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Rhönklub

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Rhönklub e. V.
Datei:Logo rhoen.gif
Vereinsdaten
Gründung 1876
Adresse/
Kontakt
Geschäftsstelle des Hauptvorstandes

Schloßplatz 1 36129 Gersfeld/Rhön

Präsident Klaus Neisser
Mitglieder 20.000 (Stand: März 2025)<ref name="Mitglieder" />
Internet
Homepage rhoenklub.de

Der Rhönklub e. V. (kurz RK) ist ein länderübergreifender Heimat- und Wanderverein in Bayern, Hessen und Thüringen mit Sitz in Gersfeld Eingetragen ist er in das Vereinsregister des Amtsgerichts Fulda (VR 483). Mit 20.000 Mitgliedern in 77 Zweigvereinen (Stand: März 2025)<ref name="Mitglieder">Der Rhönklub. In: Rhönklub.de. Abgerufen am 29. März 2025.</ref> gehört er zu den großen deutschen Wandervereinen im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine.

Ziele

Er wurde am 6. August 1876 in Gersfeld mit dem Ziel gegründet, die Rhön als Wandergebiet zu erschließen. Heutige Zielsetzung ist die Erhaltung der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft der Rhön unter ökologischen Gesichtspunkten, insbesondere:

  • der Erhalt seltener Pflanzen
  • die Pflege heimischer Tiere und der allgemeine Schutz der Kreaturen
  • die Bewahrung wertvoller Kulturgüter
  • die Pflege heimischen Brauchtums
  • der Erhalt des bodenständigen Liedgutes
  • das bewusste Sprechen der Mundart
  • die Bemühungen um alte Kulturgüter

Geschichte

Gründung

Datei:RK Wegweiser unterhalb Fuldaquelle.png
Wegweiser: Wanderwege des Rhönklubs nahe der Fuldaquelle

Am 6. August 1876 kam es auf Anregung des Fuldaer Arztes Justus Schneider (1842–1904) in Gersfeld zur Gründung des Rhönklubs.<ref>Die Entwicklung des Rhönklubs seit 1876. In: Rhoenklub.de. Abgerufen am 4. April 2025.</ref> Da in anderen Gegenden Deutschlands bereits Gebirgsvereine gegründet waren, fasste er den Entschluss, zur Gründung eines Rhönklubs aufzurufen.

Die Einladung zur Gründungsversammlung hatte folgenden Wortlaut:

„Wenn auch die Rhön unstreitig eines der schönsten Gebirge Deutschlands ist, so wird es doch von Fremden noch verhältnismäßig wenig besucht. Die Reisenden halten das Gebirge für unwirthlich, rauh und kalt und scheuen wegen angeblichen Mangels an Verkehrswegen und comfortablen Gasthäusern den Besuch. Wir halten es als Freunde des Gebirges für unsere Pflicht, den vermeintlichen und wirklichen Mißständen, die sich dem Besuche der Touristen hinderlich zeigen, entgegenzutreten und suchen, dieses durch Bildung eines Rhönklubs zu erreichen. Aufgabe desselben soll sein, die Gebirgswege zu verbessern, Wegweiser zu errichten, Aussichtspunkte und Ruheplätze herzustellen, Führer auszubilden und auf Verbesserung der Gasthäuser einzuwirken, sodann auch durch Wort und Schrift für den Besuch der Rhön zu wirken und zu werben. Der Rhönklub soll in allen in der Rhön und deren Umgebung liegenden Orten Mitglieder zu gewinnen suchen; die Geldmittel sollen durch regelmäßige Beiträge, deren Höhe dem Belieben derselben anheim gegeben ist, beschafft werden. Wir wollen deshalb eine allgemeine Partie nach Gersfeld, als möglichst centralem Orte, auf den 6. August 1876 veranstalten. Dortselbst sollen die Erschienenen sich als Generalversammlung constituieren und ein definitives Comite wählen, dem die Leitung des Vereins übertragen wird. Wir laden Sie zu dieser Partie ein und bitten, im Kreise Ihrer Bekannten für die Beteiligung an derselben und für den Beitritt zum Rhönklub zu wirken. Zeit und Local der Versammlung werden durch die Blätter veröffentlicht werden. Am Nachmittag findet ein Ausflug auf den großen Nallen statt.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Einladung zur Gründungsversammlung 1876

Obwohl die Rhön schon immer ein „geteiltes“ Land war, fanden sich aus 16 Orten weit mehr Rhönfreunde in Gersfeld ein, als erwartet. Der Rhönklub wurde mit großer Begeisterung gegründet, Justus Schneider wurde der erste Präsident und Fulda Sitz des Vereins. Die Vertreter der 16 anwesenden Städte und Dörfer gründeten zeitnah „Sektionen“ (heute Zweigvereine).

Die Zahl der „Sektionen“ und die Zahl der Mitglieder wuchsen ständig. Ein besonderes Anliegen war es dem Präsidenten, allen Bewohnern der Rhön zu dienen. Die Zugehörigkeit zu den drei Ländern Königreich Preußen (KP) Königreich Bayern (KB) und Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach (SWE), warf erhebliche Probleme auf, der Rhönklub verbindet bis heute die Bewohner. Heute vereint unter Hessen, Bayern und Thüringen ( Thüringen gegründet 01.05.1920)

Aus dem Königreich Preußen, Königreich Bayern und Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach trafen sich zur Gründung folgende Gründungsvereine:

1.      Bad Brückenau KB

2.      Bad Kissingen KB

3.      Bad Neustadt KB

4.      Bischofsheim KB

5.      Dermbach SWE

6.      Fladungen KB

7.      Fulda KP

8.      Geisa KP

9.      Gersfeld KP

10.  Hammelburg KB

11.  Hilders KP

12.  Hünfeld KP

13.  Mellrichstadt KB

14.  Ostheim SWE

15.  Tann KP

16.  Weyers KP

Kurz darauf folgten auch Gründungen im Herzogtum Sachsen-Meiningen.

Toten-Ehrenmal

Datei:Rhoenklub-Gedaenkstaette.jpg
Gedenkstätte auf dem Heidelstein in der Rhön

Die Idee zum Toten-Ehrenmal auf dem Heidelstein entstand 1923, es wurde im selben Jahr eingeweiht. Jährlich im September wird dort der Verstorbenen des Rhönklubs im Rahmen der „Heidelsteinfeier“ gedacht.<ref>Rhönklub-Denkmal und Heidelstein-Feier. In: Rhoenline.de. Abgerufen am 3. April 2025.</ref>

Frühe Jahre

Im Jahre 1926 zählte der Rhönklub 70 Zweigvereine. Ein großes Wanderwegenetz war aufgebaut worden, auf den Bergen entstanden Rhönklubhütten. Der Volksschullehrer Karl Straub hatte 1929 erstmals im Auftrag des Hauptvorstandes des Rhönklubs einen Rhönkalender herausgegeben, der bis heute jährlich aufgelegt wird.<ref>Rhönkalender. In: Rhoenklub.de. Abgerufen am 4. April 2025.</ref>

Zweiter Weltkrieg und die Nachkriegsjahre

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernahm Oswald Milker die Vereinsführung und rettete den Rhönklub über die Zeit des Nationalsozialismus. Er musste sich 1941 in „Rhönbund“ umbenennen, und das eigenständige Vereinsleben kam zum Erliegen, aber er überlebte.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit ruhte zunächst jegliche Vereinstätigkeit, doch bereits 1946 erschien die erste Nummer der Rhönwacht als einfaches Doppelblatt. Nur noch 3000 Mitglieder zählte der Gesamtverein. 16 Zweigvereine in Thüringen wurden in der DDR als „faschistische Vereine“ verboten. Der Eiserne Vorhang trennte den Verein. Ostflüchtlinge kamen in die Rhön, ihnen gab der Verein eine neue Heimat.

Der fünfte Präsident Josef Hans Sauer schuf den Posten des Hauptkulturwartes. Der Rhönklub dürfe nicht nur ein Wanderverein sein, sondern müsse sich auch um die Pflege und Erhaltung von Traditionen, Brauchtümern und Kulturgütern der Rhönheimat bemühen.

1976 zählte der Rhönklub in 71 Zweigvereinen über 15.000 Mitglieder. Alfons Lühn, der sechste Präsident, steigerte die Mitgliederzahl. Er setzte eine Satzungsänderung durch, der zufolge dem Naturschutz eine größere Bedeutung beigemessen werden konnte.

Nach seinem Ausscheiden übernahm 1989 mit Regina Rinke erstmals eine Frau aus dem bayerischen Teil der Rhön die Leitung des Rhönklubs.

Wiedervereinigung

1989 vollzog sich die politische Wende, für den Rhönklub bedeutete die Einheit Deutschlands die Öffnung nach Thüringen. Spontan entstanden in 19 Orten Thüringens neue oder auch alte Rhönklub-Zweigvereine. Die erste Gründung erfolgte bereits am 6. Dezember 1989 in Oberalba. Am 28. Dezember 1989 gründete sich der Zweigverein Dermbach wieder, der 1876 bereits zu den Gründungsvereinen gezählt hatte.

Deutscher Wandertag 2008 in der Rhön

Vom 26. bis 30. Juni 2008 veranstaltete der Rhönklub in Fulda und der Rhön den 108. Deutschen Wandertag unter dem Motto „Wandern & Mehr“.

Gliederung

Datei:BY SodenBg 04 2007 Gipfel2.JPG
Gedenkstein „Rhön Klub Zweigverein Hammelburg 1876–1988“ im NSG Sodenberg-Gans

Die 77 Zweigvereine gehören dem Hauptverband an.<ref name="Mitglieder" /><ref>Zweigvereine des Rhönklubs. In: Rhoenklub.de. Abgerufen am 23. März 2025.</ref> Bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Rhönklub zur Verwaltungsvereinfachung das Gebiet der Rhön in Gaue eingeteilt. Es gab einen Nord-Ost-Gau, einen Nord-West-Gau, einen Süd-Ost-Gau und einen Süd-West-Gau. Später entschied man sich zur Umbenennung und benannte die Gaunamen nach den Flüssen der Rhön. Durch den Wegfall des Werragaues (in der ehemaligen DDR gelegen) kam es nach dem Krieg zur Gründung des Ulstergaues. Im Jahr 2008 wurden die Gaue in Regionen umbenannt. 2011 fusionierten die Regionen Saale und Sinn zur Region Saale/Sinn. So gibt es nun die Region Werra, Region Fulda, Region Saale/Sinn, Region Ulster.

Zweigvereine

Berghäuser und Wanderhütten

Datei:Rhönklub Hütte Oberbach 02.jpg
Rhönklubhütte in Oberbach
Datei:Rhönklub Würzburger Haus August 2017.jpg
Würzburger Karl-Straub-Haus in den Schwarzen Bergen

Der Rhönklub und dessen Zweigvereine haben in den ersten Jahren und Jahrzehnten nach ihrer Gründung sechs große Berghäuser und mehr als 30 Hütten in allen Teilen der Rhön errichtet und verpachtet, die Wander- und Naturfreunde zum Verweilen und Rasten einladen sollen.<ref name="hütten">Berghäuser und Wanderhütten des Rhönklubs. In: Rhoenklub.de. Abgerufen am 23. März 2025.</ref> Die großen Häuser bieten Übernachtungsmöglichkeiten – von der einfachen Unterkunft über Zimmer mit Dusche/Bad und WC bis zur Ferienwohnung –, Gastronomie und Kinderspielplätze.<ref name="hütten"/>

Folgende Häuser und Hütten gibt es in der Rhön:

Vereinszeitschrift

Das erste Erscheinen der Vereinszeitschrift Die Rhön (ehemals Rhönwacht) fiel in die Amtszeit des zweiten Präsidenten Karl Wegener. Seit 1912 erscheint diese Zeitschrift vierteljährlich. Ihre Herausgabe wurde nur kurz durch die beiden Kriege unterbrochen. Weil es eine Webseite der Musikgruppe Rhoenwacht gibt, über die rechtsradikales Liedgut verbreitet wird, wurde die Zeitschrift 2009 in Die Rhön – Wandern & mehr umbenannt.<ref>Namenswechsel! Aus Rhönwacht wird Die Rhön – Wandern & mehr. In: Osthessen-News.de. 31. Oktober 2008, abgerufen am 22. März 2025.</ref>

Präsidenten

Amtszeit Präsident
1876–1904 Justus Schneider
1904–1913 Karl Wegener
1913–1939 Hugo Pfeiffer
1939–1961 Oswald Milker
1961–1976 Josef Hans Sauer
1976–1989 Alfons Lühn
1989–2011 Regina Rinke
2011–2013 Ewald Klüber
2014–2024 Jürgen Reinhardt<ref>Jürgen Reinhardt mit großer Mehrheit neuer Präsident des Rhönklubs. In: Osthessen-News.de. 7. Juli 2014, abgerufen am 22. März 2025.</ref><ref name="Neisser">Marion Eckert: Klaus Neisser ist der neue Präsident des Rhönklubs. In: Saale-Zeitung. 22. Juni 2024, abgerufen am 22. März 2025.</ref>
seit 2024 Klaus Neisser<ref name="Neisser"/>

Auszeichnungen

Die folgenden Zweigvereine des Rhönklubs erhielten die Eichendorff-Plakette:

Siehe auch

Literatur

  • Regina Rinke (Hrsg.): 125 Jahre Rhönklub 1876–2001. Imhof, Petersberg 2001, ISBN 3-935590-18-0.
  • Regina Rinke: Der Rhönklub und seine Zweigvereine. In: Gustav Schneider, Gerhilde Kramm: Schneiders Rhönführer. Offizieller Führer des Rhönklubs. 26. Auflage. Parzeller, Fulda 2008, ISBN 978-3-7900-0404-5, S. 104–108.
  • Rhönklub (Hrsg.): Die Rhön. Monatszeitschrift für den Rhönklub und die Gesamtinteressen der Rhön. Eisenach 1912–1930, DNB 013070509.
  • Rhönklub (Hrsg.): Rhönwacht. Zeitschrift des Rhönklubs. Rhönklub, Fulda 1931–1943 und 1949–2008, ISSN 0936-1723, DNB 013070517.
  • Rhönklub (Hrsg.): Die Rhön – Wandern & mehr. Zeitschrift des Rhönklubs für Kultur, Naturschutz, Wandern, Wege, Jugend und Familie. Rhönklub, Fulda seit 2009, ISSN 1868-4440, DNB 99303957X.
  • Josef-Hans Sauer: Das Werden und Wollen des Rhönklubs. In: Frankenbund (Hrsg.) Frankenland – Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege. Jahrgang 1972. Frankenbund, Würzburg 1972, ISSN 0015-9905, S. 162–167 (PDF).

Weblinks

Einzelnachweise

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