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Richard Coudenhove-Kalergi – Wikipedia Zum Inhalt springen

Richard Coudenhove-Kalergi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Coudenhove-Kalergi 1926.jpg
Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi (ca. 1926)

Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi (bis 1919 Graf, auch Richard Coudenhove-Kalergi;<ref name="Brief-1955">Vgl. Unterschrift in einem Schreiben von Coudenhove-Kalergi an Monsieur Paul M. G. Levy, datiert 3. August 1955. (gif. Abgerufen am 19. Juli 2011.)</ref> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 16. November 1894 in Tokio; † 27. Juli 1972 in Schruns, Österreich) war ein österreichischer, später tschechoslowakischer und französischer Schriftsteller, Philosoph, Politiker und Gründer der Paneuropa-Union.<ref>Die wichtigsten Vertreter. In: Paneuropa. Abgerufen am 20. Januar 2021.</ref> Zudem war er der erste Träger des Karlspreises. Seine Grabstätte befindet sich in Gstaad in der Schweiz.<ref>Gstaad, Grubenstrasse 50a. (PDF) Bauinventar des Kantons Bern, abgerufen am 16. Juli 2022.</ref>

Herkunft und Familie

Coudenhove-Kalergi war der Sohn des österreichischen k. u. k. Geschäftsträgers in Japan, Heinrich von Coudenhove-Kalergi, und seiner japanischen Gattin Mitsuko Aoyama (1874–1941), die einer Kaufmannsfamilie entstammte. In Japan ist er daher auch als Eijirō Aoyama ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Aoyama Eijirō)<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Mainichi Shimbun-sha, 21. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Juli 2012; abgerufen am 16. Oktober 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> bekannt. Väterlicherseits hatten die brabantischen Coudenhoves den Adelstitel für die Teilnahme am Kreuzzug 1099 erhalten und konnten lückenlos zurückblicken auf den am 3. März 1259 verstorbenen Vorfahren Gerolf. Der Name Kalergi geht auf ein byzantinisch kretisches Adelsgeschlecht zurück, das in den Quellen sowohl als Kalergis als auch als Kalergi erscheint. Die Form Kalergis entspricht der älteren und im Griechischen überlieferten Schreibweise Καλεργής. In der westlichen, vor allem venezianischen Überlieferung finden sich zudem die latinisierten Varianten Calergi und Calergis.

Coudenhove-Kalergi wurde in Tokio geboren. Als er ein Jahr alt war, übersiedelte die Familie in das elterliche Schloss Ronsperg in Westböhmen. Er wurde von Privatlehrern unterrichtet. Sein Vater, der 16 Sprachen beherrschte, unterrichtete ihn in Russisch und Ungarisch. Später kam er ans Theresianum in Wien und studierte danach an der Alma Mater Rudolphina Philosophie und Geschichte. 1915 heiratete er die österreichische Schauspielerin Ida Roland (1881–1951). 1916 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert.<ref>Thomas Chorherr (Hrsg. und Autor): Große Österreicher. Verlag Ueberreuter.</ref> Nach dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie (1918) nahm er zuerst die tschechoslowakische und 1939 die französische Staatsbürgerschaft an.<ref name="Hartmut-Wagner">Hartmut Wagner: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Europäische Integration: Die Vereinigten Staaten von Europa. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) In: Eurasisches Magazin, Heft 11/04, 29. November 2004. Abgerufen am 19. Juli 2011.</ref>

Während des Zweiten Weltkrieges emigrierte er zunächst in die Schweiz und später in die USA. 1952 heiratete er die Schweizerin Alexandra Gräfin von Tiele, geb. Bally, eine Arzttochter aus Solothurn, die im Januar 1968 verstarb. 1969 heiratete er in dritter Ehe die Österreicherin Melanie Benatzky Hoffmann, die Witwe des Komponisten Ralph Benatzky.

Richards älterer Bruder war Johann Graf Coudenhove-Kalergi, Autor des Menschenfresser-Romans „Ich fraß die weiße Chinesin“, 1967 unter dem Pseudonym Duca di Centigloria postum veröffentlicht. Seine Schwester Ida Friederike Görres (1901–1971) war Schriftstellerin, sein jüngerer Bruder war Gerolf Coudenhove-Kalergi (1896–1978). Dessen Tochter ist die Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi (* 1932), die damit Richard Nikolaus’ Nichte ist.

Werdegang

Der Erste Weltkrieg brachte Coudenhove-Kalergi zur Politik: „Den ersten Weltkrieg empfand ich als Bürgerkrieg zwischen Europäern: als Katastrophe erster Ordnung.“<ref name="Hartmut-Wagner" /> Er entwickelte die visionäre Idee von „Pan-Europa“, die zum Thema seines Lebens wurde. Sein Vorschlag, ein Paneuropa zu schaffen, erregte 1922, als Kalergi gerade 28 Jahre alt war, internationales Aufsehen. Zwei Jahre zuvor hatte er vorgeschlagen, „Wien solle, ähnlich wie es mit Danzig […] schon der Fall sei […], internationalisiert und sodann als Sitz des Völkerbundes, dem es direkt zu unterstellen wäre, zu einem allen Völkern der Welt gemeinsam angehörigen neutralen Kulturzentrum und Handelsemporium – zur Welthauptstadt – weiter entwickelt werden.“<ref>Wien als Welthauptstadt. In: Deutsches Volksblatt / Deutsches Volksblatt. Radikales Mittelstandsorgan / Telegraf. Radikales Mittelstandsorgan / Deutsches Volksblatt. Tageszeitung für christliche deutsche Politik, 18. November 1920, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dvb</ref>

Datei:Pamětní deska R. C.-K. Poběžovice (2).jpg
Gedenktafel für Richard Coudenhove-Kalergi am Eingang des Schlosses in Poběžovice

1923 schrieb er auf Schloss Würting in Oberösterreich sein programmatisches Buch „Pan-Europa“. Im Jahr 1924<ref name="Brief-1955" /><ref name="Hartmut-Wagner" /> gründete Coudenhove-Kalergi die Paneuropa-Union, die älteste europäische Einigungsbewegung. Im Lauf der Zeit gehörten dieser Albert Einstein, Thomas Mann und Otto von Habsburg ebenso an wie Spitzenpolitiker wie Konrad Adenauer, der französische Außenminister und Friedensnobelpreisträger Aristide Briand, der tschechoslowakische Außenminister Edvard Beneš und der französische Ministerpräsident Edouard Herriot. Die österreichische Sektion führten der damalige Bundeskanzler Karl Renner und dessen Stellvertreter Ignaz Seipel an. Coudenhove-Kalergi war damit Vordenker der heutigen europäischen Idee und des europäischen Selbstverständnisses und der europäischen Identität. Prinzipien eines Europa im Sinne Coudenhove-Kalergis waren Freiheit, Frieden, Wohlstand und Kultur, die noch heute das Selbstverständnis Europas kennzeichnen.

Seit 1922 war Coudenhove-Kalergi Mitglied der Wiener Freimaurerloge Humanitas,<ref name="Freimaurer1">Robert A. Minder: Freimaurer Politiker Lexikon. StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2004, ISBN 3-7065-1909-7, S. 158.</ref> die sich in erster Linie karitativen Aufgaben widmete, für soziale Reformen einsetzte und die pazifistische Bewegung für ein besseres Verständnis zwischen den Völkern unterstützte.<ref name="Freimaurer2">Robert A. Minder: Freimaurer Politiker Lexikon. StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2004, ISBN 3-7065-1909-7, S. 156.</ref> In den 1930er-Jahren wandte er sich in verschiedenen Publikationen gegen den nationalsozialistischen Judenhass im Deutschen Reich und führte damit das Werk seines Vaters fort, dessen Studie über das Wesen des Antisemitismus er neu verlegte.

Die Paneuropa-Union wurde im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 floh er mit seiner jüdischen Frau zunächst nach Ungarn. Seine Ideen fanden in Europa mit dem heranrückenden Zweiten Weltkrieg kaum noch Beachtung. 1939 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft. Als Immigrant lehrte Coudenhove-Kalergi in den USA von 1942 bis 1946 an der New-York-Universität Geschichte, zunächst als Lehrbeauftragter (Lecturer), ab 1944 als Professor.

1947 gründete Coudenhove-Kalergi die Europäische Parlamentarier-Union (EPU), die die Parlamentarier der einzelnen europäischen Parlamente in einer Europa-Versammlung zusammenführen sollte. Die EPU behauptete zunächst ihre Eigenständigkeit gegenüber Fusionsangeboten anderer Organisationen, welche die Einigung Europas anstrebten. Erst 1952 schloss sie sich der Europäischen Bewegung an. Coudenhove-Kalergi wurde Ehrenpräsident dieser Bewegung.

Am 18. Mai 1950 erhielt Coudenhove-Kalergi als Erster den internationalen Karlspreis der Stadt Aachen in Würdigung seiner Lebensarbeit für ein geeintes Europa.<ref>Alle Preisträger des Internationalen Karlspreises zu Aachen.</ref>

Kurze Zeit später unterbreitete er dem Europarat einen Entwurf für eine Europaflagge, der aber wegen der Verwendung des christlichen Symbols des Kreuzes nicht konsensfähig war.<ref>The European Flag, Memorandum presented to the Council of Europe by Richard Coudenhove-Kalergi, President of the Pan-European Movement, Secretary General of the European Parliamentary Union. Gstaad, 27 July 1950. In: Archives historiques du Conseil de l'Europe – Historical archives of the Council of Europe, Strasbourg. (Flashplayer erforderlich.)</ref> 1955 schlug er die Ode an die Freude, also Beethovens Vertonung von Schillers Gedicht An die Freude, als Europäische Hymne vor.<ref>Briefwechsel zwischen Richard Coudenhove-Kalergi und Paul M. G. Lévy, dem Direktor des Pressedienstes beim Europarat vom August und September 1955. In: European anthem, Documents, Council of Europe, Library and Archives, 19. September 2005. Abgerufen am 4. Februar 2009 (Flashplayer erforderlich).</ref> Seit 1972 ist die Melodie die Hymne des Europarats und seit 1985 die Hymne der Europäischen Union.

Paneuropa

Der von Coudenhove-Kalergi vorgeschlagene europäische Staatenbund von Polen bis Portugal, den er Paneuropäische Union oder Vereinigte Staaten von Europa nannte, sollte als ein politischer und wirtschaftlicher Zweckverband einen erneuten Weltkrieg verhindern.

Seine Ideen trafen auf einen grassierenden Nationalismus nach dem Ersten Weltkrieg. Coudenhove-Kalergi forderte Frankreich und Deutschland auf, ihre Streitigkeiten beizulegen und sich stattdessen auf ihre Gemeinsamkeiten zu konzentrieren. Den skandinavischen Staaten dachte er die Rolle zu, für eine Einigung Europas die Initiative zu ergreifen und als Vermittler zwischen den verfeindeten europäischen Staaten zu fungieren. In den Jahren 1933 bis 1936 versuchte Coudenhove-Kalergi in mehreren Treffen vergeblich, den faschistischen Diktator Mussolini für die Paneuropa-Idee zu gewinnen. Neben der Vorstellung, in Mussolini eine Stütze für das von der NS-Regierung zusehends bedrohte Österreich zu haben, spielte auch die Faszination Coudenhove-Kalergis für den autoritären Politikstil Mussolinis eine gewisse Rolle.<ref>Katiana Orluc: Caught between Past and Future. The Idea of Pan-Europe in the Interwar Years. In: Hans-Åke Persson, Bo Stråth (Hrsg.): Reflections on Europe: Defining a Political Order in Time and Spaces. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2007, ISBN 978-90-5201-065-6, S. 95–120, hier S. 111–113.
Zu den Beziehungen zwischen Coudenhove-Kalergi und dem italienischen Faschismus siehe: Michael Thöndl: Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi, die „Paneuropa-Union“ und der Faschismus 1923–1944. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2024, ISBN 978-3-96023-588-0. </ref>

Datei:Coudenhove-Park.Hofpavillon.U4hietzing.A.JPG
Coudenhove-Park beim Hofpavillon Hietzing in Wien

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte seine Paneuropa-Idee eine Renaissance. Winston Churchill hielt 1946 in Zürich eine von Coudenhove-Kalergis Visionen inspirierte Rede, in der er die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“ anregte und dabei die zentralen Forderungen der Paneuropa-Idee aufnahm. Beim Haager Europa-Kongress 1948 setzte sich Coudenhove-Kalgeri für die Einrichtung eines europäischen Parlaments ein.<ref>Richard Coudenhove-Kalergi, Kampf um Europa. 9. April 2012, abgerufen am 3. Januar 2026.</ref>

1948 gründete Coudenhove-Kalergi in New York das Amerikanische Komitee für ein vereintes Europa.

Um für Paneuropa zu überzeugen, bezog sich Coudenhove-Kalergi auch auf Eurafrika: Um die koloniale Ausbeutung insbesondere Afrikas weiterhin aufrechterhalten zu können, beinhalte die europäische Integration notwendigerweise die paneuropäische Vergemeinschaftung der verschiedenen europäischen Kolonialherrschaften.<ref>Peo Hansen: Eurafrica. The untold history of European integration and colonialism. ISBN 978-1-4742-5680-3.</ref> Das bereits in der Zwischenkriegszeit in Europa weitverbreitete Argument ermöglichte nach dem Zweiten Weltkrieg die Gründung der EGKS (1951) und EWG (1957).<ref>Charles-Robert Ageron: L’idée d’Eurafrique et le débat colonial franco-allemand de l’entre-deux-guerres. In: Revue d’histoire moderne et contemporaine, Band 22, Juli–September 1975; Étienne Deschamps: Quelle Afrique pour une Europe unie ? L’idée d’Eurafrique à l’aube des années trente. In: Michel Dumoulin (Hrsg.): Penser l’Europe à l’aube des années trente. Quelques contributions belges. Recueil de travaux d’histoire et philologie, Université de Louvain. Éditions Nauwelaerts, Bruxelles 1995, S. 95–150.</ref><ref>Peo Hansen, Stefan Jonsson: Eurafrique. Aux origines coloniales de l'Union européenne. ISBN 978-2-348-05556-0, S. 61.</ref> Coudenhove-Kalergi nannte bereits 1930 im Artikel 13 des Entwurfes des Paneuropäischen Paktes explizit als Priorität: „Alle europäischen Bürger genießen in den tropischen Kolonien europäischer Bundesstaaten in Afrika wirtschaftliche Gleichberechtigung.“<ref>Peo Hansen, Stefan Jonsson: Eurafrique. Aux origines coloniales de l'Union européenne. ISBN 978-2-348-05556-0, S. 48–61, 64–122 (Richard Coudenhove-Kalergi als zentraler Vertreter Paneuropas, welche die europäische Integration mit der Vergemeinschaftung der Kolonialgebiete zwecks Aufrechterhaltung der Kolonialherrschaft verknüpft).</ref><ref>Richard Coudenhove-Kalergi: Entwurf für einen Paneuropäischen Pakt. In: Paneuropa, Band 6, Nr. 5, 1930, S. 149.</ref>

Im Herbst 2019 veranstaltete die Paneuropabewegung Österreich in Wien ein Symposion anlässlich des 125. Geburtstages von Richard Coudenhove-Kalergi.<ref>Paneuropa: 125. Geburtstag Coudenhove-Kalergis ist Verpflichtung und Auftrag. In: Paneuropa. 18. November 2019, abgerufen am 20. Januar 2021.</ref>

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Mit Ähnlichkeiten zur nationalsozialistischen Propaganda entstand Jahrzehnte später eine Verschwörungstheorie, der sogenannte „Kalergi-Plan“.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Out of the Shadows: Conspiracy Thinking on Immigration.] Henry Jackson Society, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Dabei handelt es sich um eine in rechtsextremen Kreisen verbreitete Verschwörungstheorie,<ref>Benjamin Lee: Radicalization and conspiracy theories. In: Michael Butter, Peter Knight (Hrsg.): The Routledge Handbook of Conspiracy Theories. Routledge, London 2020, ISBN 978-0-8153-6174-9, S. 344–356, hier S. 347 f.</ref> die besagt, dass es ein Komplott zur Vermischung der weißen Europäer mit anderen „Rassen“ durch Einwanderung gäbe, das von Coudenhove-Kalergi entwickelt und von aristokratischen Gesellschaftskreisen gefördert worden wäre.<ref>Daniel Moritz-Rabson On 4/12/19 at 4:03 PM EDT: Group Candace Owens represents shares post inadvertently promoting white genocide conspiracy days after her congressional testimony. 12. April 2019, abgerufen am 29. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie wird am häufigsten mit europäischen Gruppen und Parteien in Verbindung gebracht, hat sich aber auch auf die nordamerikanische Politik ausgebreitet.<ref>Angelo Attanasio: Qué es el "plan de Kalergi", la teoría conspirativa que usan los partidos de ultraderecha contra la UE. In: BBC News Mundo. 22. Oktober 2018 (bbc.com [abgerufen am 29. Februar 2020]).</ref> Erfinder der Verschwörungstheorie war der österreichische Neonazi Gerd Honsik, der 2005 das Buch Kalergi-Plan veröffentlichte.<ref>Christoph Czech: Honsik, Gerd. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus Band 2: Personen, Teilband 1: A–K. De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-24072-0, S. 378 (Google Buch).</ref>

Die Legende vom Kalergi-Plan erzählt vom „Großen Austausch“, nach dem globalistische Eliten absichtsvoll die europäische Zivilisation durch Förderung von Masseneinwanderung von Arabern, Schwarzafrikanern und Asiaten zersetzen würden.<ref>Valérie Igounet, Rudy Reichstadt: Le “grand remplacement” est-il un concept complotiste? Fondation Jean-Jaurès, 24. September 2018; Donatella Di Cesare: Das Komplott an der Macht. Matthes & Seitz, Berlin 2022, S. 79 f.</ref>

Das US-amerikanische Southern Poverty Law Center bezeichnete die Verschwörungstheorie eines angeblichen Kalergi-Plans als ein eindeutig europäisches Narrativ weißer Nationalisten, die bestimmte Texte Kalergis aus dem Kontext herauslösen, um Europas Migrationspolitik als heimtückische Verschwörung gegen eine angebliche „weiße Rasse“ darzustellen.<ref>Day of the trope: White nationalist memes thrive on Reddit's r/The_Donald. Abgerufen am 29. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> „Hope Not Hate“, eine britische antirassistische Organisation, hat sie als rassistische Verschwörungstheorie zurückgewiesen, die fälschlicherweise behaupte, dass Coudenhove-Kalergi die Absicht gehabt habe, die europäische Einwanderungspolitik zu beeinflussen, um eine unkontrollierte Masseneinwanderung aus anderen Kontinenten nach Europa herbeizuführen, mit dem Ziel eine „identitätslose Mischbevölkerung“ zu schaffen, die dann von einer jüdischen Elite regiert werden würde.<ref>EXPOSED: For Britain and the "White Genocide" Conspiracy Theory. 18. April 2019, abgerufen am 29. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In seinem 2018 erschienenen Roman „Middle England“ nutzt der Autor Jonathan Coe den Kalergi-Plan, um das Konzept mit seiner Verschwörungstheorienfigur Peter Stopes zu persiflieren.<ref>Sam Leith: Middle England by Jonathan Coe review – a bittersweet Brexit novel. In: The Guardian. 16. November 2018, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 29. Februar 2020]).</ref>

Auszeichnungen und Würdigungen

Coudenhove-Kalergi wurde auch 54 Mal für den Friedensnobelpreis nominiert, erhielt ihn allerdings nie.<ref>https://www.nobelprize.org/nomination/archive/show_people.php?id=1991</ref>

Seit dem Jahr 2002 verleiht die Europa-Union in Münster die Coudenhove-Kalergi-Plakette, um damit Persönlichkeiten und Institutionen zu würdigen, die sich durch ihr Engagement für Europa ausgezeichnet haben. Die aus der Paneuropa-Union hervorgegangene Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi verleiht alle zwei Jahre den Coudenhove-Kalergi Europapreis an Persönlichkeiten, die sich in außerordentlicher Weise um die Einigung Europas verdient gemacht haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Europapreisträger (Memento vom 23. April 2019 im Internet Archive) der Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi. Abgerufen am 1. April 2024.</ref>

Vorfahren

<templatestyles src="Stammbaum/styles.css" />

 
 
 
 
 
Franz Ludwig Graf von Coudenhove
* 24. Januar 1783 in Bingen am Rhein, Kurmainz, † 4. Dezember 1851 in Wien, Österreich
 
 
 
 
Franz Karl Graf von Coudenhove<ref name="parl" />
* 19. Februar 1825 in Wien, † 16. Juni 1893 in Ottensheim, Österreich; Diplomat, Großgrundbesitzer und Politiker
 
 
 
 
 
Catharina Jakobine Auguste Freiin von Löwenstern auf Löwenhof
* 24. Januar 1788 in Dorpat, Gouvernement Livland, Russisches Reich, † 24. November 1860 in Wien
 
 
 
Heinrich Johann Maria Graf Coudenhove-Kalergi
* 12. Oktober 1859 in Wien, † 14. Mai 1906 in Ronsperg, Böhmen; Diplomat
 
 
 
 
 
 
Johannes (Jan) Kalergis
* 1814; † 1863; Kaufmann
 
 
 
Marie von Kalergi
* 5. Januar 1840 in Sankt Petersburg, Russisches Reich, † 11. März 1877 in Ronsperg, Böhmen
 
 
 
 
 
Maria Kalergis geb. Reichsgräfin von Nesselrode-Ehreshoven
* 7. August 1822 in Warschau; † 22. Mai 1874 ebenda; Pianistin und Mäzenin
 
 
 
Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mitsuko Aoyama
* 7. Juli 1874 in Tokio, † 27. August 1941 in Mödling, Österreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

<ref name="genri" /><ref name="genge" /><ref name="paneu" />

Trivia

Sein japanischer Vorname Eijirō setzt sich aus dem Kanji {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für „Ehre“ oder „Ruhm“ und dem auch als Vorname gebrauchten Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) zusammen, das „Zweitgeborener“ bedeutet.

Schriften

Motto: „Jedes große historische Geschehen begann als Utopie und endete als Realität.“
  • Europa erwacht!, Wien 1923.
  • Pazifismus, 1924
  • Praktischer Idealismus. Adel – Technik – Pazifismus (Sammelband, der die Schriften Pazifismus, Adel und Apologie der Technik beinhaltet), Paneuropa-Verlag Wien-Leipzig 1925.
  • Rundfrage: Halten Sie die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa für notwendig? – Halten Sie das Zustandekommen der Vereinigten Staaten von Europa für möglich?, Paneuropa Verlag, Wien 1925.
  • Kampf um Paneuropa, 3 Bände, 1925–1928.
  • Held oder Heiliger, 1927.
  • Festschriftbeitrag, Th. G. Masaryk zum 80. Geburtstag, Bonn 1930.
  • Los vom Materialismus, 1931.
  • Stalin & Co., 1931.
  • Brüning – Hitler: Revision der Bündnispolitik, 1931.
  • Das Wesen des Antisemitismus, 1932.
  • Judenhass von heute, Paneuropa, 1935.
  • Totaler Mensch – Totaler Staat. Glarus: Paneuropa Verlag 1937.
  • Judenhass!, 1937.
  • Die Europäische Nation, 1953.
  • Ein Leben für Europa, Lebenserinnerungen, 1966.
  • Weltmacht Europa, 1971.

Siehe auch

Literatur

  • Martyn Bond: Hitler’s Cosmopolitan Bastard. Count Richard Coudenhove-Kalergi and his Vision of Europe. McGill Queen’s University Press, Montreal 2021, ISBN 978-0-2280-0545-2.
  • Thorsten Botz-Bornstein: European Transfigurations—Eurafrica and Eurasia. Coudenhove and Trubetzkoy Revisited. In: European Legacy 9 July 2007, ISSN 1084-8770, S. 565–575.
  • Vanessa Conze: Richard Coudenhove-Kalergi: umstrittener Visionär Europas. Muster-Schmidt, Gleichen/Zürich 2004, ISBN 3-7881-0156-3.
  • Hanne Dezsy: Gentleman Europas. Erinnerungen an Richard Graf Coudenhove-Kalergi. Czernin, Wien 2001, ISBN 978-3-7076-0111-4.
  • Michael Pammer: „Robustere Regierungsmethoden“. Richard Coudenhove-Kalergi und die Opportunität politischer Grundsätze. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History. Bd. 9 (2012), S. 484–490.
  • Martin Posselt: „Ich bin seit dem Zusammenbruch meines österreichisch-ungarischen Vaterlandes ein überzeugter europäischer Patriot.“ Richard Coudenhove-Kalergi, Paneuropa und Österreich 1940–1950. In: Michael Gehler, Rolf Steininger (Hrsg.): Österreich und die europäische Integration 1945–1993. Aspekte einer wechselvollen Entwicklung, Wien, Köln: Böhlau 1993, S. 367–404.
  • Martin Posselt: Von Churchill zu de Gaulle. Richard Coudenhove-Kalergis politische Initiativen 1938–1958. In: Richard Coudenhove-Kalergi: Leben und Wirken. Hrsg. von der Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi. Wien, Graz 2010: Neuer Wissenschaftlicher Verlag S. 309–323.
  • Martin Posselt: Ein Parlament für Europa. Richard Coudenhove-Kalergi, Paneuropa und die westliche Demokratie 1922–1952. Vandenhoeck + Ruprecht, Göttingen 2025, ISBN 978-3-52530345-0.
  • Michael Thöndl: Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi, die „Paneuropa-Union“ und der Faschismus 1923–1938. In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Herausgegeben vom Deutschen Historischen Institut in Rom, 98 (2018), ISSN 0079-9068, S. 326–369 (Link zu open access).
  • Michael Thöndl: Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi, die „Paneuropa-Union“ und der Faschismus 1923–1944. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2024, ISBN 978-3-96023-588-0.
  • Ulrich Wyrwa: Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi (1894–1972) und die Paneuropa-Bewegung in den zwanziger Jahren. In: Historische Zeitschrift 283 (2006), Heft 1, S. 103–122.
  • Anita Ziegerhofer-Prettenthaler: Botschafter Europas. Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi und die Paneuropa-Bewegung in den zwanziger und dreißiger Jahren. Böhlau, Wien 2004, ISBN 3-205-77217-2.
  • Lucile Dreidemy, Eric Burton: Collective colonialism for European integration: The rise of Richard Coudenhove-Kalergi’s Pan-European movement in post-imperial Austria. In: Bernhard C. Schär, Mikko Toivanen (Hrsg.): Integration and Collaborative Imperialism in Modern Europe. At the Margins of Empire, 1800–1950. Bloomsbury, London 2025, ISBN 978-1-3503-7733-2, S. 201–222.

Weblinks

Commons: Richard Coudenhove-Kalergi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="genri"> Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi bei gw.geneanet.org. Abgerufen am 5. Dezember 2020.</ref> <ref name="genge"> Georg Louis Baron de Coudenhove bei gw.geneanet.org. Abgerufen am 5. Dezember 2020.</ref> <ref name="paneu"> Familie Coudenhove bei paneuropa.org. Abgerufen am 5. Dezember 2020.</ref> <ref name="parl"> Coudenhove, Franz Karl Graf bei parlament.gv.at. Abgerufen am 5. Dezember 2020.</ref> </references>

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1950: Richard Coudenhove-Kalergi | 1951: Hendrik Brugmans | 1952: Alcide De Gasperi | 1953: Jean Monnet | 1954: Konrad Adenauer | 1956: Winston Churchill | 1957: Paul-Henri Spaak | 1958: Robert Schuman | 1959: George C. Marshall | 1960: Joseph Bech | 1961: Walter Hallstein | 1963: Edward Heath | 1964: Antonio Segni | 1966: Jens Otto Krag | 1967: Joseph Luns | 1969: Europäische Kommission | 1970: François Seydoux de Clausonne | 1972: Roy Jenkins | 1973: Salvador de Madariaga | 1976: Leo Tindemans | 1977: Walter Scheel | 1978: Konstantinos Karamanlis | 1979: Emilio Colombo | 1981: Simone Veil | 1982: Juan Carlos I. | 1984: Karl Carstens | 1986: Das Volk von Luxemburg | 1987: Henry Kissinger | 1988: François Mitterrand und Kohl | 1989: Frère Roger | 1990: Gyula Horn | 1991: Václav Havel | 1992: Jacques Delors | 1993: Felipe González | 1994: Gro Harlem Brundtland | 1995: Franz Vranitzky | 1996: Beatrix (Niederlande) | 1997: Roman Herzog | 1998: Bronisław Geremek | 1999: Tony Blair | 2000: Bill Clinton | 2001: György Konrád | 2002: Euro | 2003: Valéry Giscard d’Estaing | 2004: Pat Cox | 2004 Außerordentlicher Karlspreis: Johannes Paul II. | 2005: Carlo Azeglio Ciampi | 2006: Jean-Claude Juncker | 2007: Javier Solana | 2008: Angela Merkel | 2009: Andrea Riccardi | 2010: Donald Tusk | 2011: Jean-Claude Trichet | 2012: Wolfgang Schäuble | 2013: Dalia Grybauskaitė | 2014: Herman Van Rompuy | 2015: Martin Schulz | 2016: Franziskus | 2017: Timothy Garton Ash | 2018: Emmanuel Macron | 2019: António Guterres | 2020: Klaus Johannis | 2022: Maryja Kalesnikawa, Weranika Zepkala, Swjatlana Zichanouskaja | 2023: Ukrainisches Volk, Wolodymyr Selenskyj | 2024: Pinchas Goldschmidt, jüdische Gemeinschaften in Europa | 2025: Ursula von der Leyen | 2026: Mario Draghi Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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