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Reichertshofen (Sengenthal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Reichertshofen
Gemeinde Sengenthal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(300)&title=Reichertshofen 49° 14′ N, 11° 25′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(300) 49° 13′ 40″ N, 11° 25′ 13″ O
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Höhe: 417 m ü. NHN
Einwohner: 300[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 92369
Vorwahl: 09181
Datei:Reichertshofen02.JPG
Karte
Reichertshofen am Fuß des Buchberges. Links im Hintergrund die markante Bergkette des Sulzbürges. Rechts am fernen Horizont der Albtrauf bei Thalmässing

Reichertshofen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in der Oberpfalz.<ref name=":0">Ortslage. In: BayernAtlas. Kartenviewer des Freistaats Bayern, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref>

Geografie

Das Kirchdorf befindet sich rd. 2 km westlich des Hauptortes Sengenthal und rd. 3,5 km südwestlich der Großen Kreisstadt Neumarkt in der Oberpfalz. Reichertshofen liegt an der Kreisstrasse NM18.<ref name=":0" />

Geschichte

Reichertshofen ist bereits im Pontifikale Gundekarianum des Jahres 1072 (Seite 60r) des Eichstätter Bischofs Gundekar II genannt und mit "Ad domum richardi" beschrieben.<ref name=":4">Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt / historisch-statistische Beschreibung auf Grund der Literatur, der Registratur des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt / II. Band / Eichstätt 1938 / Ph. Brösner- & M. Däntlersche Buchdruckerei / Seite 451. In: Münchener DitiatlisierungsZentrum / Digitale Bibliothek. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref><ref>Pontifikale Gundekarianum / Seite 60 r / linke Spalte / elfter Ort von oben: Onlineportal. In: der Universitätsbibliothek. Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref>

Die urkundliche Erstnennung des Ortes hängt mit dem dort ansässigen Dienstmannengeschlecht zusammen, dass im Jahre 1261 mit Vlricus und Siboto de Richershovin in Urkunden des Klosters Seligenporten in Erscheinung tritt. Beide waren zunächst Lehens- und Gefolgsleute Konrads des Jüngeren von Sulzbürg. Nach dessen Tod und der Doppelhochzeit seiner Töchter mit den Reichsministerialen von Stein, ging dieser Besitz an die „Hilpoltsteiner“ über.<ref name=":2">Sarah Rathgeb: Historische Ortsnamen. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref><ref name=":3">Simon Federhofer: Herrschaftsbildung im Raum Neumarkt. In: Historischer Verein für Neumarkt i.d.Opf. und Umgebung (Hrsg.): Neumarkter Historische Beiträge. Band 2. Druckerein Fuchs, Neumarkt 1999, ISBN 978-3-00-004570-7, S. 82–88, 126.</ref>

Die Kommission für bayerische Landesgeschichte hat für das Kirchdorf auch eine Namenserklärung erarbeitet. Danach bezieht sich der Ortsnamen auf den mittelhochdeutschen Personennahmen Rihger, wonach sich als Ortsnamensbegründung bei den Höfen des Rihger ergibt.<ref name=":2" />

Zwei Höfe Reichertshofens waren noch im 13. Jahrhundert Bestandteil der kaiserlichen Hofmark Berngau. Ob diese Höfe erst nach dem Tode des letzten Staufers Konradin an die Wittelsbacher gelangten oder bereits vorher verkauft wurden, ist nicht belegt.<ref name=":1">Simon Federhofer: Herrschaftsbildung im Raum Neumarkt. In: Historischer Verein für Neumarkt i.d.Opf. und Umgebung (Hrsg.): Neumarkter Historische Beiträge. Band 2. Druckerein Fuchs, Neumarkt 1999, S. 82–88.</ref>

Das Adelsgeschlecht der Reickertshofer hingegen ist noch längere Zeit als Dorfherr bezeugt. Im Jahre 1397 verkaufte Paul Reickertshofer ein Gut im Dorf an seinen Sohn Burkard. Über die Söhne Burkards ist bekannt, dass Konrad Doktor des Kirchenrechts und Domherr zu Regensburg war und dessen Brüder Ludwig und Bernhard ihre Namen im Jahre 1422 ihre Namen in „Reichharter“ änderten. Ludwig trat als „geheimer Schreiber“ in den Dienst des Pfalzgrafen Johann von Neumarkt, Bernhard wurde Landgerichtsschreiber in Hirschberg. Dort war Vater Burkard zum Beisitzer berufen. Mit Burkard ging auch der Edelsitz in Reichertshofen – vermutlich im Zeitraum zwischen 1405 und 1425 – in andere Hände über.<ref name=":3" />

Das Wappen der Reickertshofer - ein Schrägbalken mit drei Sternen - findet sich auch im Wappen der Gemeinde Sengenthal.

Im Jahre 1442 verlieh Pfalzgraf Johann von Neumarkt dem Stefan Lemel die Vogtei über die Kirche und ihre Güter sowie alle Dorfrechte und die Hofstatt auf dem Kirchhof (vermutlich der ehemalige Edelsitz der Reickertshofer). Als Dorfherr erhielt er die niedere Gerichtsbarkeit und konnte damit im Dorf Gebote und Verbote Aussprechen.<ref name=":3" />

In einem kircheneigenen Gebäude wurde in 1688 eine Winterschule mit 40 Kindern eingerichtet. Das Langhaus der Kirche St. Nikolaus wurde im Jahre 1760 fertiggestellt. Der Kirchturm konnte dann in 1775 vollendet werden.<ref name=":4" />

Im Königreich Bayern wurde zwischen 1810 und 1820 der Steuerdistrikt Reichertshofen gebildet, dem Reichertshofen, Stauf, die Seitzermühle, die Ölkuchenmühle und die Schmidmühle angehörte.<ref>Bernhard Heinloth: Historischer Atlas von Bayern / Kommission für Bayerische Landesgeschichte / Teil Altbayern / Heft 16 / München 1967 / Seite 328. In: Bayerische Staatsbibliothek. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde dann die Ruralgemeinde Reichertshofen mit dem Gemeindeteil Richthof gebildet.<ref>Bernhard Heinloth, S. 277</ref>

Am 19. Dezember 1867 wurde Reichertshofen zur Pfarrei erhoben.<ref name=":4" />

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die Gemeinde Reichertshofen am 31. Dezember 1971 der Gemeinde Sengenthal angegliedert.<ref></ref>

Einwohner

Einwohner
Berichtsjahr Dorf Reichertshofen<ref>Ortsdatenbank Dorf Reichertshofen. In: bavarikon. Onlineportal des Freistaats Bayern, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref> Gemeinde Reichertshofen<ref>Ortsdatenbank Gemeinde Reichertshofen. In: bavarikon. Onlineportal des Freistaats Bayern, abgerufen am 24. Januar 2026.</ref>
1871 213 223
1925 227 241
1950 238 249
1970 212
1987 291
Datei:St Nikolaus - Reichertshofen - NM - Oberpfalz 70.jpg
St. Nikolaus

Gewerbe

In Reichertshofen gibt es mehrere familiengeführte Betriebe. Im Jahr 2001 wurde ein Gewerbegebiet südöstlich des alten Dorfes ausgewiesen. Reichertshofen ist noch von der Landwirtschaft geprägt. Im Dorf existieren einige landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 30 ha Betriebsfläche.

Sehenswürdigkeiten

Gesellschaftliches Leben

Im Ort bestehen mehrerer Vereine und kirchliche Einrichtungen:

Datei:Reichertshofen NM 018.jpg
Feuerwehrhaus Reichertshofen

Literatur

Weblinks

Commons: Reichertshofen (Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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