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RS-24 (Rakete)

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RS-24 (Rakete)
Datei:April 9th rehearsal in Alabino of 2014 Victory Day Parade (558-56).jpg
RS-24 auf MZKT-79221

RS-24 auf MZKT-79221
Allgemeine Angaben
Typ Interkontinentalrakete
Heimische Bezeichnung RS-24 Jars, RS-24 Yars, RS-12M2R
NATO-Bezeichnung SS-27 Mod. 2 Sickle-B
Herkunftsland Russland Russland
Hersteller Moskauer Institut für Wärmetechnik
Entwicklung 1998
Indienststellung 2010
Einsatzzeit Im Dienst
Technische Daten
Länge 21,00–22,90 m
Durchmesser 1.950 mm
Gefechtsgewicht 46.500–47.200 kg
Antrieb
Erste Stufe
Zweite Stufe
Dritte Stufe

Feststoff
Feststoff
Feststoff & PBV (Post Boost Vehicle)
Reichweite 10.000–12.000 km
Ausstattung
Lenkung INS und GLONASS
Gefechtskopf 3–4 MIRV Nukleargefechtsköpfe mit je 100 oder 300 kT
Zünder Programmierter Zünder
Waffenplattformen LKW-Typ MZKT-79221 oder Raketensilo
Listen zum Thema

Die RS-24 „Jars“ bzw. „Yars“ (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) ist eine silogestützte/mobile ballistische Interkontinentalrakete aus russischer Produktion. Der Systemindex der Streitkräfte Russlands lautet 15P180 und 15P181. In den START-Verträgen ist sie als RS-12M2R aufgeführt. Die Raketen werden mit 15Sch55M und 15Sch65M bezeichnet. Das Startfahrzeug trägt die Bezeichnung 15U175M und der NATO-Codename lautet SS-27 Mod. 2 Sickle-B. Die RS-24 ist eine Weiterentwicklung der RS-12M2 Topol-M (NATO-Codename SS-27 Sickle-B), welche mit Mehrfachsprengköpfen bestückt ist.

Entwicklung

Die RS-24 wurde vom Westen weitgehend unbeobachtet entwickelt.<ref name="space2">Russianspaceweb.com: Topol-M program</ref> Sie basiert auf dem Entwurf der Interkontinentalrakete RS-12PM-OS Universal. Bei dieser Rakete handelte es sich um eine abgeänderte RS-12M Topol (SS-25 Sickle), die mit einer neuen Gefechtskopfsektion für bis zu sechs MIRV-Sprengköpfe bestückt war. Dieses Projekt wurde Anfang der 1990er-Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion abgebrochen und nicht weiterverfolgt. Mitte der 2000er-Jahre wurde die Gefechtskopfsektion der RS-12PM-OS Universal so modifiziert, dass sie auf eine RS-12M2 Topol-M aufgesetzt werden konnte. Die so entstandene Rakete wird als RS-24 „Jars“ bzw. RS-24 „Yars“ bezeichnet.<ref name="dtig">Landgestützte sowjetische/russische ballistische Lenkwaffen. DTIG – Defense Threat Informations Group, Februar 2011, S. 34 und 36.</ref><ref name="janes24">Duncan Lennox: IHS Jane's Weapons: Strategic 2012–2013 (Jane's Weapon Systems Strategic). Janes Information Group; 56th edition edition, März 2012, ISBN 0-7106-3021-2.</ref><ref name="utkin27">A. W. Karpenko, A. D. Popow, Ju. S. Solomonow, A. F. Utkin: Sowjetisch-Russische Strategische Raketenkomplexe. Elbe-Dnjepr-Verlag, 2006. ISBN 3-933395-79-8. S. 185–187.</ref>

Nachdem bereits die Ursprungsversion RS-12M Topol (NATO-Codename SS-25 Sickle) am 30. Mai 1983 mit MIRV-Sprengköpfen getestet wurde,<ref name="utkin25">A. W. Karpenko, A. D. Popow, Ju. S. Solomonow, A. F. Utkin: Sowjetisch-Russische Strategische Raketenkomplexe. Elbe-Dnjepr-Verlag, 2006. ISBN 3-933395-79-8. S. 176–179.</ref> vermeldete im Dezember 2006 Nikolai Solowzow, der Oberbefehlshaber der Strategischen Raketentruppen Russlands, dass die Weiterentwicklung RS-12M2 Topol-M ebenfalls mit MIRV-Sprengköpfen bestückt werden könne.<ref name="ria20061219">[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] RIA Novosti, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2014-02-19;.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Dennoch waren westliche Medien überrascht, als am 29. Mai 2007 eine solche Rakete getestet wurde. Bei diesem Test wurde eine RS-24-Rakete in Kosmodrom Plessezk gestartet und erreichte weniger als eine halbe Stunde später ihr Ziel auf der Halbinsel Kamtschatka, 5300 km weiter östlich. Zwei weitere erfolgreiche Testflüge von Plessezk gab es am 25. Dezember 2007 sowie am 26. November 2008.<ref>Flight test of RS-24 missile</ref> Im Juli 2010 gab das russische Verteidigungsministerium bekannt, dass die ersten drei RS-24-Raketen den Strategischen Raketentruppen Russlands übergeben und auf der Raketenbasis Teikowo stationiert wurden.<ref>Russianforces.org – Le RS-24 est arrivé!</ref> Am 23. Oktober 2023 erfolgte vom Kosmodrom Plessezk von einer mobilen Startplattform ein weiterer Start. Die Gefechtskopfattrappen trafen angeblich planmäßig Ziele auf dem Raketentestgelände Kura, auf der Halbinsel Kamtschatka.<ref name="milruss">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Technik

Datei:RS-24 Yars.webm
Start einer RS-24, 2022

Die RS-24-Raketen können in Raketensilos stationiert werden oder auf den geländegängigen 16×16-LKW vom Typ MZKT-79221 platziert und von diesem gestartet werden.<ref name="armyrecognition">Armyrecognition.com: RS-24 Yars SS-29 Nuclear ICBM InterContinental Ballistic Missile</ref><ref>Russianforces.org: Silo-based RS-24</ref> Jeder dieser 15U175M-LKWs ist mit einem zylinderförmigen Transport- und Abschussbehälter, mit einer 15Sch55M-Rakete beladen. Jeweils 9 dieser Startfahrzeuge bilden ein Raketenregiment, welches in einer Garnison untergebracht ist.<ref name="thebulletin2025" /> Dort sind die LKWs in 15U182-Garagen parkiert. Der Raketenstart kann aus der Garage erfolgen, die ein teilbares Schiebedach hat, alternativ von eingemessenen Geländepunkten entlang einer festgelegten Patrouillenroute oder von beliebigen Punkten im Gelände.<ref name="bastion">Bastion-karpenko.ru: МОБИЛЬНЫЙ РАКЕТНЫЙ КОМПЛЕКС «ЯРС» MOBILE MISSILE COMPLEX YARS</ref> Das mobile System ist schnell verlegbar und daher schwierig zu lokalisieren. Somit ist eine präventive Zerstörung nur schwierig realisierbar. Für den Raketenstart wird eine Vorbereitungszeit von wenigen Minuten benötigt. Die Rakete wird kalt gestartet. Mittels Gasdruck wird sie aus dem Transport- und Abschussbehälter auf eine Höhe von ca. 30 m ausgestoßen. Erst dann zündet die erste Raketenstufe.<ref name="missilethreat">Missilethreat.csis.org: RS-24 Yars</ref>

Über die RS-24-Raketen gibt es nicht viele gesicherte Daten und diese sind zum Teil auch irreführend. Es wurden zwei Raketentypen entwickelt: Die 15Sch55M-Rakete für den Start vom LKW und die 15Sch65M-Rakete für den Start aus einem Silo.<ref name="milruss" /> Die RS-24-Raketen werden im Maschinenbauwerk Wotkinsk produziert und verwenden die Antriebstechnik der ab 1991 entwickelten RS-12M2 Topol-M. Sie hat drei Hauptantriebstufen mit Feststoff-Raketentriebwerken. Die vierte Antriebsstufe für den Wiedereintrittskörperträger (englisch Post Boost Vehicle) verfügt über kleine Feststoff-Raketentriebwerke zur Weiterbeschleunigung und zur Lageregelung. Die Antriebsstufen sind übereinander angebracht und zünden der Reihe nach. Die erste Stufe hat einen Durchmesser von 1.950 mm, die zweite 1.610 mm und die dritte 1.580 mm.<ref name="janes24" /> Die Steuerung erfolgt über vier Strahlruder am Raketentriebwerk. Die Lenkeinheit besteht aus einem Trägheitsnavigationssystem, einem Empfänger für das Globale Navigationssatellitensystem GLONASS und einem digitalen Computer.<ref name="bastion" /> Die RS-24 soll sowohl mit 4 leichten MIRV-Sprengköpfen mit einer Sprengleistung von jeweils 100 kT oder mit 3 MIRV-Sprengköpfen mit jeweils 300 kT beladen werden können.<ref name="thebulletin2025" /> Die Wurfmasse der Jars wird auf 1.180–1.250 kg geschätzt.<ref name="janes24" /><ref name="bastion" /> Die RS-24-Rakete soll einen Streukreisradius (CEP) von 150–250 m erreichen.<ref name="milruss" /><ref name="missilethreat" />

Versionen

  • RS-24 Jars-S (15P180): Mobile Version, installiert auf einem 15U175M-LKW mit Rakete 15Sch55M-Rakete. NATO-Codename SS-27 Mod. 2 Sickle-B.<ref name="bastion" />
  • RS-24 Jars-M (15P181): Silogestützte Version mit 15Sch65M-Rakete. NATO-Codename SS-27 Mod. 3 Sickle-B.<ref name="milruss" />

Politik

Die Stationierung der RS-24 wurde von Beobachtern als Antwort auf die damals angekündigten US-amerikanischen Raketenabwehrstationen in Polen und Tschechien gedeutet (vgl. Active Layered Theatre Ballistic Missile Defence). Politisch wurde die Stationierung auch als russische Machtdemonstration zur Ratifizierung des Abrüstungsvertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) gesehen, der allerdings nach ergebnislosen Verhandlungen in Wien vom russischen Präsidenten Wladimir Putin am 14. Juli 2007 ausgesetzt worden war.<ref name="bbc">Jonathan Marcus: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. BBC, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Putin hatte im Februar 2007 bei der 43. Münchner Sicherheitskonferenz eine aggressive Rede gehalten.

Andererseits hatten bei der Einführung der RS-24 viele der russischen Interkontinentalraketen wie z. B. die UR-100N, R-36M und RS-12M ihre ursprünglich geplante Nutzungsdauer überschritten und mussten ersetzt werden.<ref name="janes24" /> Die RS-24 konnte als schnell realisierbare und relativ kostengünstige Weiterentwicklung der Topol-Rakete diese alten Interkontinentalraketen ohne großes Entwicklungsrisiko ersetzen.<ref name="janes24" /><ref name="thebulletin2025">Hans M. Kristensen, Matt Korda, Eliana Johns, Mackenzie Knight: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Bulletin of the Atomic Scientists - Nuclear Notebook, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref><ref name="ria20101201">[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] RIA Novosti, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2014-02-19;.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Status

Anfang 2025 befanden sich rund 180 RS-24-Raketen in der mobilen und rund 26 RS-24-Raketen in der silogestützten Version im Dienst der Strategischen Raketentruppen Russlands. Die mobilen Raketen sind ehemaligen RS-12M Topol-Garnisonen stationiert.<ref name="thebulletin2025" /><ref name="russianforces-tracking">Russianforces.org: Tracking down road-mobile missiles</ref><ref name="mb2025">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Weblinks

Commons: RS-24 Jars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Ballistische Boden-Boden-Raketen aus der Sowjetunion/Russland