Rōei
Rōei (japanisch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, „mit lauter Stimme freudvoll singen“) bezeichnet eine mittelalterliche Form des japanischen Gesangs oder Rezitierens von Gedichten. Vornehmlich die Gedichtformen Kanshi wurden in der Heian-Zeit (794–1185) nach verschiedenen Melodien bei Festen und von einem Chor begleitet gesungen. Später wurden auch Waka auf diese Weise gesungen.
Die instrumentale Begleitung änderte sich seit der Heian-Zeit mehrfach. Alle im höfischen Musikstil Gagaku üblichen Blas- und Saiteninstrumente wurden in unterschiedlichen Kombinationen eingesetzt. Hierzu gehörten die Bambusflöte fue, das Doppelrohrblattinstrument hichiriki, die Mundorgel shō, die Wölbbrettzithern koto und wagon sowie in früher Zeit die Kurzhalslaute biwa.<ref>Eta Harich-Schneider: Rōei. The Medieval Court Songs of Japan [Continued]. In: Monumenta Nipponica, Bd. 14, Nr. 3/4, Oktober 1958 – Januar 1959, S. 319–355, hier S. 350</ref>
Sammlungen
- Die erste Sammlung von Rōei ist der Wakan-rōeishū ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) von Fujiwara no Kintō (966–1041). Er beinhaltet chinesische und japanische Kanshi (insgesamt 588) und 216 Waka; die Sammlung war ein Hochzeitsgeschenk an seine Tochter Fujiwara no Ishi ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Der Originaltext der japanischen Nationalhymne Kimi Ga Yo geht auf den Abschnitt Iwai ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) des letzten Teils der Anthologie zurück.
- Der Shinsen-rōeishū ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) von Fujiwara Mototoshi, kompiliert etwa zur Zeit des Toba (Tennō), umfasst 540 Kanshi und 203 Waka.
Literatur
- Eta Harich-Schneider: Rōei, the Medieval Songs of Japan. In: Monumenta Nipponica, Tokio 1958–1960
- Bruno Lewin (Hrsg.): Kleines Wörterbuch der Japanologie. Harrassowitz, Wiesbaden 1981, ISBN 3-447-00530-0
Einzelnachweise
<references />