wird.

Der Bildungsweg verläuft zweizügig, eine Klasse hat als erste Fremdsprache Englisch und als zweite Fremdsprache Latein; die zweite Klasse erlernt zuerst Englisch und als zweite Fremdsprache Spanisch. Der Bildungsweg ab der 7. Klasse verläuft nach Berliner Standard mit 12 Schuljahren. Jeweils eine Hälfte der Klasse belegt ab der 7. Klasse Spanisch und Latein als zweite Fremdsprache.

Fächer

Übersicht

Neben den üblichen Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Erdkunde, Geschichte/Sozialkunde (in SEK I), Politikwissenschaften (ab SEK II, früher Politische Weltkunde), Sport, Kunst und Musik, bietet das RLG weitere Fächer an:

In Sekundarstufe I

Spanisch oder Latein (siehe oben), Französisch bzw. Russisch (in Wahlpflichtfächern, siehe unten)

  • 5. bis 6. Klasse: Lebenskunde oder Religion als Pflicht – als Schulversuch an dem Rosa-Luxemburg-Gymnasium
  • ab 7. Klasse: Ethik ist Pflicht, Religion freiwillig – nach der Bildungsreform in Berlin
  • ab 9. Klasse: Ethik wird durch Philosophie ersetzt und wöchentlich mit 60 bzw. 120 Minuten unterrichtet – als Schulversuch am Rosa-Luxemburg-Gymnasium. Außerdem ist es nun schon möglich das Fach DS zu belegen, welches, wie auch in der Sek II, benotet wird.

In Sekundarstufe II

Religion (freiwillig), Spanisch, Latein, Russisch, Französisch, Philosophie, Psychologie, Geschichte-Zusatzkurs, Darstellendes Spiel, Englisch-Zusatzkurs (zur Vorbereitung auf das C1-Cambridge-Sprachzertifikat), Musik-Zusatzkurs (für Mitglieder von gr. Chor, Orchester, Jazzband und Bigband), Informatik, Deutsch-Zusatzkurs Wissenschaftliches Arbeiten, Physik-Zusatzkurs, Sport-Theorie

Arbeitsgemeinschaften

Überblick

Das Rosa-Luxemburg-Gymnasium bietet Arbeitsgemeinschaften in vielen Richtungen an, wie zum Beispiel Jugend Forscht, Orchester, zwei Chöre, Studiotechnik, Basketball, Volleyball, Jazz Bands, Grindcore-Werkstatt, Schließfach AG und viele Weitere.

Chöre, Sinfonieorchester und Jazzband

Datei:100 Jahre Schule in der Kissingenstraße CoverFront.png
Cover der Jubiläums-CD

Es gibt zwei Chöre, ein Sinfonieorchester, ein Nachwuchsorchester sowie eine Jazz-Big-Band.

Für die jüngeren Sänger (Klasse 5–8) gibt es den Mittelstufenchor (kleiner Chor). Für die älteren Schüler (Klasse 9–12) gibt es den vierstimmigen Oberstufenchor (großer Chor).

Das Repertoire des Schulorchesters besteht aus Filmmusik, Klassik, Romantik und Pop- und Jazzarrangements.

Im Schuljahr 2006/2007 hat sich am RLG die Big-Band Brassnos gegründet.

Es gibt eine Reihe von CD-Produktionen von Chören und Orchester des RLG. Die erste CD gab es 1997 zum 90. Geburtstag der Schule. Die nächste Produktion erschien im Jahr 2000. Zum 100-jährigen Schuljubiläum im Jahr 2007 gab es eine weitere CD mit Aufnahmen und Mitschnitten von Chören, Orchestern sowie Jazzcombo und Bigband.

Schüler können auch an der AG Studiotechnik und/oder Aulatechnik teilnehmen, die sich um Aufnahmen der Bands sowie um Musikveranstaltungen und Beleuchtung kümmert.

Veranstaltungen

Konzerte

Jedes Jahr finden im Frühjahr und zur Vorweihnachtszeit Konzerte der beiden Chöre und des Orchesters des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums statt. Als Veranstaltungsorte dienten die Aula oder Ausweichquartiere wie die französische Friedrichstadt-Kirche am Französischen Dom, die Hoffnungskirche in der Elsa-Brändström-Straße oder dem Jüdischen Waisenhaus Pankow.

Gedenkstättenfahrten

Jährlich findet die Rosa-Fahrt statt, auf der sich Schüler der 9. und 10. Klassen auf die Spuren Rosa Luxemburgs begeben.

Für Schüler der 11. Klasse findet jedes Jahr im November die Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz statt. Zusammen mit Schülern des Friedrich-Engels-Gymnasiums werden die ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau besucht und es wird sich intensiv mit der Geschichte beschäftigt.

Ehrenpreis

Jedes Jahr werden am 5. März, dem Geburtstag der Namensträgerin Rosa Luxemburg, die Ehrenpreise des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums vergeben. Mit diesen Preisen in verschiedenen Kategorien werden Schüler, Arbeitsgemeinschaften oder andere Schülergruppen für besondere Verdienste für die Schule geehrt. Sie werden von Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses und Privatpersonen gesponsert.

Schülervertretung

Die Gesamtschülervertretung des RLG konstituiert sich einmal im Monat. In verschiedenen Arbeitsgruppen werden spezifische Projekte angegangen. Auf ihrer Website wird über ihre Arbeit informiert.

Die Schülerzeitung Schlagader wird als Arbeitsgemeinschaft geführt und bringt maximal alle drei Monate eine Print-Ausgabe heraus. Darin werden Neuigkeiten der Schule und Artikel über Ereignisse und ausgefallene Lehrerzitate veröffentlicht. Seit Anfang 2011 gibt es neben der Schlagader auch die wöchentlich erscheinende digitale Schülerzeitung Kissingenstraße 12.<ref>www.kissingenstrasse12.de</ref>

King-Code-Projekt

In Zusammenarbeit mit der Ernst-Reuter-Sekundarschule erforschten Schüler des RLG die Spuren des Besuches Martin Luther Kings im September 1964 in Berlin und stellten sie unter dem Namen King-Code dar. Das Projekt hatte Peter Kloeppel und Wolfgang Thierse als Schirmherren.

Partnerschulen

Die Rosa-Luxemburg-Gymnasium pflegt Kontakte zu Partnerschulen in Kołobrzeg (Polen), Portugal, Mexiko, Frankreich, Schweden und Spanien.

Prominente ehemalige Schüler

Prominente ehemalige Lehrer

Gebäudekomplex

Überblick

Der Komplex des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums besteht aus mehreren Gebäuden: dem Hauptgebäude, der Rektorenvilla, Nebengebäuden (auch D-Gebäude), einem Neubau vom Anfang des 21. Jahrhunderts und der großen Turnhalle sowie der Mensa (ehemalige Turnhalle). Das Bauensemble entstand nach Plänen und unter Leitung von Wilhelm Johow. Hauptgebäude, Villa und Mensa stehen unter Denkmalschutz.<ref>Kulturdenkmal Rosa-Luxemburg-Gymnasium in der Pankower Kissingenstraße</ref>

Anstelle der Fahrradständer befand sich ursprünglich auf dem Hof hinter dem Hauptgebäude ein großes Toilettenhaus, dessen Grundmauern erhalten waren und die Fahrradständer vom restlichen Schulhof abgrenzten. Im Jahr 2018 wurden sie beseitigt.

Hauptgebäude

Datei:Bundesarchiv Bild 183-29846-0002, Berlin, Pankow, "Wilhelm-Pieck-Schule", Eingang.jpg
Wilhelm-Pieck-Schule (1955)
Datei:Rlo2.jpg
Vordereingang zum Hauptgebäude

Der Hauptbau mit Front zur Kissingenstraße 12 entstand als erstes Gebäude der Schule. Der angrenzende Südflügel kam später hinzu. Auch der Anbau mit den Toiletten wurde erst später errichtet, erkennbar jeweils an dem unterschiedlichen Architekturstil.

Der Südflügel, in dem sich alle Klassenräume befinden, wurde bis 2015 komplett saniert. Jeder Raum verfügt seitdem über Schallschutz- und Akustikdecken sowie Activ- und Whiteboardtafeln. Außerdem sichern Brandschutztüren mit Rauchmeldern alle längeren Gänge. Die Toiletten wurden 2001 saniert.

Im Hauptgebäude befinden sich das Sekretariat, das Büro des Schulleiters, der stellvertretenden Schulleiterin und der Pädagogischen Koordinatoren , das Lehrerzimmer, die Computerräume, der während der 1990er Jahre neu gestaltete Naturwissenschaftstrakt, die Musikräume und die Aula.

Zu den an die Aula angrenzenden Räumen gehören der Lagerraum neben dem Eingang zur Aula (ehemals Musikraum), das ehemalige Tonstudio, welches als Raum für das darstellende Spiel dient, und der große Musikraum hinter der Aula.

Aula

Datei:RLO neue Aula 2007.JPG
Aula

Die große Aula der Schule ist Veranstaltungsraum für verschiedenste schulische Veranstaltungen. Vor 1945 diente sie als Betsaal und war mit einer Orgel ausgestattet. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs demontierten Soldaten der Roten Armee die gesamte Holzvertäfelung und die Orgel.

Im Frühjahr 2003 wurden im Zwischenraum zwischen Auladecke und Schuldach gesundheitsschädliche Holzschutzmittel entdeckt. Die Aula wurde daraufhin komplett renoviert und im Juli 2007 wiedereröffnet. Sie verfügt seitdem über Licht- und Tontechnik, elektrisch betriebene Fensterblenden, Beamer und Leinwand sowie einen Konzertflügel.

Rektorenwohnhaus (Villa)

Das Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Grundstück errichtete Haus diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Hort für die Schüler der Wilhelm-Pieck-Schule. Seit dem 21. Jahrhundert werden die Räume für gesellschaftswissenschaftliche Kurse der Oberstufe genutzt.

Nebengebäude 1

Das Nebengebäude (Plattenbau) hinter der Schule wurde zu DDR-Zeiten als Grundschule errichtet. Nach der deutschen Wiedervereinigung gehörte es zum Rosa-Luxemburg-Gymnasium. Die Räume dienten als Unterrichtsräume für den Sprachbereich der Sekundarstufe II und als Musik- und Kunsträume. Des Weiteren beherbergte es bis zur Fertigstellung der neuen Mensa den Speisesaal der Schule. 2012 mussten die oberen beiden Etagen des Gebäudes gesperrt werden. Zum Schuljahr 2013/2014 wurde der Unterricht wegen Einsturzgefahr des Gebäudes eingestellt, im Jahr 2015 wurde dieses Nebengebäude komplett abgerissen.<ref>'Schlussbericht BA-Pankow VII-1535/2016': Flächenerweiterung und Weiterentwicklung der Rosa-Luxembureg-Oberschule (PDF) abgerufen am 9. November 2018.</ref>

D-Gebäude

Das D-Gebäude ist der Nachfolger des C-Gebäudes, einem Containerbau, der nun zur Wolkenstein Grundschule gehört. Das D-Gebäude, selbst ist ein Modularbau. Er wurde zu Beginn des Schuljahres 16/17 eröffnet, der dazugehörige Schulhof Mitte 2017.

Literatur

  • Jahresbericht des Realgymnasiums zu Berlin-Pankow : für das Schuljahr ..., Berlin-Pankow, 6.1912/13(1913) - 8.1914/15(1915); 1921/22 - 13.1924/25(Digitalisat)

Weblinks

Commons: Rosa-Luxemburg-Gymnasium (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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