Reuilly – Diderot (Métro Paris)
Reuilly – Diderot [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] ist ein unterirdischer Umsteigebahnhof der Pariser Métro. Er wird von den Linien 1 und 8 bedient.
Lage
Der U-Bahnhof befindet sich im Quartier de Picpus des 12. Arrondissements von Paris. Die Station der Linie 8 liegt längs unter der Rue de Reuilly südlich deren Kreuzung mit dem Boulevard Diderot, die der Linie 1 längs unter dem Boulevard Diderot westlich dieser Kreuzung.
Name
Namengebend sind die Straßen Rue de Reuilly und Boulevard Diderot. Die Rue de Reuilly führte zum ehemaligen Weiler Reuilly, dessen Name als Stadtviertel Quartier de Reuilly weiter existiert.<ref group="Anm.">Der Name des heutigen Stadtteils bezeichnet kein Quartier gemäß der Pariser Verwaltungsstruktur</ref> Der Schriftsteller und Philosoph Denis Diderot (1713–1784) war u. a. Mitherausgeber des 72.000 Artikel umfassenden Nachschlagewerks Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers.
Bis zur Eröffnung der Station der Linie 8 im Jahr 1931 hieß der U-Bahnhof nur „Reuilly“.<ref>Gérard Roland: Stations de métro d’Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 184.</ref>
Geschichte und Beschreibung
Die Station der Linie 1 wurde am 20. August 1900, einen Monat nach der Eröffnung der Linie, in Betrieb genommen. Diese erste Pariser Métrolinie durchquerte die Stadt von West nach Ost, sie verlief zunächst nur von Porte Maillot bis Porte de Vincennes.<ref>Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 131.</ref> Am 5. Mai 1931 ging die Station der Linie 8 in Betrieb, als zu Beginn der Kolonialausstellung im Bois de Vincennes deren Abschnitt von Richelieu – Drouot bis Porte de Charenton eröffnet wurde.<ref name="JT241">Jean Tricoire: op. cit. S. 241.</ref>
Beide Stationen weisen Seitenbahnsteige an zwei Streckengleisen auf und liegen unter elliptischen, weiß gefliesten Gewölbedecken. Die Seitenwände der Station der Linie 1 folgen der Krümmung der Ellipse, bei der Linie 8 verlaufen sie im unteren Bereich geradlinig vertikal. Die Station der Linie 1 wurde Anfang der 1960er Jahre von 75 m auf 105 m verlängert, um Sieben-Wagen-Züge aufnehmen zu können, die der Linie 8 wurde von vornherein mit dieser Länge gebaut.<ref>Brian Hardy: Paris Metro Handbook. 3. Auflage. Capital Transport Publishing, Harrow Weald 1999, ISBN 1-85414-212-7, S. 36.</ref><ref group="Anm.">Da nicht alle Stationen diese Länge aufweisen, verkehren auf der Linie 1 aus sechs Wagen gebildete Züge, bei der Linie 8 sind es fünf Wagen pro Zug</ref> Südlich der Station der Linie 8 existiert ein einfacher Gleiswechsel. Die Bahnsteige der Station der Linie 1 wurden Ende Mai 2008, im Zuge der Einführung des fahrerlosen Betriebs, angehoben und später mit Bahnsteigtüren versehen.
An der Kreuzung des Boulevard Diderot mit der Rue de Reuilly unterquert die Linie 8 die Linie 1. Dort gibt es drei Zugänge, ein vierter liegt an der Rue de Chaligny. Die drei auf der Südseite des Boulevard Diderot befindlichen Zugänge sind durch je einen von Adolphe Dervaux im Stil des Art déco entworfenen Kandelaber, der den Schriftzug METRO trägt, markiert.
Fahrzeuge
Zunächst verkehrten auf der Linie 1 Züge, die aus einem Triebwagen mit nur einem Führerstand und zwei Beiwagen bestanden.<ref group="Anm.">Wegen des Vorhandenseins von Wendeschleifen an beiden Streckenenden mussten die Triebwagen dort nicht an das andere Zugende umgesetzt werden</ref> Diese Fahrzeuge waren zweiachsig und jeweils knapp neun Meter lang. Bereits 1902 wurden Acht-Wagen-Züge mit je einem Triebwagen an den Zugenden gebildet.<ref group="Anm.">Nach dem Metrounfall im Bahnhof Couronnes im August 1903 liefen beide Triebwagen hintereinander an der Zugspitze</ref> Bis 1905 wurden die Triebwagen, ab 1906 auch die Beiwagen durch längere, vierachsige Fahrzeuge auf Drehgestellen ersetzt. 1908 hielten grün lackierte Fünf-Wagen-Züge der Bauart Sprague-Thomson auf der Linie 1 Einzug,<ref group="Anm.">Anders als üblich waren die Züge der Linie 1 ab den frühen 1930er Jahren in Grau (mit rotem 1.-Klasse-Wagen) gehalten</ref> die sich dort bis in die 1960er Jahre hielten. Ab Mai 1963 wurden die auf Schienen verkehrenden Sprague-Thomson-Züge sukzessive durch gummibereifte Fahrzeuge der Baureihe MP 59 abgelöst, bis Dezember 1964 herrschte Mischverkehr der zwei Betriebsarten.<ref>Jean Tricoire: op. cit. S. 132 ff.</ref> 1997 folgte die Baureihe MP 89 CC,<ref group="Anm.">CC bedeutet „Conduite Conducteur“ (fahrergesteuert), im Gegensatz zum fahrerlosen Typ MP 89 CA</ref> die mit der Aufnahme des automatischen Betriebs der Baureihe MP 05 wich.
Während der Kolonialausstellung 1931 verkehrten an der Station der Linie 8 Sieben-Wagen-Züge<ref group="Anm.">Weil die westlich von Richelieu – Drouot gelegenen Stationen der Linie 8 zunächst nur 75 m lang waren, verkehrten die letzten beiden Wagen eines Zugs von dort an leer weiter, da sie deren Bahnsteigkanten nicht erreichten</ref> der Bauart Sprague-Thomson,<ref name="JT241" /> später wurden die Zuglängen auf fünf Wagen verkürzt. Von 1975 an kamen MF-67-Züge auf die Linie 8, die ab 1980 durch die Baureihe MF 77 ersetzt wurden.
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Weblinks
Literatur
- Gérard Roland: Stations de métro. D’Abbesses à Wagram. 2003, ISBN 2-86253-307-6.
Einzelnachweise
<references />
| Vorherige Station | Métro Paris | Nächste Station |
|---|---|---|
| Gare de Lyon ← La Défense |
Datei:Paris m 1 jms.svg | Nation Château de Vincennes → |
| Faidherbe – Chaligny ← Balard |
Datei:Paris m 8 jms.svg | Montgallet Pointe du Lac → |
Koordinaten: 48° 50′ 50,4″ N, 2° 23′ 12,4″ O
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