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Regius Professor of Surgery (Glasgow)

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Datei:Lister, Regius Professor of Surgery at Glasgow, 1860 Wellcome M0000292.jpg
Bild der Ernennungsurkunde von Joseph Lister

Der Regius Chair of Surgery ist ein Lehrstuhl für Chirurgie an der University of Glasgow.<ref name="GSRegiusChair" /> Er wurde 1815 durch Georg III. gestiftet zusammen mit den Regius-Professuren wie Chemie und Zoologie in Glasgow.<ref name="GSRegiusChair" />

Geschichte

In seiner über 200-jährigen Geschichte erreichten die Inhaber des Lehrstuhls einige herausragende Leistungen. Schon der erste Inhaber des Lehrstuhls, John Burns, leistete einige Pionierleistungen in der Reproduktionsmedizin.<ref name="GSBurns" /> Sein Lehrbuch für die Reproduktionsmedizin, The Principles of Midwifery Including the Diseases of Women and Children, wurde zu einem Standardwerk der Medizin, erlebte mehrere Auflagen und wurde in mehrere Sprachen übersetzt.<ref name="DNBBurns" />

Joseph Lister, der dritte Professor, begann während seiner Amtszeit mit den wegweisenden Versuchen mit Karbol, die er mit der während seiner Amtszeit in Edinburgh eingeführten Sprayanlage beschloss.<ref name="GSLister" /><ref name="Cavendish2015" /><ref name="EB1911Lister" /> Am 12. August 1865 wurde ein Glasgower Junge, James Greenless, von einem Pferdekarren überrollt.<ref name="Cavendish2015" /> Er erlitt einen offenen Bruch des linken Unterschenkels und wurde im Krankenhaus eingeliefert.<ref name="Cavendish2015" /> Lister verabreichte eine Chloroformnarkose und wusch die Wunde mit Karbolsäure, deckte die Wunde dann mit Tüchern ab, die er mit Karbolsäure getränkt hatte.<ref name="Cavendish2015" /> Die Wunde begann zu heilen und Greenless konnte sechs Wochen später entlassen werden, ein Vorfall, der Listers ersten Erfolg mit dieser Methode markierte.<ref name="Cavendish2015" /> In der Folge konnte Lister die Sterberate in seiner Abteilung auf unter 15 % senken.<ref name="Cavendish2015" /> Zwar hatte Ignaz Semmelweis seine Arbeiten vor Lister durchgeführt und veröffentlicht, aber sowohl die deutsch-österreichischen als auch die ungarischen Kollegen Semmelweis’ ignorierten die Arbeiten weitgehend.<ref name="EB1911Lister" /> Listers Ergebnisse wurden nicht nur wahrgenommen, sondern von der medizinischen Gemeinschaft übernommen und weiterentwickelt.<ref name="EB1911Lister" />

William Macewen brachte gleich mehrere Neuerungen in die Lehre und Praxis ein. Er entfernte als Erster erfolgreich einen Hirntumor und behandelte subdurale Hämatome durch chirurgische Eingriffe, außerdem führte er Transplantationen von Knochenmaterial durch und verfeinerte die von Lister eingeführten Hygienemaßnahmen zu dauerhaften und zuverlässigen Prozeduren für die Krankenhauspraxis.<ref name="GSMacewen" />

Andrew Watt Kay schrieb in seiner Zeit nicht nur die einflussreichste medizinische Arbeit in Großbritannien, sondern war an der Eröffnung eines der ersten Zentren für Nierentransplantationen beteiligt.<ref name="Scotsman2011-02-10" />

Regius Professors of Surgery

Name Namenszusatz von bis Anmerkung
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSBurns" /><ref name="Comrie1932" /> C.M., M.D. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Burns hatte Medizin an der University of Glasgow studiert und praktizierte in Glasgow.<ref name="GSBurns" /><ref name="DNBBurns" /> 1797 eröffnete er mit seinem Bruder Allan eine private Lehreinrichtung für Medizinstudenten, wo er Anatomie, Chirurgie und Reproduktionsmedizin unterrichtete.<ref name="GSBurns" /><ref name="DNBBurns" /> Seine Studenten wurden damals verdächtigt, Leichen für die Lehrveranstaltungen von Friedhöfen zu stehlen.<ref name="GSBurns" /> Der Magistrat unterdrückte weitere Untersuchungen in dieser Sache unter der Auflage, dass Burns die Lehre der Anatomie aufgab.<ref name="DNBBurns" /> Burns gab nach und wandte sich der Reproduktionsmedizin zu.<ref name="DNBBurns" /> Sein Bruder übernahm die Lehre der Anatomie.<ref name="DNBBurns" /> 1799 wurde John zum Professor für Anatomie der Anderson’s University ernannt.<ref name="GSBurns" /><ref name="DNBBurns" /> Seine Veröffentlichungen sicherten seinen Ruf als Experten für Abtreibungen und Reproduktionsmedizin.<ref name="GSBurns" /><ref name="DNBBurns" /> Mit der Protektion des Kanzlers der Universität wurde ihm die Regius Professur zugesprochen.<ref name="GSBurns" /> Gemeinsam mit John Towers war Burns der erste, dem der Titel Chirurgiae Magister (C.M.) verliehen wurde. Burns starb am 18. Juni 1850 beim Untergang des Dampfers Orion auf der Überfahrt von Liverpool nach Glasgow.<ref name="GSBurns" /><ref name="Comrie1932" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSLawrie" /><ref name="Comrie1932" /> M.A., M.D. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Nach seinem Studium an der University of Glasgow arbeitete Lawrie für die Britische Ostindien-Kompanie (1823–1831).<ref name="GSLawrie" /><ref name="Comrie1932" /> Dann übernahm er eine Professur am Anderson’s College, einem der Glasgower Colleges.<ref name="GSLawrie" /> Mit nur 58 Jahren verstarb Lawrie im November 1859.<ref name="Comrie1932" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSLister" /><ref name="Times1883-12-31" /> M.B., F.R.C.S., F.R.S., LL.D., D.C.L. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Lister hatte sein Studium 1853 abgeschlossen.<ref name="GSLister" /> 1865 begann er an der Glasgow Royal Infirmary seine Experimente mit „Karbolsäure“ (Phenol) als Barriere gegen Infektionen bei offenen Brüchen.<ref name="GSLister" /><ref name="Comrie1932" /> Ab 1869 hatte er den Regius Chair of Clinical Surgery in Edinburgh inne.<ref name="GSLister" /> 1897 wechselte er als Professor der Chirurgie ans King’s College London.<ref name="GSLister" /> Die von Lister entwickelte Methode wurde im englischsprachigen Raum als „Listerism“ bekannt.<ref name="Times1883-12-31" /> Für seine Leistung wurde Lister 1883 geadelt.<ref name="Times1883-12-31" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSMacLeod" /><ref name="Comrie1932" details="S. 639" /> M.D. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle 1853 schloss MacLeod sein Medizinstudium an der University of Glasgow, Paris und Wien ab.<ref name="GSMacLeod" /> Während des Krimkriegs arbeitete er als Chirurg in einem Hospital in Izmir.<ref name="GSMacLeod" /> Er wechselte in private Dienste und wurde 1856 zum Professor der Royal Infirmary und folgte 1869 Joseph Lister als Regius Professor nach.<ref name="GSMacLeod" /> Er hielt die Professur bis zu seinem Tod 1892.<ref name="Comrie1932" details="S. 639" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSMacewen" /><ref name="Comrie1932" details="S. 639" /> M.B., C.M., LL.D. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Macewen studierte in Glasgow von 1865 bis 1869.<ref name="GSMacewen" /> Nach einer Reihe von Anstellungen in verschiedenen Hospitälern von Glasgow wurde er 1873 Chirurg an der Western Infirmary.<ref name="GSMacewen" /> Er erlangte Berühmtheit, weil er aseptische Prozeduren im Operationssaal einführte, als Pionier der Hirnchirurgie und durch die Einführung verschiedener erfolgreicher Prozeduren und Techniken im Bereich der chirurgischen Behandlung von Knochen.<ref name="GSMacewen" /> 1902 wurde Macewen geadelt.<ref name="GSMacewen" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSYoung" /> B.Sc., M.B., C.M. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Young war an der University of Glasgow ausgebildet und schloss mit Auszeichnung ab.<ref name="GSYoung" /> Er setzte seine Studien in Europa fort und besuchte Berlin, Breslau und Heidelberg.<ref name="GSYoung" /> Nach einigen privaten Anstellungen wurde er persönlicher Assistent des Pathologen Joseph Coats und wurde 1898 zum Assistenten von William Macewen.<ref name="GSYoung" /> Während des zweiten Burenkriegs arbeitete er in Kroonstad.<ref name="GSYoung" /> Den Ersten Weltkrieg verbrachte er als Chirurg in der Western Infirmary in Glasgow.<ref name="GSYoung" /> Während seiner Professur verfeinerte er die chirurgische Behandlung von Brüchen weiter.<ref name="GSYoung" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSIllingworthC" /> M.B., Ch.B., C.B.E. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle<ref name="GSIllingworthC" /> Charles Frederick William Illingworth’ Studium an der University of Edinburgh wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen, an dem er von 1916 bis 1918 als Pilot teilnahm und wo er kurzzeitig auch in Kriegsgefangenschaft geriet.<ref name="GSIllingworthC" /> Illingworth war der Gründer der gemeinnützigen Forschungsstiftung Tenovus-Scotland.<ref name="GSIllingworthC" /> Nach ihm wurde der Illingworth-Preis der Universität benannt.<ref name="GSIllingworthC" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSKay" /><ref name="Scotsman2011-02-10" /> M.B., Ch.B., M.D., Ch.M., F.R.C.S. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Kay hatte in Glasgow studiert und schloss sein Studium mit dem Gewinn des Brunton-Memorial-Price ab.<ref name="GSKay" /> Den Abschluss seines Medizinstudiums krönte die Bellahouston Gold Medal.<ref name="GSKay" /> Ab 1942 bis 1956 assistierte er dem amtierenden Regius Professur, nur unterbrochen von der Zeit von 1946 bis 1948, als er seinen Militärdienst leistete.<ref name="GSKay" /> 1962 übernahm der die Professur für Chirurgie an der University of Sheffield, um nur zwei Jahre später als Regius Professor zurückzukehren.<ref name="GSKay" /> Sein Spezialgebiet war die Gastroenterologie.<ref name="Scotsman2011-02-10" /> Er arbeitete mit dem Nierenspezialisten Richard Wood zusammen, der eines der ersten Transplantationszentren für Nierentransplantationen in Großbritannien einrichtete.<ref name="Scotsman2011-02-10" /> 1973 wurde er geadelt.<ref name="GSKay" /><ref name="Scotsman2011-02-10" />
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSGeorge" /> M.B., B.S., M.S., C.B.E. Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle<ref name="TGazE-27207-1" /> Vor seiner Ernennung zum Regius Professor hatte George ab 1981 als Professor für Chirurgie an der Universität gelehrt.<ref name="GSGeorge" /> Zuvor hatte ihn seine Karriere von 1973 bis 77 an die University of Manchester und später an die University of Liverpool gebracht.<ref name="GSGeorge" />
nicht besetzt Vorlage:DatumZelle<ref name="TGazE-27207-1" /> Vorlage:DatumZelle
<ref name="GSRegiusChair" /><ref name="GSBiankin" /><ref name="TGazE-27207-1" /> Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle Der Chirurg spezialisiert sich auf die Behandlung von Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse, für die er verschiedene Strategien verfolgt.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Cavendish2015"> Richard Cavendish: Lister pioneers antiseptic surgery in Glasgow. In: History Today, Volume 65, Issue 8, August 2015. </ref> <ref name="Comrie1932"> </ref> <ref name="DNBBurns"> </ref> <ref name="EB1911Lister"> </ref> <ref name="GSBiankin"> Professor Andrew Biankin. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSBurns"> John Burns. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSGeorge"> William George. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSIllingworthC"> Sir Charles Illingworth. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSKay"> Sir Andrew Kay. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSLawrie"> James Lawrie. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSLister"> Joseph Lister Baron Lister. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSMacewen"> Sir William Macewen. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSMacLeod"> Sir George Husband Baird MacLeod. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSRegiusChair"> Surgery (Regius Chair). The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="GSYoung"> Archibald Young. The University of Glasgow Story; abgerufen am 29. November 2017. </ref> <ref name="Scotsman2011-02-10"> Obituary: Professor Sir Andrew Kay, MB ChB, FRCS, surgeon and Regius Professor of Surgery at Glasgow University, 1964-81. In: The Scotsman, 10. Februar 2011; Nachruf auf Andrew Watt Kay. </ref> <ref name="TGazE-27207-1"> Mitteilung über die Ernennung von Andrew Victor Biankin zum Regius Professor of Surgery an der University of Glasgow. In: London Gazette, 8. Februar 2013. </ref> <ref name="Times1883-12-31"> The New Baronet. - Mr. Joseph Lister. In: The Times, 31. Dezember 1883, Issue 31017, S. 7, Spalte E. </ref> </references>